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Département Moselle


Moselle
Region Alsace-Champagne-Ardenne-Lorraine
Präfektur Metz
(2 arrondissements:
Metz-Ville,
Metz-Campagne)
Unterpräfektur(en) Boulay-Moselle
Château-Salins
Forbach
Sarrebourg
Saargemünd
Thionville
(2 arrondissements:
Thionville-Est,
Thionville-Ouest)
Einwohner 1.046.873 (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 168 Einw. pro km²
Fläche 6.216 km²
Arrondissements 9
Kantone 51
Gemeinden 730
Präsident des
Départementrats
Patrick Weiten[1]
ISO-3166-2-Code FR-57

Das Département Moselle [mɔˈzɛl] ist das französische Département mit der Ordnungsnummer 57. Es liegt im Osten des Landes in der Region Alsace-Champagne-Ardenne-Lorraine und ist nach dem Fluss Mosel (französisch Moselle) benannt. Départementhauptstadt ist Metz.

Geographie

Das Département Moselle grenzt im Norden an das Großherzogtum Luxemburg, im Nordosten an die Bundesrepublik Deutschland (Bundesländer Saarland und Rheinland-Pfalz), im Südosten an das Département Bas-Rhin (Region Elsass) sowie im Süden und Westen an das Département Meurthe-et-Moselle.

Geschichte

In älterer Zeit gehörten die Gebiete des heutigen Départements zum Hochstift Metz, zu den Herzogtümern Lothringen, Bar, Luxemburg und zur Reichsstadt Metz, die im Wappen vertreten sind, sowie kleineren Herrschaften, und fielen im 17. und 18. Jahrhundert an das Königreich Frankreich. „Moselle“, im Deutschen auch „Moseldepartement“ genannt, ist eines von 83 Départements, die zur Zeit der französischen Revolution im Jahre 1790 errichtet wurden. Das Département war wesentlich anders zugeschnitten als heute und in vier „Arrondissements“ untergliedert: Metz, Briey, Sarreguemines und Thionville.

Nach dem Deutsch-Französischen Krieg wurde das Moseldepartement am 18. Mai 1871 gemäß dem Frieden von Frankfurt aufgelöst. Das Deutsche Kaiserreich erhielt den größten Teil und vereinigte ihn mit den beiden Arrondissements Château-Salins und Saarburg (Sarrebourg) des ebenfalls aufgelösten Départements Meurthe zum Bezirk Lothringen des neugebildeten Reichslands Elsass-Lothringen. Nur ein kleiner Teil im Westen, das Arrondissement Briey, blieb bei Frankreich und bildete zusammen mit Teilen des Départements Meurthe das neue Département Meurthe-et-Moselle.

Die Reichslandzeiten waren geprägt von starken Bevölkerungsverschiebungen: Die französischen Eliten verließen nach 1871 den Bezirk, so genannte „Altdeutsche“, d. h. Zuwanderer aus den anderen Gebieten des Deutschen Reichs, füllten die Lücke, insbesondere in den Bereichen Verwaltung und Militär, aber auch Arbeiter in den aufstrebenden Industrieorten des Erzbeckens. Dies führte dazu, dass die Großstadt Metz am Vorabend des Ersten Weltkriegs zwar eine deutsche Bevölkerungsmehrheit von über 75 % hatte, aber eine Sprachinsel bildete, weil das unmittelbare Umland der Stadt frankophon blieb.

Aus verteidigungstechnischen Gründen, aber vor allem wegen des Besitzes der Schwerindustrie und der Eisenerz-Gruben (Minette) hielten die deutschen Siegermächte bei der Grenzfestlegung 1871 nicht die deutsch-französische Sprachgrenze ein. So gehörten zum neuen deutschen Kaiserreich nun auch frankophone Gebiete. Die französischsprachigen Bewohner erhielten einige Zugeständnisse im Gebrauch ihrer französischen Muttersprache in Verwaltung, Justiz und Schule. So saßen für 47 Jahre im Deutschen Reichstag in Berlin unter anderem auch einige muttersprachlich französische Reichstagsabgeordnete aus Elsass-Lothringen.

Im 1919 nach dem Ersten Weltkrieg abgeschlossenen Friedensvertrag von Versailles kam das Gebiet wieder zu Frankreich zurück. Die Verwaltungsgrenzen wurden wegen der in fünf Jahrzehnten geschaffenen Tatsachen beibehalten und nicht wieder auf den Stand von 1870 zurückgesetzt, der „Bezirk Lothringen“ wurde umbenannt in „Département Moselle“. Die administrativen Verbindungen zu den traditionell deutschen Sprachgebieten des Elsasses wurden gekappt und die Moselle fand sich im Kontext eines stark zentralistisch auf Paris ausgerichteten Frankreich wieder.

Im Verlauf des Zweiten Weltkrieges wurde das Gebiet Moselle nach der Niederlage Frankreichs (Waffenstillstand vom 22. Juni 1940) faktisch dem Deutschen Reich wieder angeschlossen, als CdZ-Gebiet Lothringen unter Zivilverwaltung gestellt und sollte zusammen mit dem Saarland und der Pfalz den „Gau Westmark“ bilden. Mit der Evakuierung der Grenzbevölkerung 1939 nach Innerfrankreich und der Besetzung des ehemaligen Reichslandes Elsass-Lothringen 1940 kam es erneut zu Bevölkerungsverschiebungen. Der Chef der Zivilverwaltung Josef Bürckel wies im November 1940 etwa 60.000 missliebige französischsprachige Lothringer nach Vichy-Frankreich aus, deutschsprachige Siedler wurden angeworben. Trotz gewisser autonomistischer und nationaler Sympathien der zum Teil im deutschen Kaiserreich aufgewachsenen Lothringer stieß die nationalsozialistische Politik des Diktators Hitler verbreitet auf Widerwillen und passiven Widerstand. Mit dem Vormarsch der Alliierten musste sich die deutsche Wehrmacht im Herbst 1944 zurückziehen. Von Herbst 1944 bis Frühjahr 1945 war die Region Kampfgebiet. In die Moselregion zogen 1944 zuerst Soldaten der US-amerikanischen Armee ein, in einigen Dörfern hielt sich die Wehrmacht noch bis zum März 1945.

Über viele Jahrzehnte spielten die Steinkohleförderung und die Stahlproduktion im Département Moselle eine zentrale Rolle. In den 1970er und 1980er Jahren verloren beide Industriezweige jedoch immer mehr an Bedeutung, vor allem die industrialisierten Gebiete im Norden und Nordosten des Départements wurden stark von der Stahlkrise und Kohlekrise betroffen. 1997 endete mit der Schließung der Eisenerzmine in Audun-le-Tiche eine über 100-jährige Ära. 2004 wurde mit der Zeche La Houve in Creutzwald das letzte Steinkohlebergwerk in ganz Frankreich geschlossen.

Bevölkerung

Sprache

Inmitten des Départements verlief bis in die jüngste Vergangenheit entlang einer Linie von Thionville nach Sarrebourg die deutsch-französische Sprachgrenze. Die einheimischen frankophonen Bewohner des Départements sprachen traditionell das romanische Lothringisch, das als Umgangssprache auch von der ältesten Generation nicht mehr verwendet wird. Die deutsch-lothringischen Mundarten der einheimischen germanophonen Bewohner des Départements gehören zum Moselfränkischen und zum Rheinfränkischen. Nach 1945 wurde die deutsche Sprache aus den Medien verdrängt und auf die deutschsprachige Bevölkerung erheblicher Druck ausgeübt, ihren Dialekt abzulegen und Französisch zu sprechen. Nach den vielen Jahren der politischen Zugehörigkeit zu Frankreich und einer entschiedenen Französisierungspolitik (Französisch als Amts- und Unterrichtssprache) sind die einheimischen deutschen Dialekte vom Aussterben bedroht. Während die älteste Generation noch Deutsch beherrscht, verwenden die jüngeren Generationen zumeist Französisch als Umgangssprache und geben Französisch auch an ihre Kinder weiter.

Städte

Die bevölkerungsreichsten Gemeinden des Départements Moselle sind:

Stadt Einwohner
(2013)
Arrondissement
Metz 118.634 Metz-Ville
Thionville (Diedenhofen) 41.627 Thionville-Est
Montigny-lès-Metz 21.831 Metz-Campagne
Saargemünd 21.572 Sarreguemines
Forbach 21.596 Forbach
Saint-Avold (Sankt Avold) 16.126 Forbach
Yutz (Jeutz) 15.898 Thionville-Est
Hayange (Hayingen) 15.833 Thionville-Ouest
Creutzwald (Kreuzwald) 13.434 Boulay-Moselle
Woippy 13.495 Metz-Campagne

Weitere größere Orte sind:

Verwaltungsgliederung

Verwaltungsgliederung bis 2015

Das Département gliederte sich bis zum Jahr 2015 in 9 Arrondissements, 51 Kantone und 730 Gemeinden:

Arrondissement Einwohner
(2013)
Fläche
(km²)
Bev.Dichte
(Einw./km²)
Kantone Gemeinden
Boulay-Moselle 0 722 0 3 96
Château-Salins 29.756 974 30,6 5 128
Forbach 246.629 561 439,6 7 73
Metz-Campagne (Metz-Land) 0 1.047 0 9 142
Metz-Ville (Metz-Stadt) 342.287 42 8.149,7 4 1
Sarrebourg 64.079 993 64,5 5 102
Sarreguemines 99.982 936 106,8 6 83
Thionville-Est 264.140 686 385 6 75
Thionville-Ouest 0 255 0 6 30

Verwaltungsgliederung ab 2016

Im Rahmen einer Verwaltungsreform wurden die Arrondissements Boulay-Moselle, Thionville-Ouest, Metz-Campagne und Château-Salins aufgelöst und jeweils mit den Arrondisements Forbach, Thionville-Est, Metz-ville und Sarrebourg fusioniert. Seither gibt es nur noch 5 Arrondisements.

Arrondissement Karte Einwohner
(2013)
Fläche
(km²)
Bev.Dichte
(Einw./km²)
Kantone Gemeinden
Forbach-Boulay-Moselle
Metz
Sarrebourg-Château-Salins
Sarreguemines
Thionville

Siehe auch

Sehenswürdigkeiten

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Département Moselle  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Moselle – Reiseführer

Einzelnachweise

  1. http://www.cg57.fr/conseildepartemental/Pages/lesCG/LePresident.aspx abgerufen am 1. Mai 2015

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Département Moselle (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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