Dickstielige Wasserhyazinthe - LinkFang.de





Dickstielige Wasserhyazinthe


Dickstielige Wasserhyazinthe

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Commelinaartige (Commelinales)
Familie: Wasserhyazinthengewächse (Pontederiaceae)
Gattung: Wasserhyazinthen (Eichhornia)
Art: Dickstielige Wasserhyazinthe
Wissenschaftlicher Name
Eichhornia crassipes
(Mart.) Solms

Die Dickstielige Wasserhyazinthe (Eichhornia crassipes) ist eine ausdauernde und freischwimmende Wasserpflanze aus der Familie der Wasserhyazinthengewächse (Pontederiaceae). Sie gehört zu den einkeimblättrigen Pflanzen, was gut an den parallelnervigen Blättern zu erkennen ist. Die Wasserhyazinthe stammt aus dem tropischen Südamerika und ist, wie etwas seltener auch die nah verwandte Azurblaue Wasserhyazinthe (Eichhornia azurea), in Europa als Zierpflanze insbesondere für Gartenteiche bekannt. Außerhalb Südamerikas ist sie weltweit ein in Gewässern wachsender Neophyt und wird zumeist als schnellwachsendes Unkraut bewertet.

Verbreitung

Die Dickstielige Wasserhyazinthe wurde 1888 als Zierpflanze aus Brasilien nach Nordamerika eingeführt, dort kommt sie heute vor allem in Florida und Kalifornien vor. Vier Jahre später wurde sie nach Java und von dort aus auf andere südostasiatische Inseln gebracht. Anschließend wurde sie innerhalb nur weniger Jahre auch nach Australien, Japan, Indien und Afrika verschleppt.

Schädlichkeit und Bekämpfung

Ohne Fressfeinde vermehrt sich die Schwimmpflanze massenhaft und wuchert sämtliche Binnengewässer in Afrika zu: Eine Wasserhyazinthen-Decke verdoppelt ihre Fläche in nur zwei Wochen. Durch den Lichtmangel sterben die Wasserpflanzen unter Eichhornia crassipes ab und auch die Fische sterben als Folge. Außerdem behindern die dicken Schwimmpflanzenteppiche die Schifffahrt und Fischerei. Krokodile finden in den Pflanzen Schutz und werden zu einer Gefahr für die Menschen. Zusätzlich entziehen die Pflanzen dem Wasser Sauerstoff, als Folge steigt der Säuregehalt des Wassers und in Flüssen sinkt die Fließgeschwindigkeit. Dadurch kommt es zur Ablagerung von Schlamm.

Als Gegenmaßnahmen werden in Nigeria Maschinen verwendet, die die Schwimmpflanzen-Teppiche zerstören sollen. In anderen Gebieten wurden Herbizide verwendet, die auch sämtliche andere Spezies vernichteten und einen noch größeren Schaden anrichteten. Im Sudan wurden erstmals Rüsselkäfer (Neochetina eichhorniae und N. bruchi) ausgesetzt, die ausschließlich Wasserhyazinthen fressen. In Benin wird durch den Einsatz dieser Käfer etwa 260 Mio. Dollar in den kommenden Jahren eingespart werden, denn nach ersten Angaben verläuft das Projekt zufriedenstellend. Mögliche negative Nebeneffekte der Käfer sind zurzeit nicht bekannt.

Die Dickstielige Wasserhyazinthe ist 2016 in die „Liste der unerwünschten Spezies“ für die Europäische Union aufgenommen worden.[1]

Nutzen

Es gibt aber durchaus auch positive Aspekte einer (kontrollierten) Bepflanzung mit Wasserhyazinthen: diese Pflanzen haben die nützliche Eigenschaft, das Wasser, in dem sie leben, von darin enthaltenen Giftstoffen zu reinigen („Phytosanierung“, engl.: phytoremediation [2]). So gibt es Bestrebungen, diese Pflanze in Bangladesch zur Reinigung des Trinkwassers von Arsen einzusetzen: nach Angaben der WHO sind dort im Jahr 2005 77 Millionen Bangladescher von einer Arsenvergiftung bedroht, da Verunreinigungen des Trinkwassers mit 300 bis 400 ppb Arsen dort die Regel sind. Es konnte experimentell gezeigt werden, dass Dickstielige Wasserhyazinthen Arsen effektiv aus dem Trinkwasser beseitigen. Die Fasern eignen sich nur begrenzt zur Herstellung von Papier.[3] Getrocknet werden aus ihnen auch Korbmöbel hergestellt.

Systematik

Andere Eichhornia-Arten:

E. azurea – Azurblaue Wasserhyazinthe
E. diversifolia – Ungleichblättrige Wasserhyazinthe
E. paniculata – Brasilianische Wasserhyazinthe

Literatur

  • Mir Misbahuddin, Atm Fariduddin: „Water hyacinth removes arsenic from arsenic-contaminated drinking water“. Archives of Environmental Health 57, S. 516–518, 2002, ISSN 0003-9896 (zur phytoremediation)

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Liste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung (List of Invasive Alien Species of Union Concern) abgerufen am 15. Juli 2016
  2. UNEP: Phytotechnologies (englisch)
  3. [1] (PDF; 601 kB) W.J. Nolad, D.W. Kirmse, The Papermaking Properties of Waterhyacinth, Journal of Aquatic Plant Management (JAPM) Vol 12 (May 1974), pp 90-97

Weblinks

 Commons: Dickstielige Wasserhyazinthe  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Commelinaartige

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Dickstielige Wasserhyazinthe (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.