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Dieter Pavlik


Dieter Pavlik (* 24. September 1935 in Berlin; † 11. Februar 2000 ebenda) war ein deutscher Politiker.

Leben

Der parteilose Lehrer trat Anfang Januar 1990 in die SDP ein. Pavlik war im Februar 1990 für die SPD Kandidat für die Wahlen zur ersten freien Volkskammer der DDR.

Bei der Wahl zur Stadtverordnetenversammlung von Ost-Berlin (Landesparlament) am 6. Mai 1990 errang er ein Direktmandat für die SPD. In der folgenden Großen Koalition wurde Pavlik (mit mehr Stimmen, als SPD und CDU im Parlament hatten) am 30. Mai 1990 zum Stadtrat für Bildung gewählt.

Auf Grund der sich abzeichnenden Wiedervereinigung auch der beiden Stadthälften Berlins war die Amtsperiode des ersten frei gewählten Magistrats von Ost-Berlin sehr kurz (Magistrat Schwierzina). Sie endete nach der ersten gemeinsamen Wahl in Ost- und West-Berlin zu einem gemeinsamen Abgeordnetenhaus (2. Dezember 1990) mit der Wahl eines Gesamtberliner Senats Ende Januar 1991.

In seiner Amtszeit führte Dieter Pavlik auf Grund seiner aus 36 Jahren Lehrertätigkeit gewonnenen Kenntnisse des DDR-Volksbildungssystems eine konsequente Entstalinisierung durch. Dazu gehörte die Abberufung sämtlicher höheren Leiter in seiner Verwaltung aus DDR-Zeiten. Er ordnete auch die Neuwahl aller Schuldirektoren in Ostberlin durch ihre Lehrerkollegien an. Er ließ diesen Wahlprozess dahin gehend kontrollieren, als dass der demokratische Ablauf an den Schulen gewährleistet war, und die Abstimmungen geheim erfolgten. Er ernannte in Absprache mit den Ostberliner Bezirksstadträten für Bildung die ersten nichtkommunistischen Schulräte in den elf Bezirken. Er sprach über 150 Kündigungen von ehemaligen SED-Parteikadern aus. Dabei handelte es sich vorwiegend um frühere Lehrer aus den Bezirks- und Kreisparteischulen, die während der Regierungszeit von Ministerpräsident Modrow versucht hatten, als Mitarbeiter unauffällig im Bildungsapparat zu verbleiben. Pavlik vertrat das Land Berlin auch im Bundesrat.

Ein wichtiger Punkt seiner Arbeit war die Schaffung eines Ostberliner Schulverfassungsgesetzes im Sommer 1990. Dieses hatte vor allem die Aufgabe das sich langsam demokratisch umgestaltende Schulwesen in einem behutsameren Prozess für Schüler, Lehrer und Eltern in das West-Berliner Schulsystem überzuleiten. Pavlik setzte – gegen den Willen der West-Berliner Senatorin für Schule – den Erhalt des während der Wende von Demonstranten erstrittenen schulfreien Sonnabend durch, der im Westen der Stadt noch Schultag war.

Pavlik schloss im Herbst 1990 in öffentlichen Veranstaltungen der Lehrerschaft betriebsbedingte Kündigungen im Ostberliner Bildungswesen kategorisch aus, obwohl das Ostberliner Schulsystem gemessen an den sinkenden Schülerzahlen Überhänge hatte. Seine Absicht ging auf. Als SPD-Verhandlungsführer für die Bildungspolitik in den Koalitionsverhandlungen konnte er gemeinsam mit seiner Verhandlungspartnerin der CDU, Dr. Hanna-Renate Laurien den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen vereinbaren. Dieser wurde im gesamten Berlin zum Regierungsziel der Großen Koalition mit Eberhard Diepgen als Regierender Bürgermeister.

Bei den Wahlen zum ersten Gesamtberliner Parlament am 2. Dezember 1990 errang Dieter Pavlik in Berlin-Pankow das Direktmandat mit den meisten Erststimmen aller 36 SPD-Direktmandate in Berlin und blieb bis Anfang 1996 Abgeordneter. Da das Schulressort an die CDU ging, die auch mit Jürgen Klemann den Senator stellte, wurde er Vorsitzender des Schulausschusses im Parlament.

Pavlik bekleidete auch einige Führungsfunktionen innerhalb der Partei. Er war jedoch kein Parteipolitiker. Seine Hauptaufgabe sah er in der Demokratisierung des vom SED-Filz durchwachsenen Ostberliner Schulsystems sowie der Förderung und Unterstützung demokratischer Lehrer und Erzieher im Übergangsprozess und in der Rehabilitierung der vom DDR-Volksbildungssystem zu Unrecht gemaßregelten Lehrer und Erzieher.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Parlament war Pavlik seit 1996 als Lehrer für Politische Weltkunde am Abendgymnasium Prenzlauer Berg tätig. Dorthin war er bereits 1992 nach dem Ende seiner Amtszeit als Stadtrat mit einer Teilstelle zurückgekehrt. Aus gesundheitlichen Gründen ging Pavlik Ende 1998 in den Ruhestand. Wegen politischer Meinungsverschiedenheiten mit seinem Kreisverband trat Dieter Pavlik im Herbst 1999 aus der SPD aus.

Literatur

Weblinks


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