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Die Klapperschlange


Dieser Artikel behandelt den britisch-US-amerikanischen Science-Fiction-Film aus dem Jahr 1981. Zur biologischen Gattung siehe Klapperschlangen, zur Kinderbuchreihe von Angie Westhoff siehe Die Klapperschlangen.
Filmdaten
Deutscher TitelDie Klapperschlange
OriginaltitelJohn Carpenter’s Escape from New York
ProduktionslandUK, USA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1981
Länge99 Minuten
AltersfreigabeFSK 16
Stab
RegieJohn Carpenter
DrehbuchJohn Carpenter
Nick Castle
ProduktionDebra Hill
Larry J. Franco
MusikJohn Carpenter
(mit Alan Howarth)
KameraDean Cundey
Jim Lucas
SchnittTodd Ramsay
Besetzung
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Die Klapperschlange ist ein britisch-US-amerikanischer dystopischer Science-Fiction-Film aus dem Jahr 1981 von John Carpenter. Er zählt zu den kommerziell erfolgreichsten Filmen der frühen 1980er Jahre, gilt als Vorläufer des Cyberpunk-Genres und brachte der Karriere des Schauspielers Kurt Russell eine entscheidende Wende. Der Film startete am 3. September 1981 in den bundesdeutschen Kinos.

Handlung

New York, im Jahr 1997: Das Verbrechen hat in den 1980er Jahren derart zugenommen, dass herkömmliche Gefängnisse nicht mehr ausreichen. Ganz Manhattan wurde 1988 aufgegeben und in ein Hochsicherheitsgefängnis verwandelt. Wer dort einfährt, kommt nie wieder heraus. Abgeschottet von der Außenwelt werden die Gefangenen sich selbst überlassen und haben eine eigene Gesellschaftsform entwickelt.

Eines Tages entführen Terroristen die Präsidentenmaschine Air Force One und lassen sie gezielt in Manhattan abstürzen. Der Präsident landet in einer Rettungskapsel innerhalb der Gefängniszone, wo er von den Häftlingen als Geisel genommen wird.

Dem Sträfling und Ex-Elite-Soldaten Snake Plissken wird die Freiheit versprochen, wenn es ihm gelingt, den Präsidenten mitsamt einer Audiokassette, die Informationen zu einer neuartigen Energiequelle, der Kernfusion, enthält, wieder heil aus Manhattan herauszuholen. Da der Präsident auf dem Weg zu Friedensgesprächen mit China und der Sowjetunion war, bleiben Plissken nur 22 Stunden Zeit. Um Plissken gefügig zu machen, werden ihm explosive Miniaturkapseln in die Halsschlagadern eingepflanzt, die nach Ablauf der 22 Stunden detonieren sollen.

Plissken gelangt mit einem Segelflugzeug nach Manhattan und landet auf dem Dach des World Trade Centers. Er findet bald heraus, dass sich der Präsident in den Händen des mysteriösen „Duke“ befindet, der sich als Herrscher von Manhattan gibt und mit dem Präsidenten als Geisel eine Flucht aus dem Gefängnis plant. Mit der Hilfe eines Taxifahrers und dem in der ehemaligen New York Public Library lebenden Harold „Brain“ Helman macht er den Duke ausfindig und kann den Präsidenten nach einigen abenteuerlichen Aktionen befreien. Auf der Flucht aus der Stadt erschießt der Präsident schließlich den Duke; er und Plissken sind in Sicherheit.

Kurz darauf lässt sich der Präsident per Satellit zur Friedenskonferenz verbinden; die Audiokassette mit den Informationen über die neue Energiequelle stellt sich jedoch als Musikaufnahme des Taxifahrers heraus. Plissken hatte die Bänder vertauscht und zerstört im Weggehen das richtige Band.

Trivia

Dieser Artikel oder Abschnitt ist nicht ausreichend belegt.
  • Eine Gefängnisstadt, in der die Insassen sich selbst überlassen sind, gibt es wirklich: Das Palmasola in Bolivien. Sehr ähnlich dem Film wird diese Stadt von Bandenbossen regiert. Dort gibt es zwar Ordnungshüter, das sind aber Gewalttäter, die dort selbst ihre Haftstrafe verbüßen.
  • Während Plissken mit dem Segelflugzeug über Manhattan einschwebt, sieht er auf seinem Monitor eine computergenerierte Sicht auf die Stadt in Drahtgitterdarstellung, d. h. man sieht die Kanten der Häuser als dünne Linien. Als der Film gedreht wurde, war allerdings ein Computer, der derartiges darstellen konnte, noch sehr teuer. Deshalb drehte man die Szene, indem man ein Modell von Manhattan errichtete und dann alle Häuser schwarz anmalte und mit weißen Kanten versah. Dies wurde dann bei entsprechender Beleuchtung gefilmt und sah täuschend echt aus.
  • Man sieht Plissken oft im Schein flackernder Feuer, die sich auf seinem Gesicht widerspiegeln, durch die Nacht gehen. Dieser Effekt wurde dadurch erzielt, dass man die Stärke des Flackerns eines Feuers aufzeichnete und dann mit dem Verlauf dieser Stärke einen Scheinwerfer ansteuerte, sodass dieser mit der gleichen unregelmäßigen Frequenz flackerte.
  • Die deutsche Übersetzung des Filmtitels „Die Klapperschlange“ trifft nicht: Snakes Tätowierung ist eindeutig eine Kobra, keine Klapperschlange.
  • Die Hauptfigur Snake Plissken diente als Vorbild für Solid Snake, den Hauptcharakter des Videospiels Metal Gear Solid. In Metal Gear Solid 2: Sons of Liberty wird dies aufgegriffen, indem die Hauptfigur den Namen Iroquois Pliskin als Decknamen verwendet. Iroquois bedeutet in der Sprache der Algonkin so viel wie Schwarze Schlange.
  • Die Bankraubszene, in der Plissken verhaftet wurde, wurde aus dem Film herausgeschnitten. Laut Carpenter half die Szene nicht der Figur „Plissken“, weil sie ihn zu sehr vermenschlichte.
  • Die Szene, in der Maggie tot auf der Brücke gezeigt wurde, ist in der Garage von John Carpenter gedreht worden. Man hatte vergessen die Einstellung in den Studios zu drehen. Adrienne Barbeau war damals die Ehefrau von John Carpenter.
  • Die Waffen der Wachen sind Gewehre vom Typ M16. Allerdings mit abmontiertem Vorderschaft.
  • Im Jahr 2004 brachte der französische Regisseur Pierre Morel mit Ghettogangz – Die Hölle vor Paris einen Film ähnlicher Thematik heraus, verlegte die Handlung aber in einen Vorort (Banlieue) von Paris.
  • Plissken benutzt in vielen Szenen eine MAC-10 mit Schalldämpfer und Zielfernrohr.

Soundtrack

Eines der wichtigsten Merkmale des Filmes ist der Soundtrack. Er wurde von John Carpenter mit Hilfe von Alan Howarth komponiert. Der gesamte Soundtrack wurde überwiegend positiv von den Kritikern aufgenommen. Er erschien im Label Colosseum.

  1. Main Title (3:52)
  2. Up the Wall / Airforce[1] (2:29)
  3. Orientation 2 (1:48)
  4. Engulfed Cathedral (Debussy)[1] (3:33)
  5. Back to the Pod/The Crazies Come Out (3:00)
  6. Arrival at the Library (1:06)
  7. Everyone’s Coming to New York (2:54)
  8. The Duke Arrives / The Barricade[2] (3:35)
  9. Police State/Romero and the President (3:21)
  10. The President at the Train (2:55)
  11. The President is Gone (2:30)
  12. Chase Across the 69th Street Bridge (2:33)
  13. Over the Wall (3:43)

Fortsetzung

1996 drehte Carpenter eine Fortsetzung unter dem Titel Flucht aus L.A.. Mehr eine Neuverfilmung als eine Fortsetzung, konnte dieser Film nicht an den Erfolg des Originals anknüpfen.

Kritiken

„Eine bittere, düstere, streckenweise auch ironische Zukunftsvision, die trotz des perfekten Einsatzes filmischer Effekte keineswegs spekulativ auf Horror ausgerichtet ist; statt dessen geben die apokalyptischen Bilder Anstöße zum Nachdenken über die Realität und eine mögliche nahe Zukunft.“

Lexikon des Internationalen Films[3]

„Der ‚säbelrasselnde‘ deutsche Titel führt mal wieder in die Irre: ‚Escape from New York‘, so das treffendere Original, ist weniger ein Heldenepos als die düstere Vision einer verwahrlosten, pervertierten Zivilisation. Der sechste Film des Action- und Horrorspezis John Carpenter erntete fast nur Lob: perfekte Kamera und Schnitttechnik, gelungene Effekte, kühl kalkulierte, spartanische Dialoge und die kargelektrisierende, von Carpenter selbst komponierte Synthi-Musik.“

TV Spielfilm[4]

„… eine Genre-Mischung aus Science Fiction, Großstadtwestern, Thriller, Horror und Endzeitfilm (…) ein klaustrophobisches, düsteres Zukunftsbild einer Geisterstadt-Metropole, das geschickt mit durchaus realen Zukunftsängsten spielt (…). Die archaischen Gladiatorenkämpfe und die verelende[te]n Massen, die durch den wild wuchernden Central Park ziehen, symbolisieren den staatlich sanktionierten Rückfall in die Barbarei. Somit ergibt sich auf einer weiteren Ebene ein intelligenter anti-utopischer Gegenentwurf zum Ende der 70er-Jahre (…) wieder erwachten Optimismus im Science-Fiction-Genre (…).“

Andreas Rauscher[5]

Literatur

  • Frank Schnelle: Suspense, Schock, Terror. John Carpenter und seine Filme. Verlag Robert Fischer, Stuttgart 1991, ISBN 3-924098-04-2.
  • Mike McQuay: Die Klapperschlange – Flucht aus New York. Bastei-Lübbe, Bergisch Gladbach 1981, ISBN 3-404-13297-1.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 mit Pamela Smith – Keyboard
  2. mit Tommy WallaceGitarre
  3. Die Klapperschlange im Lexikon des internationalen Films
  4. Die Klapperschlange. TV Spielfilm, abgerufen am 14. Februar 2011.
  5. Andreas Rauscher: Die Klapperschlange. In: Thomas Koebner (Hrsg.): Filmgenres: Science Fiction. Reclam (Universal-Bibliothek; 18401), Stuttgart 2003, ISBN 3-15-018401-0, S. 370–372.

Kategorien: Gefängnisfilm | US-amerikanischer Film | Filmtitel 1981 | Actionfilm | Science-Fiction-Film | Dystopie

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Die Klapperschlange (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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