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Christuskirche (Rom)


Die Christuskirche (chiesa di Cristo) ist eine evangelisch-lutherische Kirche in Rom im Stadtteil Ludovisi. Die Kirche wurde zwischen 1910 und 1922 erbaut. Der Architekt war Franz Heinrich Schwechten, der auch die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin-Charlottenburg geplant hat.

Baugeschichte

Seit 1819 gibt es in Rom evangelische Gottesdienste. Ursprünglich in einer Kapelle der Preußischen Botschaft auf dem Kapitol beheimatet, wurde sukzessive die Gründung einer eigenen Gemeinde betrieben. Von 1870 bis 1915 in der Botschaftskapelle des Palazzo Caffarelli beheimatet, wurde 1899 durch eine Sammlung in Deutschland auf dem parzellierten Gelände der Villa Ludovisi der nötige Raum angekauft, um die Kirche erbauen zu können. Die Ausführung wurde durch den Ersten Weltkrieg stark verzögert. Die schlichte Fassade der Kirche besteht aus Travertin und drei Nischen, die jeweils eine Statue von Petrus, Christus und Paulus enthalten. Zwei Treppentürme rahmen die Fassade, und ein großer Glockenturm an der Apsisseite vervollständigt das Gesamtbild.

Ausstattung

Betreten wird die dreischiffige Basilika durch ein kleines in die Front eingelassenes Atrium mit je einer gegenüberliegenden Eingangstür an der Schmalseite. Das Baumaterial des Inneren wurde von den Lutherstädten Mitteldeutschlands gespendet und ist vom romanischen Stil geprägt. Das Kirchenschiff endet mit einer erhöhten halbrunden Apsis. An der rechten Seite befindet sich die Kanzel aus Marmor, welche mit Reliefs Jesajas, Johannes des Täufers, des ersten Märtyrers Stephan und Johannes des Evangelisten geschmückt ist. In der Mitte des Chores befindet sich der Altar, welcher von einem bronzenen Kruzifix bekrönt wird. Die Gewölbe des Kirchenschiffs und des Obergadens sind mit goldenen Mosaiken in naturalistischen Motiven und geometrischen Mustern bedeckt. Die Apsis selbst hat eine reichere Mosaikdekoration. Inmitten des Baums des Lebens befindet sich in der Wölbung der Apsis ein Christus Pantokrator. Das Altargerät stammt aus der Botschaftskapelle und behielt auch im neuen Bau seinen Platz.

Taufbecken

In der Apsis des rechten Seitenschiffes befindet sich seit 1828 das Taufbecken, dessen Basis das original Terrakottamodell von Bertel Thorvaldsen aus dem Jahr 1822 ist, dessen Endausführung seit 1839 in der Domkirche von Reykjavik steht. Die ursprüngliche Arbeit Thorvaldsens steht seit 1817 in der Kapelle des Schloss Brahetrolleborg in Dänemark. Das Becken ist ein Entwurf des Architekten Johann Michael Knapp und eine Arbeit des Bronzegießers Wilhelm Hopfgartens (1779–1860), des Onkels und Mentors Emil Alexander Hopfgartens in Rom.

Geläut

Der Turm erhielt eine Kopie des Geläuts der Schlosskirche von Wittenberg.

Orgel

Die Steinmeyer-Orgel Opus 1515 wurde 1930 installiert.

Hauptwerk
Bourdon 16′
Prinzipal 8′
Gamba 8′
Gemshorn 8′
RohrFlöte 8′
Oktave 4′
Nachthorn 4′
Oktave 2′
Solo-Kornett III-V
Mixtur VI-V
Trompete 8′
Schwellwerk
Stillgedackt 16′
Geigenprinzipal 8′
Aeoline 8′
Soloflöte 8′
Nachthorn 8′
Fugara 4′
Blockflöte 4′
Waldflöte 2′
Schwiegel 1′
Quinte 22/3
Terz 13/5
Mixtur IV-V
Cymbel III
Krummhorn 8′
Pedal
Violon 16′
Subbass 16′
Zartbass 16′
Oktavbass 8′
Violoncello 8′
Bassflöte 8′
Choralbass 4′
Mixtur IV-V
Posaune 16′

Papstbesuche

Papst Johannes Paul II. besuchte hier 1983 als erster Papst nach der Reformation eine evangelisch-lutherische Kirche und predigte von der Kanzel. Papst Benedikt XVI. besuchte am 14. März 2010 die Kirche. Am 15. November 2015 besuchte Papst Franziskus die Kirche.

Literatur

Andreas Puchta: Die deutsche evangelische Kirche in Rom. Planung, Baugeschichte, Ausstattung. Weiss, Bamberg 1997, ISBN 3-928591-81-9 (= Studien zur Kunst der Antike und ihrem Nachleben, 2).

Weblinks


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