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Dechenhöhle


Dechenhöhle Iserlohn

Kaiserhalle in der Dechenhöhle

Lage: Iserlohn, Sauerland, Deutschland
Höhe: 250 m ü. NN
Geologie: Rheinische Schiefergebirge
Entdeckung: 1868
Schauhöhle seit: 1868
Beleuchtung: elektrisch
Gesamtlänge: 870 Meter
Länge des Schau-
höhlenbereiches:
360 Meter
Website: www.dechenhoehle.de

Die Dechenhöhle Iserlohn ist eine Schauhöhle im nördlichen Sauerland in Iserlohn (Stadtteil Grüne) in Nordrhein-Westfalen.

Geschichte

Am 10. Juni 1868 wurde die Höhle von zwei Eisenbahnarbeitern entdeckt. Ihnen soll ein Hammer in einen Felsspalt gefallen sein, der sich bei der Suche nach diesem Werkzeug bzw. beim Absprengen eines Felsstückes als Zugang zu einer Tropfsteinhöhle entpuppte. Für Besucher ausgebaut sind 360 von 870 Metern der Höhle.

Die Höhle ist nach dem Oberberghauptmann Heinrich von Dechen (1800–1889) benannt, in Anerkennung für seine Beiträge zur Untersuchung der Geologie des Rheinlandes und Westfalens. Von Dechen besuchte die Höhle, genauso Johann Carl Fuhlrott, der Entdecker des Neandertalers, der in der Höhle nach Knochen suchte und einen ersten Höhlenplan erstellte.[1] Es handelt sich um eine in großen Windungen durch das Kalkgestein ziehende Karsthöhle, deren meist tonnenförmiges geräumiges Gangprofil mit einer Vielzahl unterschiedlicher Sinterformen (Stalaktiten, Stalagmiten, Wandsinterkaskaden, Sinterbecken usw.) ausgekleidet ist. Dieser Reichtum auch an kristallinen Ablagerungen macht sie besonders sehenswert, sodass sie gleich nach ihrer Entdeckung für den Besucherverkehr ausgebaut wurde. Durch ihre relativ hohe Lage über dem Grüner Tal wird sie schon seit Jahrtausenden nicht mehr von Wasser durchflossen, stattdessen bilden unter dem Bodensinter mächtige Lehmablagerungen den Höhlenboden. Zu den Bewohnern der Höhle zählen die Höhlenradnetzspinne (Meta menardi) und Fledermäuse.

Neben der Höhle befindet sich das im Jahre 2006 neu eröffnete Deutsche Höhlenmuseum. Neben einer Dokumentation zur weltweiten Höhlenkunde werden bedeutende Funde aus der Dechenhöhle präsentiert, wie das Skelett eines im Jahre 2000 hier ausgegrabenen Höhlenbärenbabys und den Schädel eines 1993 entdeckten Wald- oder Merck’schen Nashorns. Diese Funde wurden aus den mächtigen Lehmablagerungen des Höhlenbodens geborgen. Eine archäologische Grabungsstelle, die den Besuchern der Höhle die Fundsituation verdeutlicht, kann während einer Höhlenführung besichtigt werden.

Die Höhle befindet sich in einer devonischen Massenkalksenke, die sich von Hagen bis nach Balve erstreckt. Weitere kleinere Schauhöhlen gibt es in Hemer (Heinrichshöhle) und im Hönnetal (Reckenhöhle). Die Dechenhöhle gehört zu einer der vielen Höhlen des Grüner Tales, die zusammengerechnet über 17 Kilometer Ganglänge haben. Die längste Einzelhöhle, die B7-Höhle, ist ca. 5.400 Meter lang. Sie ist nach der Bundesstraße 7 benannt, bei deren Ausbau die vorderen Höhlenteile entdeckt wurden. Auch hierzu, wie über die Höhlenforschung weltweit, werden im Höhlenmuseum weitere Informationen gegeben.

Eine Führung durch die Höhle dauert ca. 40 Minuten. Dort finden auch Konzerte und Musikführungen statt. In der Höhle darf während der regulären Führungen weder fotografiert noch gefilmt werden.

Verkehrsanbindung

Als einzige Schauhöhle Deutschlands verfügt die Dechenhöhle über einen eigenen Eisenbahnhaltepunkt. In direkter Nachbarschaft zum Besuchereingang der Höhle halten auf der Bahnstrecke Letmathe–Fröndenberg sämtliche Regional-Express-Züge von Iserlohn nach Essen über Hagen und Bochum (Linie RE 16) sowie die Regionalbahnen von Iserlohn nach Hagen (Linie RB 91).

Eigentumssituation

Aufgrund der Entdeckung bei Bahnbauarbeiten stand die Dechenhöhle bis 1983 ständig im Eigentum der zunächst privaten, dann staatlichen Eisenbahngesellschaften, zuletzt der Deutschen Bundesbahn. Höhlenführer waren immer nicht mehr betriebsdiensttaugliche Eisenbahner. Ende des Jahres 1983 übernahm die Mark Sauerland Touristik GmbH die Höhle. Sie steht im Eigentum des Märkischen Kreises und der Stadt Iserlohn über die Märkische Kommunale-Wirtschafts-GmbH.[2]

Literatur

  • Carl Vogt: Ein Tag in den Höhlen Westphalens. In: Die Gartenlaube 1869, Heft 9, 10
  • A. Steinbach: Die Dechenhöhle bei Iserlohn in Westfalen. In: Alte und Neue Welt. Illustrierte katholische Monatsschrift zur Unterhaltung und Belehrung 4 (1870), S. 217–219 (mit 1 Abb.)
  • Carl Fuhlrott: Die Höhlen und Grotten in Rheinland-Westphalen, nebst Beschreibung und Plan der neu entdeckten prachtvollen Dechen-Höhle, Iserlohn, Bädeker, 1869 (Online )
  • Carl Fuhlrott: Führer zur Dechenhöhle. 1869 (Online ), 2. Aufl. 1873 (Online )

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Fuhlrotts Plan
  2. Hinweis zur Eigentumssituation auf der Homepage der MVG , abgerufen am 3. Mai 2015

Weblinks

 Commons: Dechenhöhle  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Dechenhöhle (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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