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DiskursNetz


DiskursNetz ist ein internationales Netzwerk von sozial- und sprachwissenschaftlich arbeitenden DiskursforscherInnen. Es ist 2010 aus dem von 2008 bis 2010 durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft geförderten Netzwerk für NachwuchswissenschaftlerInnen „Netzwerks Methodologien und Methoden der Diskursanalyse“ (MeMeDa) hervorgegangen, das von Johannes Angermuller, Martin Nonhoff, Alexander Ziem und Reiner Keller beantragt wurde.[1] Unterstützt wird DiskursNetz durch das vom Europäischen Forschungsrat geförderte DISCONEX Projekt[2]. DiskursNetz wird besonders mit einer „zweiten Generation“[3] von Diskursforschern verbunden, mit der in die Diskursforschung in Deutschland neue Ansätze wie die französische Aussagenanalyse und die Hegemonieanalyse Eingang gefunden haben.[4] Insgesamt ist DiskursNetz auch bedeutsam für die Vernetzung von sprachwissenschaftlich orientierten Ansätzen mit stärker soziologisch, historisch und interpretativ geprägten Ansätzen wie der Ethnographie, der Wissenssoziologischen Diskursanalyse und der Gouvernementalitätsforschung.[5][6] Darüber hat DiskursNetz mit dazu beigetragen, die Diskursanalyse in Deutschland als interdisziplinäre Forschungsrichtung fest zu etablieren.[3]

Das Netzwerk organisiert thematische Workshops (DiskursNetz Events) in Verbindung mit den halbjährigen Arbeitstreffen des Netzwerkes. Zwischen 2015 wurden 16 internationale Treffen organisiert.[7] Netzwerktreffen fanden unter anderem in Berlin, Paris, Bern und Warwick statt. Hinzu trat 2015 auch eine Winter School in Valencia und eine internationale Tagung in Bremen. Die DiskursNetz Events haben eine große Breitenwirkung und werden in der Fachöffentlichkeit besprochen.[8]

„diskursanalyse.net“

Ein Bestandteil von DiskursNetz ist die Gestaltung der Website diskursanalyse.net als Informations- und Arbeitsplattform für DiskursforscherInnen. Über die 1800 öffentlich gelisteten Diskursforscher hinaus hat die Webseite nach eigenen Angaben insgesamt über 4000 Nutzerinnen und Nutzer.[9]

Die Website wird von verschiedenen Gruppen für Außendarstellung und interne Kommunikation genutzt. Neben DiskursNetz selbst finden sich hier das ERC DISCONEX Team, das „Netzwerk Wissenssoziologische Diskursanalyse“, die Gruppe „Diskurs Macht Wissenschaft“, das GERAS sowie die Arbeitsgruppe „Sociologie du langage“. Zudem befinden sich auf der Webpage die „Interaktive Bibliographie der Diskursanalyse“[10] – eine Bibliographie zu diskursanalytischen Veröffentlichungen. Die Wiki-basierte Seite dient auch zum kollaborativen Verfassen und Begutachten von Artikeln, u.a. für das DiskursNetz-Wörterbuch.[11]

Veröffentlichungen

Neben Veröffentlichungen ausgehend von DiskursNetz Events[12] sind aus DiskursNetz zwei größere Veröffentlichungen zur Diskursanalyse hervorgegangen. Das DiskursNetz-Wörterbuch, das einen Überblick über die Begrifflichkeiten des Feldes der Diskursforschung bietet[13] ist im Suhrkamp Verlag erschienen. Ben Kaden vom Zentrum Technik und Gesellschaft der TU Berlin bezeichnet das DiskursNetz-Wörterbuch als „ein derzeit nahezu unverzichtbares Nachschlagewerk, wenn man derzeit, in welcher Disziplin auch immer, diskursforschend arbeitet“, kritisiert aber, dass es nicht „Open Access und dynamisch erweiter- und vernetzbar“ veröffentlicht wurde.[11] Das Wörterbuch versammelt über hundert Autorinnen, unter ihnen Ruth Wodak, Jürgen Link, Ulrich Bröckling, Theo Van Leeuwen[14], Rainer Diaz-Bone und Slavoj Žižek. Zudem ist ein zweibändiges Handbuch zur interdisziplinären Diskursforschung erschienen, das methodische Grundlagen und verschiedene methodische Zugänge anhand von Beispielstudien zum Diskurs über die Hochschulreformen vorstellt. Am Handbuch, das mehr als 1250 Seiten umfasst, haben 50 Autorinnen und Autoren mitgewirkt. Es bildet den ersten Band der im transcript Verlag von Johannes Angermuller, Martin Nonhoff, Eva Herschinger, Felicitas Macgilchrist, Martin Reisigl, Juliette Wedl, Daniel Wrana und Alexander Ziem herausgegebenen Reihe „DiskursNetz“.[15]

  • Angermuller, Johannes/ Dyk, Silke van (Hrsg.): Diskursanalyse meets Gouvernementalitätsforschung. Perspektiven auf das Verhältnis von Subjekt, Sprache, Macht und Wissen. Frankfurt am Main: Campus.
  • Wrana, Daniel/Ziem, Alexander/Reisigl, Martin/Nonhoff, Martin/Angermuller, Johannes (Hrsg.) (2014): DiskursNetz. Wörterbuch der interdisziplinären Diskursforschung. Berlin: Suhrkamp, 560 Seiten
  • Johannes Angermuller, Martin Nonhoff, Eva Herschinger, Felicitas Macgilchrist, Martin Reisigl, Juliette Wedl, Daniel Wrana, Alexander Ziem (eds): Diskursforschung. Ein interdisziplinäres Handbuch. Bielefeld: transcript, 1262 Seiten (zwei Bände: Angermuller, Johannes, Nonhoff, Martin, Herschinger, Eva, Macgilchrist, Felicitas, Reisigl, Martin, Wedl, Juliette, Wrana, Daniel, Ziem, Alexander (Hrsg.) (2014): Diskursforschung. Ein interdisziplinäres Handbuch. Band 1: Felder, Theorien und Methodologien. Bielefeld: transcript; Nonhoff, Martin, Herschinger, Eva, Angermuller, Johannes, Macgilchrist, Felicitas, Reisigl, Martin, Wedl, Juliette, Wrana, Daniel, Ziem, Alexander (Hrsg.) (2014): Diskursforschung. Ein interdisziplinäres Handbuch. Band 2: Methoden und Analysepraxis. Bielefeld: transcript)

Einzelnachweise

  1. Daniel Wrana et al.: Einleitung, in: dies. (Hrsg.): DiskursNetz. Wörterbuch der interdisziplinären Diskursforschung. Suhrkamp, Berlin 2014, S. 8.
  2. Website des DISCONEX Projektes .
  3. 3,0 3,1 Steffen Großkopf: Rezension vom 14. Oktober 2014 zu: Daniel Wrana, Alexander Ziem, Martin Reisigl u.a. (Hrsg.): DiskursNetz (interdisziplinäre Diskursforschung). Suhrkamp Verlag (Berlin) 2014. 569 Seiten. ISBN 978-3-518-29697-4. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245 , http://www.socialnet.de/rezensionen/17052.php .
  4. Vgl. Werner Schneider, der mit Verweis auf DiskursNetz feststellt, dass es zu einer Pluralisierung von Diskursbegriffen gekommen ist. Werner Schneider: Dispositive ... – überall (und nirgendwo)? Anmerkungen zur Theorie und methodischen Praxis der Dispositivforschung, in: Julius Othmer, Andreas Weich (Hrsg.): Medien – Bildung – Dispositive. Beiträge zu einer interdisziplinären Medienbildungsforschung, Wiesbaden: Springer VS 2015, S. 24.
  5. Joachim Scharloth, David Eugster, Noah Bubenhofer: Das Wuchern der Rhizome. Linguistische Diskursanalyse und Data-driven Turn, in: Dietrich Busse, Wolfgang Teubert (Hrsg.): Linguistische Diskursanalyse: neue Perspektiven. VS Springer, Wiesbaden 2013, S. 345f.
  6. Vgl. hierzu etwa auch die Tagung vom DiskursNetz und dem Tagungsnetzwerk Diskurs – Interdisziplinäre am Institut für Deutsche Sprache in Mannheim 2014, http://www1.ids-mannheim.de/lexik/sprachlicherumbruch/diskursinterdisziplinaer/tagung-2014/call-for-papers.html .
  7. http://www.discourseanalysis.net/wiki.php?wiki=en::Meetings
  8. Sasa Bosancic, Matthias Kleas: „Der Diskurs der Diskursforschung. Disziplinäre, transdisziplinäre und interdisziplinäre Perspektiven“ Tagungsbericht Diskursnetz am 10./11. Oktober 2013, Bern. In: Zeitschrift für Diskursforschung Heft 1, Jahrgang 2, 2014, S. 1–6.
  9. Vgl. die Nutzerliste von DiskursNetz.
  10. Interaktive Bibliographie der Diskursanalyse auf diskursanalyse.net
  11. 11,0 11,1 Ben Kaden: Die Forschung zum Diskurs als Wörterbuch. Eine Besprechung, LIBREAS.Library Ideas, 2014, http://libreas.wordpress.com/2014/08/30/diskursnetz/
  12. Johannes Angermüller, Silke von Dyk (Hrsg.): Diskursanalyse meets Gouvernementalitätsforschung. Perspektiven auf das Verhältnis von Subjekt, Sprache, Macht und Wissen. Campus, Frankfurt a. M., 2010. Vgl. hierzu auch die Rezension von Reinhard Messerschmidt: Reinhard Messerschmidt: Ein Diskurs über Diskurse des Diskursiven? Divergenzen und mögliche Konvergenz gegenwärtiger Diskurs- und Gouvernementalitätsforschung aus Sicht alethurgischer Diskursanalyse [54 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 13(1), Art. 19, 2011, http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs1201195 .
  13. Vgl. Boris Traue, Lisa Pfahl, Lena Schürmann: Diskursanalyse, in: Nina Baur, Jörg Blasius (Hrsg): Handbuch Methoden der empirischen Sozialforschung, Springer VS, Wiesbaden 2014, S. 495.
  14. Theo Van Leeuwen im englischsprachigen Wikipedia.
  15. http://www.transcript-verlag.de/reihen/sozialwissenschaften/soziologie/diskursnetz/

Kategorien: Diskursanalyse | Wissenschaftliche Organisation

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/DiskursNetz (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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