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Deutscher Schützenbund


Deutscher Schützenbund
Gründung 1861/1951
Ort Gotha
Präsident Heinz-Helmut Fischer
Geschäftsführer Jörg Brokamp
Mitglieder 1.356.900 [1] in zirka 15.000 Vereinen
Website www.dsb.de

Der Deutsche Schützenbund e. V. (DSB) wurde am 11. Juli 1861 in Gotha gegründet[2] und 1951 in Frankfurt am Main wiedergegründet. Er ist der größte Dachverband für Sportschützen in Deutschland. Mit 1.356.900 Mitgliedern (davon 357.400 Schützinnen) ist der DSB der viertstärkste Sportverband in Deutschland (Stand: 31. Dezember 2012).

Neben den bekannten olympischen Disziplinen Gewehr, Pistole, Wurfscheibe und Bogen betreut der Deutsche Schützenbund auch die Sportarten Laufende Scheibe, Vorderlader, Feldbogen, Armbrust und Sommerbiathlon.

Die Disziplinen und Wettkampfklassen des DSB sind unter Sportschießen genauer beschrieben.

Die Deutsche SchützenZeitung ist das monatlich herausgegebene offizielle Mitteilungsblatt des DSB.

Aufgaben

Zweck ist die Förderung und Überwachung des Sportschießens nach einheitlichen Regeln, die Regelung der Aus- und Fortbildung, die Einrichtung von Bundesligen, die Förderung des Schützenbrauchtums, die Vertretung seiner Mitglieder im In- und Ausland, die Förderung der sportlichen und allgemeinen Jugendarbeit, die Durchführung des Deutschen Schützentages und die einheitliche Präsentation des Sportschießens und der überverbandlichen Schützentradition in der Öffentlichkeit.

Organisation

Die Geschäftsstelle befindet sich in Wiesbaden-Klarenthal unter Leitung von Bundesgeschäftsführer Jörg Brokamp.

Oberstes Organ ist die alle zwei Jahre stattfindende Ordentliche Delegiertenversammlung. Ausführende Organe sind der Gesamtvorstand und das aus neun Mitgliedern bestehende Präsidium (Präsident, 1. Vizepräsident, Vizepräsident Recht, Vizepräsident Finanzen, Vizepräsident Sport, Vizepräsidentin Ethik, Toleranz, Wertevermittlung & Gleichstellung, Vizepräsident Bildung & Verbandsentwicklung, Vizepräsident Schützentradition & Brauchtum und Vizepräsident Jugend). Präsident war seit 20. April 1994 Josef Ambacher aus Starnberg; er verstarb am 8. September 2012.[3] Zum Nachfolger wurde auf dem 58. Deutschen Schützentag am 25. April 2013 in Potsdam Heinz-Helmut Fischer vom Niedersächsischen Sportschützenverband (NSSV) gewählt.[4][5]

Sportordnung

Die Sportordnung regelt das Schießen in den verschiedenen Disziplinen der über 15.000 Schützenvereine des Verbandes. In den Schießstandrichtlinien und der Schießstandordnung des DSB sind die Ausstattung der Schießstätten und das Verhalten bei der Ausübung des Sportes verbindlich festgelegt. Die Sportordnung ist beim Bundesverwaltungsamt hinterlegt und wurde am 5. Juli 2010 genehmigt.[6] Der DSB hält eine Übersicht der Änderungen für diese Ausgabe online verfügbar.[7]

Der Verband ist Mitglied im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), dem Internationalen Schießsportverband (ISSF), dem Internationalen Verband für Bogenschützen (WA), der Europäischen Bogen-Union (EMAU), der Internationalen Armbrustschützen-Union (IAU), der Europäischen Schützenkonföderation (ESC) und der Internationalen Vorderladervereinigung (MLAIC).

Bundesliga

Die Bundesliga ist die höchste deutsche Klasse im Bogenschießen, Luftpistole und Luftgewehr. Von Oktober bis Februar werden die Wettkämpfe ausgetragen; der Sieger der Bundesliga ist gleichzeitig auch Deutscher Mannschaftsmeister in diesen Disziplinen. Nach den Vorkämpfen in den Gruppen Nord und Süd, qualifizieren sich die besten vier Teams einer Gruppe für das Finale, in dem dann im K.O.-System bis zur Meisterschaft gekämpft wird[8].

Landesverbände

Dem DSB gehören 20 Landesverbände an. Die Grenzen der Landesverbände sind mit denen der Bundesländer nicht identisch.

Hier die Auflistung der Landesverbände:

Auszeichnungen

Der Verband hat in der 15. Luftgewehr-Bundesliga-Saison 2011/2012 ein bemerkenswertes Novum eingeführt: In der höchsten Spielklasse eines Olympischen Sportfachverbandes treten seither in Deutschland Männer, Frauen, nationale und internationale Athleten sowie körperlich behinderte Athleten (Rollstuhlfahrer) gemeinsam an. Dieser Entscheidung ging ein Beschluss des Gesamtvorstandes des DSB im Oktober 2010 voraus, welcher den Weg für eine besondere Premiere im deutschen Sport frei gemacht hatte. Behindertensportler der Startklasse SH 1 – Sportler mit Funktionseinschränkung, aber mit voller Armfunktion – erhielten die uneingeschränkte Startberechtigung für das Ligasystem des Deutschen Schützenbundes. Die Entscheidung, die Inklusion behinderter Athleten zu fördern, wurde auf ein wissenschaftliches Gutachten von Professor Gert-Peter Brüggemann vom Institut für Biomechanik und Orthopädie der Deutschen Sporthochschule Köln gestützt. Das Gutachten kam zu dem Schluss, dass Rollstuhlfahrer aufgrund ihrer sitzenden Position keine Vorteile bei der statischen Sportart Stehendschießen gegenüber nicht-behinderten Sportlern haben. Für diese beispielhafte Vorreiterrolle bei der Inklusion von Sportlern mit Behinderung hat die Deutsche Olympische Gesellschaft den Deutschen Schützenbund am 27. April 2013 im Rahmen des Deutschen Schützentages in Potsdam mit der Fair Play-Medaille der Deutschen Olympischen Gesellschaft ausgezeichnet. Die Fair-Play-Plakette der Deutschen Olympischen Gesellschaft zeichnet außergewöhnlich faire Gesten aus, die über die Einhaltung der Wettkampfbestimmungen und sportlichen Regeln hinausgeht.

Siehe auch

Literatur

  • Hans-Thorald Michaelis: Über 1000 Jahre Schützengeschichte in Deutschland und Kulturgeschichtliches im Schützenwesen in: Wir Schützen - heute. Sport und Tradition - 125 Jahre Deutscher Schützenbund 1861-1986, Sonderdruck (1987); S. 51–88

Einzelnachweise

  1. Ständig aktualisierte Fassung der öffentlichen Liste über die Registrierung von Verbänden und deren Vertretern (Stand: 19. Mai 2016)
  2. 1861 Gründung des DSB (DSB)
  3. DSB-Präsident Josef Ambacher verstorben , abgerufen am 10. September 2012
  4. Meldung beim DSB
  5. Das Präsidium des DSB
  6. Offizielle Sportordnung des DSB hinterlegt beim Bundesverwaltungsamt (eingesehen am 8. September 2012) (PDF; 3,7 MB)
  7. Änderungen der DSB-Sportordnung zum 1. Januar 2011 (offizielle DSB-Website, eingesehen am 8. September 2012) (PDF; 382 kB)
  8. http://bundesliga.dsb.de/

Weblinks


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher Schützenbund (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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