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Diakonisse


Eine Diakonisse (weibliche Form von altgriechisch διάκονος diákonos ‚Diener, Knecht‘;[1] neugriechisch διάκονος ‚Diakon‘, διακόνισσα ‚Diakonin‘; spätgriechisch διακονίσσα diakoníssa; kirchenlateinisch diaconissa ‚[Kirchen-]Dienerin‘) ist eine Frau, die in einer evangelischen, verbindlichen Lebens-, Glaubens- und Dienstgemeinschaft (Schwesterngemeinschaft) lebt und in der Diakonie tätig ist. Diakonissen leben in der Regel in einem Diakonissenhaus oder einer Diakonissenanstalt.

Theodor Fliedner führte nach Kontakten mit den niederländischen Mennoniten und der englischen Reformerin der Gesundheitsfürsorge Elizabeth Fry 1837 den Dienst der Diakonisse ein. Diakonissen verpflichten sich zu einem einfachen Lebensstil, Ehelosigkeit und Gehorsam. Maßgeblich für diese Maxime ist die jeweilige Ordnung der Gemeinschaft. Die Diakonissen werden dabei in einem Einsegnungsgottesdienst unter Handauflegung gesegnet. Sie tragen meist eine Tracht, die gewöhnlich aus einem dunkelblauen, grauen oder schwarzen Kleid, einer Schürze und einer weißen Haube oder einem weißen Schleier besteht. Einzelne Schwesternschaften haben heute allerdings die Frage nach der Tracht unterschiedlich geregelt. So tragen manche Schwestern diese nur noch zu Anlässen der Schwesternschaft oder den kirchlichen Festen. Diakonissen werden von Mutterhäusern entsandt, denen sie ihr ganzes Leben verbunden bleiben. In den Stammhäusern wird auch die gegenseitige Krankenpflege im Bedarfsfall sichergestellt.

Diakonissen sind vielfältig in den diakonischen Aufgaben der Kirche tätig: in Gemeinden, Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen, Kindergärten, Horten und Kinderheimen, in der offenen Jugendarbeit, in Ausbildungsstätten und anderen diakonischen Bereichen.

Literatur

  • Sebastian Kranich, Peggy Renger-Berka, Klaus Tanner (Hrsg.): Diakonissen – Unternehmer – Pfarrer. Sozialer Protestantismus in Mitteldeutschland im 19. Jahrhundert; Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2009; ISBN 978-3-374-02686-9.
  • Ute Gause, Cordula Lissner (Hrsg.): Kosmos Diakonissenmutterhaus. Geschichte und Gedächtnis einer protestantischen Frauengemeinschaft; Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 20052; ISBN 3-374-02267-7.
  • Anne Kitsch: Wir sind so frei … Biographische Skizzen von Diakonissen; Bethel, Bielefeld 2001; ISBN 3-922463-98-3.
  • Silke Köser: Denn eine Diakonisse darf kein Alltagsmensch sein. Kollektive Identitäten Kaiserswerther Diakonissen 1836–1914; Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2006; ISBN 3-374-02232-4.
  • Gerta Scharffenorth: Schwestern. Leben und Arbeit Evangelischer Schwestern; in: Kennzeichen, Band 10; Burckhardthaus, Offenbach am Main 1984; ISBN 3-7664-0111-4.
  • Leo Scheffczyk (Hrsg.): Diakonat und Diakonissen; EOS, Sankt Ottilien 2002; ISBN 3-8306-7119-9.
  • Daniela Schwegler, Susann Bosshard-Kälin: Unter der Haube – Diakonissen erzählen aus ihrem Leben; Huber, Zürich 2011, ISBN 978-3-7193-1567-2.
  • Anne Stempel-de Fallois: Von den Anfängen bis zur Gründung des Diakonissenmutterhauses Neuendettelsau (1826–1854); in: Diakoniewissenschaft, Band 2; Kohlhammer, Stuttgart 2001; ISBN 3-17-016266-7 (Zugleich Dissertation an der Universität Erlangen-Nürnberg 1998).

Weblinks

 Commons: Deaconesses  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Wilhelm Gemoll: Griechisch-Deutsches Schul- und Handwörterbuch. G. Freytag Verlag / Hölder-Pichler-Tempsky, München, Wien 1965.

Kategorien: Zölibat | Personenbezeichnung (Religiöse Lebensgemeinschaften) | Diakonisse | Diakonissenhaus | Theodor Fliedner

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Diakonisse (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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