Der Tunnel - LinkFang.de





Der Tunnel


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Der Tunnel (Begriffsklärung) aufgeführt.

Der Tunnel ist das bedeutendste Buch des Schriftstellers Bernhard Kellermann. Es erschien im April 1913 im S. Fischer Verlag, Berlin. Bereits nach einem halben Jahr waren 100.000 Exemplare verkauft; das Werk wurde zu einem der erfolgreichsten Bücher der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Bis 1939 erreichte es eine Gesamtauflage in Millionenhöhe.

Kellermann rezipiert in dem Roman die technikbegeisterte Einstellung seiner Epoche. So will der Ingenieur Allan, genannt Mac, innerhalb von wenigen Jahren einen Tunnel am Grunde des Atlantiks von Amerika nach Europa bauen. Die Zeit scheint reif, Technologien bis ins Unendliche auszureizen. Wie so oft, droht der Traum des Ingenieurs aus finanziellen Gründen zu scheitern; mehrere Katastrophen erfährt der Tunnelbau unter dem Ozean. Das Fiasko scheint unabwendbar, als auch die Arbeiterheere rebellieren. Der Held Allan wird zu einem der meistgehassten Menschen des Planeten.

Nicht nur die Rezeption von Sentiments seiner Zeit gelingt Kellermann, er antizipiert daneben gesellschaftliche Ereignisse wie die Weltwirtschaftskrise; seine Vision gewinnt den Charme einer Parallelweltgeschichte der 1920er und 1930er Jahre, in denen der Erste Weltkrieg nie eingetreten ist. Und so bleibt auch dem Tunnel eine bittere Zukunft: nach 26 Jahren Bauzeit wird er schließlich vollendet, jedoch sind es nun die „deutschen Riesenluftschiffe“, die „in sechsunddreißig Stunden“ über den Atlantik fliegen. So bleibt die Erkenntnis, dass die Technologien bei ihrer Anwendung stets veraltet sind.

Bemerkenswert ist die betont antisemitische Darstellung von Allans Gegenspieler S. Woolf, dem zum Finanzmagnaten gewordenen eingewanderten „Ostjuden“, der von Kellermann nicht nur als weichlich, wehleidig, dabei amoralisch und dem Mammon verfallen, sondern auch als Erotomane mit sadomasochistischen und pädophilen Zügen gezeichnet wird und damit alle seinerzeit geläufigen Negativklischees bedient.

Literatur

Primär:

Sekundär:

  • Werner Fuld: Bis an die Knöchel im Geld, über Bernhard Kellermanns Der Tunnel. In: Marcel Reich-Ranicki (Hrsg.): Romane von gestern - heute gelesen, Bd. I 1900–1918, S. 180–186, S. Fischer Verlag, Frankfurt a.M. 1989, ISBN 3-10-062910-8.

Verfilmung

Weblinks


Kategorien: Literatur (20. Jahrhundert) | Literarisches Werk | Literatur (Deutsch)

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Der Tunnel (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.