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Dešná u Dačic


Dešná

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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Jihočeský kraj
Bezirk: Jindřichův Hradec
Fläche: 3761 ha
Geographische Lage:
Höhe: 466 m n.m.
Einwohner: 610 (1. Jan. 2016)[1]
Postleitzahl: 378 73 - 378 81
Kfz-Kennzeichen: C
Verkehr
Straße: Jemnice - Vratěnín
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 7
Verwaltung
Bürgermeister: Alois Adam (Stand: 2010)
Adresse: Dešná 69
378 81 Slavonice
Gemeindenummer: 546143
Website: www.desna.cz
Lageplan

Dešná (deutsch Döschen) ist eine Gemeinde mit ca. 620 Einwohnern in Tschechien. Sie liegt sieben Kilometer südlich von Jemnice nahe der Grenze zu Österreich und gehört zum Okres Jindřichův Hradec.

Geographie

Dešná befindet sich rechtsseitig der Blatnice in der Talmulde des Dešenský potok. Südlich des Ortes verlaufen Bunkerlinien des Tschechoslowakischen Walls. Der Ort ist als Längsangerdorf angelegt.

Nachbarorte sind Plačovice, Lovčovice und Menhartice im Norden, Radotice und Bačkovice im Nordosten, Dančovice (Dantschowitz) im Osten, Mešovice (Nespitz) im Südosten, Rancířov (Ranzern) im Süden, Ziernreith im Südwesten, Županovice (Zoppanz) im Westen sowie Chvalkovice (Qualkowitz) im Nordwesten.

Geschichte

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahre 1320 als Lehen des Bistums Olmütz. Später wurde Dešná Teil der Herrschaft Pullitz. Im Jahre 1494 wird mit dem Bau der Kirche begonnen. Der Ort ist auf den Karten Mährens von Paulus Fabricius (1575) und Johann Amos Comenius (1627) eingezeichnet.

Während der Reformation wird der Ort evangelisch. Erst nach dem Sieg der kaiserlichen Truppen in der Schlacht am Weißen Berg, am Anfang des Dreißigjährigen Krieges, wird der Ort in der Gegenreformation bis zum Jahre 1638 rekatholisiert. Bereits im Jahre 1625 ist eine Schulklasse im Ort belegt. Ab demselben Jahr werden die Matriken im Ort geführt. In Döschen waren die Kinder der Nachbarortschaften Dantschowitz, Lospitz, Plospitz und Zoppanz eingeschult. Ab 1633 wird der Ortsname „Deschen“, bis sich im Jahre 1846 das heute bekannte „Döschen“ einbürgert.[2] 1785 vernichtete ein Großfeuer Teile des Dorfes und der Kirche.

Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Friedensvertrag von Saint Germain, 1919, wurde der Ort, dessen Bewohner im Jahre 1910 zu 88 % der deutschen Sprachgruppe angehörten, Bestandteil der neuen Tschechoslowakischen Republik. In der Zwischenkriegszeit kam es durch neue Siedler und die Neubesetzung von Beamtenposten zu einem vermehrten Zuzug von Personen tschechischer Identität. Nach dem Münchner Abkommen, 1938, kam der Ort an das Deutsche Reich und wurde ein Teil des Reichsgaues Niederdonau. Von 1938 bis 1945 bildete Döschen mit 5 weiteren Gemeinden die Großgemeinde Döschen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, der 16 Opfer unter den Einwohnern von Döschen forderte, kam die Gemeinde wieder zur Tschechoslowakei zurück. Am 7. Juni 1945 wurde Döschen, zeitgleich mit den umliegenden Orten, von ortsfremden militanten Tschechen besetzt. Sie nahmen Männer als Geiseln und vertrieben anschließend die Ortsbevölkerung und zuletzt die Geiseln über die Grenze nach Österreich. Alles private und öffentliche Vermögen der deutschen Ortsbewohner wurde durch das Beneš-Dekret 108 konfisziert und die katholische Kirche in der kommunistischen Ära enteignet. Eine Restitution ist seitens der Tschechischen Republik nicht erfolgt.

39 Döschener konnten in Österreich verbleiben. Alle anderen wurden nach Bayern, Baden-Württemberg und Hessen weiter transferiert. [3]>

Nach 1945 wurde der Ort Dantschowitz ein Ortsteil von Döschen. 1976 wurde Chvalkovice einschließlich Županovice eingemeindet. Der Hauptort Dešná bestand im Jahre 2007 aus 99 Häusern und hatte 302 Einwohner.

Wappen und Siegel

Bis heute konnte keine Abbildung des Siegels von Döschen gefunden werden. Es soll einen Kirchturm beseitet von zwei Sternen gezeigt haben.[4]

Bevölkerungsentwicklung

Volkszählung Einwohner gesamt Volkszugehörigkeit der Einwohner
Jahr Deutsche Tschechen Andere
1880 356 320 30 6
1890 385 350 33 2
1900 395 360 30 5
1910 389 344 45 0
1921 428 324 91 13
1930 454 303 147 4

[5]

Gemeindegliederung

Die Gemeinde Dešná besteht aus den Ortsteilen Bělčovice (Wispitz), Chvalkovice (Qualkowitz, 1939–1945: Kalkwiesen), Dančovice (Dantschowitz), Dešná (Döschen), Hluboká (Tiefenbach), Plačovice (Plospitz) und Rancířov (Ranzern).

Sehenswürdigkeiten

  • Kirche Johannes des Täufers in Dešná, erbaut 1494 und später barockisiert
  • Friedhof in Döschen mit barocker Kapelle zum Hl. Kreuz (1739)
  • Kriegerdenkmal (1931)
  • Statue des Hl. Johannes von Nepomuk (1. Hälfte des 18. Jahrhunderts)

Sagen aus dem Ort

Auf den Weg von Döschen nach Zoppanz steht ein Marterl. Die Leute erzählen sich, dass an diesem Platz ein Schatz zu heben sei. Man muss aber in der Geisterstunde hier zur Stelle sein und das Vaterunser von hinten nach vorne beten. Eines Tages versuchten einige junge Burschen diesen Plan auszuführen. Um Mitternacht begannen sie zu graben und dabei zu beten. Als das letzte Wort gesprochen war, setzte ein unheimliches Brausen ein, welches zu einem höllischen Getöse anschwoll und mit einem Donnerschlag endete. Die Burschen erfasste die Angst und sie liefen ohne sich umzudrehen in das Dorf zurück. Einer der Burschen habe hierbei seinen Verstand verloren.[6]

Persönlichkeiten

  • Der unter den Pseudonym Polenský bekannte Volksschriftsteller und Geistliche František Pojmon war von 1881 bis 1882 Pfarrer in Döschen

Literatur

  • Johann Zabel: Kirchlicher Handweiser für Südmähren, 1941, Generalvikariat Nikolsburg, Döschen S. 66
  • Felix Bornemann: Kunst und Kunsthandwerk in Südmähren., Döschen: S. 4; C. Maurer Verlag, Geislingen/Steige 1990, ISBN 3-927498-13-0
  • Bruno Kaukal: Die Wappen und Siegel der südmährischen Gemeinden., Döschen, S. 48, Josef Knee, Wien 1992, ISBN 3-927498-19-X
  • Alfred Schickel, Gerald Frodl: Geschichte Südmährens. Band 3. Die Geschichte der deutschen Südmährer von 1945 bis zur Gegenwart. Südmährischer Landschaftsrat, Geislingen an der Steige 2001, ISBN 3-927498-27-0, S. 329 (Döschen).
  • Walfried Blaschka, Gerald Frodl: Die Kreise Neubistritz und Zlabings von A bis Z, Döschen, S.170f, Südmährischen Landschaftsrat, Geislingen/Steige 2006

Weblinks

 Commons: Dešná u Dačic  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2016 (PDF; 371 KiB)
  2. Codex diplomaticus et epistolaris Moraviae Band V, s.237
  3. Alfred Schickel, Gerald Frodl: Geschichte Südmährens. Band 3. Die Geschichte der deutschen Südmährer von 1945 bis zur Gegenwart. Südmährischer Landschaftsrat, Geislingen an der Steige 2001, ISBN 3-927498-27-0, S. 329 (Döschen).
  4. Lechner:Zeitschrift für Geschichte und Landeskunde Mährens,1942, S.180
  5. Historický místopis Moravy a Slezska v letech 1848–1960, sv.9. 1984
  6. Südmährisches Jahrbuch, 1987, S.124


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Dešná u Dačic (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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