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Deckungsstelle


Eine Deckungsstelle (Abkürzung: Dkst) ist bei den deutschen Eisenbahnen eine Betriebsstelle der freien Strecke, die den Bahnbetrieb an beweglichen Brücken, höhengleichen Kreuzungen von Bahnen, Gleisverschlingungen und Baustellen sichert. Einer Deckungsstelle können gleichzeitig die Funktionen einer anderen Betriebsstelle übertragen sein, z. B. die einer Blockstelle, Abzweigstelle oder Anschlussstelle.

Die genannten Gefahrenstellen sind in der Regel mit Hauptsignalen abgesichert. Hauptsignale einer Deckungsstelle, die nicht zugleich Blockstelle oder Abzweigstelle ist, sind nicht in den Streckenblock eingebunden; sie heißen dann Deckungssignale. In der Praxis gab bzw. gibt es auch Deckungssignale vor kombinierten Schiene/Straße-Brücken und gefährlichen Bahnübergängen.

Bewegliche Eisenbahnbrücken auf der freien Strecke werden fast ausnahmslos durch Deckungsstellen gesichert.

Bei Deckungsstellen mit älterer Signaltechnik ist beiderseits der Brücke ein Formhauptsignal aufgestellt, bei einfachen Verhältnissen kann es auch ein Signal Sh 2 sein (alte Bezeichnung: Deckungscheibe Ve 1). Beispiele: Klappbrücke Lindaunis mit Formhauptsignalen, Drehbrücke Sanderbusch mit Deckungscheiben (mittlerweile durch Ks-Signale als Block- und Deckungssignale ersetzt).

Bei beweglichen Brücken auf zweigleisigen Strecken befand sich am Regelgleis ein Formhauptsignal und am linken (früher auch: falschen) Gleis die Deckungscheibe. Beispiel: Klappbrücke Itzehoe bis 1983, Drehbrücke Friedrichstadt bis 1988.

Bei der Deutschen Reichsbahn in der DDR wurden Deckungscheiben vor beweglichen Brücken in den 1960er Jahren fast überall zurückgebaut, es verblieben lediglich zwei Signalpaare bis in die Nach-Wende-Zeit.

Bei Deckungsstellen mit neuerer Signaltechnik ist beiderseits der Brücke ein Lichthauptsignal aufgestellt; es kann durch ein Lichtsperrsignal ergänzt sein. Beispiel: Klappbrücke Weener (Friesenbrücke).

Die meisten beweglichen Eisenbahnbrücken befinden sich innerhalb von Bahnhöfen / Hafenanlagen. Sie werden gesichert durch Lichthauptsignale (Kattwykbrücke Hamburg), Lichtsperrsignale (Mannheim, Oldenburg, Emden, Lübeck u.a.), Gleissperre (Harburg), im Gebiet der ehemaligen Reichsbahn durch Rangierhaltsignale (Wartezeichen Ra 11b, Anklam) oder durch Deckungscheiben (Elisabethfehn). Bei Lichtsignalen kommen vereinzelt Sonderbauarten zur Anwendung.

Quelle


Kategorien: Bahnanlage

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