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Dalpe


Dieser Artikel behandelt die Schweizer Gemeinde, für den Eishockeyspieler siehe Zac Dalpe.
Dalpe
Staat: Schweiz
Kanton: Tessin TI
Bezirk: Bezirk Leventina
Kreis: Kreis Quinto
BFS-Nr.: 5071
Postleitzahl: 6774
Koordinaten:
Höhe: 1'192 m ü. M.
Fläche: 14,5 km²
Einwohner: 196 (31. Dezember 2014)[1]
Einwohnerdichte: 14 Einw. pro km²
Website: www.dalpe.ch

Östlicher Dorfteil

Karte

Dalpe ist eine politische Gemeinde im Kreis Quinto im Bezirk Leventina des Kantons Tessin in der Schweiz.

Das Bergdorf Dalpe liegt auf einer Hochebene am Eingang des Val Piumogna, einem rechten Seitental des Valle Leventina. Dazu gehört der Weiler Cornone, der mit Dalpe die Gemeinde bildet. Die Gemeinde grenzt im Norden an Prato (Leventina), im Osten und im Süden an Faido und im Westen an Lavizzara.

Geographie

Dalpe ist die südlichste Gemeinde der oberen Leventina (Alta Leventina) und gehört mit den Gemeinden Prato (Leventina) und Quinto zum Kreis Quinto. 1866 haben sich Dalpe und Cornone von Prato getrennt.

Dank seiner Lage auf der Hochebene ist Dalpe vom Durchgangsverkehr durch die Gotthardachse nicht belastet. Die Gemeinde hat sich im Verlauf des 20. Jahrhunderts immer mehr entvölkert und zählt heute 180 Einwohner. Diese sind meist Pendler oder im Baugewerbe tätig. Die Landwirtschaft beschäftigt nur noch wenige Familien. Seit den 1950er Jahren wurden in Dalpe und vor allem in Cornone zahlreiche Ferienhäuser gebaut, so dass die Ortschaft über die Sommermonate bis zu 800–900 Einwohner zählen kann.

Auf dem Gebiet der Gemeinde liegt das Val Piumogna. Im oberen Teil dieses Tales liegt die Campo Tencia-Hütte des Schweizerischen Alpen-Clubs.[2] Durch das Piumogna-Tal fliesst der gleichnamige Bach Piumogna. Die Quellen der Piumogna befinden sich im Campo Tencia Gletscher und beim Lago di Morghirolo, einem Bergsee am oberen Ende des Tals. Südlich von Dalpe bildet die Piumogna einen ersten eindrucksvollen Wasserfall, welcher auch vom Dorf aus sichtbar ist.

Oekonomie

In der Vergangenheit waren die Einwohner von Dalpe fast ausschliesslich in der Landwirtschaft tätig. Im 19. Jahrhundert nahm die Bevölkerung stark ab, weil ein Grossteil der Einwohner auswanderte. Heute steht neben der Landwirtschaft vor allem das Baugewerbe im Vordergrund.

Geschichte

Im 13. Jahrhundert verlief der Säumerweg des St. Gotthardpasses von Faido via Cornone nach Prato. 1866 wurde die heutige Ortsbürgergemeinde gegründet. Die ursprüngliche Kirche von Dalpe stammt von 1338, jene von Cornone wurde im 15. Jahrhundert erbaut. Die heutige Kirche von St. Karl und St. Bernhard stammt von 1661. Die Pfarrei wurde 1640 errichtet, als sie von jener von Prato getrennt wurde. 1904 wurde die mit Autos befahrbare Strasse eröffnet. 1957 wurde eine Melioration durchgeführt, die den Bau von Ferienhäusern beschleunigte. 1940 wurde ein Marmor-Steinbruch eröffnet, er wurde aber aufgrund der kriegerischen Ereignisse bald wieder geschlossen. 1998 wurde mit dem Bau eines kleinen Wasserkraftwerkes begonnen, das vom Bach Piumogna gespiesen wird.

Politische Behörden

Der Gemeinderat („municipio“) von Dalpe umfasst fünf Mitglieder und bildet die Exekutive. Die Legislative wird gebildet durch di Gemeindeversammlung ("assemblea comunale"), an der die stimmberechtigten Bürger des Dorfes teilnehmen dürfen [3]. Die Gemeindeversammlung nimmt ihre Aufgaben wahr gemäss Paragraph 13 des Tessiner Gesetzes über die Gemeindeorgane ("Legge organico comunale") [4]

Ortsbürgergemeinde

Die Ortsbürgergemeinde besteht aus den Familien, die aus Dalpe stammen. Sie ist verantwortlich für den Unterhalt von Allmendgebieten (Wälder, Weiden u.a.). * Präsident: Giuseppe Fransioli.

Sehenswürdigkeiten

  • Kirche Santi Carlo Borromeo e Bernardo di Mentone[5] erbaut (1338)[6][7]
  • Oratorium San Rocco, in Ortsteil Cornone, erbaut (1489)[6][8]
  • Wohnhaus Casa Chiè d’Lena[9]

Persönlichkeiten

Literatur

  • Johann Rudolf Rahn: I monumenti artistici del medio evo nel Cantone Ticino. Tipo-Litografia di Carlo Salvioni, Bellinzona 1894, S. 93.
  • Virgilio Gilardoni: Il Romanico. Catalogo dei monumenti nella Repubblica e Cantone del Ticino. La Vesconta, Casagrande S.A., Bellinzona 1967, S. 321.
  • Rinaldo Giambonini, Agostino Robertini, Silvano Toppi: Dalpe. in Il Comune. Edizioni Giornale del Popolo, Lugano 1971, S. 131–140.
  • Mario Fransioli (Hrsg.): Ordini di Dalpe e Prato (1286–1798). Schwabe Basel; Basel 2006.
  • Simona Martinoli und andere.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, S. 137–138.
  • Marina Bernasconi Reusser, Monumenti storici e documenti d’archivio. I «Materiali e Documenti Ticinesi» (MDT) quali fonti per la storia e le ricerche sull’architettura e l’arte medievale delle Tre Valli. in Archivio Storico Ticinese. 2. Serie, Nummer 148, Casagrande, Bellinzona 2010, S. 225, 241.
  • Mario Fransioli: Dalpe im Historischen Lexikon der Schweiz

Weblinks

 Commons: Dalpe  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Campo Tencia-Hütte
  3. Homepage von Dalpe
  4. Gesetzessammlung des Kantons Tessin
  5. Gilardoni, 1967, S. 321.
  6. 6,0 6,1 Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 137–138.
  7. Kirche Santi Carlo Borromeo e Bernardo di Mentone (Foto)
  8. Oratorium San Rocco (Foto)
  9. Wohnhaus Casa Chiè d’Lena (Foto)
  10. Ivan Cappelli: Giuseppe Fransioli im Historischen Lexikon der Schweiz
  11. Victor Gianella (italienisch) ti.ch/can/oltreconfiniti
  12. Mario Fransioli

Kategorien: Schweizer Gemeinde | Ort im Kanton Tessin

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Dalpe (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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