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Debitel


Mobilcom-Debitel AG
Mobilcom debitel logo.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 30. September 1991
Auflösung 23. Mai 2011
Sitz Stuttgart, Deutschland

Leitung

Mitarbeiter 3369 (31. Dezember 2008)[1]
Umsatz 2,608 Mrd. Euro (2008)[1]
Branche Telekommunikation
Website www.mobilcom-debitel.de

Die Mobilcom-Debitel AG (Eigenschreibung mobilcom-debitel AG; vormals Debitel AG) war ein deutsches Telekommunikationsunternehmen mit Sitz in Stuttgart-Vaihingen. Sie war mit ca. 13 Millionen Kunden der größte Mobilfunkprovider in Deutschland.

Parallel dazu existierte die Mobilcom-Debitel GmbH (ehemals Mobilcom Communicationstechnik GmbH). Beide Unternehmen gehörten zur Freenet AG.[2] Die gleichnamige Marke Mobilcom-Debitel entstand aus der Zusammenführung der zur Freenet AG gehörenden Marke Mobilcom und dem Mobilfunkprovider Debitel. Im Jahr 2011 verschmolz die Mobilcom-Debitel AG vollständig mit ihrer Schwestergesellschaft Mobilcom-Debitel GmbH.[3][4]

Geschichte

Gegründet 1991 von der Daimler-Benz-Tochter debis (unter Beteiligung von Metro und Nynex) war sie nach dem Verkauf durch diese bis 2004 eine Tochter der Swisscom, mittelbar über die Swisscom Deutschland Holding GmbH mit 93 % Aktienbesitz.

Die debitel AG besaß eine Reihe von Auslandsgesellschaften in Europa (Niederlande, Belgien, Frankreich, Dänemark und Slowenien), die etwa ein Drittel des Umsatzes der Mutterfirma erbrachten (Debitel-Gruppe), und bis 2008 alle wieder verkauft wurden. Debitel war keine reine Mobilfunkgesellschaft, erbrachte dort jedoch ihr Hauptgeschäft. Dazu hatte sie insbesondere ein Breitband- (DSL) und Festnetzgeschäft. Der Debitel-Konzern galt als größte netzunabhängige Telefongesellschaft in Europa.

Trotz hohen Werbeaufkommens für Mobilfunk besaß sie kein eigenes GSM-Mobilfunknetz. An der Versteigerung der UMTS-Lizenzen in Deutschland nahm Debitel teil, stieg aber als einzige Gesellschaft frühzeitig aus, als der Preis unwirtschaftliche Höhen erreichte. Das Unternehmen nutzte den Liquiditätsvorteil, um zahlreiche kleine Unternehmen aufzukaufen und sich am Markt als netzübergreifender Diensteanbieter zu positionieren.

Über ihre Tochter Debitel Vertriebs GmbH betrieb die Debitel AG etwa 100 eigene Mobilfunkshops in Deutschland. Für die Planung dieser Mobilfunkshops war das Berliner Architekturbüro de Vos und Stegschuster von 1998 bis 2006 verantwortlich.

Die Swisscom verkaufte ihre Anteile 2004 an den Finanzinvestor Permira. Eine umfangreiche Umstrukturierung, die zu Einschnitten beim Personalbestand sowie zur Aufgabe eines Hotline-Standortes führte, wurde Mitte 2005 abgeschlossen.

Seit Juni 2005 hatte die Debitel AG ihr Angebotsportfolio von ehemals drei Mobilfunknetzen (T-Mobile, Vodafone und E-Plus) um das vierte, O2, erweitert. Debitel vermarktete auch DSL-Anschlüsse und war mit Produkten aus den Bereichen Mobilfunk, Festnetz sowie Internet ein Vollsortimenter im Bereich der Telekommunikation. Debitel bot außerdem einen kombinierten Mobilfunk-DSL-Tarif an.

Debitel war an der Gründung des Gemeinschaftsunternehmens Jamba! beteiligt. Es wurde im Jahr 2004 an VeriSign verkauft.

Crash-Tarife

In den Jahren 2007 bis 2009[5] wurden unter der Bezeichnung Crash-Tarife Handytarife über das Internet vermarktet.

Seit dem 4. April 2011[6] wurde die Plattform crash-tarife.de wieder reaktiviert und bietet seit dem als Marke der Mobilcom-Debitel GmbH regelmäßig rabattierte Mobilfunkangebote an.

Zusammenschluss mit der Dug Telecom AG

Ende 2006 übernahm Debitel die Dug Telecom AG mit 430 Filialen. Sie wurde im Jahre 1993 als Direktvertrieb für Mobilfunk als Dittrich und Grella GbR gegründet. Im Jahre 1997 wurde der erste Telecomshop in Oranienburg eröffnet. Im Jahre 2000 wurde die GbR in eine AG mit 29 Filialen umgewandelt.[7]

Alle Debitel-Center wurden in Dug-Shops umbenannt. Die Mobilfunktarife wurden weiterhin unter dem Namen Debitel vermarktet.

Übernahme von Talkline

Am 5. Juni 2007 gab die Debitel AG die Übernahme von Talkline bekannt, die am 20. Juli 2007 von der Europäischen Kommission genehmigt wurde.[8] Der dänische Mutterkonzern TDC A/S verkaufte Talkline für 560 Millionen Euro.[9] Zuvor war in der Presse über eine Übernahme durch Freenet AG spekuliert worden.[10] Durch die Übernahme wurde die Debitel AG zum drittgrößten Mobilfunkanbieter in Deutschland. Die Zusammenlegung der Konzernzentralen von Talkline und debitel und die damit verbundene Verkleinerung der Verwaltungseinheiten nutzte Debitel zum Abbau von insgesamt 1000 Stellen.[11] So wurde der Talkline-Stammsitz in Elmshorn zum Oktober 2010 geschlossen, an dem Ende 2008 noch 730 Mitarbeiter beschäftigt gewesen waren.[12]

Übernahme durch Freenet AG

Die Freenet AG kündigte im April 2008 an, die Debitel AG samt ihrer Verbindlichkeiten für ca. 1,6 Milliarden Euro von der Permira übernehmen zu wollen. Eine Einigung mit den Kreditgebern der Debitel AG sei bereits perfekt.[13][14][15]

Die Debitel Nederland BV mit 120 Beschäftigten und ca. 530.000 Kunden wurde unterdessen vom niederländischen Mobilfunkbetreiber KPN Mobile übernommen.[16]

Die Debitel AG und die Media-Saturn-Holding haben am 22. Juni 2008 ihre Vertriebspartnerschaft für die Elektronikmärkte Saturn und Media Markt verlängert.[17]

Nach der Umwandlung der Debitel AG zur Mobilcom-Debitel GmbH tritt die Mobilfunksparte seit dem 1. Mai 2009 unter der neuen Marke Mobilcom-Debitel auf. Alle Dug-Filialen wurden bis dahin umgebrandet.

Sponsoring

Von 1998 bis zur Saison 2004/2005 war Debitel Hauptsponsor des VfB Stuttgart, bis 2008 blieb Debitel Premiumsponsor.

Weblinks

  • Website der Mobilcom-Debitel GmbH, auf die die Mobilcom-Debitel AG 2011 verschmolzen wurde.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 1. Januar 2008 bis zum 31. Dezember 2008 der debitel AG im Bundesanzeiger
  2. horizont.net: Aus Freenet wird Mobilcom Debitel / Berger übernimmt als Marketingvorstand
  3. https://www.handelsregister.de/rp_web/result.do?Page=4
  4. http://www.mobilcom-debitel.de/kontakt/impressum/
  5. http://www.teltarif.de/debitel-crash-tarife-ende-einstellung/news/34412.html
  6. http://www.smartphonepiloten.de/anbieter/crash-tarife
  7. dugaktion.de - Geschichte des Unternehmens - gelesen am 27. April 2008
  8. http://ec.europa.eu/comm/competition/mergers/cases/decisions/m4764_20070720_20310_en.pdf
  9. heise online Debitel übernimmt Talkline
  10. heise online Bericht: Freenet verhandelt mit Talkline über Fusion
  11. http://www.kn-online.de/top_news/62392_750_Jobs_weg_Talkline_Mitarbeiter_geschockt.html Kieler Nachrichten, 20. November 2008
  12. Arne Kolarczyk: Elmshorn - 68 Talkline-Mitarbeiter sind noch ohne Job , Hamburger Abendblatt, 16. Oktober 2010, Zugriff am 19. Januar 2012
  13. Pressemitteilung: freenet kauft debitel Group - vom 27. April 2008
  14. heise mobil - Bericht: Kreditgeber stimmen Debitel-Verkauf an Freenet zu - vom 24. April 2008
  15. heise online - Freenet-Aufsichtsrat berät über Debitel-Kauf - vom 27. April 2008
  16. http://www.heise.de/newsticker/KPN-schliesst-Uebernahme-von-Debitel-Nederland-ab--/meldung/121047
  17. http://www.dsltarife.net/news/1448.html

Kategorien: Mobilfunkanbieter | Ehemaliges Unternehmen (Stuttgart) | Gegründet 1991 | Telekommunikationsunternehmen | Ehemals börsennotiertes Unternehmen

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Debitel (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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