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Deutscher Verein vom Heiligen Lande


Der Deutscher Verein vom Heiligen Lande (Abkürzung DVHL) ist eine römisch-katholische Organisation, deren Ziele in der Stärkung von Beziehungen zwischen Christen in Deutschland und im Heiligen Land liegen. Als Altrechtlicher Verein in der preußischen Rheinprovinz im Jahr 1895 gegründet ist er eine juristische Person aufgrund eines Regierungserlasses vom 11. März 1895, der unter dem Schutz der Bundesrepublik Deutschland steht. Er hat seinen Sitz in Köln.[1]

Geschichte

Der Deutsche Verein vom Heiligen Lande wurde am 30. Juli 1895 während der Generalversammlung des Vereins und durch Verschmelzung des 1855 gegründeten Vereins vom Heiligen Grabe und des 1885 gegründeten Palästinavereins der Katholiken Deutschlands konstituiert. In der Folge des Ersten Weltkrieges und nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurden die Besitzungen des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande von der britischen Mandatsmacht für einige Jahre zwangsverwaltet.

1854 reisten zwei Katholiken aus dem Erzbistum Köln ins Heilige Land. Während ihrer Pilgerfahrt lernten sie die schwierige Situation der katholischen Christen in Palästina und den traurigen Zustand der Heiligen Stätten kennen. Nach Köln zurückgekehrt, regten sie 1855 die Gründung des Vereins vom Heiligen Grabe an. Der Verein machte es sich zur Aufgabe, die katholische Kirche und ihre Institutionen im Heiligen Land zu unterstützen.

An seine Seite trat 1885 der Palästina-Verein der Katholiken Deutschlands. Diese Vereinigung setzte sich „die Stärkung deutschen katholischen Wesens auf dem geheiligten Boden Palästinas“ als Ziel. 1895 schlossen sich die beiden Vereine zum Deutschen Verein vom Heiligen Lande zusammen. Die Zielgruppe hatte sich mittlerweile auf alle unterdrückte Christen im Osmanischen Reich unter Sultan Abdülhamid II. erweitert: den Beschlüssen der Fuldaer Bischofskonferenz folgend, wurden 1896 Spendensammlungen für die Opfer der Massaker an den Armeniern durchgeführt.[2]

Die Verbindung von nationaler Begeisterung und religiösem Sendungsbewusstsein ließ den Verein im Deutschen Kaiserreich auf 30.000 Mitglieder anwachsen. Im Wettstreit mit anderen europäischen Nationen und Konfessionen errichtete der Verein große Prachtbauten in Jerusalem. Auf einem von Kaiser Wilhelm II. geschenkten Grundstück auf dem Berg Sion entstand eine stattliche Marienkirche mit Kloster. Für die Pilgerzüge mit hunderten von Teilnehmern wurde ein mächtiger Hospizbau begonnen.

In Jerusalem unterhielt der Verein eine deutsche Schule für europäische und arabische Mädchen. Der ursprüngliche Plan des Vereins, deutsche Katholiken in landwirtschaftlichen Kolonien in Palästina anzusiedeln, scheiterte jedoch, da sich keine Siedler fanden. Auf den hierfür angekauften Grundstücken in Emmaus und Tabgha am See Genezareth wurden Hospize für Pilger errichtet und die Landwirtschaft mit Hilfe einheimischer Beduinen betrieben. Durch die beiden Weltkriege und ihre Folgen wurde die Arbeit des Vereins in Palästina, das 1917 unter britische Verwaltung kam, erheblich erschwert. Es gelang dem Verein aber, seine Besitzungen, die heute im Staat Israel und in den palästinensischen Gebieten liegen, weitgehend zu erhalten. Heute versteht sich der Deutsche Verein vom Heiligen Lande als Hilfswerk für die Christen im Nahen Osten. Er will die Verständigung und Versöhnung der Religionen fördern und die notleidenden Menschen unterstützen. In den zum Teil historischen Gebäuden nimmt der Verein in Zusammenarbeit mit Ordensgemeinschaften soziale und pastorale Aufgaben wahr. Mit seinen Pilgerreisen und der Mitgliederzeitschrift Das Heilige Land ist der Verein für die Katholiken in Deutschland heute wie vor 150 Jahren eine Brücke ins Heilige Land.

Aufgaben

Seine Aufgaben sieht der Deutsche Verein vom Heiligen Lande vor allem in der Unterstützung der Christen im Heiligen Lande und darin, Pilgerreisen für deutschsprachige Christen ins Heilige Land zu ermöglichen. So unterhält der Verein einige Pilgerhospize und Schulen oder unterstützt diese finanziell. Weiterhin bemüht sich der Verein auch um den christlich-jüdischen Dialog.

Der Verein ist auch Arbeitgeber für Freiwilligendienste.

Organisation

Präsident des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande ist der Erzbischof der Erzdiözese Köln, derzeit Rainer Maria Kardinal Woelki.

Der Vorstand des Vereins führt in Abstimmung mit dem Verwaltungsrat die Geschäfte des Vereins. Ein Beirat ist zu ihrer Unterstützung eingesetzt. Vom Generalsekretariat des Vereins mit Sitz in Köln wird die Arbeit im Heiligen Land koordiniert. Der Deutsche Verein und dessen Interessen wird in den Bistümern durch einen vom jeweiligen Ortsbischof ernannten Diözesanvorsitzenden vertreten.

Generalsekretäre

Besitzungen

  • Dormitio-Abtei (auch Abtei Dormitio Beatae Mariae Virginis), Jerusalem. Die Benediktinerabtei auf dem Zionsberg ist im Besitz des Deutschen Vereins und wird von ihm unterhalten. Dazu gehört auch die Dormitio-Kirche mit ihrem markanten Turm, der die Altstadt Jerusalems weithin sichtbar überragt.
  • Paulus-Haus, Jerusalem. Das vor dem Damaskus-Tor in Jerusalem gelegene Paulus-Haus ist das Pilger-Gästehaus des Vereins in Jerusalem.
  • Schmidt-Schule, Jerusalem. Neben dem Paulus-Haus gelegen findet sich die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gegründete Schmidt-Schule für Mädchen. Diese angesehene Schule steht allen Mädchen ohne Ansehen der Religion offen. Der Verein übernimmt für bedürftige Schülerinnen das Schulgeld.
  • Beit Emmaus, Qubeibe, nahe Jerusalem. Hier trägt der Verein ein Alten- und Behindertenheim.
  • Priorat Tabgha, See Genezareth. Die berühmte Brotvermehrungskirche, mit ihren wundervollen Mosaiken, das Benediktinerkloster, eine Behinderten- und Jugendbegegnungsstätte gehören dem Deutschen Verein und werden von ihm finanziell unterstützt.
  • Pilgerhaus Tabgha, See Genezareth. Hier hat der Deutsche Verein auf Grundlage des alten Hospizes, das lange die israelische Jugendherberge Karei Deshe beherbergte, sein neues Pilgerhospiz geschaffen.

Literatur

  • Stephan Mock, Michael Schäbitz: Das Heilige Land als Auftrag, Der Deutsche Verein vom Heiligen Lande 1855 - 2005. Köln 2005, (nicht im Buchhandel, sondern nur über das Generalsekretariat des Vereins erhältlich)

Videoclips

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Statut des Deutschen Vereins Vom Heiligen Lande.
  2. Bericht des Rheinischen Merkur vom 28. September 1896. in: Anhang Kundgebungen von Johannes Lepsius: Armenien und Europa. Eine Anklageschrift, Verlag der Akademischen Buchhandlung W. Faber & Co, Berlin 1897. online auf Wikisource (abgerufen am 21. Februar 2016)

Kategorien: Heiliges Land | Christentum in Köln | Deutscher Verein vom Heiligen Lande | Deutsch-israelische Beziehungen | Katholischer Verband

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher Verein vom Heiligen Lande (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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