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Crossen (Zwickau)


Crossen
Stadt Zwickau
Höhe: 254 m
Einwohner: 1620 (31. Dez. 2005)
Eingemeindung: 1. Oktober 1996
Postleitzahl: 08058
Vorwahl: 0375

Crossen ist ein Stadtteil im Stadtbezirk Zwickau-Nord. Durch den Ortsteil verläuft der Muldentalradwanderweg.

Geschichte

Crossen wurde 1219 das erste Mal unter dem Namen Crozne urkundlich erwähnt. Crozne bedeutet so viel wie Geflochtenes, was auf große Weidenbestände an der Zwickauer Mulde hinweist.

Damals gehörte Crossen als zinsendes Dorf zum Kloster Eisenberg in Thüringen, dem es durch den Markgrafen Dietrich mit einer Schenkungsurkunde unterstellt wurde. Im Jahre 1254 wurde es vom Burggrafen Erkenbert von Starkenberg an das Grünhainer Kloster übergeben, welches ab 1289 volle Gerichtsbarkeit ausübte. Ab 1399 hatte Crossen eine Dorfschmiede und 1443 wurde die erste Mahlmühle gegründet und betrieben.

Im Jahre 1571 wurde der erste Gemeindeschneider und 1594 der erste Gemeindehirte erwähnt. 1604 wurde zum ersten Mal von einem Lehrer berichtet. Der erste Schuhflicker fand 1708 erstmals Erwähnung und 1721 der erste Zimmerer.

1633 wütete in Crossen die Pest und 1865/1866 wurde Crossen von der Cholera heimgesucht. Da der Friedhof an der Kirche damals zu klein wurde, wurden die Opfer in einem neu angelegten Friedhof „Am Kuchel“ beerdigt. Im Jahr 1670 wurde eine Papiermühle angeschlossen. Bereits seit 1867 hatte Crossen einen organisierten Brandschutz und 1900 wurde die Freiwillige Feuerwehr gegründet.

Ab Ende der 1940er Jahre wurden durch die SAG Wismut in einem hier ansässigen Großbetrieb Uranerz für die UdSSR aufbereitet. Von Crossen führt ein Schlauchförderer zur Absetzanlage Helmsdorf, dort wurden Abwässer und Schlamm aus der Erzaufbereitung abgelagert. Die Uranaufbereitungsanlage wurde Ende der 1990er-Jahre vollständig abgerissen. Das Sanierungsprogramm inbegriffen Absetzanlage Helmsdorf soll bis 2018 abgeschlossen sein. Nur die Crossener Halde erinnert an diesen Teil der Geschichte von Zwickau. Das ehemalige Gelände der Uranaufbereitung ist Teil der Muldenaue.

Am 1. Januar 1994 wurde Schneppendorf nach Crossen eingemeindet.[1] Am 1. Oktober 1996 verlor die Gemeinde Crossen ihre Selbstständigkeit und wurde nach Zwickau eingemeindet.[2] Heute gehört Crossen zum Stadtbezirk Zwickau-Nord, hat die amtliche Nummer 37 und einen Ortschaftsrat.

Das Crossener Freibad wurde 1926 eingeweiht und 2005 vom Förderverein Freibad Crossen e. V. übernommen. Die Stadt Zwickau wollte das Freibad aus Einsparungsgründen ursprünglich schließen.

Die letzten großen Hochwasser in Crossen traten in den Jahren 1932, 1954 2002 und 2013 auf.

Bevölkerungsentwicklung

Datum Einwohnerzahl
31. Dezember 1998 1606
31. Dezember 1999 1614
31. Dezember 2000 1596
31. Dezember 2001 1591
31. Dezember 2002 1600
31. Dezember 2003 1565
31. Dezember 2004 1597
31. Dezember 2005 1620
Jahr Einwohnerzahl (Prognose)
2010 1.600
2015 1.500
2020 1.450

Quelle: Städtebauliches Entwicklungskonzept der Stadt Zwickau 2020 (Stand: Juni 2006).

Wirtschaft und Infrastruktur

Beginnend in der SBZ bis zum Ende der DDR produzierte hier der SAG Wismut-Großbetrieb (ab 1954 Objekt "AB 101" der SDAG Wismut) in einer Uranerz-Aufbereitung den Grundstoff für das sowjetische Atombombenprogramm. Nach dem Start der Autoproduktion im nahen Volkswagenwerk Zwickau siedelten sich im Gewerbegebiet Zwickau-Crossen außer einer Vielzahl von Kleinbetrieben aus unterschiedlichen Branchen auch einige VW-Zulieferer an. Das Zwickauer Zentrum kann man sowohl über die ÖPNV-Buslinie 173 als auch mit dem Auto über die vierspurige Schnellstraße B93 in sehr kurzer Zeit erreichen.

Sport

Die SDAG Wismut war früher Trägerbetrieb des Crossener Sports. Von 1976 bis zur politischen Wende spielte der Verein TSV Crossen in der Bezirksliga, der dritthöchsten DDR-Spielklasse. Die Spieler kamen durchweg vom Oberligisten BSG Sachsenring Zwickau. Heute heißt der Verein TSV Crossen, der in der achtklassigen Bezirksklasse Chemnitz spielt.

Persönlichkeiten

Literatur

  • Richard Steche: Crossen. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 12. Heft: Amtshauptmannschaft Zwickau. C. C. Meinhold, Dresden 1889, S. 18.
  • Crossen im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen

Weblinks

 Commons: Crossen (Zwickau)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1996

Kategorien: Ort an der Zwickauer Mulde | Stadtteil von Zwickau | Ehemalige Gemeinde (Landkreis Zwickau)

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Crossen (Zwickau) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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