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Dilich-Chronik


Die sogenannte Dilich-Chronik ist ein kleinformatiges Buch über Bremen und seine Geschichte vom Anfang des 17. Jahrhunderts. Erstellt wurde das Werk von Wilhelm Dilich. Der vollständige Titel des Werks lautet Urbis Bremae et praefecturarum, quas habet, Typus et Chronicon (lateinisch; ‚Bild und Chronik der Stadt Bremen und der Provinzherrschaften, die sie hat‘).

Gestalt

Das Buch umfasst vom Titelblatt bis zum Index 291 bedruckte Textseiten und zahlreiche Kupferstiche. Der Text ist in lateinischer Sprache verfasst und in relativ großen, klaren Antiqua-Lettern gesetzt. Die Anzahl der zwischen den gesetzten Seiten eingebundenen Abbildungen variierte von Auflage zu Auflage. Annähernd gleich waren die Karten und Stadtansichten. Manche Exemplare enthalten zudem als Illustration zum Geschichtsteil Personenporträts, sowie Darstellungen früherer Trachten.

Entstehung

Geschaffen wurde dieses illustrierte Stadtporträt in einer Phase des Wohlstands vor dem Dreißigjährigen Krieg. Gleichzeitig begann die Modernisierung des gotischen Rathauses im Stil der Renaissance. Geschaffen wurde das Buch von Wilhelm Dilich unter Mitarbeit von Hermann Maier. Gedruckt wurde es von Wilhelm Wessels in Kassel in mehreren Auflagen in den Jahren 1603 bis 1605 oder 1607.[1][2]

Dilich hatte vorgehabt, eine umfassende Darstellung der Hansestädte zu veröffentlichen, und gab 1596 ein Buch mit dem Titel Topographia inclyta urbis Bremae heraus und 1602 ein Taschenbuch (7,5 x 12,5 cm) mit dem Titel Urbis Bremae Typus et Chronicon,[3] also ohne Hinweis auf den städtischen Landbesitz. Seine ebenfalls zahlreichen Abbildungen stammen wenigstens teilweise noch aus dem 16. Jahrhundert.

Der Bremer Bürgermeister Heinrich Krefting beanstandete das Buch. Daraus ergab sich das Projekt zu dem dann ab 1603 veröffentlichten Werk. Zu diesem schrieb Krefting auch den Text. Die Vorlagen für die Personen- und Trachtendarstellungen schuf der Maler Christian von Apen.

Verfügbarkeit

Ein Exemplar ohne Personenporträts ist in der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen online verfügbar. Das Staatsarchiv Bremen verfügt über Exemplare aus verschiedenen Auflagen. Zwei weitere Exemplare aus unterschiedlichen Auflagen befinden sich im Focke-Museum, mit Porträts. Sie können nur unter Aufsicht und mit Baumwollhandschuhen eingesehen werden. Zwei Exemplare des Vorgängerbuches sind ebenfalls zugänglich, siehe Fußnote. Der Vergleich ermöglicht Einblicke in die Entwicklung Bremens in jener durchaus schnelllebigen Zeit.

Abbildungsverzeichnis

Bei der Erstellung des Buches in den Jahren 1603 ff. wurden nur die gesetzten Seiten durchnummeriert, die Kupferstiche hingegen als römisch nummerierte Tabulæ dazwischen gestellt. Bei den meisten steht die lateinische Nummer im Kopf. Wo sie in der Grafik fehlt, ist sie in dieser Liste in runde Klammern gesetzt. In den zumeist vor die jeweilige Tabula gestellten Ertklärungsseiten ist die Nummer eigentlich in Worten ausgeschrieben.

Die Zahlen in eckigen Klammern bezeichnen die Nummern der Scans.

Die „Lücken“ ergeben sich daraus, dass auch einige Leerseiten vor oder nach den Abbildungen digitalisiert wurden.

  • [69] Tabula V: Urbis Bremæ territorium (stadtbremischer Landbesitz – Gesamtübersicht)
  • [70] S. 22 Explicatio notarum tabulæ V.
  • [71] S. 23 Tabulæ sextæ declaratio
  • [72] Tab. sexta: Utriusque Vihlandiæ inferioris et superioris typus (Beider, des Nieder- und Obervielands Karte)
  • [73] S. 24 Tabulæ VII declaratio
  • [75] Tabula VII: Hollerlandæ, Blocklandæ, Werderlandæ Præfecturarũ Urbis Bre[mae] typus (Karte der stadtbremischen Landgebiete rechts der Weser und südlich der Lesum)
  • [77] Declaratio tabulæ octavæ
  • [78] Tabula octava: Præfectura Nienkercke & Blomẽthal (Amt Neuenkirchen und Blumenthal)
  • [79] S. 26: Declaratio tabulæ IX
  • [81] Tabula IX: Præfecturæ Bederkesæ typus (Amt Bederkesa)
  • [84] Tabula X: Antiquor[um] Saxoniæ populorum sedes (Sitze der alten Völker Sachsens) – Germanenstämme zur Zeit des Römerreichs anhand der Karte Germaniens[4] von Claudius Ptolemäus, jedoch mit falscher Lokalisation von Tecelia (im Original an der Wesermündung) und Phabiranum (im Original nordöstlich der Wesermündung, aber Ptolemäus' Phabiranum wurde gerne als erste Erwähnung Bremens gedeutet)
  • [86] S. 27 (Erklärung zu) Tabula X
  • [103] Tabula XI: Descriptio antiquæ urbis Bremæ (historischer Stadtplan für etwa 1300). Fehler: Die vor 1244 errichtete Große Weserbrücke ist nicht eingezeichnet. Unklar: das mitten auf dem Markt eingezeichnete Prätorium.
  • [104/105] S. 42/43: Explicatio numerorum tabulæ XI
  • [106] Tabula XII: Typus annum circiter MCCC (Stadtansicht wie Tab. XV, aber für etwa 1300)
  • [108] S. 45: Notarum explicatio zu Tab. XIII
  • [109] Tabula XIII: Urbis Bremæ typus (Stadtplan ohne Vorstädte)
  • [111] S. 45 (sic!): Explcatio notarum Tab. XIV
  • [112] Tabula XIV: Urbis Bremæ typus (Stadtplan mit Vorstädten)
  • [114] S. 47: Explicatio notarum Tab. XV
  • [115] Ta. XV: Delineatio Bremæ (Stadtansicht von Südwesten einschl. des Geländes der späteren Neustadt)
  • [117] S. 48: Explicatio notarum Tab. XVI
  • [118] Tab. XVI: Urbis Bremæ Typus (Stadtansicht von Nordosten, nahe der Schleifmühle)
  • [120] S. 49: De tabula XVII
  • [121] Tab. XVII Delineatio fori (Marktplatz)
  • [123] S. 50 De tabula XVIII
  • [124] (Tab. XVIII) Sponsa Castellum (Herrlichkeitzwinger ‚Braut‘)
  • [126] S. 52: De tabula XX (Bederkesa)
  • [127] (Tab. XX) Bederkesa
  • [129] S. 53 De tabula XXI
  • [130] (Tab. XXI) Leha (Lehe, heute Bremerhaven-Lehe)

Die Tabulæ I bis X sind Landkarten.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. E(duard) M(aria) Oettinger, Historisches Archiv von 17000 der brauchbarsten Quellen, (Carlsruhe 1841), S. 223 (E-Book online, Google Buchsuche)
  2. Suntibus Friderici Wilhelmi Meyeri, Varia scripta ad historiam et ivs pvblicvm Imperii germanici … (Braunschweig 1730), S. 954 (E-Book online, Google Buchsuche)
  3. URBIS BREMAE TYPUS ET CHRONICON · AUTORE · VVILHELMO DILICHO VVABERANO HASSO · CASSELIS · Per VVilhelmm VVeſſelium · Anno Christi 1602, verfügbar um Fundus des Bremer Staatsarchivs und in der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen
  4. Skizze und dreisprachige tabellarische Darstellung von Claudius Ptolemäus' Γερμανίας Μεγάλης θέσις / Germaniae magnae situs

Kategorien: Sachliteratur (Geographie) | Geschichte Bremens | Kartografisches Werk (Deutschland) | Literatur (17. Jahrhundert) | Literarisches Werk | Literatur (Latein)

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Dilich-Chronik (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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