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Deva (Rumänien)


Deva
Diemrich
Déva
Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Siebenbürgen
Kreis: Hunedoara
Koordinaten:
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 187 m
Fläche: 58,83 km²
Einwohner: 61.123 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 1.039 Einwohner je km²
Postleitzahl: 330005–330260
Telefonvorwahl: (+40) 02 54
Kfz-Kennzeichen: HD
Struktur und Verwaltung (Stand: 2016[2])
Gemeindeart: Munizipium
Gliederung: Deva, Archia, Bârcea Mică, Cristur, Sântuhalm
Bürgermeister: Mirica Muntean (PSR)
Postanschrift: Piața Unirii, nr. 4
orașul Deva, jud. Hunedoara, RO–330152
Website:
Sonstiges
Stadtfest: Volksfest, am 3. Wochenende im Januar

Deva (deutsch Diemrich, ungarisch Déva ) ist die Hauptstadt des Kreises Hunedoara in Siebenbürgen, Rumänien.

Der Ort wurde auch unter den deutschen Bezeichnungen Schlossberg und Denburg erwähnt.[3]

Geografische Lage

Die Stadt Deva befindet sich am linken Ufer des Mureș (Mieresch), südlich des Siebenbürgischen Erzgebirges in der historischen Region des Komitats Hunyad (Eisenmarkt). In der Nordhälfte des Kreis Hunedoara, an der Europastraße 68 und der Bahnstrecke Arad–Alba Iulia, liegt die Stadt am Fuße eines Vulkankegels – der das Stadtzentrum beherrscht –, auf welchem die Ruine der ehemaligen Burg von Deva steht.

Der Bau der 36 Kilometer langen Bahnstrecke Deva–Brad wurde 1939 begonnen, 1945 unterbrochen und 1979 wieder aufgenommen.[4] Nach Inbetriebnahme der Bahnstrecke Anfang der 1980er Jahre wurde diese wegen ungeeigneter Bodenverhältnisse im Bereich der Gemeinde Vălișoara 1996 weitgehend stillgelegt.[5] Heute wird die Bahnstrecke nur noch für den Transport von Steinen aus den nahgelegenen Steinbrüchen benutzt.

Geschichte

Nach der Errichtung der Burg im 13. Jahrhundert wurde der Ort Deva 1332 erstmals urkundlich erwähnt. Noch im 14. Jahrhundert wurde er Verwaltungssitz des Komitats Hunyad.[6] Eine Besiedlung der Region reicht jedoch – nach Berichten von C. Gooss, G. Téglás, J. M. Ackner, I. Andrieșescu, O. Floca, u. a. – bis in die Römerzeit und in die Jungsteinzeit zurück.[7]

Zu den ersten Einwanderern der heutigen Siedlung gehörten auch die Siebenbürger Sachsen. Im 16. Jahrhundert – zur Zeit der Türkenkriege – erlitt der Ort mehrere verheerende Zerstörungen. Im 18. Jahrhundert waren die meisten Bewohner rumänische Hörige. Nach Deva kamen viele Ungarn und Rumänen aus anderen Regionen Siebenbürgens und aus dem von den Türken unterworfenen Banat; letztere gründeten später den Ortsteil La Șvabi („bei den Schwaben“). 1721 waren es katholische Bulgaren aus der Kleinen Walachei, welche sich in Deva ansiedelten. Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts siedelten sich hier auch Tschango–Ungarn aus der Moldau an.[6]

Bevölkerung

Die Bevölkerung von Deva entwickelte sich wie folgt:

Volkszählung Ethnische Zusammensetzung
Jahr Bevölkerung Rumänen Ungarn Deutsche andere
1850 3.417 2.257 533 255 372
1900 8.594 3.821 4.248 446 79
1941 17.456 11.450 4.245 712 1.049
1977 60.334 51.363 7.598 835 538
2002 69.257 61.787 5.975 348 1.147
2011 61.123 50.718 4.409 191 5.805

Die höchste Einwohnerzahl (78.438) auf dem Gebiet des heutigen Munizipiums – und gleichzeitig die der Rumänen (69.446) – wurde 1992 ermittelt. Die höchste Bevölkerungszahl der Deutschen sowie die der Ungarn wurde 1977 und die der Roma (878) 2002 registriert.

Des Weiteren bekannten sich bei fast jeder Volkszählung einige Einwohner als Ukrainer (höchste Einwohnerzahl 30 im Jahr 1992), als Serben (höchste Einwohnerzahl 40 im Jahr 1992) und als Slowaken (höchste Einwohnerzahl 54 im Jahr 1930).[8]

Sehenswürdigkeiten

  • Die Ruinen der Devaer Burg - eine der stärksten Festungen Siebenbürgens -, auf einem 371 m ü. M. hohen Vulkankegel gelegen; die Burg wurde erstmals 1269 erwähnt. Seit 1321 war diese samt Umgebung Landgut des ungarischen Königs Karl I. Anfangs war es eine Königs- und Fürstenburg, wurde im 15. Jahrhundert Besitz von Johann Hunyadi. Nach den Kreuzzügen der Kuruzen von 1687 bis 1706 wurde die Burg von den Truppen des Kaisers Karl VI. besetzt und renoviert. Ein Versuch von Aufständischen des Horea-Aufstandes im November 1784, die Burg einzunehmen, scheiterte. Nach einem Besuch des Kaisers Franz I. 1817 wurde die Burg erneut renoviert. Nachdem 1849 wegen einer Explosion von Pulverreserven die Burg zum Teil zerstört wurde – wobei auch viele Soldaten starben –, wurde sie verlassen und nicht wieder aufgebaut.[6] Zu erreichen sind die Ruinen zu Fuß oder mit einem 278 Meter langen Schrägaufzug.
  • Das Schloss Magna Curia, im 16. Jahrhundert im Renaissancestil errichtet, vom Siebenbürgischen Fürsten Gábor Bethlen 1621 restauriert, wurde im 18. Jahrhundert im Barockstil umgebaut. Zuvor stand hier ein Burghof aus dem 13. Jahrhundert, der beim Mongolensturm von 1241 zerstört wurde. Seit 1882 befindet sich hier das „Muzeul Județean“ (Kreismuseum) für Geschichte und Naturwissenschaften. Hier sind auch die Büsten von Horia, Cloșca und Crișan - den Anführern des Horea-Aufstandes - zu sehen.[9]
  • Das Franziskanerkloster und die katholische Kirche, beide Barockbauten, im 18. Jahrhundert errichtet, stehen unter Denkmalschutz.[10]
  • Zwei Denkmäler des Dakerkönig Decebalus und das des römischen Kaisers Trajan vor dem Rathaus von Deva.[11]
  • Der Turm einer orthodoxen Kirche auf dem orthodoxen Friedhof, 1700 errichtet, steht unter Denkmalschutz.[12]

Bilder

Persönlichkeiten

Städtepartnerschaften

Angaben der offiziellen Homepage von Deva:[13]

Weblinks

 Commons: Deva (Rumänien)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Volkszählung 2011 in Rumänien bei citypopulation.de
  2. Bürgermeisterwahlen 2016 in Rumänien (MS Excel; 256 kB)
  3. Wörterbuch der Ortschaften aus Siebenbürgen
  4. Angaben zur Bahnstrecke Deva–Brad auf forumtrenuri.com; abgerufen 12. Dezember 2010 (rumänisch)
  5. Die Eisenbahnlinie Deva–Brad, als altes Eisen verkauft. abgerufen am 14. April 2011 (rumänisch)
  6. 6,0 6,1 6,2 Heinz Heltmann, Gustav Servatius (Hrsg.): Reisehandbuch Siebenbürgen. Kraft, Würzburg 1993, ISBN 3-8083-2019-2.
  7. Institute Of Archaeology − Deva abgerufen am 11. Dezember 2010 (rumänisch)
  8. Volkszählung, letzte Aktualisierung 2. November 2008, (PDF; 1,1 MB) S. 2 (ungarisch)
  9. Büste von Horea, Cloșca und Crișan
  10. Liste historischer Denkmäler des rumänischen Kulturministeriums, 2010 aktualisiert (PDF; 7,10 MB)
  11. Statue des römischen Kaisers Trajan vor dem Rathaus
  12. Bilder und Angaben zum Turm Kulturministerium des Kreises Hunedoara; abgerufen 25. Dezember 2010
  13. Webpräsenz von Deva


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Deva (Rumänien) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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