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Dimona


Dieser Artikel befasst sich mit der israelischen Stadt Dimona; für die Motorsegler aus österreichischer Produktion siehe Super Dimona.
Dimona
Basisdaten
hebräisch: דימונה
arabisch: ديمونة
Staat: Israel
Bezirk: Süd
 :
Höhe: 550 m
Fläche: 29,877 km²
 
Einwohner: 33.600 (2007)
Bevölkerungsdichte: 1.125 Einwohner je km²
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Gemeindeart: Stadtverwaltung
Bürgermeister: Meir Cohen

Dimona (hebräisch דימונה [di'mɔna], arabisch ديمونة, DMG Dīmūna) ist eine israelische Stadt mit knapp 33.600 Einwohnern (2007) im Südbezirk Israels. Sie befindet sich im nördlichen Teil der Wüste Negev. Sie wurde nach einer gleichnamigen biblischen Stadt im Stammesgebiet Juda benannt (Josua 15,22).

Geschichte

Die Stadt wurde am 19. September 1955[1] als Entwicklungsstadt für die Aufnahme von jüdischen Neueinwanderern in einem flachen und vegetationslosen Gelände gegründet. Vorgesehen war sie wegen ihrer Höhenlage von etwa 600 m über NN und der dadurch vergleichsweise niedrigen Temperaturen vor allem für Arbeiter der Kaliwerke am Toten Meer.

Von großer Bedeutung war die Textilindustrie. Nachdem dieser Erwerbszweig in den Achtziger- und Neunzigerjahren einbrach, litt die Stadt zunehmend an Arbeitslosigkeit. Bis heute noch versucht die Stadt, sich von diesem schweren Schlag zu erholen.

Am 4. Februar 2008 war ein Einkaufszentrum in Dimona Ziel eines palästinensischen Selbstmordanschlags, bei dem drei Personen getötet und mindestens elf weitere verletzt wurden.[2]

Am 9. Juli 2014 schlugen drei M75-Raketen in der Nähe von Dimona ein. Sie wurden von den Essedin-al-Kassam-Bridgaden, der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas abgefeuert. Ziel war die Atomanlage.[3]

Atomreaktor bei Dimona

Bekannt ist Dimona in erster Linie wegen seines Atomreaktors im Negev Nuclear Research Center, der 13 Kilometer südöstlich entfernt mit französischer Hilfe erbaut wurde. Israel nannte das Nuclear Research Center jahrelang eine Textilfabrik und hielt den wahren Zweck geheim. Allgemein wird davon ausgegangen, dass in Dimona waffenfähiges nukleares Material produziert wird. Schätzungen sprechen von 200 Sprengköpfen. Gestützt wird diese Annahme unter anderem von den Aussagen Mordechai Vanunus, eines früheren Technikers des Reaktors, der wegen Detailaussagen zu Israels Atomprogramm sowie wegen im Bereich des Reaktorkerns aufgenommener und in Großbritannien veröffentlichter Fotos eine langjährige Freiheitsstrafe verbüßen musste.[4]

Verkehr

Die Stadt liegt an der Hauptstraße von Be’er Scheva nach Eilat. Alle Autobusse vom Landeszentrum nach Eilat machen Halt in Dimona.

Die Stadt ist an das Bahnnetz der Israel Railways angeschlossen. Bis Ende 2005 verkehrten allerdings nur Güterzüge. Die Güterbahn erschließt drei Industriegebiete und Phosphatminen östlich und südöstlich der Stadt mit zwei Zweiglinien. Eine Linie verkehrt östlich von Dimona nach Rotem. Außerdem werden dort die Mineralien des Toten Meeres auf Güterwagen verladen. Die zweite Zweiglinie verkehrt südöstlich von Dimona zu den Minen und Industriegebieten von Oron (Israel) und Zin. Von Zin aus soll in Zukunft (Zeitpunkt unklar) die Linie nach Eilat und zum Toten Meer weitergebaut werden.

Seit dem 17. Dezember 2005 besteht wieder eine Passagierverbindung nach Beerscheba. Es gibt täglich fünf Verbindungen in jede Richtung, in Beerscheba bestehen Anschlüsse nach Norden und zum Landeszentrum.

Bauwerke

Die 400 Meter hohen Türme der Radaranlage Dimona sind die höchsten Bauwerke Israels.

Städtepartnerschaften

Schwarze Hebräer

In einem Stadtteil von Dimona leben heute Anhänger der afroamerikanischen Gemeinschaft der African Hebrew Israelites of Jerusalem. Die African Hebrew Israelites of Jerusalem (auch Black Hebrews genannt) sehen sich als Nachkommen der verlorenen Stämme Israels an. Die religiöse Gruppe siedelte Ende der 1960er Jahre von den Vereinigten Staaten über Liberia nach Israel. Die meisten von ihnen leben in Städten in der Negev-Wüste, hauptsächlich in Dimona, aber auch in Arad und Mitzpe Ramon. Die Mitglieder der Gemeinschaft (zu denen auch Mitglieder der Band The Soul Messengers gehören) besitzen nicht die israelische Staatsbürgerschaft, jedoch ein ständiges Aufenthaltsrecht. Im Jahr 2003 gab es zwischen 1.500 und 2.000 schwarze Hebräer in Israel.

Entsprechend ihrer Auslegung der Tora und entgegen der rabbinischen Ordnung praktizieren die Männer hier Polygamie.

Söhne und Töchter der Stadt

Weblinks

 Commons: Dimona  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Mordecai Naor: Eretz Israel, Könemann, Köln, 1998, ISBN 3-89508-594-4, Seite 323
  2. Hamas claims Dimona attack, says bombers came from Hebron . Haaretz. 4. Februar 2008. Abgerufen am 17. Mai 2008.
  3. http://www.spiegel.de/politik/ausland/dimona-raketen-schlagen-bei-israels-atomreaktor-ein-a-980214.html
  4. Hans Christian Rössler: Israel: Kein zweiter Holocaust. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14. April 2012

Kategorien: Ort in Israel

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Dimona (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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