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Dicke Berta (Leuchtturm)


Die Dicke Berta ist ein Leuchtfeuer in Cuxhaven-Altenbruch. Der an der Elbemündung stehende Turm war als Unterfeuer von 1897 bis 1983 in Betrieb; das zugehörige Oberfeuer Schlanke Anna existiert nicht mehr.

Geschichte

Als erstes Seezeichen bzw. Landmarke in diesem Gebiet wurden 1532 die Doppeltürme der Altenbrucher St.-Nicolai-Kirche in Seekarten vermerkt.

Der wechselnden Untiefen, Strömungen und Richtungsänderungen wegen galt die Elbemündung bei Altenbruch als schwieriges Fahrwasser, vor dessen nächtlichem Einsegeln bis etwa 1826 gewarnt wurde. Da die schon bestehenden Leuchttürme auf Neuwerk, der Hamburger Leuchtturm in Cuxhaven sowie die Baken und Blüsen Ende des 19. Jahrhunderts den Anforderungen der Seefahrt nicht mehr genügten, wurden 1897 drei neue Leuchttürme gebaut, die „Schlanke Anna“ in Osterende Groden als Oberfeuer mit den Unterfeuern in Neufeld und Altenbruch. Der an der Altenbrucher Hafeneinfahrt errichtete Leuchtturm wurde am 25. November in Betrieb genommen.

1914 ergaben sich Veränderungen in der Fahrrinne, wodurch sich das Leuchtfeuer in Altenbruch nicht mehr an der richtigen Stelle befand. Es musste in den Jahren 1915–18 um einige Meter verschoben werden. Wie dies bewerkstelligt wurde, ist nicht bekannt, nur, dass bei diesen Arbeiten der Turm das heutige Aussehen bekam.

Am 2. Mai 1919 wurde der Turm wieder in Dienst gestellt und ab diesem Zeitpunkt im Volksmund „Dicke Berta“ genannt.

Ab 1968 wurden die Leuchtfeuer an der Niederelbe modernisiert oder neu gebaut, um mit neuer Technik und automatischem Betrieb ohne Leuchtturmwärter auszukommen.

1983 wurde das Leuchtfeuer des zuletzt noch als Quermarkenfeuer genutzten Turmes gelöscht.

Mit der Außerdienststellung wurde dieses Leuchtfeuer ein Fremdkörper im Deich, was zur Folge hatte, dass der Turm aus Stahl verschrottet werden sollte. Der Widerstand der Altenbrucher und die Möglichkeit, durch einen Ring aus Steinen die Deichsicherheit zu gewährleisten, ließen von diesem Plan Abstand nehmen. Am 18. August 1983 stellte das niedersächsische Verwaltungsamt in Lüneburg den Turm unter Denkmalschutz. Zur Erhaltung des Leuchtturmes gründete sich am 8. November 1983 der Förderverein Dicke Berta e. V., dessen Mitglieder den 13 m hohen schwarz-weißen Leuchtturm restaurierten. Seit dem Jahre 2002 kann der Turm ab Ostern bis September besichtigt werden. Das Standesamt Cuxhaven führt dort regelmäßig Trauungen durch.

1998–99 wurde der Deich erhöht. Bis zu diesem Zeitpunkt stand die „Dicke Berta“ auf dem Kamm des Deiches. Da die neuen Deiche an der Elbe einen Sandkern haben, wurde die seewärts gerichtete Flanke des Deiches um einige Meter verschoben, die Mitte mit feinem Spülsand aus der Elbe gefüllt und mit einem Kleiemantel versehen. So steht der Turm heute auf der landeinwärts gerichteten Flanke und etwa einen Meter unterhalb der Deichkrone.

Technische Daten

Die Dicke Berta ist ein genieteter weißer, runder Turm mit schwarzer Laterne.

  • Sichtweite: circa 12,5 Sm
  • Turmhöhe: 13,00 m vom Sockel bis zur Dachspitze
  • Höhe vom Sockel bis Rundgang: 8,40 m
  • Feuerhöhe: 10,00 m
  • Treppenstufen: 41
  • Turmdurchmesser: 4,25 m
  • Durchmesser vom Fundament: 5,30 m
  • Höhe vom Fundament: 4,90 m
  • Luftkessel für Otterblenden: Länge: 2580 mm
    • Durchmesser: 660 mm
    • Inhalt: 750 Liter
  • Optik: Gürtelleuchte 200, 250 bzw 400 mm.
  • Hauptlichtquelle:
    • Petroleum-Glühlicht
    • seit 1927 Glühlampe 300 und 500 W
    • Ersatz-Lichtquelle: Hängender Propangas-Glühlichtbrenner
  • Kennungsgeber: Otterblenden, Antrieb durch Quecksilbermotor.

Bildergalerie

Weblinks

 Commons: Leuchtturm Dicke Berta  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Stillgelegtes Leuchtfeuer | Rekonstruiertes Bauwerk in Niedersachsen | Umgenutztes Bauwerk in Niedersachsen | Leuchtturm in Niedersachsen | Bauwerk in Cuxhaven | Bauwerk im Landkreis Cuxhaven | Rundturm | Leuchtturm in Europa | Bauwerk aus Metall | Erbaut in den 1890er Jahren

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Dicke Berta (Leuchtturm) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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