DB-Baureihe 474 - LinkFang.de





DB-Baureihe 474


DB-Baureihe 474/874
BR 474
Anzahl: 224 Triebwagen (ET)
70 Mittelwagen (EM) (474.1+2)
42 Mittelwagen (EM) (474.3)
Hersteller: Traktionsausrüstung: Adtranz, jetzt Bombardier
Mechanteil: LHB, jetzt Alstom Transport Deutschland
Baujahr(e): 1996–2001
2006
Achsformel: Bo’Bo’+2’2’+Bo’Bo’
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge über Kupplung: 65.560 m
Höhe: 3.720 mm
Breite: 3.008 mm
Drehzapfenabstand: 16.190 mm (ET)
13.280 mm (EM)
Drehgestellachsstand: 2.300 mm (ET)
1.800 mm (EM)
Leermasse: 100 t (474.1)
94 t (474.2)
106 t (474.3)
Höchstgeschwindigkeit: 100 km/h
Stundenleistung: 920 kW
Beschleunigung: 1,0 m/s²
Bremsverzögerung: 0,7 m/s² (E-Bremse)
1,2 m/s² (Schnellbremsung)
Treibraddurchmesser: 855/780 mm
Laufraddurchmesser: 680/610 mm (474.1+2)
850/770 mm (474.3)
Stromsystem: 1200 V DC
(474.3 zusätzlich 15 kV 16,7 Hz AC)
Stromübertragung: seitliche, von der Seite bestrichene Stromschiene
(474.3 zusätzlich durch Oberleitung)
Anzahl der Fahrmotoren: 8
Kupplungstyp: Scharfenbergkupplung
Sitzplätze: 208
Stehplätze: 306
Fußbodenhöhe: 1.035 mm

Bei der Baureihe 474/874 handelt es sich um einen Elektrotriebwagen speziell für das Hamburger S-Bahn-Netz.

Geschichte

Die erste Serie von 45 Fahrzeugen wurde 1994 bei Linke-Hofmann-Busch als Konsortialführer des Konsortiums Linke-Hofmann-Busch (Mechanteil) und der damaligen ABB Henschel AG (Elektro- und Leittechnik) in Salzgitter bestellt und ab 1996 ausgeliefert. 1997 wurde er der Presse vorgestellt. Die zweite Serie von 58 Fahrzeugen wurde 1996 bestellt und bis 2001 dem Bw Hamburg-Ohlsdorf ausgeliefert.

Technik

Die Baureihe 474 stellt bei der Hamburger S-Bahn einen Generationswechsel bei den Fahrzeugen dar. Die Stromeinspeisung erfolgt wie bisher über eine seitlich bestrichene Stromschiene, die an der Seite des Gleises angebracht ist. Die Fahrzeuge werden über diese Stromschiene mit Gleichstrom der Spannungsebene 1.200 V versorgt. Als Antriebe kommen erstmals flüssigkeitsgekühlte Drehstrom-Asynchronmaschinen, die über ein zweistufiges Getriebe mit den Achsen verbunden sind, zum Einsatz. Zum Betrieb der Asynchronmaschinen am Gleichstromnetz werden flüssigkeitsgekühlte GTO-Wechselrichter verwendet. Die Fahrzeuge der Baureihe 474 sind für eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h zugelassen. Sie sind durchgängig von Rechnern gesteuert, die die bisher in den älteren Hamburger Baureihen 470 und 472 vorherrschende konventionelle Steuerung ablösten. Die Steuerdaten werden nicht mehr über Einzelleitungen, sondern über serielle Bussysteme (Fahrzeugbus ist DVB, Zugbus ist WTB) übertragen. Daher ist es nicht möglich, die Fahrzeuge der älteren Baureihen mit denen der Baureihe 474 in gemischten Einheiten zu fahren. Die Fahrzeuge sind – wie ihre Vorgängertypen – mit einer Scharfenbergkupplung ausgestattet, die so beschaffen ist, dass über eine Adapterkupplung eine mechanische Kupplungsmöglichkeit (beispielsweise für Abschleppvorgänge) mit den Vorgängerbaureihen besteht.

In den Jahren 1997 und 1998 gab es erhebliche Probleme bei den Fahrzeugen. Nach starken Vibrationen gab es Unzulänglichkeiten bei der Lüftung, dem Türöffnungsmechanimus und dem Triebwerk, die zu einem Abnahmestopp führten. Die Presse führte das auf die Bestellung ohne Prüfung von Prototypen zurück.[1]

Mehrsystemausführung 474.3

In den Jahren 2006 und 2007 wurde die Serie 474.3 ausgeliefert, die sich aus neun Neubaufahrzeugen und 33 aus bereits vorhandenen Fahrzeugen der zweiten Serie umgebauten Zügen zusammensetzt. Die Fahrzeuge sind zusätzlich für Oberleitungsbetrieb mit Bahnstrom 15 kV 16,7 Hz ausgerüstet. Dazu erhielten die Mittelwagen einen Stromabnehmer für die Oberleitung sowie die gesamte Hochspannungsausrüstung einschließlich der Vierquadrantensteller, die aus dem heruntertransformierten Wechselstrom des Fahrdrahtes den für den Fahrbetrieb benötigten Gleichstrom erzeugen und eine Rückspeisung der Bremsenergie ins Bahnstromnetz ermöglichen. Der 15-kV-Stromabnehmer wird bei der Baureihe 474.3 zur Unterscheidung von den Seitenstromabnehmern für den Gleichstrombetrieb ausschließlich als Pantograph bezeichnet.

Die Triebzüge der Baureihe 474.3 befahren seit Dezember 2007 als S3 ab Pinneberg über Hauptbahnhof und Harburg und dann weiter auf der Niederelbebahn anstelle der mit Lokomotiven betriebenen Regionalbahn-Züge die Strecke bis Stade. Ab dem bisherigen S-Bahn-Endpunkt Hamburg-Neugraben wird das Bahn-Wechselstrom-System benutzt.

474 Plus

Unter dieser Bezeichnung plant die S-Bahn Hamburg GmbH eine Modernisierung aller Fahrzeuge der Baureihe 474. Dabei sollen – neben dem Einbau einer Klimaanlage – Durchgänge zwischen den Wagenteilen geschaffen und neue Fahrgastinformationssysteme installiert werden. Im Mittelwagen wird ein Mehrzweckbereich eingerichtet und der Türbereich wird mit einer neuen Einklemmschutz-Schaltleiste und einem Lichtgitter versehen. Ein erster Prototyp wurde im Juli 2011 im Betriebswerk Ohlsdorf der Presse vorgestellt, woraufhin ein Zulassungsverfahren eingeleitet werden sollte. Mit dem Beginn der Modernisierung der restlichen Fahrzeuge wurde zunächst ab 2012 gerechnet. Aufgrund von technischen Schwierigkeiten (zu hohes Gewicht der Klimaanlage) war der Umbau-Prototyp allerdings nicht zulassungsfähig. Die Klimaanlage musste von Mitte 2013 bis Ende 2014 wieder ausgebaut werden, um die dringend benötigte Einheit wieder dem Personenverkehr zuführen zu können. Bereits im Herbst 2009 wurde damit begonnen, die Sitzpolster auszutauschen. Diese erhöhen den Sitzkomfort und sollen Vandalismus erschweren.

Der Umbau in Serie hätte gut eine Million Euro pro Zug gekostet. Die Finanzierung dieses Projektes war allerdings nicht geklärt. Hier wurden noch Gespräche mit den Ländern Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein geführt. In Medienberichten von Mitte 2013 hieß es noch, der Beginn könne sich verzögern, bis die ersten Exemplare der DB-Baureihe 490 ausgeliefert werden.[2] Tatsächlich begann die Serienauslieferung der modernisierten "474 Plus" dann im Februar 2016, ca. alle sechs Wochen wird ein Zug fertig.

Das Vorhaben soll insgesamt einer qualitativen Verbesserung und somit auch einem Anstieg der Fahrgastzahlen dienen.

Aus technischen Gründen und um ein erneutes Zulassungsverfahren zu vermeiden, wurde bei der weiteren Planung auf den Einbau einer Klimaanlage verzichtet. Am Freitag, 9. Januar 2015 wurde der um die Klimaanlage rückgebaute Umbau-Prototyp als erster modernisierter Serienzug vorgestellt, der sofort in den Betrieb ging. Für 70 Millionen Euro werden bis 2021 auch alle restlichen 111 Züge entsprechend umgebaut. Die Arbeiten werden gemäß dem Verkehrsvertrag zwischen Hamburg und der Bahn durchgeführt, der ab 2018 gilt.[3]

Geplante Beschaffung einer neuen Generation

Als Neufahrzeuge werden, Stand Juli 2013, ab dem Jahr 2016 insgesamt 60 Züge der DB-Baureihe 490 geliefert. Sie sollen bis Dezember 2018 alle ausgeliefert sein und 52 Exemplare der Baureihe 472 ersetzen.[2] Somit würden sie ab 2016 parallel zum 474 im Einsatz stehen.

Galerie

Einzelnachweise

  1. Hamburger Abendblatt 28.Januar 1998 Seite 11
  2. 2,0 2,1 Auslieferung ab 2016: So sehen Hamburgs neue S-Bahnen aus. 28. Juni 2013, abgerufen am 28. Juni 2013.
  3. Hamburger S-Bahn stellt ersten modernisierten Zug vor , abgerufen am 11. Januar 2015

Weblinks

 Commons: DB-Baureihe 474  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: S-Bahn-Triebfahrzeug | S-Bahn Hamburg | Triebfahrzeug (Deutsche Bahn) | Elektrotriebwagen

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/DB-Baureihe 474 (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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