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Derek de Solla Price


Derek John de Solla Price (* 22. Januar 1922 in Leyton, Großbritannien; † 3. September 1983) war Professor für Wissenschaftsgeschichte und Mitbegründer der Szientometrie, der quantitativen Messung der Wissenschaft. Die Szientometrie ist ein Teilgebiet der Wissenschaftsforschung. Als "Avalon-Professor" für Wissenschaftsgeschichte an der Yale University entwickelte er die Messung des Gehalts und der Wirkung des Gegenstands der Wissenschaft selbst. Aus der Überlegung, dass veröffentlichte Wissenschaft (in Form von Publikationen) sowohl in Quantität (Anzahl der Veröffentlichungen, Anzahl der Zitate) als auch in Qualität (ökonomische Wirkung, Beeinflussung anderer Wissensgebiete) messbar ist, entwickelten sich durch Price initiiert verschiedene Methoden zur Analyse wissenschaftlichen Outputs.

Leben

John Price promovierte in Experimentalphysik an der Universität London im Jahre 1946. Nach einem dreijährigen Aufenthalt am Raffles College in Singapur kehrte er nach England zurück und promovierte erneut, nun in Wissenschaftsgeschichte. Er wechselte in der Folge nach Princeton und arbeitete auch für das Smithsonian Institute. Schließlich ging er nach Yale, wo er bis zu seinem Tode blieb und sich vorwiegend mit den Verbindungen und dem gegenseitigen Einfluss verschiedener wissenschaftlicher Publikationen aufeinander („Networks of scientific papers“) beschäftigte. Dort wurde er 1959 mit dem Titel des Avalon-Professors der Wissenschaftsgeschichte ausgezeichnet.

Der Allgemeinheit ist Price durch seine Untersuchung des Mechanismus von Antikythera bekannt geworden. Er analysierte dessen Funktion, unter anderem durch die Verwendung von Röntgenfotografie, und unternahm einen ersten Rekonstruktionsversuch. 1976 wurde er dafür mit der Leonardo-da-Vinci-Medaille ausgezeichnet, dem höchst renommierten Preis für Technikgeschichte der von Melvin Kranzberg gegründeten Society for the History of Technology (SHOT).[1]

Little Science, Big Science

Derek de Solla Price gilt als Begründer der Szientometrie, die im Wesentlichen auf sein 1963 veröffentlichtes Buch Little Science, Big Science zurückgeht. Darin beschreibt er unter anderem die exponentielle Zunahme wissenschaftlicher Publikation (Informationsexplosion) sowie die Verteilung und Halbwertszeit von Zitationen.

Sonstiges

Seit 1984 wird von der Zeitschrift Scientometrics der Derek John de Solla Price Award an Wissenschaftler verliehen, die bedeutende Beiträge auf dem Gebiet der quantitativen Wissenschaftsforschung geleistet haben.

Ausgewählte Publikationen

Bücher

  • An Old Palmistry. 1953. An edition of the Middle English treatise contained in MS. Digby Roll 3. Cambridge, Heffer.
  • The Equatorie of the Planetis. With a linguistic analysis by R. M. Wilson.1955. Cambridge at the University Press.
  • Heavenly Clockwork. The Great Astronomical Clocks of Medieval China: A Missing Link in Horological History. 1960. In collaboration with Joseph Needham and Wang Ling. Monograph N. 1, Antiquarian Horological Society. Cambridge at the University Press.
  • Science Since Babylon. 1962. New Haven: Yale University Press, 1961.
  • Little Science, Big Science. 1963. New York: Columbia University Press (deutsch: Little Science, Big Science. Von der Studierstube zur Großforschung, Suhrkamp Tb.: Frankfurt/M. 1974).
  • Gears From the Greeks: The Antikythera Mechanism – A Calendar Computer from ca. 80 B.C. 1975. New York: Science History Publications.
  • Science, Technology and Society: A Cross-Disciplinary Perspective. 1977. London and Beverly Hills: Sage Publications.

Artikel

  • 1970: Citation Measures of Hard Science, Soft Science, Technology, and Nonscience. Erschienen in „Communications Among Scientists and Engineers“, Lexington.
  • 1965: Networks of scientific papers. Science, 149, S. 510–515 [1] .
  • 1976: A general theory of bibliometric and other cumulative advantage processes. Journal of the American Society for Information Science, 27, S. 292–306 [2] .

Literatur

  • Nachruf (obituary) in: Annals of Science. 41 (1984), S. 105–107.
  • Nachruf (obituary) in: Isis. 76 (1985), S. 371–374.
  • Susan Crawford: Derek John de Solla Price (1922-1983): The man and the contribution. In: Bulletin of the Medical Library Association 72 (1984), S. 238–239 (Nachruf) (PDF; 386 kB)
  • B.C. Griffith: Derek Price (1922-1983) and the social studies of science. In: Scientometrics 6 (1984), S. 5-7.

Weblinks

Fußnoten

  1. Society for the History of Technology The Leonardo da Vinci Medal, Beschreibung und Liste der Preisträger (englisch)


Kategorien: Informetrie | Gestorben 1983 | Geboren 1922 | Engländer | Brite | Mann | Wissenschaftshistoriker

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Derek de Solla Price (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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