Chinamission - LinkFang.de





Chinamission


Die Chinamission hat eine lange Geschichte: China hat historisch schon früh und immer wieder Kontakte mit dem Christentum gehabt.

Die ersten heute noch nachweisbaren Kontakte in chinesischen Quellen datieren auf 635 n. Chr. als Missionare der assyrischen Kirche des Ostens bis nach China gelangten. Diese Richtung des Christentums wird Nestorianismus genannt. Auf einer Gedenktafel von 781 n. Chr. wird an die Ankunft des ersten nestorianischen Mönches Alopen erinnert.[1] Sie wurden von Kaiser Tai Zong willkommen geheißen und hatten die Erlaubnis zu predigen. In der Folge kam es zu mehreren Klostergründungen, es wurde christliche Literatur in chinesischer Sprache produziert und es kam zur Errichtung eines Metropolitanats für China. Die meisten Konvertiten dürften jedoch Nicht-Chinesen gewesen sein. Ein kaiserliches Edikt 845 untersagte Buddhismus und Christentum und die Unruhen gegen Ende der Tang-Dynastie führten zu einem weiteren Rückgang, sodass Mönche, die 980 nach China kamen, keine Spur von Christen mehr fanden.

Im 11. Jahrhundert kam es zu neuen Missionierungen durch die Assyrische Kirche des Ostens unter den Keraiten, die praktisch christianisiert waren, und Uiguren. Dschingis Khan verheiratete seinen Sohn Tolui mit der christlichen keraitischen Prinzessin Sorkhatani Beki, die die Mutter von Kublai Khan wurde. Auch die Lieblingsfrau von Kublai Khans Bruder Hülegü war eine christliche keraitische Prinzessin. 1278 erreichte sogar ein Bericht den Papst, dass Kublai Khan getauft worden sei. Unter den Mongolen war China für die Christen wieder offen. Die Assyrische Kirche des Ostens hatte in Peking einen Erzbischof und in mehreren chinesischen Städten gab es Gemeinden und Klöster. Kublain Khan bat den Papst in Rom um hundert gelehrte und christusgläubige Männer.[2]

Die katholische Kirche sandte Franziskaner und Dominikaner als Missionare, und ein italienischer Franziskaner, Johannes von Montecorvino, baute 1305 eine katholische Kirche in Peking, übersetzte das Neue Testament und die Psalmen und gewann etwa 6000 Bekehrte. Die letzten Berichte von franziskanischen Missionaren erreichten den päpstlichen Hof 1353. Fortan isolierte sich China gegenüber dem Westen bis zur Handels-Niederlassung der Portugiesen in Macau.

Im 17. und 18. Jahrhundert reisten vom portugiesischen König entsandte jesuitische Missionare, zum Beispiel Matteo Ricci, ins Land und missionierten unter der Bevölkerung. Besonders ihre wissenschaftlichen und technischen Fähigkeiten waren geschätzt; das Christentum selbst fand in China nur wenig Anklang. Die sogenannte Akkommodation ermöglichte Konvertiten die Beibehaltung eigener Riten, wie zum Beispiel die Ahnenverehrung und die Verehrung des Konfuzius und Laotses. Nach anfänglichen Erfolgen der Missionare führte der sogenannte Ritenstreit zu einem Rückschlag. Als Papst Benedikt XIV. 1742 die chinesischen Riten verbot, wurde die Missionstätigkeit in China verboten und das Christentum geriet unter Druck.

1807 gelangte Robert Morrison, ein Presbyterianer aus Schottland, in die einzige für ausländische Kaufleute offene Stadt Guangzhou. Einige Chinesen bekehrte sich zu Jesus Christus. Morrison widmete sich der Übersetzung der Bibel und war ein wichtiger Wegbereiter.[3] Im 19. Jahrhundert unterhielten die Engländer mit der Chinesischen Evangelisationsgesellschaft eine Missionsgesellschaft in China. Mit ihr arbeitete anfänglich auch Hudson Taylor zusammen, der sich jedoch 1857, enttäuscht von den Zuständen und der Arbeitsweise der Missionare, von ihr trennte. Taylor gründete 1865 die China-Inland-Mission, die im 19. Jahrhundert in allen Provinzen von China evangelisierte. 1900 begann der Boxeraufstand in China, der auch viele Opfer unter den Mitarbeitern der Missionsgesellschaft Hudson Taylors forderte. 1902 übergab Taylor die Leitung der China-Inland-Mission an E. Hoste.

1949 gab es in China 1,2 Millionen Mitglieder protestantischer Kirchen und 3 Millionen Katholiken.[4] Ausländische Missionare arbeiteten wie anderswo auch in China aus Personalmangel darauf hin, dass die chinesischen Gemeinden sich möglichst schnell selber verwalten, sich selber finanzieren und sich selber ausbreiten konnten. Da ausländische Missionare China verlassen mussten, verbreitete sich das Christentum fortan durch chinesische Prediger. Das Drei-Selbst-Prinzip wurde durch die erste nationale christliche Konferenz in China 1954 institutionalisiert und wurde zum Eigennamen der staatlich kontrollierten und von den Kommunisten infiltrierten Kirche..[5] Besonders unter Mao Zedong versuchte die Kommunistische Partei Chinas, auch das Christentum abzuschaffen. Während der Kulturrevolution waren alle religiösen Aktivitäten in den Untergrund gezwungen und es war im Ausland nicht bekannt, ob es in China überhaupt noch Christen gab.

Heute gehören Katholizismus und Protestantismus zusammen mit Buddhismus, Daoismus und Islam zu den anerkannten Religionen in China. Die offiziellen Kirchen werden jedoch von der Regierung streng kontrolliert. Angehörige, insbesondere Leiter von nicht offiziell genehmigten Untergrundkirchen, müssen bis heute mit Inhaftierung rechnen.

Seit 1977 ist das Christentum stark im Wachstum begriffen: Die offiziellen protestantischen Kirchen haben jetzt 17 Millionen Mitglieder, die katholische Kirche 12 Millionen, dazu kommen schätzungsweise 45 Millionen Christen in Hausgemeinden der Untergrundkirche.[4] Eine andere Schätzung aus dem Jahr 2000 kommt auf 58 Millionen Christen in der Untergrundkirche.[6]

Literatur

  • Kenneth Scott Latourette: History of Christianity. Prince Press, Peabody, MA 1975, ISBN 1-56563-329-6, S. 324f, 938–941, 1323–1327, 1445–1448.
  • Handbook of Christianity in China, Volume One: 635-1800, (Handbook of Oriental Studies: Section 4 China), Edited by Nicolas Standaert, Brill: Leiden - Boston 2000, 964 pp., ISBN 978-90-04-11431-9
  • Handbook of Christianity in China. Volume Two: 1800-present. (Handbook of Oriental Studies: Section 4 China), Edited by R. G. Tiedemann, Brill: Leiden - Boston 2010, 1050 pp., ISBN 978-90-04-11430-2

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. David H. Adeney: Gottes Reich in China. Der "lange Marsch" der chinesischen Kirche. Aussaat, Neukirchen-Vluyn 1991, ISBN 3-7615-2477-3, S. 27.
  2. David H. Adeney: Gottes Reich in China. Der "lange Marsch" der chinesischen Kirche. Aussaat, Neukirchen-Vluyn 1991, ISBN 3-7615-2477-3, S. 28.
  3. David H. Adeney: Gottes Reich in China. Der "lange Marsch" der chinesischen Kirche. Aussaat, Neukirchen-Vluyn 1991, ISBN 3-7615-2477-3, S. 30.
  4. 4,0 4,1 Patrick J. Johnstone: Gebet für die Welt. Handbuch für Weltmission. 5. deutsche Ausgabe. Hänssler, Holzgerlingen 2003, ISBN 3-7751-3722-X.
  5. Britt Towery: Christen in China. Oncken, Wuppertal/ Kassel 1987, ISBN 3-7893-3300-X, S. 35.
  6. Paul Hattaway: Heavenly Man. 2. Auflage. Brunnen, Gießen/ Basel 2004, ISBN 3-7655-3788-8, S. 261.

Kategorien: Christentumsgeschichte in China | Missionsgeschichte

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Chinamission (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.