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Condom (Gers)


Condom
Region Midi-Pyrénées
Département Gers
Arrondissement Condom (Unterpräfektur)
Kanton Condom (Hauptort)
Gemeindeverband Ténarèze
Koordinaten
Höhe 62–190 m
Fläche 97,37 km²
Einwohner 7.003 (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 72 Einw./km²
Postleitzahl 32100
INSEE-Code
Website www.condom.org

Kathedrale Saint-Pierre in Condom

Condom (manchmal auch Condom-en-Armagnac genannt) ist eine französische Gemeinde im Département Gers in der Région Midi-Pyrénées und zugleich Hauptort (frz. chef-lieu) des Arrondissements und des Kantons Condom. Die 7003 Einwohner (Stand 1. Januar 2013 ) zählende Kleinstadt liegt an der Via Podiensis, einem der französischen Abschnitte des Jakobswegs nach Santiago de Compostela.

Geografie und Verkehr

Condom befindet sich in der historischen Region Armagnac im Herzen der Gascogne, die vor allem wegen des dort produzierten Weinbrands, des Armagnac, weltbekannt ist. Die typische Kleinstadt der Gascogne liegt an der Baïse, einem Nebenfluss der Garonne. Die nächste größere Stadt ist Agen, welche man in nordöstlicher Richtung über die D931 nach circa 40 Straßenkilometern erreicht. Die nächsten französischen Großstädte sind Toulouse (95 km) im Südosten und Bordeaux (124 km) im Nordwesten.[1]

Der nächste internationale Flughafen ist der International Airport Toulouse-Blagnac und der nächste Bahnhof befindet sich in Agen an der TGV-Strecke ParisToulouse. An das französische Fernstraßennetz ist Condom über die A62 Toulouse-Nord–Bordeaux und die Ausfahrten 7 (Périgueux) bzw. 8 (Valence d'Agen) angebunden.

Geschichte

Nach der Besiedlung des Gebiets durch die Römer entsteht 1011 die Benediktinerabtei Saint Pierre. Diese Abtei wurde 1317 durch ein päpstliches Edikt zum Bischofssitz ernannt, was es bis zur Französischen Revolution blieb. Die Kosten für den Aufbau hatte der Bischof von Agen zu tragen. Während des Hundertjährigen Kriegs wird die Stadt zweimal von den Engländern besetzt.
Die Kathedrale Saint Pierre wurde erst 1507 begonnen und ist die letzte Kathedrale, die im Languedoc-Stil erbaut wurde. Bereits kurz nach ihrer Fertigstellung wurde sie im Verlauf der Religionskriege schwer beschädigt.
Ihren Reichtum im 18. Jahrhundert verdankt die Stadt vor allem dem Handel, da sie von alters her an der Kreuzung mehrerer wichtiger Handelswege lag. Der Ausbau der Baïse als Wasserstraße ermöglichte den Export von Weinen und Spirituosen über Bordeaux. Die Einwohnerzahl Condoms ist in den letzten 120 Jahren nahezu konstant geblieben.

Einwohnerentwicklung
(Quelle: [2])
179318311861188119011926195419681982199019992006
11.0647.1448.0708.5556.5786.3446.7817.3267.6347.7177.2517.158
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Jakobsweg (Via Podiensis)

Um 1314 entstehen zwei Hospize zur Betreuung für Jakobspilger, die erst im späten 15. Jahrhundert ihre Bedeutung verlieren. Heute bietet der Ort eine Pilgerherberge (französisch: Gîte d'étape), Hotels und Privatzimmer (französisch: Chambre d'hôtes) sowie einen Campingplatz und eine Touristeninformation. Der Weg führt weiter durch die Weinberge des Armagnac. Aber auch kleine Wälder, Sonnenblumen- und Getreidefelder säumen den Weg. Auf den Hügeln liegen typische Bastide-Dörfer wie Montréal-du-Gers und Larressingle. Der nächste größere Ort ist Eauze, der über die D931 nach circa 30 Straßenkilometern zu erreichen ist. Weitere Unterkünfte vor Montréal-du-Gers befinden sich in Larressingle.

Sehenswürdigkeiten

In der Mitte des Orts ragt die spätgotische Cathédrale Saint-Pierre auf. Während der Hugenottenkriege drohte die Hugenottenarmee 1569 mit der Zerstörung des Kirchenbaus, was von den Dorfbewohnern jedoch mit der Zahlung eines beträchtlichen Lösegelds verhindert werden konnte.

Unter den Patrizierhäusern aus dem 17. und 18. Jahrhundert verdient vor allem das Hôtel de Cugnac mit seinem alten Weinlager (chai) und seiner Brennerei Erwähnung. Condom liegt im besten Anbaugebiet für die Armagnac-Herstellung, daher gibt es auch ein Museum, das der Armagnac-Herstellung gewidmet ist (Le musée de l'Armagnac). Ein weiteres Museum der Stadt, das musée du préservatif, widmet sich der Geschichte des Kondoms, obwohl die Stadt eigentlich nichts mit seiner Entstehung zu tun hat.

Wirtschaft

Die wesentlichen Wirtschaftszweige sind der Dienstleistungssektor (70 %) und hier insbesondere der Handel und der Tourismus. In der Landwirtschaft sind nur noch circa 9 % der Bevölkerung tätig.[3] Ein großer Teil der industriellen Beschäftigung beruht auf der Lebensmittelindustrie. An landwirtschaftlichen Produkten werden erzeugt: Getreide, Obst und Wein. Im Bereich der Viehzucht werden Enten, Gänse und Rinder gehalten. Weiterhin werden der Weinbrand (Armagnac) und Stopfleber (Foie gras) erzeugt.[4]

Partnerstädte

  • Grünberg, Hessen, Deutschland, seit 1972
  • Toro, Provinz Zamora, Spanien

Persönlichkeiten

Literatur

  • Bettina Forst: Französischer Jakobsweg. Von Le Puy-en-Velay nach Roncesvalles. Alle Etappen – mit Varianten und Höhenprofilen. Bergverlag Rother, München (recte: Ottobrunn) 2007, ISBN 978-3-7633-4350-8 (Rother-Wanderführer).
  • Bert Teklenborg: Radwandern entlang des Jakobswegs. Vom Rhein an das westliche Ende Europas. (Radwanderreiseführer, Routenplaner). 3. überarbeitete Auflage. Verlagsanstalt Tyrolia, Innsbruck 2007, ISBN 978-3-7022-2626-8.

Weblinks

 Commons: Condom (Gers)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Gemeindeinformation auf annuaire-mairie.fr (französisch) abgerufen am 21. Januar 2010.
  2. Condom auf Cassini.ehess.fr (französisch) Abgerufen am 4. Februar 2010.
  3. INSEE Tabelle T8 EMP (französisch) Abgerufen am 12. Februar 2010
  4. Condom auf aoc-igp.fr (französisch) Abgerufen am 16. März 2015.

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Condom (Gers) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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