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Clemens Högg


Clemens Högg (* 20. November 1880 in Wurzach; † 11. März 1945 in Bergen-Belsen) war ein bayerischer Landtagsabgeordneter und Begründer der Arbeiterwohlfahrt in Neu-Ulm und Augsburg. Er starb kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs in KZ-Haft.

Leben

Högg erlernte nach der Schulzeit das Schmiedehandwerk. Er schloss sich der sozialdemokratischen Bewegung im Kaiserreich an und betätigte sich aktiv. Högg gründete den SPD-Ortsverein, damals „Sektion“ genannt, in Neu-Ulm. In den Jahren 1919 und 1920 hatte er dort das Amt eines Bürgermeisters inne. Im Ersten Weltkrieg wurde der Handwerksgeselle zur Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg AG (MAN) nach Augsburg zwangsverpflichtet. Auch in dieser Stadt betätigte er sich ab 1919 in der politischen Arbeit und war ein Jahr später stellvertretender Augsburger SPD-Vorsitzender und hauptamtlicher Parteifunktionär für den Bezirk Schwaben. Den rednerisch begabten und überzeugenden Högg entsandten die Wähler in den Stimmkreisen Augsburg II und Illertissen 1924 in den Bayerischen Landtag. Erst nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten verlor er, wie alle anderen Mitglieder der SPD-Fraktion, sein Abgeordnetenmandat.

1922 entstanden auf Höggs Initiative hin die örtlichen Gliederungen der noch jungen Arbeiterwohlfahrt in Neu-Ulm und in Augsburg. Zwei Jahre später wurde er zum Augsburger Vorsitzenden des Wohlfahrtsverbandes gewählt. 1927 schuf er den Bezirksverband Schwaben.

Von Anfang an war den Augsburger Nationalsozialisten der umtriebige Sozialdemokrat ein Dorn im Auge. Nach einem misslungenen Mordversuch durch SS-Leute in seiner Wohnung wurde er Anfang März 1933 verhaftet und im Augsburger Gestapogefängnis bis Juni festgehalten. Von August 1933 bis Oktober 1934 war Högg als politisch Andersdenkender Häftling im Konzentrationslager Dachau.

Im September 1939 wurde das frühere Landtagsmitglied erneut festgenommen. Er wurde diesmal in das KZ Oranienburg-Sachsenhausen eingeliefert. Der Lagerleiter war der SS-Mann Hans Loritz aus Augsburg. Högg wurde in der Haftzeit etwa 18 Monate lang in eine Betonzelle gesteckt, die weder aufrechtes Stehen noch ausgestrecktes Liegen zuließ. Die Haftbedingungen führten zu seiner langsamen Erblindung und auch zu einer Beinamputation. Die KZ-Insassen wurden wegen Herannahens der Ostfront im März 1945 ins KZ Bergen-Belsen gebracht. Clemens Högg ist dort gestorben, nähere Todesumstände sind nicht bekannt.

Ehrungen

Das Clemens-Högg-Haus, ein Heim für psychisch Behinderte der Augsburger Arbeiterwohlfahrt, hält seinen Namen in Erinnerung. In Augsburg-Pfersee und in Pfuhl (Neu-Ulm) wurde eine Straße nach Clemens Högg benannt

Literatur

  • Münzenrieder, Heinz (AWO): Zum 50. Todestag von Clemens Högg., Augsburg 1995
  • Münzenrieder, Heinz: Clemens Högg 1880-1945. Sozialdemokratischer Widerstandskämpfer. In: Haberl, Wolfgang (Hg.): Lebensbilder aus dem Bayerischen Schwaben. Weissenhorn 2004.

Weblinks

 Commons: Clemens Högg  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


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