Clemens-August-Gymnasium Cloppenburg - LinkFang.de





Clemens-August-Gymnasium Cloppenburg


Clemens-August-Gymnasium
Schulform Gymnasium
Gründung 1914
Adresse

Bahnhofstraße 53

Ort Cloppenburg
Land Niedersachsen
Staat Deutschland
Koordinaten
Träger Land Niedersachsen
Schüler etwa 1370 (Schuljahr 2011/12)
Lehrkräfte 103 (Februar 2015)
Leitung Annette Ovelgönne-Jansen
Website www.c-a-g.de

Das Clemens-August-Gymnasium ist das erste staatliche Gymnasium der Stadt Cloppenburg. Die Schule wird von rund 1370 Schülern besucht und hat einen Alt- und einen Neusprachlichen Zweig.

Geschichte

Die Schule wurde im neo-klassizistischen Stil errichtet und am 24. April 1914 als „Großherzoglich Oldenburgisches Realprogymnasium“ eröffnet. In den Anfangsjahren ab 1914 wurden nur die Klassen 5 bis 10 unterrichtet. Ab 1920 wurde es zum regulären Gymnasium ausgebaut, 1923 wurden die ersten Abiturzeugnisse ausgestellt.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude als Lazarett und Krankenhaus genutzt, auch Entbindungen fanden dort statt.

Im Jahre 1946 wurden die Räume wieder für den Schulbetrieb freigegeben, die Schule als „Staatliches Gymnasium Cloppenburg“ wiedereröffnet. Am 28. September 1949 wurde es nach dem Bischof von Münster Clemens August Graf von Galen in Clemens-August-Gymnasium umbenannt. 1964 wandelt sich das bisherige Jungengymnasium zur Koedukationsschule, zum Schuljahr 1967/68 wurde dem Altsprachlichen Zweig ein Neusprachlicher Zweig hinzugefügt.

Am 1. August 1985 wurde die Schule mit dem 1971 gegründeten zweiten staatlichen Gymnasium in Cloppenburg, dem Gymnasium II, zusammengelegt. Der 2.800 m² große Erweiterungsbau wurde am 3. September 2005 den Lehrern und Schülern übergeben und kostete rund 3,2 Millionen €. Der Entwurf stammt von den Architekten Lube, Schoppa, Krampitz-Mangold aus Darmstadt.[1]

Die 1953 durch den Künstler Paul Dierkes aus Cloppenburg gestaltete Marmorskulptur des Namenspatrons konnte durch die finanzielle Unterstützung der regionalen Stiftung der Landessparkasse zu Oldenburg, der Öffentlichen Versicherung, des Ehepaars Imsiecke und des Ehemaligenvereins restauriert werden. Seit 2006 präsentiert sich diese Skulptur jedem Besucher im Eingangsbereich. Eine zusätzlich angebrachte Bronzetafel unterhalb des Kunstwerks gibt nähere Auskunft über die Einstellung von Clemens August zu den Nationalsozialisten.

Im Jahr 2011 erfolgten einige Umbaumaßnahmen: das Lehrerzimmer wurde in den Westflügel verlegt und vor dem Gymnasium eine Mensa für den Ganztagesbetrieb erbaut.

Die Schule konnte einen beträchtlichen Anstieg der Schülerzahlen verzeichnen: Von etwa 560 im Jahre 1997 über 760 im Jahre 2002 auf die Zahl von über 1.485 im Jahre 2004 und auf 1.641 zu Beginn des Schuljahres 2007/08.[2]

Seit dem 1. März 2014 wird die Schule von Frau Ovelgönne-Jansen geleitet.[3] Sie tritt damit die Nachfolge von Herrn Hachmöller an, der zum Schuljahr 2013/14 als Schulleiter an die deutsche Schule in Mailand wechselte.

Europaschule

Am 12. August 2010 wurde dem CAG in Würdigung der vielfältige europäischen Aktivitäten offiziell der Titel „Europaschule“ verliehen. Es findet ein regelmäßiger Schüleraustausch mit Bernay (der Partnerstadt Cloppenburgs), Caen, Paris, Beuthen (Polen) und Zwolle (Niederlande) statt.

Seit einigen Jahren nimmt die Schule aktiv an Comenius-Projekten teil: 2005 bis 2008 unter dem Motto „Enjoy Your Life – Eat Properly“, 2008 bis 2010 unter dem Titel „Critical Citizenship in Europe“und 2012 mit dem Thema "Wasser- alles fließt". In diesem Rahmen entstanden Kontakte zu Schulen in Spanien, Italien, Frankreich, Litauen, der Türkei, Ungarn, Polen und Slowenien. Besonders lange arbeitet das CAG mit der IES Domigo Miral (Jaca, Spanien) zusammen.

Engagement für die Dritte Welt

Finanziell unterstützten von 1988 bis 2011 das Gymnasium und die Katholische Pfarrei St. Jakobus in Bad Endorf die Landwirtschaftsschule Escola Familia Agricol (EFA) in Coroatá, Maranhão, Brasilien. Die Schule wurde von Pater Wilmsen (bekannt als Pater Carlos) gegründet, um der lokalen Bevölkerung die Möglichkeit zu geben, durch Bildung sich eine Existenz sichern zu können. Mittlerweile ist sein Nachfolger Pater Alfrede Schulleiter und die Einrichtung steht unter der Aufsicht des deutschstämmigen Bischofs Dr. Reinhard Pünder. Er lebt seit 1972 in Brasilien und wurde durch Hélder Câmara, Erzbischof von Recife, zum Bischof geweiht. Seit 1978 ist er Diözesanbischof von Coroatá. Das Prinzip der Landwirtschaftsschule ist es, Schülern aus Dörfern in einigen Wochen ein Wissen zu vermitteln, das diese Schüler nach ihrer Rückkehr an andere Dorfbewohner weitergeben können. Den Menschen wird also eine Möglichkeit geboten, sich selbst zu helfen.

Für die Erwirtschaftung der Spenden haben sich zahlreiche Aktionen bewährt: Adventstombola und der Kuchenverkauf, Verkauf von Blumen-, Weihnachts- und Osterkarten, selbstgetöpferter Tonschäfchen, alten Büchern, alten CDs, Schuheputzen, Lesemarathon, Weihnachtsmann- und Osterhasenaktion, Kollekten bei der Schulmesse und dem Gottesdienst der Abiturienten, Welthungerlauf und Brasilienwandern. Das Spendenvolumen lag insgesamt bei über 60.000 €. Schon kurz vor der Pensionierung von Frau Anke Engelhardt, die das Projekt maßgeblich betreute, zeichnete sich ab, dass das Projekt einen erfolgreichen Abschluss finden würde.

Das Clemens-August-Gymnasium unterstützt seit 2011 die Wakkerstroom Wes Gesamtschule in Südafrika. Die Jugendlichen in Südafrika und in Deutschland sind ungefähr im gleichen Alter. Es besteht ein reger und regelmäßiger Austausch über soziale Netzwerke zwischen den Jugendlichen, wodurch die Übersee-AG-Mitglieder zusätzlich Einblicke in die südafrikanische Kultur erhalten.

Bekannte Persönlichkeiten

Ernst Henn (geb. 1909) bestand 1927 als Jahrgangsbester am Staatlichen Realgymnasium in Cloppenburg / heute Clemens-August-Gymnasium das Abitur. Nach dem Theologiestudium trat er im Januar 1933 seinen Dienst als Kaplan in Cloppenburg an. Schon sehr bald prangerte er in seinen Predigten das nationalsozialistische Unrechtsregime an, so auch die Ereignisse in der Reichspogromnacht 1938. Seine mutigen Predigten hatten zur Folge, dass er häufig beim Cloppenburger Amtshauptmann und Ortsgruppenleiter antreten musste und 1939 gegen ihn ein Verfahren beim Reichsjustizminister in Berlin eingeleitet wurde. Im Alter von nur 36 Jahren opferte er kurz vor Kriegsende sein Leben beim Hissen der der weißen Fahne. Mit dieser mutigen Aktion verhinderte er den weiteren Beschuss des Löninger Krankhauses und rettete damit viele Menschleben vor dem Tod. Wegen seines Einsatzes für Andere und seine in der Auseinandersetzung mit den Nationalsozialisten bewiesene Standfestigkeit wurde Henn 2014 als Märtyrer in das „Martyrologium des 20. Jahrhunderts“ aufgenommen.

Literatur

  • Hermann Bitter: Clemens-August Gymnasium Cloppenburg 1914-1964, Festschrift, zahlreiche Bilder, Liste der Schüler und Abiturienten von 1923 bis 1964, F. Ostendorf, 1964, 270 S.
  • Heinrich-Ferdinand Reinhardt: „Direktoren, Lehrkörper, Hausmeister und andere Persönlichkeiten aus dem Schulleben“, Festschrift zum 80-jährigen Jubiläum, Cloppenburg 1994 [Selbstverlag]
  • Heinrich-Ferdinand Reinhardt: „Das Clemens-August-Gymnasium ist 90“. Wie Cloppenburg ein „Großherzoglich Oldenburgisches Realprogymnasium“ bekam., in: Volkstum und Landschaft, 71 (2004) 157, S. 2-5
  • Clemens-August-Gymnasium Cloppenburg 1914 - 1989. Über Entstehung, Geschichte, Schüler und Lehrer, 1989, 233 S.
  • Werner Nilles: Ich kann mich nicht vor der Wahrheit drücken. Vikar Henn (1909–1945), Priester in der Zeit des Nationalsozialismus, dialogverlag 2015

Weblinks

 Commons: Clemens-August-Gymnasium Cloppenburg  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Architektenkammer Niedersachsen: Clemens-August-Gymnasium
  2. Wer wir sind. In: www.c-a-g.de. Abgerufen am 30. August 2012.
  3. Neue Leiterin am CAG. Abgerufen am 3. März 2014.

Kategorien: Neoklassizistisches Bauwerk in Niedersachsen | Gymnasium in Niedersachsen | Cloppenburg | Schule nach Namensgeber | Erbaut in den 1910er Jahren

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Clemens-August-Gymnasium Cloppenburg (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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