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Degersheim SG


SG ist das Kürzel für den Kanton St. Gallen in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Degersheimf zu vermeiden.
Degersheim
Staat: Schweiz
Kanton: Kanton St. Gallen SG
Wahlkreis: Wil
BFS-Nr.: 3401
Postleitzahl: 9113
UN/LOCODE: CH DGS
Koordinaten:
Höhe: 800 m ü. M.
Fläche: 14,48 km²
Einwohner: 3941 (31. Dezember 2014)[1]
Einwohnerdichte: 272 Einw. pro km²
Website: www.degersheim.ch

Degersheim SG

Karte

Degersheim, in der schweizerdeutschen Ortsmundart Tegersche [tegərʃə],[2] ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Wil des Schweizer Kantons St. Gallen.

Geographie

Degersheim liegt an der Südostbahn-Linie St. GallenWattwilNesslau-Neu St. Johann. Degersheim ist in eine hügelige Landschaft eingebettet.

Der tiefste Punkt Degersheims befindet sich im Bubental mit 647 m ü. M. Der höchste Punkt ist bei der Degersheimer Exklave Obergampen mit 1061 m ü. M. Der Bahnhof ist auf 798 m ü. M. Die Gemeindefläche beträgt 1448 ha, davon sind 793 ha Wiesen und Äcker, 509 ha Wald, 46 ha Strasse, Wege oder Bahnen, 25 ha Gebäudegrundflächen und 5 ha Gewässer.

Zur Gemeinde Degersheim gehört das Dorf Wolfertswil mit dem Kloster Magdenau. Oberhalb Wolfertswil liegt das tiefstgelegene Hochmoor auf der Alpennordseite, das Rotmoos. Die Nachbargemeinden sind Oberuzwil, Flawil, Herisau, Schwellbrunn, Neckertal sowie Lütisburg. Die Exklave Obergampen grenzt an Schwellbrunn und Neckertal.

Degersheim ist im Sommer ein Ausgangspunkt für Wanderungen und Fahrradtouren. Für den Winter bietet Degersheim drei Skilifte mit flutlichtbeleuchteten Pisten für Nachtskifahrten sowie eine Langlaufloipe.

Bevölkerung

Degersheim hat 3941 Einwohner (31. Dezember 2014 ). In der Gemeinde wohnen 713 Ausländer, 36.50 % waren katholisch und 30.06 % reformiert (31. Mai 2015).

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1816 1850 1900 1910 1941 1950 1990 2000 2010 2015
Einwohnerzahl 1067 1620 3414 3766 2966 3186 4065 3952 3905 3975

Geschichte

837 wird Degersheim als Tegarasgai erwähnt, Wolfertswil 838 als Wolfridenswilare. «Degersheim» ist kein ursprünglicher -heim-Name, sondern ist aus althochdeutsch tëgar «gross, umfangreich» und asca «Esche, Eberesche» zusammengesetzt. Das lautgesetzlich entwickelte mundartliche Tegersche wurde erst in der Neuzeit zu «Degersheim» uminterpretiert.[2]

Im 13. Jahrhundert wurde der Grundstein für das im Dreieck Degersheim-Flawil-Uzwil gelegene Kloster Magdenau gelegt. Die Einwohner von Degersheim gehörten zur Pfarrgemeinde Oberglatt bei Flawil und errichteten Ende des 15. Jahrhunderts eine eigene Kapelle. 1708 lösten sie sich von Oberglatt und kauften sich 1808 für 2897 Gulden frei.[3]

Die Bevölkerung lebte vorwiegend von der Viehzucht und dem Getreidebau. So ist 1447 eine Mühle erwähnt. Im 17. Jahrhundert erhielt das Kloster Magdenau die heute noch bestehende Infrastruktur. 1708 wurde die evangelische, 1763 die katholische Kirchgemeinde gegründet. Seit ungefähr 1750 hat die Baumwollweberei in Degersheim Einzug gehalten.

1803 wurde Degersheim eine politische Gemeinde im Kanton St. Gallen. Seitdem ist Degersheim auch der offizielle, amtliche Name. Der ursprüngliche Name Tegerschen jedoch ist heute bei der lokalen Bevölkerung noch gebräuchlich.

1804 schlossen sich Magdenau und Degersheim zusammen. 1818 zerstörte ein Brand 40 Wohnhäuser, 15 Scheunen sowie die Kirche. 200 Personen wurden obdachlos. Um 1860 erlebte Degersheim dank der Stickereiindustrie einen wirtschaftlichen Aufschwung. In dieser Branche waren bis zu 900 Personen angestellt. 1910 erhielt Degersheim Anschluss an das Bahnnetz. Nachdem die Stickereiindustrie eine Krise hatte, liegt der Schwerpunkt von Degersheim seit 1930 vor allem in der Metall- und Holzverarbeitung. Die Firma AS Aufzüge AG beschäftigt heute in Wolfertswil rund 120 Angestellte.

Bis 2002 gehörte Degersheim zum Bezirk Untertoggenburg. Im Rahmen der Verwaltungsrevision aufgrund der neuen Kantonsverfassung kam die Gemeinde 2003 zum Wahlkreis Wil.

Sehenswürdigkeiten

  • In der Nähe des Klosters Magdenau liegt die ehemalige Pfarrkirche St. Verena. Die ältesten Bauteile reichen in die Zeit der Romanik zurück.
  • Reformierte Kirche Degersheim, erbaut 1908 im Heimatstil, Architekten: Curjel & Moser, Karlsruhe/St. Gallen
  • Katholische Kirche St.Jakobus, Degersheim, erbaut 1924 im Neobarock, Architekten: Danzeisen & Hunziker, Degersheim
  • Katholische Kirche Bruder Klaus, Wolfertswil, erbaut 1952, Architekt: Willi Schregenberger, St. Gallen

Verkehr

Der SOB-Bahnhof Degersheim ist an das Netz der S-Bahn St. Gallen angeschlossen. Die S4 und die S8 bedienen den Bahnhof. Die Interregiozüge des Voralpen-Expresses (RomanshornLuzern) halten auf Grund des Ausbaus der S-Bahn seit Dezember 2013 nicht mehr. Eine Postauto-Linie verbindet Degersheim über Wolfertswil und Magdenau mit Flawil und gewährleistet dort den Anschluss ans Netz der SBB. Eine weitere Postautolinie führt über Dicken nach St. Peterzell im Neckertal.

Partnerschaften

Degersheim unterhält eine Städtepartnerschaft mit der Gemeinde Chamoson VS.

Bilder

Literatur

Weblinks

 Commons: Degersheim  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. 2,0 2,1 Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Neuenburg 2005, S. 290.
  3. Johann Friedrich Franz: Kirchliche Nachrichten über die evangelischen Gemeinden Toggenburgs, Kanton St. Gallen. Ebnat 1824, S. 186 ff.

Kategorien: Ort im Kanton St. Gallen | Ortsbild von nationaler Bedeutung im Kanton St. Gallen | Schweizer Gemeinde

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Degersheim SG (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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