Dieter Berner - LinkFang.de





Dieter Berner


Dieter Berner (* 31. August 1944 in Wien) ist ein österreichischer Film- und Theaterregisseur, Schauspieler und Drehbuchautor.

Leben

Nach dem Abitur besuchte Dieter Berner das Reinhardt-Seminar in Wien und Berlin, anschließend war er für zwei Jahre als Schauspieler am Wiener Volkstheater beschäftigt. 1968 gründete er zusammen mit dem Schauspieler Werner Prinz und dem Regisseur Wolfgang Quetes eine eigene Theatergruppe, das Theater der Courage in Wien. Die Truppe beschäftigte sich mit Gegenwartsautoren und arbeitete als Kollektiv nach den Prinzipien des Mitbestimmungstheaters.[1] Es folgten Studienaufenthalte an der Schaubühne am Halleschen Ufer in Berlin bei Peter Stein, Theaterinszenierungen in Kassel, am Theater am Neumarkt in Zürich, am Akademietheater und am Volkstheater in Wien. Seit 1973 ist Dieter Berner hauptsächlich als Filmregisseur tätig, er schreibt auch Drehbücher und spielt in Kinofilmen, u.a. die Hauptrolle in dem Film Der siebente Kontinent von Michael Haneke.

Überregional wurde Dieter Berner als Filmregisseur mit den sechs Filmen der vielfach prämierten Alpensaga bekannt, einer mit den Autoren Peter Turrini und Wilhelm Pevny entwickelten Familien- und Dorfchronik, die für Österreich identitätsstiftende Maßstäbe gesetzt hat. Mit dem TV-Vierteiler über die 1849er Revolution Lenz oder die Freiheit nach dem gleichnamigen Roman von Stefan Heym und mit den vier Filmen der Arbeitersaga, entstanden zwischen 1985 und 1991, setzte Dieter Berner seine Linie der Geschichtsbeschreibung aus der Perspektive von unten fort. Während Das Plakat und Die Verführung zeitlich in den Jahren 1945 und 1961 in Österreichs Kriegsendphase bzw. in den beginnenden 1960er Jahre spielen, sind die beiden anderen Teile der Arbeitersaga, Müllomania und Das Lachen der Maca Darac Darstellungen von 1986 bzw. 1991, die Österreich als eine „surreale Skandalrepublik“ [2] zeigen. „Das Abenteuer der Lebensbewältigung der sogenannten kleinen Leute, der Kampf um bessere Lebensbedingungen erscheint bei ihm als das treibende Moment jeder Geschichte und der Geschichte überhaupt“[3].

Seit 1983 lehrt Dieter Berner Filmregie und Drehbuchschreiben an verschiedenen Filmakademien in Wien, München und Berlin. 2004 bis 2009 unterrichtete er in Potsdam auf dem Gelände der Medienstadt Babelsberg als Universitätsprofessor an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“, wo unter seiner Regie – in einer von ihm entwickelten neuen Technik der kollektiven Szenenerarbeitung – die zwei international beachteten Spielfilme Berliner Reigen[4] und Krankheit der Jugend entstanden.

Dieter Berner ist der Bruder des Psychoanalytikers und Psychiaters Wolfgang Berner. Er war in erster Ehe mit der Schauspielerin Burgl Mattuschka verheiratet, in zweiter Ehe mit der Autorin Hilde Berger und ist Vater von drei Söhnen.

Filmografie

  • 1972: Wildwechsel (von Franz Xaver Kroetz); Aufführung des Theater der Courage, Wien (Fernsehfilm ORF)
  • 1975: Wo seine Wäsche, TV, 30 min., Regie/Buch (mit Käthe Kratz)
  • 1976–1980: Die Alpensaga, TV, 6 Teile à 90 min., Regie
  • 1980: Das Menschenkindl, TV, 30 min., Regie/Buch (mit Hilde Berger)
  • 1981: Der richtige Mann, 105 min., Regie/Buch (mit Hilde Berger)
  • 1981: Niemandsland, TV, 100 min., Regie
  • 1984: Ich oder Du (Me or You), Kino, 90 min., Regie/Buch (mit Peter Mazzuchelli)
  • 1985–1986: Lenz oder die Freiheit (The Lenz Papers), TV, 4 Teile à 90 min., Regie/Buch (mit Hilde Berger nach dem gleichnamigen Roman von Stefan Heym)
  • 1985–1987: Die Verlockung (The Temptation), 2.Teil der Arbeitersaga, TV, 90 min., Regie
  • 1988: Müllomania, 3.Teil der Arbeitersaga, TV, 90 min., Regie
  • 1989: Der siebente Kontinent, Kino, 104 min., Hauptdarsteller (Regie: Michael Haneke)
  • 1989: Das Plakat(The Poster), 1.Teil der Arbeitersaga, TV, 90 min., Regie
  • 1991: Das Lachen der Maca Darac(The Laughter of Maca Darac), 4.Teil der Arbeitersaga, TV, 90 min., Regie/Buch (mit Peter Turrini)
  • 1992–1993: Auf eigene Gefahr, TV, Pilot 90 min. + 7 Teile à 50 min., Regie/Buch (Pilot, mit Hilde Berger)
  • 1994: Joint Venture, Kino, 90 min, Regie (nach einem Drehbuch von Hilde Berger)
  • 1995: Auf eigene Gefahr, TV, 4 Teile à 50 min., Regie
  • 1996–1997: Kids von Berlin, TV, Pilot 90 min. + 5 Teile à 45 min., Regie
  • 1998: Endlich Schluss, TV, 55 min., Regie/Buch (nach einem Theaterstück von Peter Turrini)
  • 1999: Die Verhaftung des Johann Nepomuk Nestroy (The Arrest of Johann Nepomuk Nestroy), TV, 90 min., Regie/Buch (nach Novelle von Peter Turrini)
  • 1999: Tödliches Labyrinth (Tatort), TV, 90 min., Regie
  • 2005: Tatort – Die schlafende Schöne, TV, 90 min, Regie/Buch
  • 2006: Berliner Reigen (Berlin Round Dance), Kino, 85 min., Regie
  • 2006: Tatort – Sonnenfinsternis, TV, 90 min, Regie
  • 2007: Tatort – Die Anwältin TV, 90 min, Regie
  • 2009: Krankheit der Jugend, Kino, 91 min, Regie
  • 2015: Egon Schiele, Kino, 120 min, Regie/Buch (mit Hilde Berger nach dem Roman: Tod und Mädchen. Egon Schiele und die Frauen)

Theaterstücke

Auszeichnungen

  • 1968: Karl-Skraup-Preis für den besten Nachwuchsspieler
  • 1976: Bronzene Truhe beim Internationalen Festival der Fernsehspiele in Sofia für Wo sein Wäsche
  • 1976: Großer Preis der internationalen Pressejury beim 13. Internationalen FS Festival in Prag
  • 1976: Österr. Volksbildungspreis für Wo sein Wäsche
  • 1978: Silberne Nymphe beim TV-Festival Monte Carlo für Der Kaiser am Lande (2.Folge Alpensaga)
  • 1978: British Academie Award Certificate of Merit, für Der Kaiser am Lande(2.Folge Alpensaga)
  • 1979: Österr. Volksbildungspreis für Der Deutsche Frühling (5.Folge Alpensaga)
  • 1980: Premio Ondas Barcelona für Der Deutsche Frühling (5.Folge Alpensaga)
  • 1983: Teleconfronta per la miglior serie TV, Preis der Region Toscana für Alpensaga
  • 1989: mit Die Verlockung Teilnahme am offiziellen Programm der Berlinale (2.Folge Arbeitersaga)
  • 1995: mit Joint Venture Competition in Karlovy Vary, CZ
  • 2000: Goldene Romy (österr. Film- u. Fernsehpreis) für Die Verhaftung des Johann Nepomuk Nestroy
  • 2007: mit Berliner Reigen Competition Festival Nouveau Cinema, Montreal, Canada

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Brecht- Erstaufführung im Theater der Courage: Baal auf dem Weg zur Erkenntnis. In: Arbeiter-Zeitung, 14. Februar 1971, S. 4.
  2. Einbandrückseite der DVD-Ausgabe Müllomania-Arbeitersaga Winter 1986. In: Veröffentlichungen der Online-Filmbank (OFDB) vom 22. November 2009 OFDB , abgerufen am 30. Oktober 2013.
  3. Egon Netenjakob Dieter Berner. In: TV-Filmlexikon: Regisseure,Autoren,Dramaturgen 1952-1992 Fischer Cinema. Fischer-Taschenbuch-Verlag, 1994. ISBN 3596119472
  4. www.hff-potsdam.de, Pressemitteilung 7. September 2007: Berliner Reigen im Kino abgerufen 2. Juni 2013


Kategorien: Karl-Skraup-Preisträger | Schauspieler | Regisseur | Geboren 1944 | Darstellender Künstler (Wien) | Drehbuchautor | Romy-Preisträger | Österreicher | Mann

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Dieter Berner (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.