DDR-Fußball-Oberliga 1977/78 - LinkFang.de





DDR-Fußball-Oberliga 1977/78


Die Saison 1977/78 war die 29. Auflage der DDR-Oberliga. Meister wurde zum sechsten Mal die SG Dynamo Dresden. Es war gleichzeitig der dritte Meistertitel in Folge für die Dresdner, eine bis dahin einmalige Leistung im DDR-Fußball. Die Saison begann am 13. August 1977 und endete am 3. Juni 1978.

Saisonverlauf

Wie schon im Vorjahr fand das Meisterschaftsduell zwischen Dresden und Magdeburg statt. Die Magdeburger konnten dabei noch die Hinrunde als Erster abschließen. Aber in der Rückrunde setzte sich Dynamo mit neun Siegen und drei Unentschieden bei gleichzeitig nur einer Niederlage durch. Die Entscheidung fiel praktisch am vorletzten Spieltag, als der 1. FC Magdeburg auswärts beim HFC Chemie verlor und damit zwei Punkte und neun Tore Rückstand auf die Dresdner hatte.

Für Dynamo Dresden war diese Meisterschaft in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes: Es war die dritte in Folge, was vor Dresden noch keiner Mannschaft gelungen war und danach nur der BFC Dynamo wiederholen konnte, es war der insgesamt sechste Titel, was Dynamo zusammen mit Vorwärts Frankfurt zum Rekordmeister der DDR machte (auch hier konnten sie nur vom BFC übertroffen werden) und es war der letzte Meistertitel für die nächsten elf Jahre.

Für den Zweiten Magdeburg war die Vizemeisterschaft das letzte Mal, dass man sich auf den ersten beiden Rängen platzieren konnte. Den dritten Platz belegte der BFC Dynamo, der dagegen den Aufwärtstrend der letzten Jahre fortsetzte. Der Vorjahresdritte Carl Zeiss Jena spielte eine schwache Hinrunde, kam aber durch eine starke Rückrunde noch auf einen Europapokalplatz ebenso wie Lokomotive Leipzig.

Der Abstieg war frühzeitig entschieden. Vorjahresaufsteiger Wismut Gera belegte ab dem sechsten Spieltag durchgehend einen Abstiegsplatz, konnte nur einen Sieg erringen und verlor gleichzeitig 21-mal. Es war der letzte Auftritt von Gera in der Oberliga. Der andere Absteiger war der Rekordmeister Vorwärts Frankfurt, der bereits in den beiden Vorjahren nur knapp dem Abstieg entgangen war und dieses Mal nach 24 Jahren Zugehörigkeit zur obersten Spielklasse wieder zweitklassig spielen musste.

Der andere Vorjahresaufsteiger Chemie Böhlen konnte dagegen überraschend die Klasse halten und stellte sogar den Torschützenkönig.

DDR-Fußball-Oberliga 1977/78
Abschlusstabelle
Platz Mannschaft Sp S U N Tore Diff. Punkte
1. SG Dynamo Dresden (M, P) 26 18 5 3 70:25  +45 41-11
2. 1. FC Magdeburg 26 16 6 4 52:17  +35 38-14
3. Berliner FC Dynamo 26 14 7 5 54:25  +29 35-17
4. 1. FC Lokomotive Leipzig 26 13 6 7 57:34  +23 32-20
5. FC Carl Zeiss Jena 26 13 5 8 53:32  +21 31-21
6. Hallescher FC Chemie 26 11 8 7 44:34  +10 30-22
7. FC Karl-Marx-Stadt 26 6 12 8 34:37  -3 24-28
8. 1. FC Union Berlin 26 9 6 11 27:36  -9 24-28
9. FC Rot-Weiß Erfurt 26 7 9 10 23:35  -12 23-29
10. BSG Sachsenring Zwickau 26 8 7 11 22:45  -23 23-29
11. BSG Wismut Aue 26 8 6 12 22:47  -25 22-30
12. BSG Chemie Böhlen (N) 26 6 8 12 34:51  -17 20-32
13. FC Vorwärts Frankfurt 26 3 9 14 19:35  -16 15-37
14. BSG Wismut Gera (N) 26 1 4 21 17:75  -58   6-46
Legende
Meister Teilnehmer am Europapokal der Landesmeister 1978/79
Pokalsieger Teilnehmer am Europapokal der Pokalsieger 1978/79
Teilnehmer am UEFA-Pokal 1978/79
Absteiger in die Liga
(M) Meister der letzten Saison
(P) Pokalsieger der letzten Saison
(N) Aufsteiger der letzten Saison
Aufsteiger aus der DDR-Fußball-Liga 1977/78: BSG Stahl Riesa, FC Hansa Rostock

Statistik

Meistermannschaft

SG Dynamo Dresden
Bernd Jakubowski (18 Spiele / - Tore)

Hans-Jürgen Dörner (26/10)
Christian Helm (19/-), Udo Schmuck (22/3), Klaus Müller (20/-)
Gerd Weber (25/10), Hartmut Schade (26/6), Dieter Riedel (18/6)
Rainer Sachse (17/7), Peter Kotte (25/11), Gert Heidler (16/3)

Trainer: Walter Fritzsch
außerdem: Claus Boden (Tor, 9/-); Reinhard Häfner (22/5), Matthias Müller (15/4), Hans-Jürgen Kreische (8/4), Frank Richter (10/-), Andreas Trautmann (7/1), Matthias Döschner (5/1), Karsten Petersohn (5/1), Volker Henning (1/-), Volker Schmidt (1/-)

Tore

In den 182 Punktspielen fielen 528 Tore, im Schnitt 2,90 pro Spiel. Die torreichsten Spiele mit jeweils acht Treffern waren der 7:1-Sieg von Dynamo Dresden gegen Chemie Böhlen sowie der 5:3-Sieg von wiederum Böhlen gegen den HFC Chemie. Der höchste Sieg war ein 7:0 von Lokomotive Leipzig gegen Sachsenring Zwickau.

Klaus Havenstein vom Aufsteiger Chemie Böhlen wurde zum Torschützenkönig der Oberliga. Havenstein war bereits in den beiden vorherigen Spielzeiten Torschützenkönig der DDR-Liga gewesen.

Torschützenliste
Spieler Mannschaft Tore
1. Klaus Havenstein BSG Chemie Böhlen 15
2. Rüdiger Schnuphase FC Carl Zeiss Jena 14
3. Joachim Streich 1. FC Magdeburg 13
Wolf-Rüdiger Netz BFC Dynamo 13
5. Eberhard Vogel FC Carl Zeiss Jena 12

Zuschauer

Insgesamt sahen 2.132.300 Zuschauer die 182 Oberligaspiele, das ergibt einen Schnitt von 11.716 Zuschauern pro Spiel. Nicht nur sportlich sondern auch bei den Zuschauerzahlen war Dresden das Maß aller Dinge und verzeichnete einen Zuschauerschnitt von 30.231. Auf Platz zwei folgten Union Berlin (17.308) und der HFC Chemie (17.038). Das Tabellenschlusslicht bildete erneut Vorwärts Frankfurt mit im Schnitt nur 4.385 Zuschauern, den zweitgeringsten Heimschnitt hatte der Aufsteiger aus Böhlen (5.454). Die größte Kulisse erlebte das Ost-Berliner Stadtderby zwischen dem BFC und dem 1. FC Union vor 45.000 Zuschauern am dritten Spieltag im Stadion der Weltjugend.

Mannschaft [math]\varnothing[/math] Zuschauer
BSG Wismut Aue 8.231
Berliner FC Dynamo 13.154
1. FC Union Berlin 17.308
BSG Chemie Böhlen 5.454
SG Dynamo Dresden 30.231
FC Rot Weiß Erfurt 7.538
FC Vorwärts Frankfurt 4.385
BSG Wismut Gera 6.785
Hallescher FC Chemie 17.038
FC Carl Zeiss Jena 8.538
FC Karl-Marx-Stadt 11.438
1. FC Lokomotive Leipzig 12.462
1. FC Magdeburg 14.115
BSG Sachsenring Zwickau 7.346

Fußballer des Jahres 1978

Nach der Saison wurde Jürgen Croy von Sachsenring Zwickauder als Fußballer des Jahres 1978 ausgezeichnet. Croy wurde diese Ehrung bereits zum dritten Mal zuteil, eine Leistung, die außer ihm nur noch Hans-Jürgen Dörner erreichte, der dieses Mal Zweiter wurde.

Spieler Mannschaft
1. Jürgen Croy BSG Sachsenring Zwickau
2. Hans-Jürgen Dörner SG Dynamo Dresden
3. Jürgen Pommerenke 1. FC Magdeburg

FDGB-Pokal

Der FDGB-Pokal wurde in dieser Spielzeit vom 1. FC Magdeburg gewonnen, der im Finale den Titelverteidiger und Serienmeister Dynamo Dresden besiegte. Es war bereits Magdeburgs fünfter Pokaltriumph.

Internationale Wettbewerbe

Die Europapokalteilnehmer der DDR konnten nur im UEFA-Pokal Erfolge feiern. Hier erreichten Jena und Magdeburg jeweils das Viertelfinale und schieden erst gegen die späteren Finalteilnehmer SEC Bastia bzw. PSV Eindhoven aus. Magdeburg setzte sich vorher u.a. gegen den FC Schalke 04 durch. Für Dynamo Dresden (im Europapokal der Landesmeister gegen den späteren Sieger FC Liverpool) und Lokomotive Leipzig (im Europapokal der Pokalsieger gegen Betis Sevilla) war dagegen in der 2. Runde bereits das Ende erreicht. Der vorm Saisonbeginn ausgetragene Intertoto-Cup 1977 fand erneut ohne DDR-Beteiligung statt.

Siehe auch

Weblinks


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/DDR-Fußball-Oberliga 1977/78 (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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