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Culli

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Culli, auch Culle, Kulyi, Ilinga oder Linga war eine indigene Sprache, die in den Anden Nord-Perus in der ganzen Region La Libertad, im Süden von Cajamarca (Provinz Cajabamba) und im Norden von Ancash (Provinz Pallasca) gesprochen wurde und Anfang des 20. Jahrhunderts ausstarb.

Geschichte

Das wichtigste kulturelle Zentrum der cullisprachigen Region zur Zeit der Conquista war Huamachuco, wo die Schöpfergottheit Ataguju und der Donnergott Catequil auch noch unter der Fremdherrschaft der Inka angebetet wurden. Die Sprachbezeichnung Culli ist erstmals 1638 bezeugt. Die Sprache ist durch einige kleine Wortlisten bezeugt, von denen die längste vom Bischof Baltazar Jaime Martínez Compañón Ende des 18. Jahrhunderts beigesteuert wurde. In seinem früheren geographischen Verbreitungsgebiet ist das Culli durch zahlreiche meist zweiteilige Ortsnamen belegt.[1] Darüber hinaus geben regional ins Spanische sowie ins Cajamarca-Quechua entlehnte Wörter und Phrasen, die in der Region bis heute in Gebrauch sind, weitere Rückschlüsse auf die Sprache.[2]

Wortschatz

Ähnlich wie das Quechua und Aymara besaß das Culli möglicherweise ein 3-Vokal-System, wobei o und e als Allophone von u und i wahrscheinlich neben einem stimmlosen uvularen Plosiv auftraten, der von Martínez Compañón mit einem „č“ wiedergegeben worden sein könnte.[2] Unter anderem durch Ortsnamen sind eine Reihe Komposita bekannt. Wie in anderen andinen Sprachen (und auch im Deutschen) steht das Determinatum hinter dem Determinans. Der tschechoslowakische Linguist Čestmír Loukotka schöpfte überwiegend aus dem Vokabular von Martínez Compañón:[3]

  • ahhi - Frau
  • coñ - Wasser
  • čollapù - Tog
  • challua - Fisch (wohl aus dem Quechua challwa)
  • chu - Kopf
  • chuko - Erde, Boden
  • chukuáll - Herz
  • gorán - Fluss
  • kankiù - lachen
  • keda - See
  • kinù - Vater
  • koñ, goñ - Wasser
  • kumú - trinken
  • mú - Feuer
  • múñ - Mond
  • tay - Berg
  • urú - Baum
  • usú - Mensch

Klassifikation

Nach bisherigen Erkenntnissen hat Culli keine nähere Verwandtschaft mit irgendeiner lebenden oder anderen hinreichend dokumentierten Sprache.

Literatur

  • Willem F.H. Adelaar (2004): The Languages of the Andes. Cambridge University Press, Cambridge, S. 401-405. ISBN 0-521-36275-X.
  • Čestmír Loukotka (1968). Classification of South American Indian Languages. UCLA Latin American Center, Los Angeles, S. 63-65.
  • Willem F.H. Adelaar (1989): En pos de la lengua culle. In: R. Cerrón-Palomino, G. Solís Fonseca (Hrsg.): Temas de lingüística amerindia. Primer Congreso Nacional de Investigaciones Lingüístico-Filológicas, S. 83-105. CONCYTEC, Lima.
  • Baltazar Jaime Martínez Compañón (1782–1790): Plan que contiene 43 vozes Castellanas traducidas a las ocho lenguas que hablan los Indios de la Costa, Sierras, y Montañas del Obispado de Trujillo del Perú . In: Trujillo del Perú en el siglo XVIII, vol. I-II. Ediciones Cultura Hispánica, Madrid 1920–1921.
  • Paul Rivet (1949): Les langues de l'ancien diocèse de Trujillo. JSAP 38, S. 1-51.
  • F. Silva Santisteban (1982): La lengua culle de Cajamarca y Huamachuco. Cantuta 9, S. 138-148. Universidad Nacional de Educación, Lima.
  • Gustavo Solís Fonseca (1986): La lengua culli revisitada. Ponencia al Séptimo Congreso Peruano del Hombre y la Cultura Andina. Universidad Santiago Antúnez de Mayolo, Huaraz.
  • Alfredo Torero (1986): Deslindes lingüísticos en la costa norte peruana. Revista Andina 4/2: 523-545. Cusco.
  • Manuel Flores Reyna (1996): Tras las huellas de una lengua perdida. La lengua culle de la sierra norte del Perú. First Encounter of Peruvianists (Universidad de Lima, September 1996).
  • Manuel Flores Reyna (2000): Recopilación léxica preliminar de la lengua culle. Tipshe 1, S. 173–197.
  • Manuel Flores Reyna (2001): Estudio comparativo del léxico culle en el castellano de las provincias Santiago de Chuco (La Libertad) y Pallasca (Ancash). Verbum 2, S. 27–41.
  • Rodolfo Cerrón Palomino (2005): La supervivencia de un sufijo culli en el castellano regional peruano. In: Filología y Lingüística. Estudios ofrecidos a Antonio Quilis. Vol. 1. SCIC Press, Madrid 2005. S. 963–976.

Einzelnachweise

  1. Willem Adelaar (2004), S. 401.
  2. 2,0 2,1 Willem Adelaar (2004), S. 402-404.
  3. Čestmír Loukotka (1968), S. 63–65.

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Culli (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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