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Decemviri


Decemviri (Singular Decemvir) ist der lateinische Ausdruck für „Zehn Männer“, womit in der Römischen Republik jede Kommission bezeichnet wurde, die aus zehn Männern mit Sondervollmachten bestand (vergleiche „Triumviri“ – „Drei Männer“), die zum Teil sogar die gewählten Consuln ersetzten, um eine gestellte Aufgabe zu lösen.

Bekannte Decemviri-Kommissionen sind:

Decemviri Consulari Imperio Legibus Scribundis

Im Jahr 452 v. Chr. vereinbarten die römischen Plebejer und Patrizier die Bildung einer Kommission von zehn Männern, um den (bislang mündlich überlieferten) Gesetzestext zu den Grundlagen der römischen Amtsführung niederzuschreiben; während der Amtszeit der Decemviri sollten alle anderen Magistrate suspendiert, und ihre Entscheidungen endgültig sein. Die erste Gruppe von Decemviri, ausschließlich aus Patriziern bestehend, übernahm das Amt im Jahr 451 v. Chr. und wurde von Appius Claudius Crassus Inregillensis Sabinus und Titus Genucius Augurinus geleitet, den beiden Konsuln des Jahres. Jeder Decemvir führte im Wechsel die Regierung für einen Tag, der jeweilige Vorsitzende wurde von Liktoren begleitet, die die Fasces trugen. Die Amtsführung der Kommission war beispielhaft, und sie schlugen der Comitia Centuriata einen Gesetzestext in zehn Kapiteln vor, auf zehn Bronzetafeln geschrieben, der dann auch verabschiedet wurde.

Der Erfolg der Kommission führte zur Bildung einer zweiten im Jahr 450 v. Chr. (Appius Claudius war der einzige Decemvir, der auch hier mitarbeitete). Diese zweite Kommission fügte zwei weitere Kapitel der Ausarbeitung ihrer Vorgänger zu, vervollständigte dadurch das Zwölftafelgesetz (Lex Duodecim Tabularum), das nun das Herzstück der römischen Staatsverfassung für die nächsten Jahrhunderte bildete. Diese Decemvir-Regierung wurde zunehmend tyrannisch und gewalttätig; jeder Decemvir wurde jetzt von zwölf Liktoren begleitet, die die Fasces sogar mit Äxten trugen (ausschließlich Konsuln und Diktatoren wurden von zwölf Liktoren begleitet und nur der Diktator durfte die Fasces mit Äxten innerhalb des Pomerium zeigen, bedeutete dies doch, dass dem Träger das Recht zustand, die Todesstrafe zu verhängen).

Als die Amtszeit dieses Decemvirats ablief, verweigerten die Decemviri die Aufgabe des Amtes und den Nachfolgern die Aufnahme der Amtsgeschäfte. Appius Claudius wurde nachgesagt, eine ungerechte Entscheidung getroffen zu haben, die eine junge Frau namens Verginia in die Prostitution gedrängt habe, was ihren Vater dazu brachte, sie zu töten, eine Situation, die einen Aufstand gegen das Decemvirat verursachte und die Decemviri im Jahr 449 v. Chr. zum Rücktritt zwang, so dass der normale Magistrat (magistratus ordinarii) wieder eingesetzt werden konnte.

Decemviri Consulari Imperio Legibus Scribundis (451 v. Chr.):

Decemviri Consulari Imperio Legibus Scribundis (450–449 v. Chr.)

Decemviri Stlitibus Iudicandis

Diese Art des Decemvirats, auch Decemviri Litibus Iudicandis (stlis (altlat.) = lis, dt. Streit, Prozess) genannt, war ein Zivilgericht alten Ursprungs, dessen Einrichtung traditionell dem König Servius Tullius zugeschrieben wird und das sich hauptsächlich mit den Freiheits- und sonstigen Bürgerrechten von und für Privatpersonen befasste. Anfangs dienten die Decemviri als Geschworene, die Urteile unter dem Vorsitz des Praetors sprachen, später aber wurden sie einfache Richter (magistratus minores) der Republik, von der Comitia Populi Tributa jährlich gewählt und Teil der Vigintisexviri („26 Männer“).

Sueton und Cassius Dio berichten, dass Augustus den Decemviri den Vorsitz in den Gerichtshöfen der Centumviri („Hundert Männer“) übertrug.

Decemviri Agris Dandis Adsignandis

Dieser Typ des Decemvirat wurde von Zeit zu Zeit einberufen, um das öffentliche Land (ager publicus) zu vermessen und seine Verteilung zu überwachen.

Literatur


Kategorien: Römisches Amt | Römische Republik

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