Dannstadt-Schauernheim - LinkFang.de





Dannstadt-Schauernheim


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Pfalz-KreisVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verbandsgemeinde: Dannstadt-Schauernheim
Höhe: 103 m ü. NHN
Fläche: 15,25 km²
Einwohner: 6921 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 454 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67125
Vorwahl: 06231
Kfz-Kennzeichen: RP
Gemeindeschlüssel: 07 3 38 006
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Rathausplatz 1
67125 Dannstadt-Schauernheim
Webpräsenz: www.vg-dannstadt-schauernheim.de
Ortsbürgermeister: Bernd Fey (CDU)
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Dannstadt-Schauernheim ist eine Ortsgemeinde und zugleich Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde im rheinland-pfälzischen Rhein-Pfalz-Kreis. Sie liegt südwestlich von Ludwigshafen in der vorderpfälzischen Rheinebene.

Geographie

Dannstadt-Schauernheim liegt ca. 12 km westlich von Ludwigshafen am Rhein, ca. 15 km westlich des Rheines (Konrad-Adenauer-Brücke zwischen Ludwigshafen und Mannheim) und ca. 15 km nördlich von Speyer. Direkte Nachbarorte sind

Geschichte

Neuere Verwaltungsreformen

Die Ortsgemeinde Dannstadt-Schauernheim entstand am 7. Juni 1969 durch Zusammenschluss der Ortsgemeinden Dannstadt und Schauernheim.[2]

Geschichte von Dannstadt

An der Kirche von Dannstadt befand sich 1825 ein großer römischer Achtgötterstein (um 250 n. Chr.), vom Sockel einer Jupitergigantensäule eingemauert. Er kam später ins Historische Museum der Pfalz zu Speyer und wird dort in der römischen Sammlung ausgestellt. Sein originaler Fundort ist unklar, er stammt jedoch sicher aus unmittelbarer Nähe und dürfte auf eine römische Besiedlung der Gemarkung hindeuten.[3]

Dannstadt wurde wahrscheinlich im 7. Jahrhundert von fränkischen Siedlern gegründet und erstmals in einer Urkunde des Klosters Weißenburg, die spätestens dem Jahr 767 zuzuordnen ist, als „Dendestat“, im Juni 769 dann im Lorscher Codex als „Dantistat“ erwähnt.[4]

Als Teil des fränkischen Stammesherzogtums und später des deutschen Königslandes blieb Dannstadt reichsunmittelbar in der Landvogtei Speyer, bis diese 1331 durch Kaiser Ludwig den Bayern an die Pfalzgrafen Rudolf II. und Ruprecht I. verpfändet wurde. Bis 1797, als es zum Anschluss an Frankreich kam, blieb Dannstadt in kurpfälzischem Besitz.

Während der sogenannten Franzosenzeit im Gefolge der Französischen Revolution war Dannstadt, wie auch Schauernheim, Teil Frankreichs, zunächst der Republik, dann des französischen Kaiserreichs (faktisch seit 1792, rechtlich seit 1797), und gehörte zum Kanton Mutterstadt im Arrondissement Speyer des Donnersbergdepartements. Nach dem Ende der französischen Herrschaft (1814) gehörte Dannstadt ab 1816 zum Bayerischen Rheinkreis, der später in „Rheinpfalz“ umbenannt wurde, und innerhalb des Rheinkreises ab 1818 zum Landkommissariat Speyer. 1886 wurde der Ort dem neu gebildeten Bezirksamt Ludwigshafen zugewiesen, aus dem 1939 der Landkreis Ludwigshafen am Rhein hervorging, heute ein Teil des Rhein-Pfalz-Kreises.

Geschichte von Schauernheim

Schauernheim ist wahrscheinlich eine fränkische Gründung des 6./7. Jahrhunderts und wurde erstmals am 11. April 768 in einer Urkunde im Lorscher Codex in der Form „Scurheim“ erwähnt.[5] Der heutige Name entwickelte sich über die Formen „Schurheim“ und „Schuwerheim“ und ist zuerst im Jahr 1649 belegt.

1281 kam Schauernheim durch Schenkung in den Besitz des Dominikanerinnenklosters Lambrecht, das 1551 aufgelöst wurde, wodurch Schauernheim zum kurpfälzischen Besitz wurde. In diesem Jahr wurde Schauernheim als Pfründe der Universität Heidelberg zugeteilt, die bis 1791 Ortsherrin blieb.

Die Geschichte Schauernheims seit der Französischen Revolution entspricht der Dannstadts, mit dem es schließlich 1969 vereinigt wurde.

Religionen

Im Jahr 2007 waren 41,2 Prozent der Einwohner katholisch und 32,8 Prozent evangelisch. Die Übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.

Kirchen

  • Katholische Kirchengemeinde St. Michael Dannstadt
  • Protestantische Kirchengemeinde Dannstadt

Einwohnerentwicklung

Dannstadt

Erste Angaben zur Bevölkerungszahl von Dannstadt gibt es aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Von da bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts blieb die Zahl bei höchstens 200 bis 250 Einwohnern konstant. Während des 18. Jahrhunderts stieg sie durch Wiederbesiedlung nach dem Pfälzischen Erbfolgekrieg und Bevölkerungszuwachs auf einen Stand von 550 im Jahr 1790 an. Die Zuwanderung infolge Aufhebung der feudalen Bindungen im Jahr 1797 bewirkte bis 1840 eine Verdoppelung auf etwa 1000 Einwohner. Bis 1880 stieg die Zahl nur mäßig auf 1200 an; die Ortsgrenzen wurden in dieser Zeit nicht ausgeweitet. Danach setzte wieder ein Bevölkerungsanstieg ein. Auch durch den Bau der Nebenbahnstrecke Dannstadt–Ludwigshafen bedingt, breitete der Ort sich in nördlicher Richtung aus und zählte 1940 etwa 2000 Menschen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden im Norden und Westen großflächige Neubaugebiete angelegt, die Bevölkerungszahl stieg von 2600 Einwohnern im Jahr 1960 auf 4568 im Jahr 1988.

Schauernheim

Auch in Schauernheim setzte erst im 18. Jahrhundert ein Anstieg der Bevölkerungszahlen ein, wie in Dannstadt durch die Zuwanderung nach 1797, welche die Einwohnerzahl von 340 im Jahr 1810 auf 526 im Jahr 1848 ansteigen ließ. Der höchste Bevölkerungsstand im 19. Jahrhundert war 1870 mit 580 Menschen erreicht. Bis zum Ersten Weltkrieg vergrößerte sich der Ort nicht mehr. In den 1920er/1930er Jahren und auch nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in erster Linie Wohnungen für Arbeiter und Angestellte in Ludwigshafen und Mannheim angelegt; hierzu wurden im Norden und Westen Neubaugebiete erschlossen. 1960 betrug die Bevölkerungszahl 958 Einwohner, 1988 waren es 2219.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Dannstadt-Schauernheim besteht aus 22 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[6]

Wahl SPD CDU GRÜNE FDP Gesamt
2014 7 12 2 1 22 Sitze
2009 7 12 3 22 Sitze
2004 7 13 2 22 Sitze

Wappen

Die Blasonierung des Wappens lautet: „Über goldenem Schildfuß, darin eine fünfblättrige rote Rosenblüte, in Blau rechts eine rotverzierte goldene Mitra, links ein goldenes Schretzel“.

Es wurde 1977 von der Bezirksregierung Neustadt genehmigt. Die Rose und die Mitra entstammen dem alten Wappen von Dannstadt, das Schretzel dem von Schauernheim.

Partnerschaften

Dannstadt-Schauernheim pflegt seit 1991 eine Partnerschaft mit Schackstedt in Sachsen-Anhalt und seit 2006 mit Bétheny, Departement Marne, in der Champagne.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Mundart

Dannstadt-Schauernheim widmet sich – über seinen Kultur- und Heimatverein und in Zusammenarbeit mit der Kreisvolkshochschule – intensiv der Pflege der Pfälzer Mundart und veranstaltet seit 1988 alljährlich im Mai den Mundartwettbewerb „Dannstadter Höhe“, dessen Endrunde im Ortsteil Dannstadt ausgetragen wird. Sparten sind Mundartlyrik, -prosa und szenische Darstellung.

Kunst im öffentlichen Bereich

In und um Dannstadt-Schauernheim sind etliche Skulpturen und Wandmalereien zu finden.[7] Zentral im alten Ortskern von Dannstadt gelegen gilt der Ochs- und Eselbrunnen als ihr bekanntester Vertreter im Gemeindegebiet. Er wurde von Barbara und Gernot Rumpf in den 1990er Jahren gestaltet.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Zwischen den Ortsteilen Dannstadt und Schauernheim hindurch verläuft die A 65. Eine Brücke darüber verbindet die beiden Ortschaften. Die A 65 führt in östlicher Richtung nach Ludwigshafen, in südwestlicher Richtung nach Neustadt an der Weinstraße und Landau. Ca. 500 m östlich liegt das Autobahnkreuz Mutterstadt, worüber auch die A 61 zu erreichen ist.

Im öffentlichen Personennahverkehr ist die Gemeinde (sowohl von Dannstadt als auch von Schauernheim aus) durch den Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) über verschiedene Buslinien mit den Bahnhöfen in Schifferstadt, Maxdorf und Fußgönheim sowie mit der Innenstadt von Ludwigshafen verbunden. Im Spätverkehr gibt es ein Anruf-Linientaxi.

Behörden

In Dannstadt liegt das Gebäude der Verbandsgemeindeverwaltung. Dort sind die für die verbandsangehörigen Ortsgemeinden zuständigen Ämter angesiedelt. Der Sitzungssaal im obersten Stockwerk dient sowohl den Ortsgemeinderäten als auch dem Verbandsgemeinderat.

Vereine

In den Ortsgemeinden ist eine Vielzahl von Vereinen aktiv. Sie bieten ein breites Spektrum an Aktivitäten.

Energie

2010 wurden in Dannstadt-Schauernheim zwei Windkraftanlagen vom Typ Kenersys K100 in Betrieb genommen. Mit 135 Meter Nabenhöhe und 100 Meter Rotordurchmesser sind sie die zweithöchsten Windkraftanlagen in Rheinland-Pfalz. Sie leisten jeweils 2,5 MW und können gemeinsam etwa 4500 Haushalte mit Strom versorgen.[8]

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Personen, die vor Ort gewirkt haben

Literatur

  • Winfried Seelinger: Familien in Dannstadt und Schauernheim 1480 bis 1880. Dannstadt-Schauernheim 1994
  • Rolf Drechsel, Gerhard Fouquet: Dannstadt und Schauernheim. Zur Geschichte bäuerlicher Gemeinden in der Pfalz. Band 1: Die Geschichte Dannstadts und Schauernheims von den Anfängen bis zum Dreißigjährigen Krieg. Speyer 1989
  • Ingo Dierck, Gerhard Fouquet: Dannstadt und Schauernheim. Zur Geschichte bäuerlicher Gemeinden in der Pfalz. Band 2: Die Geschichte Dannstadts und Schauernheims von der Wiederbesiedelung 1650 bis zur Franzosenzeit. Dannstadt-Schauernheim 2006

Weblinks

 Commons: Dannstadt-Schauernheim  – Sammlung von Bildern
 Wikivoyage: Dannstadt-Schauernheim – Reiseführer

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz , Seite 174 (PDF; 2,50 MB)
  3. Gerhard Fouquet: Dannstadt und Schauernheim, Band 1, 1989, S. 63; (Ausschnittscan)
  4. Minst, Karl Josef [Übers.]: Lorscher Codex (Band 4), Urkunde 2156 Juni 769 – Reg. 402. In: Heidelberger historische Bestände – digital. Universitätsbibliothek Heidelberg, S. 58, abgerufen am 20. Januar 2016.
  5. Minst, Karl Josef [Übers.]: Lorscher Codex (Band 4), Urkunde 2131 11. April 768 – Reg. 271. In: Heidelberger historische Bestände – digital. Universitätsbibliothek Heidelberg, S. 51, abgerufen am 20. Januar 2016.
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Kunsttour Dannstadter Höhe
  8. Rheinland-Pfalz,Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd: Windkraftanlagen-Report. 28. Oktober 2015, S. 16, abgerufen am 20. Januar 2016 (PDF 171 kB).

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Dannstadt-Schauernheim (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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