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Dahlwitz-Hoppegarten


Dahlwitz-Hoppegarten
Gemeinde Hoppegarten
Höhe: 47 m
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Postleitzahl: 15366
Vorwahl: 03342

Dahlwitz-Hoppegarten ist eine ehemals selbstständige Gemeinde im Landkreis Märkisch-Oderland (Brandenburg). 1928 erfolgte die Aufnahme des Namensbestandteils des ehemaligen Vorwerks Hoppegarten in den Gemeindenamen von Dahlwitz. Am 26. Oktober 2003 wurde sie mit den Gemeinden Hönow und Münchehofe zur neuen Gemeinde Hoppegarten zusammengeschlossen.[1]

Dahlwitz-Hoppegarten hat etwa 6.000 Einwohner.

Geschichte

Der Ort Dahlwitz wird erstmals 1370 mit dem Namen „Dolewitz“ urkundlich erwähnt,[2] jedoch wird vermutet, dass seine Ursprünge im 12./13. Jahrhundert liegen. Der Name Dahlwitz leitet sich von den slawischen Wörtern dol oder dal für ‚lang‘ und witz für ‚Ort‘ oder ‚Dorf‘ ab. Das Angerdorf lag an einer Nord-Südachse, die von Stettin nach Köpenick führte.

Der Besitz des Ortes Dahlwitz wechselte im Laufe der Jahrhunderte seit dem Mittelalter häufig; so verkaufte 1716 Carl Hildebrand Freiherr von Canstein Dahlwitz an den Geheimen Rat Freiherr Samuel von Marschall. Nach von Canstein ist heute eine Straße nahe der Dorfkirche im Ort benannt.

1855/56 wurde der schlossartige Herrensitz Dahlwitz vom Architekten Friedrich Hitzig im Auftrag Carl Heinrich von Treskows errichtet. Das Schloss befindet sich in einem von Peter Joseph Lenné errichteten und nach ihm benannten Park und wurde 2011 umfassend restauriert und renoviert.

1867 wurde die Rennbahn eingerichtet und zog in der Folge neue Siedler aus Berlin an, die vor allem in der heutigen Goetheallee, Lindenallee und Rennbahnallee imposante Villen, teilweise mit Ställen, errichteten.

Im November 1945 wurden in Hoppegarten sechs Jugendliche (einer 15, die anderen 16 Jahre alt) vom sowjetischen Geheimdienst NKWD verhaftet. Unter „Werwolf“-Vorwurf wurden zwei von ihnen im Juli 1946 erschossen, die vier anderen erhielten zehn Jahre Arbeitslager. Von ihnen verstarb ein Junge 1948 im Speziallager Sachsenhausen. 1998 wurde die gesamte Gruppe von der Generalstaatsanwaltschaft Russlands rehabilitiert.[3]

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner
1875 607
1890 809
1910 1 593
1925 2 413
1933 2 665
1939 3 799
1946 3 544
1950 4 061
1964 4 235
Jahr Einwohner
1971 4 286
1981 4 278
1985 4 095
1989 3 940
1990 3 844
1991 3 878
1992 3 903
1993 3 941
1994 4 073
Jahr Einwohner
1995 4 554
1996 4 768
1997 5 084
1998 5 348
1999 5 580
2000 5 741
2001 5 986
2002 6 091

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[4]

Infrastruktur

Straßenverkehr

Durch Dahlwitz-Hoppegarten führt die Bundesstraße 1 / 5. Die Anschlussstelle Berlin-Hellersdorf an der Autobahn A10 (östlicher Berliner Ring) ist etwa 8 km entfernt.

Schienenverkehr

Neben dem Bahnhof Hoppegarten (Mark) befindet sich in der Gemeinde Dahlwitz-Hoppegarten noch der Haltepunkt Birkenstein. Er liegt am Streckenkilometer 14,9 der Preußischen Ostbahn und gehört der Bahnhofskategorie 5 an.[5] Der Haltepunkt verfügt über einen Mittelbahnsteig mit zwei Bahnsteiggleisen. Im Tagesverkehr wird er im 10-Minuten-Takt durch die S-Bahnlinie S5 der S-Bahn Berlin bedient. Obwohl es Planungen für eine Station zwischen Mahlsdorf und Hoppegarten bereits im Jahre 1941 gab, wurde der Halt erst am 21. Dezember 1992 in Betrieb genommen.[6] Die Station ist als eine von 20 sogenannten Stammbahnhöfen der Berliner S-Bahn mit einer örtlichen Aufsicht besetzt.[7]

Wirtschaft

2015 eröffnete in Dahlwitz-Hoppegarten, am Neuen Hönower Weg die neue Europa-Zentrale der CLINTON Großhandels-GmbH mit dem Menswear-Label CAMP DAVID und dem Womenswear-Label SOCCX. Das Unternehmen gehört zu den bedeutendsten Unternehmen im Bereich Casual- und Sportswear im deutschsprachigen Raum. Hier erfolgte die feierliche Einweihung mit Prominenten aus Sport und Show-Business[8].

Sehenswürdigkeiten

  • traditionsreiche Galopprennbahn Hoppegarten
  • ehemaliges Winterquartier des Staatszirkus der DDR
  • evangelische Dorfkirche Dahlwitz, Feldsteinkirche aus dem Mittelalter, im Barockstil 1723 bis 1733 umgebaut
  • Herrenhaus („Schloss“) in der Rudolf-Breitscheid-Straße mit Lennépark
  • Historische Villen in der Rennbahnallee, Goetheallee und Lindenallee

Literatur

  • Historischer Führer, Stätten und Denkmale der Geschichte in den Bezirken Potsdam, Frankfurt(Oder), Urania Verlag Leipzig-Jena-Berlin, 1. Auflage 1987
  • Paul Großmann:
    • Ortsgeschichte über Dahlwitz-Hoppegarten, bearb. und hrsg. von Paul Großmann, Berlin-Mahlsdorf, Fritz-Reuter-Straße 6: Selbstverlag des Herausgebers, [15 Lieferungen im Zeitraum von 1931 bis 1934]
    • daraus: Die Frankfurter Chaussee (Berlin-Frankfurt an der Oder), Berlin-Mahlsdorf, Fritz-Reuter-Straße 6: Selbstverlag, 1933
    • Kiekemal. Das Entstehen und Vergehen einer Kolonie aus friderizianischer Zeit, bearbeitet und hrsg. von Paul Großmann, Berlin-Mahlsdorf, Fritz-Reuter-Straße 6: Selbstverlag, 1934

Einzelnachweise

  1. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  2. http://www.gemeinde-hoppegarten.de/verzeichnis/objekt.php?mandat=54849
  3. Benno Prieß: Erschossen im Morgengrauen. Eigenverlag, Mitherausgeber: Landesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der DDR. Calw 2002, ISBN 3-926802-36-7. S. 224–232
  4. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Märkisch-Oderland . S. 22–25
  5. Stationspreisliste auf deutschebahn.com, abgerufen am 10. Januar 2015
  6. Jürgen Meyer-Kronthaler, Wolfgang Kramer: Berlins S-Bahnhöfe / Ein dreiviertel Jahrhundert. be.bra verlag, Berlin 1998. ISBN 3-930863-25-1, S. 38.
  7. Drucksache 17/15669. Abgeordnetenhaus Berlin, 19. März 2015, abgerufen am 11. Juli 2015 (PDF).
  8. Eröffnung der CLINTON Europa-Zentrale in Dahlwitz-Hoppegarten bei Berlin TrendJam Magazin, abgerufen am 13. Juli 2015

Kategorien: Ort im Landkreis Märkisch-Oderland | Ehemalige Gemeinde (Landkreis Märkisch-Oderland) | Hoppegarten

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Dahlwitz-Hoppegarten (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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