Dampfbremse - LinkFang.de





Dampfbremse


Dieser Artikel behandelt eine bautechnische Sperrschicht. Die Dampfbremse von Lokomotiven ist unter Dampfbremse (Eisenbahn) beschrieben.
Dieser Artikel oder Abschnitt ist nicht ausreichend belegt.

Die Dampfbremse ist ein Bauteil mit einem definierten Wasserdampfdiffusionswiderstand, das ein Eindringen von Feuchtigkeit aus der Innenraumluft in die Wärmedämmung eines Gebäudes dergestalt behindert, dass innerhalb der Dämmung kein schädliches Kondenswasser entsteht. Sie kann gleichzeitig die Aufgaben der Luftdichtschicht übernehmen.

Feuchteschutztechnische Bemessungswerte

Die wasserdampfdiffusionsäquivalente Luftschichtdicke (sd-Wert) eines Bauteils definiert seine Eigenschaft als Dampfbremse. Sie berücksichtigt, im Gegensatz zur Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl, auch die tatsächliche Stärke des Bauteils und nicht nur die Materialeigenschaft.

In Deutschland werden nach DIN 4108-3 folgende Grenzen definiert:

sd-Wert Grad der Dichtheit Feuchtigkeitsschutz
sd < 0,5 m diffusionsoffen gering
sd > 0,5m / sd < 1500 m diffusionshemmend (Dampfbremse) (in der Regel verbaut) mittel
sd > 1500 m diffusionsdicht (Dampfsperre) hoch

Dampfsperre

Dampfsperren sind mit einem sd-Wert von über 1500 m praktisch völlig dampfdiffusionsdichte Schichten.[1][2] Der Begriff Dampfsperre wird teilweise synonym zur Dampfbremse genutzt. Technisch korrekt sind nur Metalle und Glas Dampfsperren. Als Baustoffe gibt es Alufolie oder mit Alufolie kaschiert Glasfaserdämmung, welche aber aufgrund der Dünnheit leicht beschädigt werden können.

Material

Einfache Dampfbremsen bestehen meist aus dickeren Plastikfolien, oft Polyethylen-Folien. Diese hat bei einer Dicke von 0,1 mm (0,0001 m) und einer Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl (µ) von 100.000 demnach eine Sperrwirkung wie 10 m Luft.

Aber auch andere Materialien können je nach Wasserdampfdiffusionswiderstand, verwendeter Materialdicke und Dampfoffenheit auf der Aussenseite als Dampfbremse dienen.

Konstruktive Funktion

Da bei Dampfbremsen, und auch bei Dampfsperren, durch Beschädigungen dennoch Wasserdampf in die Dämmung eintritt, soll dieser durch die ebenfalls wasserdampfdiffusionsoffene Unterdeckbahn ausdiffundieren können. Die Gebäudehülle muss, zumindest bei europäischen Klimabedingungen, nach außen hin immer diffusionsoffener werden. Dazu muss die an der kalten Seite des Bauwerks verbaute Unterdeckbahn sechsmal[1] wasserdampfdiffusionsoffener sein als die „warme“ innenliegende Dampfbremse.

Ist, zum Beispiel bei einem Flachdach, außen eine Dachabdichtung aus Bitumen-Schweißbahn (die einen hohen sd-Wert hat und wenig Dampf durchlässt) angebracht, muss an der Innenseite der Konstruktion eine noch dichtere Schicht angebracht sein, eine Dampfsperre. Alternativ kann ein Umkehrdach genutzt werden.

Rücktrocknung

Alternativ können geringe Mengen kondensiertes Wasser im Sommer aus der Dämmung zurück durch eine feuchtevariable Dampfbremse in den Innenraum zurück trocknen.[1] Feuchtevariable Dampfbremsen (auch Klimamembrane oder intelligente Dampfbremsen) besitzen eine variable Dampfdurchlässigkeit in Abhängigkeit von der vorherrschenden Luftfeuchtigkeit. Der sd-Wert ist abhängig von der Feuchtigkeit in unmittelbarer Nähe der Folie. So kann Feuchtigkeit aus der Dämmschicht auch wieder zurück in den Raum abtransportiert werden, wenn die Diffusion nach außen verhindert ist. Damit erschweren sie das Eindringen von Feuchtigkeit im Winter und begünstigen das Austrocknen im Sommer.[3] Insbesondere sorptionsfähige Baustoffe sind in der Lage auch unplanmäßige Feuchtigkeitsbelastungen schnell wieder austrocknen zu können. Der Einsatz dieser meist traditionellen Baustoffe ist risikolos, solange der Wasserdampfdiffusionswiderstand der äußeren Schichten nicht wesentlich höher als derjenige der inneren ist.[4] Eine feuchteadaptive Dampfbremse eignet sich auch für Warmdächer.

Auch Holz hat offenbar einen feuchtevariablen Diffusionswiderstand, der jedoch durch den Leimanteil in Holzwerkstoffplatten beeinträchtigt wird.[5]

Einbau

Sowohl Dampfbremsen als auch Dampfsperren werden in der Regel raumseitig, das heißt auf der beheizten Seite der Wärmedämmschicht angebracht und müssen luftdicht ausgeführt sein. Um eine Undichtigkeit zu vermeiden sollte die Folie bei Anbringung geklebt und nicht getackert werden.

Eine nicht sachgemäß eingebaute Dampfbremse verursacht Tauwasserausfall in der Dämmebene. Schon wenige undichte Stellen (z. B. Kabeldurchlässe, Steckdosen) machen eine Dampfbremse wirkungslos. Warme und feuchte Innenraumluft gelangt in die Dämmung, kühlt dort ab, und die in der Luft enthaltene Feuchtigkeit kondensiert in Form von Tauwasser nieder. Das Dämmmaterial kann sich mit Wasser vollsaugen und so an Dämmwirkung verlieren, Wasserschäden und Schimmelbefall an der Bausubstanz verursachen.

Die ordnungsgemäße Dichtheit einer Dampfbremse wird mit einem Differenzdruck-Messverfahren nachgewiesen.

Raumklima

Eine Dampfbremse beeinflusst das Raumklima nur minimal, sie soll in erster Linie Bauteile und Konstruktionen vor Feuchtigkeit schützen. Eine Veränderung der Luftfeuchte um das Raumklima zu verbessern kann ausschließlich durch eine Lüftung erfolgen. Die Theorie der atmenden Wand wurde als falsch erkannt.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Susanne Rexroth, Friedrich May, Ulrich Zink: Wärmedämmung von Gebäuden: Zeitgemäß und wandlungsfähig. VDE-Verlag, Berlin 2014 ISBN 978-3-8007-3570-9 S. 175 ff
  2. Eberhard Schunck, Thomas Finke, Richard Jenisch und Hans J. Oster: Dach Atlas: Geneigte Dächer. Birkhäuser, Berlin 1996 ISBN 3-7643-6479-3 S. 204
  3. Dampfbremse bei u-wert.net . Abgerufen am 10. November 2012.
  4. Sorption (PDF; 965 kB) Eine Betrachtung zum Thema „Feuchte im Bauteil Außenwand“, Matthias G. Bumann
  5. siehe Punkt 4.7 der Studie Studie (PDF; 2,1 MB) des Dampfbremsbahnenherstellers pro clima

Weblinks


Kategorien: Bauwerksabdichtung | Dach | Bauphysik

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Dampfbremse (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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