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Constanța


Constanța
Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Dobrudscha
Kreis: Constanța
Koordinaten:
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 28 m
Fläche: 121,66 km²
Einwohner: 283.872 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 2.333 Einwohner je km²
Postleitzahl: RO–900xxx
Telefonvorwahl: (+40) 02 41
Kfz-Kennzeichen: CT
Struktur und Verwaltung (Stand: 2016[2])
Gemeindeart: Munizipium
Oberbürgermeister: Decebal Făgădău (PSD)
Postanschrift: Bulevardul Tomis, nr. 51
loc. Constanța, jud. Constanța, RO–900725
Website:

Constanța [konˈstant͜sa] (deutsch Konstanza oder Konstanz, auch Constantza, früher Küstendje, türkisch Kustendji, Kustendja, Köstence, Köstendsche, im Altertum Tomoi oder Tomis und in der Spätantike Constantiana) ist eine Hafenstadt in Rumänien am Schwarzen Meer. Mit 283.872 Einwohnern[1] war sie 2011 die fünftgrößte Stadt des Landes und Sitz des gleichnamigen Kreises.

Geschichte

Constanța wurde im 7. Jahrhundert v. Chr. von Griechen aus der ionischen Mutterstadt Milet (in Kleinasien) als Tomoi (Τόμοι) gegründet, eine später römische Stadt (Tomi), in der auch der aus Rom verbannte Dichter Ovid ab 8 n. Chr. lebte und um das Jahr 17 starb. Zeitweise stand sie unter dakischer, skythischer und keltischer Herrschaft. Unter dem römischen Kaiser Konstantin I. wurde die Stadt zu Ehren seiner Schwester in Constantiana umbenannt und war eine wichtige Metropole. Später teilte die Stadt das Schicksal der römischen Balkanprovinzen.

Im Winter 597/598 diente die Stadt dem oströmischen Feldherrn Priskos als Winterlager, als ihn die Awaren überraschend angriffen und in der Stadt einschlossen. Die mehrmonatige Belagerung wurde erst beim Herannahen eines römischen Heeres unter dem Feldherren Komentiolos beendet (→ Balkanfeldzüge des Maurikios). 679 wurde Constanța von den Bulgaren in Besitz genommen und verblieb bis 1385 unter ihrer Herrschaft, welche jedoch zwischen 971 und 1186 durch die byzantinische Rückeroberung unterbrochen war. Nachdem die Stadt anschließend für einige Jahrzehnte zum Fürstentum Walachei gehört hatte, fiel sie 1420 an das Osmanische Reich. 1878 wurde Constanța im Rahmen des Berliner Kongresses als Teil der Norddobrudscha Rumänien zugeschlagen.

Im Ersten Weltkrieg wurde Constanța von den Mittelmächten besetzt, sollte durch den Frieden von Bukarest aber bei Rumänien verbleiben. 1918 wurde die Stadt von den Alliierten endgültig befreit. In der Zwischenkriegszeit avancierte die Hafenstadt zum wichtigsten Handelszentrum Rumäniens. Ab den 1930ern lief über die Hälfte der nationalen Exporte über den Hafen von Constanța. Dies war einer der Gründe, weshalb der im Zweiten Weltkrieg, in dem Rumänien auf Seiten der Achsenmächte stand, eines der Hauptziele der alliierten Bombenangriffe in Rumänien war. Von den Zerstörungen konnte man sich erst in den frühen 1950ern erholen.

Bevölkerung

Constanța ist neben Medgidia und Babadag das Zentrum der türkischen und tatarischen Minderheit Rumäniens sowie des Islam in Rumänien, der von der turko-tatarischen Minderheit geprägt wird. 6 % der Stadtbevölkerung ist muslimisch. Daneben gibt es auch eine kürzlich eingewanderte arabische Minderheit, die in Constanța eine Schule mit arabischer und englischer Unterrichtssprache betreibt. Die türkische weiterführende Schule ist in Medgidia.

1853 lebten erst 5204 Menschen in der Stadt; darunter stellten die Tataren (36 %) und Griechen (30 %) die Mehrheit. Nur 5 % waren Rumänen.[3] In der Folge nahm die Einwohnerzahl stetig zu, gleichzeitig stieg der Anteil der Rumänen. 1930 lebten ca. 59.000 Menschen in der Stadt, darunter ca. 1450 Deutsche.[4] In den späten 1950er Jahren wurde die Zahl von 100.000 Bewohnern erreicht. 1992 registrierte man mit 350.581 die maximale Einwohnerzahl, die seitdem wieder deutlich rückläufig ist. Bei der Volkszählung 2002 lebten in Constanța noch 310.471 Menschen, darunter etwa 286.000 Rumänen, je 9000 Türken und Tataren, 3000 Roma, 900 Russen bzw. Lipowaner, 500 Griechen, je 400 Ungarn und Armenier und 200 Deutsche.[5]

Wirtschaft und Verkehr

Hafen

Unmittelbar südlich von Constanța befindet sich der neue Großhafen Agigea am Ausgang des Donau-Schwarzmeer-Kanales. Somit hat Constanța eine direkte Verbindung zur Donau und den mitteleuropäischen Hafenstädten. Der Main-Donau-Kanal ermöglicht zudem, dass die Schifffahrtsroute Constanța-Rotterdam einen ununterbrochenen Wasserweg zwischen dem Schwarzen Meer und der Nordsee darstellt. Zudem ist Rotterdam eine wichtige Partnerstadt von Constanța. Constanța ist bereits der größte Hafen am Schwarzen Meer und der Warenumschlag wächst um 8 Prozent pro Jahr.[6] Die Bedeutung der Stadt wird vor allem nach der geplanten Inbetriebnahme der Pan-European Oil Pipeline (PEOP) 2012 weiter steigen. Die Ölpipeline soll von Constanța nach Triest führen. Ziel des Projekts ist es, den Bosporus zu entlasten.

Verkehr

Mit Bukarest besteht eine Autobahn- und Eisenbahnverbindung, zu Letzterer gehören neben dem Personenbahnhof Constanța als größte Bahnhöfe der Rangierbahnhof Palas und ein weiterer Rangierbahnhof für den Hafen. Ferner befinden sich dort die Badeorte Techirghiol, Mamaia, Eforie Nord, Eforie Sud und der internationale Flughafen Aeroportul Internațional Mihail Kogălniceanu.

Innerhalb der Stadt hatte bis 2008 bzw. 2010 ein aus Straßenbahn, Bus und O-Bus bestehendes Nahverkehrsnetz existiert, das von der RATC (Regia Autonomă de Transport Constanța) betrieben wird. Das Straßenbahn- und O-Bus-Netz wurde in den letzten Jahren jedoch zugunsten des Autobusnetzes reduziert und inzwischen eingestellt. So wurde fast das gesamte O-Bus-Netz (ausgenommen die Linien 48 und 48 b (Stand Juli 2006)) und die Straßenbahnlinie 100 (Gară - Sat de Vacanța; in der Nähe des Ortseingangs von Mamaia) durch Busse ersetzt. Die nicht mehr benutzten Fahrleitungen O-Bus und Straßenbahn wurden weitestgehend demontiert.

Die (erst 1984 in Betrieb genommene) Straßenbahn wurde im November 2008 vollkommen stillgelegt, im Dezember 2010 wurden die Oberleitungsbuslinien durch Autobusverkehr ersetzt. Nach 51 Jahren besitzt die Stadt damit keine elektrischen Nahverkehrsmittel mehr, sondern nur noch Autobusse, die als Markenzeichen überwiegend grell pink lackiert sind. Des Weiteren werden Überlandverbindungen in angrenzende Städte wie Năvodari durch Kleinbusse (ca. 20 Sitzplätze, sog. Minibus) der Grup Media Sud, die ohne festen Fahrplan verkehren, angeboten.

Die Autobus verkehren bis 23:00 in einem kurzen Takt. Einzel-Tickets erhält man bei den Kiosken und Mehrfahrtenkarten in den kleinen RATC-Shops bei größeren Knotenpunkten.

Außerdem beginnen und enden in Constanța einige nationale Fernbusverkehrslinien.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Das einst sehenswerte Casino (Cazinoul) Constanțas wurde 1910 errichtet,[7] 1986 renoviert und steht heute unter Denkmalschutz.[8] Die hier 2008 angefangenen Sanierungsarbeiten sollen Ende 2015 abgeschlossen werden.[9] Seit Ende des Jahres 2013 verfügt die Hafenstadt über einen sanierten Fußgängerbereich im Stadtzentrum, der sich um den Ovidiu-Platz ausbreitet. Wichtige Sehenswürdigkeiten in dieser Gegend sind:

Natur
  • Aquarium
  • Delphinarium mit Kleintierzoo und Parkanlage um einen kleinen See (als Kombiticket)
Geschichte
  • Archäologisches Museum (Jugendstilbau)
  • Mosaikmuseum (Handelshaus mit römischem Fußbodenmosaik)
  • Griechische und römische Ruinen (Basiliken, kaiserliche Nekropolen)
  • Leuchtturm aus dem 13. Jahrhundert
  • Volkskundemuseum (es werden reichbestickte Trachten aus verschiedenen Teilen Rumäniens gezeigt.)
Religion
Musik
  • Nationaltheater
  • Oper
  • Philharmonie
Bildende Kunst / Architektur
  • Ovid-Denkmal vor dem Geschichts- und Archäologie-Museum
  • Skulpturensammlung des Künstlers Ion Jalea
  • Kunstmuseum Constanța (einheimische Künstler, Gemälde und Skulpturen)
  • Casino
Technik
  • Marinemuseum
  • Planetarium

Sport

Der FC Viitorul Constanța spielt seit 2012 in der höchsten rumänischen Fußballliga. Führend im rumänischen Sport sind auch HCM Constanța im Handball und CVM Tomis Constanța im Volleyball.

Partnerstädte

Alexandria Agypten Ägypten
Boulogne-sur-Mer   Frankreich Frankreich
Brest Frankreich Frankreich
Dobritsch Bulgarien Bulgarien
Havanna Kuba Kuba
Iraklio Griechenland Griechenland
Istanbul Turkei Türkei
Izmir Turkei Türkei
Latakia Syrien Syrien
Mobile Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 
Noworossijsk Russland Russland
Odessa Ukraine Ukraine
Perugia Italien Italien
Rotterdam Niederlande Niederlande
Sidon (Saida)   Libanon Libanon
Santos Brasilien Brasilien
Shanghai China Volksrepublik Volksrepublik China
Sulmona Italien Italien
Thessaloniki Griechenland Griechenland 
Trapani Italien Italien
Turku Finnland Finnland
Yokohama Japan Japan

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Geboren in Constanța

Gestorben in Constanța

Klimatabelle

Constanța
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
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4
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5
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26
 
8
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14
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38
 
19
12
 
 
40
 
24
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30
 
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33
 
26
18
 
 
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15
 
 
31
 
17
10
 
 
42
 
12
5
 
 
38
 
6
1
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Constanța
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 3,7 4,9 8,1 13,8 19,3 23,8 25,9 25,8 22,4 17,0 11,6 6,4 Ø 15,3
Min. Temperatur (°C) −2,3 −1,0 2,1 6,9 12,1 16,2 18,0 17,9 14,6 9,8 5,0 0,5 Ø 8,4
Niederschlag (mm) 30 29 26 30 38 40 30 33 29 31 42 38 Σ 396
Sonnenstunden (h/d) 2,7 3,0 4,3 6,0 8,5 9,4 10,3 10,1 8,0 5,9 3,4 2,6 Ø 6,2
Regentage (d) 5 5 5 5 6 6 5 3 3 4 6 6 Σ 59
Wassertemperatur (°C) 4 3 4 9 14 19 22 23 20 16 13 7 Ø 12,9
Luftfeuchtigkeit (%) 86 85 85 83 81 78 76 77 79 82 86 88 Ø 82,2
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
3,7
−2,3
4,9
−1,0
8,1
2,1
13,8
6,9
19,3
12,1
23,8
16,2
25,9
18,0
25,8
17,9
22,4
14,6
17,0
9,8
11,6
5,0
6,4
0,5
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
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30
29
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30
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38
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Siehe auch

Literatur

Weblinks

 Commons: Constanța  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Volkszählung 2011 in Rumänien bei citypopulation.de
  2. Bürgermeisterwahlen 2016 in Rumänien (MS Excel; 256 kB)
  3. Robert Stănciugel, Liliana Monica Bălașa: Dobrogea în Secolele VII–XIX. Evoluție istorică, Bukarest, 2005, ISBN 973-86782-3-4, S. 202.
  4. Karte der Volkszählung 1930, abgerufen am 5. August 2009
  5. Volkszählung 2002, abgerufen am 5. August 2009
  6. In diesen europäischen Ländern lohnen Investitionen (Memento vom 22. November 2008 im Internet Archive)
  7. Bilder zur Geschichte des Casinos bei adevarul.ro
  8. Liste historischer Denkmäler des rumänischen Kulturministeriums, 2010 aktualisiert (rumänisch; PDF; 7,10 MB)
  9. All bets are off: Inside the haunting remains of Romania's crumbling ghost casino bei DailyMail, London, 5. Juli 2015 abgerufen am 8. Juli 2015 – Bildbericht mit Video.

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Constanța (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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