Das verflixte 7. Jahr - LinkFang.de





Das verflixte 7. Jahr


Filmdaten
Deutscher TitelDas verflixte 7. Jahr
OriginaltitelThe Seven Year Itch
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1955
Länge101 Minuten
AltersfreigabeFSK 16
Stab
RegieBilly Wilder
DrehbuchBilly Wilder
George Axelrod
ProduktionCharles K. Feldman
Doane Harrison
Billy Wilder
MusikAlfred Newman
Klavierstück: Sergei Rachmaninow
KameraMilton R. Krasner
SchnittHugh S. Fowler
Besetzung
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Der Film Das verflixte 7. Jahr (auch Das verflixte siebente Jahr) wurde 1955 von Billy Wilder nach dem Theaterstück Meine Frau erfährt kein Wort (The Seven Year Itch) von George Axelrod gedreht.

Handlung

Wie viele Ehemänner aus Manhattan schickt Richard Sherman seine Ehefrau und seinen Sohn im Sommer aufs Land, während er über die Hundstage in der Stadt zurückbleibt. Er ist entschlossen, nicht wie andere Ehemänner seine Zeit mit Trinkgelagen und Liebeleien zu verschwenden. Aber seine Vorsätze sind vergessen, als eine sinnliche Blondine in die Wohnung über seiner einzieht.

Hintergründe

Die Szene, in der der weite weiße Rock von Marilyn Monroe durch die Abluft der U-Bahn aufgewirbelt wird, wurde zunächst in Manhattans Lexington Avenue, Nähe 52. Straße aufgenommen. Die Außenaufnahmen in New York wurden durch kreischende und jubelnde Menschenmengen gestört, was für die Publicity des Films nützlich war. Dadurch war das gedrehte Filmmaterial jedoch nicht brauchbar. Die Filmsequenz wurde dann in Hollywood im Studio der 20th Century Fox nochmals nachgedreht. Nach dieser Szene wurde später der so genannte „Monroe-Effekt“ benannt.

Interessanterweise ist dieser Effekt jedoch keineswegs eine Erfindung von Billy Wilder. Der zweiminütige Stummfilm What Happened on Twenty-third Street, New York City von 1901 ist eine frühe Verfilmung exakt dieser Szene.

Der Film war ein internationaler Erfolg.

1952 lief das Theaterstück Meine Frau erfährt kein Wort (The Seven Year Itch) erfolgreich am Broadway. In Deutschland wird es seit den 50er Jahren regelmäßig aufgeführt. Fernsehaufzeichnungen wurden 1970 im Bayerischen Rundfunk und 1982 im ZDF ausgestrahlt.

Deutsche Fassung

Die deutsche Synchronbearbeitung entstand 1955 in den Ateliers der Elite-Film Franz Schröder in Berlin. Regie führte Konrad Wagner.[1]

Rolle Darsteller Synchronsprecher
Das Mädchen Marilyn Monroe Margot Leonard
Richard Sherman Tom Ewell Arnold Marquis
Helen Sherman Evelyn Keyes Elisabeth Ried
Tom MacKenzie Sonny Tufts Curt Ackermann
Mr. Kruhulik Robert Strauss Werner Lieven
Dr. Brubaker Oskar Homolka Walter Richter
Miss Morris Marguerite Chapman Hannelore Minkus
Installateur Victor Moore Carl Heinz Carrell

Psychologischer Hintergründe

Der Film ist als "Satire über Männer, ihre Projektion auf Frauen und abgewehrten Wünsche" zu verstehen. Richard Sherman, geht wohl auf M4 Sherman zurück, sollte eigentlich von Walter Matthau und nicht von Tom Ewell gespielt werden. Er besitzt starke Schuld- und Eifersuchtsfantasien, welche bis zu Paranoia reichen. Die Ehefrau, hier als Mutter zu sehen, wird abgespalten durch ihr verreisen kann Sherman sich der Nachbarin annähern. Hier spielt Monroe eine naive Mädchenfrau und gibt Sherman so "sexuelle Projektionsfläche", wobei ihre Austauschbarkeit unterstrichen wird, indem sie nicht einmal einen Namen besitzt. Sie wird in der Dreiecksbeziehung als "Kindchen" bezeichnet, wodurch auch sein Überlegenheitsgefühl ihr gegenüber zum Ausdruck kommt. "Was bildet sich sie sich ein, nur ein Drink und dann schmeiß ich sie raus"- deutet auf eine starke Angst vor Zurückweisung von Frauen und der Angst nicht attraktiv zu sein hin, wobei dann immer die Frau entwertet wird. Es gibt ein Objektaufspaltungsdreieck, bei der die Mutter abgespalten wird und Schuldgefühle entstehen, welche bei Sherman zu Paranoia und Größenideen führen. Der Über-Ich Konflikt wird nicht gelöst. Seine Verlassenheitsängste zeigen sich in der Form, dass er bei seiner Frau anruft. Nach Frau Kaut vergibt der Protagonist die Chance seiner Reifung, da er vor der Vereinigung mit der Nachbarin zur Ehefrau flieht (im wahrsten Sinne, denn er lässt seine Schuhe zurück).[2]

Kritiken

„Von Billy Wilder auf überaus witzig-persiflierende Art dargeboten. Glanzrolle für Marilyn Monroe.“

Lexikon des Internationalen Films

„Die Versuchungen eines Ehemannes auf humorvolle und witzig-persiflierende Art eben noch angängig dargestellt. Für Großstadtpublikum.“

– 6000 Filme. Kritische Notizen aus den Kinojahren 1945 bis 1958. Handbuch V der katholischen Filmkritik, 3. Auflage. Verlag Haus Altenberg, Düsseldorf 1963, S. 460

„Miss Monroe bereichert den Film um eine besondere Persönlichkeit und ein gewisses physisches Etwas, was vielleicht nicht unbedingt den Vorstellungen des Autors der Vorlage entspricht, aber sicher etwas für sich hat. Von dem Moment an, in dem sie – in einem Kleid, das ihren wohlgeformten Körper umhüllt, als habe man sie kunstvoll hineingegossen – die Szene betritt, suggeriert der berühmte Filmstar mit dem silberblonden Haar und den unschuldigen großen Augen nur eines. Und diese Suggestion beherrscht so ziemlich den ganzen Film. Es ist – nun, warum es formulieren? Miss Monroe spielt eindeutig die Titelrolle.“

Bosley Crowther: The New York Times

Auszeichnungen

DVD-Veröffentlichung

  • Das verflixte 7. Jahr. Cinema Premium Edition. 2-DVD-Set. Twentieth Century Fox Home Entertainment 2006.

Literatur

  • George Axelrod: Meine Frau erfährt kein Wort. Komödie in drei Akten (OT: The Seven Year Itch). Deutsch von H. H. Carwin. Felix Bloch Erben, Berlin o.J. [Bühnenmanuskript]
  • Susanne Kaut: Das verflixte 7. Jahr (The Seven Year Itch). In: Theo Piegler (Hrsg.): „Ich sehe was, was du nicht siehst“ – Psychoanalytische Filminterpretationen. Psychosozial-Verlag, Gießen 2010, ISBN 978-3-8379-2034-5, S. 51–67.

Weblinks

 Commons: Das verflixte 7. Jahr  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Thomas Bräutigam: Lexikon der Film- und Fernsehsynchronisation. Mehr als 2000 Filme und Serien mit ihren deutschen Synchronsprechern etc. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-289-X, S. 380.
  2. Susanne Kaut: Das verflixte 7. Jahr (The Seven Year Itch). In: Theo Piegler (Hrsg.): „Ich sehe was, was du nicht siehst“ – Psychoanalytische Filminterpretationen. Psychosozial-Verlag, Gießen 2010, ISBN 978-3-8379-2034-5, S. 51–66.

Kategorien: US-amerikanischer Film | Filmkomödie | Filmtitel 1955

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Das verflixte 7. Jahr (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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