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Christiane Woopen


Christiane Woopen (* 12. Dezember 1962) ist eine deutsche Medizinethikerin. Seit 2009 bekleidet sie die Professur für Ethik und Theorie der Medizin an der Universität zu Köln und ist seit 2013 Geschäftsführende Direktorin des interfakultären Zentrums ceres, das vom Rektorat und fünf der sechs Fakultäten der Universität getragen wird. Sie steht ferner der Forschungsstelle Ethik der medizinischen Fakultät vor und ist deren Prodekanin für Akademische Entwicklung und Gender. Seit 2001 ist sie Mitglied des Deutschen Ethikrates, seit 2008 dessen stellvertretende Vorsitzende[1][2], von 2012 bis 2016 dessen Vorsitzende[3], und überdies von 2014 bis 2016 President of the Global Summit of National Ethics/Bioethics Committees[4].

Leben

Christiane Woopen studierte von 1982 bis 1988 Medizin an der Universität zu Köln. Von 1983 bis 1988 erhielt sie dabei ein Stipendium der Bischöflichen Studienförderung Cusanuswerk e.V. Von 1990 bis 1995 schloss sie ein Studium der Philosophie in Bonn und in Hagen an. Sie promovierte 1993 an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn. Von 1989 bis 1991 arbeitete Christiane Woopen als Ärztin im Praktikum und Assistenzärztin in der Gynäkologischen Abteilung des Evangelischen Krankenhauses Weyertal in Köln. Von 1991 bis 1994 war sie außerdem freie Mitarbeiterin des Cusanuswerkes.

1992 arbeitete Christiane Woopen am Projekt "Genetische Abweichung und die normativen Begriffe Krankheit und Behinderung" im Rahmen des EG-Programms "Analyse des menschlichen Genoms" mit. Von 1993 bis 1997 erarbeitete sie dann eine Studie zum naturwissenschaftlich-medizinischen Sachstand im Bereich der Humangenetik im Rahmen des DFG/BMBF-Projektes "Die Natürlichkeit der Natur und die Zumutbarkeit von Risiken". 1994 wurde sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Bonner Institut für Wissenschaft und Ethik in der Abteilung für biomedizinische Ethik von Ludger Honnefelder. 1998 arbeitete sie am Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der Universität zu Köln bei Klaus Bergdolt, wo sie einen Lehrauftrag für Medizinethik erhielt. Von 1998 bis 2002 führte Christiane Woopen eine DFG-geförderte Studie zum Thema "Selektion aufgrund genetischer Diagnostik? Medizinische, ethische und juristische Aspekte der Präfertilisations- und Präimplantationsdiagnostik" durch.

Im Jahr 2005 folgte ihre Habilitation an der Universität Köln, wo sie seit 2009 eine Professur für Ethik und Theorie der Medizin an der Medizinischen Fakultät bekleidet. 2007 wurde sie Mitglied im Kuratorium der Bundesstiftung Mutter und Kind des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend. Seit 2009 gehört Woopen dem Wissenschaftlichen Beirat des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) an. 2010 wurde sie in den Internationalen Bioethik-Ausschuss (IBC) der UNESCO berufen.[5] Verschiedene Periodika haben biografische Portraits von ihr veröffentlicht.[6][7][8][9]

Mitgliedschaften

Christiane Woopen war 1997/1998 Mitglied der Arbeitsgruppe des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesärztekammer "Erklärung zum Schwangerschaftsabbruch nach Pränataldiagnostik" und von 1998 bis 2001 Mitglied der Arbeitsgruppe "Präimplantationsdiagnostik". 1998/1999 war sie Mitglied der Experten-Kommission "Skabies" an der Diakonie Michaelshoven in Köln und 1998/1999 Mitglied der Arbeitsgruppe "Abtreibungen bei zu erwartender Krankheit oder Behinderung des Kindes im Rahmen der medizinischen Indikation" des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Von 1999 bis 2001 war sie außerdem Mitglied des wissenschaftlichen Beirates zum Modellvorhaben "Entwicklung von Beratungskriterien für die Beratung Schwangerer bei zu erwartender Behinderung des Kindes" am Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Seit 1999 ist sie Mitglied des Ausschusses "Ethische und medizinisch-juristische Grundsatzfragen" der Bundesärztekammer, von 2000 bis 2007 Mitglied des Bundesvorstands von donum vitae. und von 2000 bis 2005 Mitglied des Landesvorstands von Frauen beraten/Donum vitae e. V. NRW. Ihre Berufung zum Mitglied des Nationalen Ethikrates durch Beschluss des Bundeskabinetts erfolgte 2001; seit 2012 ist die Vorsitzende des Nachfolgegremiums Deutscher Ethikrat. Von 2002 bis 2006 war Christiane Woopen auch Mitglied der Arbeitsgruppe "Richtlinien zur Assistierten Reproduktion" des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesärztekammer und seit 2002 Mitglied der ethisch-rechtlich-sozialwissenschaftlichen Steering group des Kompetenznetzwerkes Stammzellforschung NRW des Ministeriums für Sport, Wissenschaft und Forschung. Im Frühjahr 2015 wurde sie in die Europäische Akademie der Wissenschaften und Künste in Salzburg aufgenommen.

Publikationen

  • Gesundheitskompetenz. In: D. Sturma, B. Heinrichs (Hrsg.): Handbuch Bioethik. J.B. Metzler, Stuttgart 2015.
  • Die Bedeutung von Lebensqualität aus ethischer Perspektive. In: Z Evid Fortbild Qual Gesundh.wesen. (ZEFQ) 108 (2014), S. 140–145. doi:10.1016/j.zefq.2014.03.002
  • Weimarer Reden 2014: Emanzipiert Euch! - Der ungebildete Kranke. Über Herrschaft und Beherrschung der Medizin. (Audio)
  • mit A. K. Pauls, A. Koy, E. Moro und L. Timmermann: Early application of deep brain stimulation: Clinical and ethical issues. In: Progress in Neurobiology. (2013) Nov 110, S. 74–88. doi:10.1016/j.pneurobio.2013.04.002 Epub 2013 Apr 27.
  • mit L. Timmermann und J. Kuhn: An ethical framework for outcome assessment in psychiatric DBS. In: AJOB Neuroscience. 3 (2012) 1, S. 50–55. doi:10.1080/21507740.2011.635631
  • Ethical Aspects of Neuromodulation. In: Clement Hamani, Elena Moro (Hrsg.): Emerging Horizons in Neuromodulation. Vol 107, International Review Neurobiology, UK: Academic Press, 2012, S. 315–332. doi:10.1016/B978-0-12-404706-8.00016-4
  • Der Arzt als Heiler und Manager. Zur erforderlichen Integration des scheinbar Unvereinbaren. In: C. Katzenmeier, K. Bergdolt: Das Bild des Arztes im 21. Jahrhundert. Springer, Heidelberg 2009, S. 181–194.
  • Solidarische Gesundheitsversorgung – Was schulden wir uns gegenseitig? In: D. Schäfer, A. Frewer, E. Schockenhoff, V. Wetzstein (Hrsg.): Gesundheitskonzepte im Wandel. Geschichte, Ethik und Gesellschaft. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2008, S. 189–199.
  • mit A. Rohde: Psychosoziale Beratung im Kontext von Pränataldiagnostik. Evaluation der Modellprojekte in Bonn, Düsseldorf und Essen. Deutscher Ärzteverlag, Köln 2007.
  • Selektion aufgrund genetischer Diagnostik? Handlungstheoretisch fundierte Güterethik und ihre Anwendung am Beispiel der Präimplantationsdiagnostik. In: L. Honnefelder, C. Streffer (Hrsg.): Jahrbuch für Wissenschaft und Ethik. Band 10, de Gruyter, Berlin/ New York 2005, S. 343–353.
  • Fortpflanzung zwischen Natürlichkeit und Künstlichkeit. Zur ethischen und anthropologischen Bedeutung individueller Anfangsbedingungen. In: Reproduktionsmedizin. 18 (5), 2002, S. 233–240.
  • Therapeutisches und reproduktives Klonen - Anmerkungen aus ärztlich-ethischer und anthropologischer Sicht. In: Zeitschrift für ärztliche Fortbildung und Qualitätssicherung. 96, 2002, S. 455–458.
  • Medizinisches Handeln als Gegenstand von Ethik, Qualitätsmanagement und Gesundheitsökonomie. In: K. Lauterbach, M. Schrappe (Hrsg.): Gesundheitsökonomie, Qualitätsmanagement und Evidence based Medicine. Schattauer, Stuttgart 2001, S. 10–25.
  • Ethische Fragestellungen in der Pränataldiagnostik. In: Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie. 50, 9/10, 2001, S. 695–703.
  • Indikationsstellung und Qualitätssicherung als Wächter an ethischen Grenzen? Problematik ärztlichen Handelns bei der Präimplantationsdiagnostik. In: Ludger Honnefelder, C. Streffer (Hrsg.): Jahrbuch für Wissenschaft und Ethik. Band 5, de Gruyter, Berlin/ New York 2000, S. 117–139.
  • Wissen – Auswählen – Verändern: Quo vadis, Reproduktionsmedizin? In: J. W. Dudenhausen, Schwinger,E. (Hrsg.): Reproduktionsmedizin: Möglichkeiten und Grenzen. Ein Leitfaden der Stiftung für das behinderte Kind zur Förderung von Vorsorge und Früherkennung. Medizinische Verlagsgesellschaft Umwelt & Medizin, Frankfurt am Main 2000, S. 21–32.
  • Das genetische Orakel – oder was darf der Mensch von seinem Entwurf verwerfen? In: Medizinische Genetik. 12, 3 (2000), S. 359–364.
  • Zum Anspruch der medizinisch-sozialen Indikation zum Schwangerschaftsabbruch. Leben, körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung als konfligierende Rechte. In: Gynäkologe. 32 (1999), S. 974–977.
  • Präimplantationsdiagnostik und selektiver Schwangerschaftsabbruch. Zur Analogie von Embryonenselektion in vitro und Schwangerschaftsabbruch nach Pränataldiagnostik im Rahmen der medizinischen Indikation des § 218a Abs. 2 StGB aus ethischer Perspektive. In: Zeitschrift für Medizinische Ethik. 45 (1999), S. 233–244.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Nachweis mit Audio-Beiträgen auf SWR2 zu Themen des Ethikrats unter SWR-Blog 1000 Antworten ('www.swr.de/blog/1000antworten/antwort/author/christianewoopen).
  2. Interview zum Amtsantritt als stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Ethikrats in: Dtsch Arztebl 2008; 105(39): A-2032 / B-1746 / C-1706.
  3. Christiane Woopen aus Köln neue Vorsitzende des Ethikrats. auf: nachrichten.rp-online.de, 27. April 2012.
  4. Webseite des Global Summit of National Ethics/Bioethics Committees 2016
  5. Mittelstraß und Woopen in UNESCO-Gremien - Deutsche UNESCO-Kommission. In: unesco.de. Archiviert vom Original am 27. Oktober 2011, abgerufen am 27. Oktober 2011.
  6. Markus Feldenkirchen: WERTE An der Schwelle. In: Der Spiegel. 41/2012. 8. Oktober 2012, abgerufen am 20. Februar 2016.
  7. Eine Frau für letzte Fragen. In: FOCUS-Online 8. Oktober 2012. Abgerufen am 20. Februar 2016.
  8. Heike Schmoll: Christiane Woopen Sturmerprobte Katholikin. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 26. September 2014, abgerufen am 20. Februar 2016.
  9. Das Gewissen der Nation - Christ und Welt. www.christundwelt.de, 30. August 2012, abgerufen am 20. Februar 2016.


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Christiane Woopen (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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