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Chemins de fer de la Corse


Chemins de fer de la Corse
Streckenlänge:232 km
Spurweite:1000 mm (Meterspur)
Höchstgeschwindigkeit:100 km/h
Bastia
Lupino
Rivoli
Bassanese
L'Arinella
Montesoro
Sole-Méo
Erbajolo
Polyclinique
La Rocade
Furiani
Saltatojo
Ceppe
Casatorra
Biguglia
Purettone
Maison d'arrêt
Borgo
Lucciana
Casamozza
nach Porto-Vecchio
Barchetta
Ponte-Novu
Calvi
Lido
Balagne-Orizontenovu
Tennis-Club
Club Olympique
Dolce Vita GR 20
Calenzana-Lumio
Sainte-Restitude
Ondari-Arinella
Giorgio
Club-Med Cocody
Sant'Ambroggio
Algajola
Aregno
Marine de Davia
Bodri
L’Île-Rousse
Camping Monticello
Le Regino
Belgodère
PK 79 + 800
Palasca
Novella
Pietralba
Ponte-Leccia
Francardo
Soveria
Corte
Poggio-Riventosa
Venaco
Vecchio-Viadukt
Vivario
Camping Svaggio
Tattone
Vizzavona
Vizzavona-Tunnel
Bocognano
Tavera
Ucciani
Carbuccia
Mezzana
Campo dell'Oro
Les Salines
Ajaccio

Die Chemins de fer de la Corse (CFC) sind ein Eisenbahnunternehmen, das die beiden Hafenstädte Bastia an der Ostküste und Ajaccio an der Westküste auf der französischen Insel Korsika verbindet. Zudem erschließt es die Nordküste der Insel mit der Hafenstadt Calvi. Das Unternehmen ist eine Tochter der französischen Staatsbahn SNCF und betreibt ein durchweg eingleisiges Schmalspurnetz mit 1000 mm Spurweite und einer Streckenlänge von insgesamt 231 km.

Die Gesellschaft wurde 1983 gegründet, nachdem die Gesamtstilllegung des Eisenbahnnetzes auf Grund von Protesten aus der Bevölkerung verhindert wurde. Im Volksmund wird die Bahn „La Micheline“ und wegen ihres unruhigen Laufes auf den ausgefahrenen Schienen auf Korsisch auch „U Trinighellu“ (Der Zitternde) genannt. Weitere Bezeichnungen sind „Trenucciu“ (kleiner Zug) und „TGV“ (Train à Grande Vibration).

Hauptstrecke Ajaccio–Bastia

Die Hauptstrecke hat ihren Anfangspunkt in der Nähe des Hafens von Bastia. Auf ihrem Weg in Richtung Ajaccio verläuft sie erst entlang der Ostküste und dann in Richtung des Inneren der Insel bis an die Westküste. Auf ihrem Weg verschafft sie der innerkorsischen Universitätsstadt Corte eine schnelle Eisenbahnverbindung ans Meer. Die Strecke wurde von 1888 bis 1894 erbaut, ist 157,4 km lang und überwindet auf ihrem Weg durch die Insel einen Höhenunterschied von 930 m bei einer maximalen Steigung von 3 %.

Der Hauptkamm des korsischen Hochgebirges wird unterhalb des 1163 m hohen Col de Vizzavona im 3916 m langen Vizzavona-Tunnel unterquert. Dieser Tunnel ist schnurgerade angelegt, so dass man an einem seiner Münder ganz schwach das Licht am anderen Ende erkennen kann. Diese Bauart ist sehr ungewöhnlich, denn bei einem Scheiteltunnel legt man normalerweise den höchsten Punkt genau in seine Mitte, um beim Gegenortvortrieb das eindringende Wasser problemlos ablaufen lassen zu können. Nördlich des Tunnels befinden sich mehrere Kehren mit kurzen Kehrtunneln. Bei diesem Aufstieg wird der 140 m lange und 80 m hohe Vecchio-Viadukt überquert, dessen Entwurf auf Gustave Eiffel zurückgeht. Ein weiteres Bauwerk ist der zwei Kilometer lange Tunnel unter der Altstadt von Bastia.

Zweigstrecke nach Calvi

Zum Netz der CFC gehört eine Zweigstrecke vom einsam an der Hauptstrecke gelegenen Bahnhof Ponte Leccia über den Küstenort L’Île-Rousse zur Hafenstadt Calvi an der Nordküste. Die 1890 eröffnete Strecke ist 73,1 km lang, durchquert zunächst ebenfalls das korsische Hochgebirge, um dann auf der zweiten Hälfte ab L'Île-Rousse als „Tramway de Balagne“ an der Küste entlang nach Calvi zu führen. Im Volksmund wird diese Bahn „Der Feurige Elias“ genannt. Sie hat beim Bahnhof von Novella ihren höchsten Punkt mit 462 m und erreicht 30 km weiter bereits wieder das Meeresniveau.

Stillgelegte Strecken und gescheiterte Projekte

Bis zum Zweiten Weltkrieg betrieb die damalige Eisenbahngesellschaft eine weitere 152 km lange Strecke entlang der Ostküste der Insel. Sie zweigte in Casamozza von der Hauptstrecke ab und führte durch die Ebene bis nach Porto Vecchio, wo 1935 der Weiterbau in Richtung Bonifacio am südlichsten Punkt der Insel beendet wurde. Die Strecke wurde 1943 beim Rückzug des deutschen Militärs aus Afrika vollkommen zerstört und anschließend nicht wieder aufgebaut. Heute dient diese ehemalige Bahnstrecke mit ihren Brückenbauwerken zum Teil als Landstraße, zum Teil führt sie als Trampelpfad durch die korsische Macchia. Ein etwa 50 km langer Abschnitt kann durchgehend mit dem Fahrrad befahren werden.

Gescheiterte Projekte waren die geplanten Verbindungen von Caldaniccia in der Nähe von Ajaccio nach Propriano an der Westküste und Vico im Hochgebirge. Ebenfalls nicht weiterverfolgt wurde die geplante Direktverbindung von Calvi über Porto nach Ajaccio, obwohl der Bahnhof von Calvi entsprechend dieser Erweiterung bereits als Durchgangsbahnhof in Seitenlage angelegt wurde.

Betriebsführung

Die CFC unterhält auf ihrem Streckennetz insgesamt 32 Tunnel, 76 mittlere und große Brücken, und 83 niveaugleiche Bahnübergänge. Als Fahrzeuge sind elf Dieseltriebwagen für den Personenverkehr, 77 Güterwagen und sechs Diesellokomotiven vorhanden. Insgesamt sind 221 Personen bei der CFC beschäftigt, davon 201 an einem Dauerarbeitsplatz. Etwa 300.000 Fahrgäste nutzen die CFC im Jahr, die meisten von ihnen sind Touristen (Stand von 1998). Bedeutende Bahnhöfe befinden sich in Bastia, Casamozza, Ponte Leccia, Corte, Ajaccio und Calvi. Die vollständig ausgestattete Hauptwerkstatt des Unternehmens liegt in der Nähe des Bahnhofs von Casamozza.

Triebfahrzeuge

Die im Personenverkehr eingesetzten Triebwagen haben ein sehr unterschiedliches Alter, wobei die modernen Fahrzeuge die Hauptverkehrslast auf der Stammstrecke Bastia–Ajaccio tragen. Auf dem Tramway de Balagne zwischen L'Île-Rousse und Calvi verkehrten bis 2008 noch Triebwagen des Herstellers Renault aus den Jahren 1949/50 mit Beiwagen. Mittlerweile werden auch hier modernere Fahrzeuge eingesetzt, von den ehemals acht Renault-Triebwagen sind noch drei abgestellt vorhanden.[1] Die Fahrzeuge bieten für die Fahrgäste je nach Baureihe zwischen 40 und 120 Sitzplätze.

Die Ablösung der Dampflokomotiven begann auf der Insel schon sehr früh. Bereits 1937 verkehrten auf der Hauptstrecke Triebwagen mit Dieselantrieb der französischen Firma Billard. Beschleunigt durch die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs endete der Einsatz der letzten Dampflok 1954. Für den Güterverkehr wurden in den 1960er Jahren zwei Diesellokomotiven des Typs BB-400 des Herstellers CFD (BB 404 und 405) beschafft. Seit 1994 bzw. 2009 kommen auch weitere Loks zweier ähnlicher, jedoch deutlich stärker motorisierter Typen als BB 406–408 zum Einsatz, die zuvor für die Firma Speno unter anderem in Deutschland als DB-Baureihe 715 im Einsatz waren. Ein Unikat war die Eigenbau-Diesellokomotive 114, die von der Hauptwerkstätte Casamozza auf dem Fahrgestell eines Billard-Triebwagens aufgebaut worden war[1] und den Spitznamen „Bête de Calvi“ trug.

In den Jahren 1975/76 kamen fünf Triebwagen der Baureihen X-1200 (zweiklassig; um 1980 in X-2000 umgebaut) und X-2000 (nur 2. Wagenklasse) sowie 1982 zwei Triebwagen des Typs X-5000 hinzu.[1] 1989/90 lieferte die Firma Soulé fünf Triebwagen der Baureihe X-97050, denen 1997 zwei weitere von CFD folgten.[2] Für sechs dieser Fahrzeuge wurden passende Steuerwagen angeschafft.

Um den Bahnbetrieb grundlegend zu modernisieren, bestellte die korsische Regionalregierung fünfzehn Doppeltriebwagen der Baureihe AMG-800 bei CFD, von denen bis 2010 zwölf ausgeliefert wurden. Das erste Fahrzeug kam 2007 für Testfahrten auf die Insel. Die 40 Meter langen Triebwagen bieten einen niederflurigen Einstieg und erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h. Weiterhin wird zurzeit das gesamte Schienennetz saniert, darüber hinausgehende Verbesserungen wie zum Beispiel eine Elektrifizierung des Netzes sind jedoch nicht vorgesehen. Zurzeit ist die Ausgabe von 110 Millionen Euro für die Erhaltung des Gleiskörpers und Investitionen in Fahrzeuge geplant.

Im Frühjahr 2010 mussten sämtliche bis dahin gelieferten AMG-800 wegen schwerwiegender technischer Mängel (u. a. Bremsen, Kardanwellen und Klimaanlage) für mehrere Monate aus dem Verkehr gezogen werden. Der erheblich ausgedünnte Fahrplan wurde in der Reparaturphase mit den noch vorhandenen Altbaufahrzeugen und Bussen aufrechterhalten.[3]

Triebwagen

  • 2 Crochat / Decauville, benzinelektrisch, Betriebsnummern Ae 51 + 52, 1929 an CFD-Charentes verkauft
  • 6 Billard A 210 D, Baujahr 1935, Betriebsnummern 101–106: 103 1946 nach Brandschaden zu Diesellok 403 umgebaut; 106 zu Beiwagen umgebaut, 2009 zur Bahnstrecke Nizza–Digne-les-Bains; übrige verschrottet (102 im Zweiten Weltkrieg 1943 in Bastia zerstört)
3 Billard A 210 D, Baujahr 1938, 1971 gebraucht gekauft, Betriebsnummern 210–212: später zu Beiwagen umgebaut
  • 6 Billard A 150 D, Baujahr 1938, Betriebsnummern 111–116: 113 1987 zum Steuerwagen umgebaut, erhalten; Fahrwerk von 114 für Diesellok 114 verwendet; übrige verschrottet (116 im Zweiten Weltkrieg 1943 in Casamozza zerstört)
  • 8 Renault ABH-8; Baujahre 1949/50, Betriebsnummern 201–208: 201, 204 und 206 abgestellt, übrige verschrottet
  • 19 Billard A 80 D, Baujahre ca. 137 bis 1940, Ende der 1960er Jahre gebraucht erworben, Betriebsnummern 241–251, 501–504 und 510–513: kein Fahrzeug mehr im Einsatz
  • 1 De Dion-Bouton OC-1, Baujahr 1937, 1973 gebraucht gekauft, 1991 verkauft
  • 3 CFD Montmirail, Baujahre 1975/76, Betriebsnummern X-1201, X-1202 und X-1205: um 1980 zu X-2000 umgebaut (X-2001, X-2002 und X-2005)
  • 2 CFD Montmirail, Baujahre 1975/76, Betriebsnummern X-2003 und X-2004: Nr. 2003 im Jahr 2009 zur Bahnstrecke Nizza–Digne-les-Bains
  • 2 CFD Montmirail, Baujahr 1982, Betriebsnummern X-5001 und X-5002: abgestellt
  • 5 Soulé, Baujahre 1989/90, Betriebsnummern X-97051 bis X-97055, 2x177 kW
  • 2 CFD Bagnères (ehem. Soulé), Baujahr 1997, Betriebsnummern X-97056 uns X-97057
  • 12 CFD Bagnères AMG-800, Baujahre 2007 bis 2010, Betriebsnummern AMG-801/802 bis 823/824, Doppeltriebwagen, 2x440 kW

Diesellokomotiven

  • BB 401, Brissonneau et Lotz 1951, 1963 Brandschaden,[4] 1964 verschrottet
  • BB 402, Brissonneau et Lotz 1951,[5] 1966 verschrottet
  • CFC-114, Kleinlok, Eigenbau unter Verwendung des Fahrwerks von Triebwagen 114, 1955, 1999 abgestellt[6]
  • 403, Kleinlok für Bastia, Eigenbau aus Triebwagen 103 und 115, 1962 verschrottet
  • CFC-1, Bj. 1948, 1966 gebraucht erworben, 1980 z-gestellt, museal erhalten beim MTVS[7]
  • CFC-2, 1966 gebraucht erworben, 1980 verschrottet
  • CFC-3, 1967 gebraucht erworben, 1980 verschrottet
  • BB 403II, Brissonneau et Lotz 1951, 1964 gebraucht erworben, 1974 z-gestellt, 1981 verschrottet
  • BB 404, CFD Montmirail, Bj. 1963, 1974 von den Chemins de Fer de Provence gebraucht erworben, seit 2011 beim Train de l’Ardèche
  • BB 405, CFD Montmirail, Bj. 1966, seit 2011 beim Train de l’Ardèche
  • BB 406, CFD Suresnes, Bj. 1973, ursprünglich regelspurig, 1994 gebraucht gekauft

Fahrplan

Der Fahrplan ist relativ dünn ausgestattet: Zwei tägliche Verbindungen von Bastia nach Calvi, vier bis fünf tägliche Verbindungen von Bastia nach Ajaccio, die dann je nach Bedarf in Mehrfachtraktion mit bis zu drei Triebwagen gefahren werden. Hinzu kommt noch ein dichter Verkehr an Werktagen zwischen Bastia und Casamozza auf der Desserte suburbaine de Bastia mit 16 Verbindungen (vier sonntags), sowie Fahrten im Zwei-Stunden-Takt auf der Tramway de Balagne während der Sommersaison. Ferner existiert seit 2010 ein Vorortverkehr zwischen Ajaccio und Mezzana über den Flughafen Ajaccio mit 14 Verbindungen werktags und drei sonntags.[8]

Die Kosten für eine Fahrkarte bewegen sich im üblichen Rahmen des Öffentlichen Personennahverkehrs. Für Touristen wird das ganze Jahr über eine sieben Tage gültige Netzkarte angeboten. Bedingt durch die Bedienung von insgesamt über 30 Bahnhöfen und Haltepunkten dauert die Fahrt auf der Hauptstrecke zwischen Bastia und Ajaccio etwa vier Stunden. Auf der Zweigstrecke benötigen die beiden Züge ab Ponte Leccia bis Calvi eine Fahrzeit von einer Stunde und 40 Minuten.

Volks- und betriebswirtschaftliche Aspekte

Die Kostendeckung des Betriebes stellt sich wegen des Tourismus als Haupteinnahmequelle auf der Insel als schwierig dar, denn die eigentliche Saison auf der Insel beschränkt sich auf zehn Sommerwochen. Die Hauptstrecke ist dabei vor allem für Bergwanderer von Interesse, die den innerkorsischen Fernwanderweg GR 20 bewältigen wollen. Der Bahnhof von Vizzavona liegt genau auf der Hälfte dieses nur von Mitte Juni bis Ende Oktober begehbaren alpinen Wanderweges. Dennoch wird das ganze Jahr über gefahren, um der einheimischen Bevölkerung in den Wintermonaten die Gelegenheit zu geben, die beiden größten Städte der Insel ohne große Umwege erreichen zu können. Aus diesem Grund wird die Hauptstrecke im Winter vom Schnee geräumt, was bei den Passstraßen durch das innerkorsische Gebirge problematisch ist.

Die Tramway de Balagne erschließt im Sommer die im Norden der Insel einsam gelegenen Badestrände, zu denen keinerlei Straßenverbindung führt. Der Streckenabschnitt zwischen Calvi und L'Île-Rousse besitzt daher für den Tourismus ebenfalls eine erhebliche Bedeutung.

Der Güterverkehr spielt im Gegensatz zum Schienenpersonennahverkehr keine entscheidende Rolle mehr, die ehemals recht zahlreich vorhandenen Güterwagen sind nicht mehr in Betrieb. Da die Insel keine bedeutenden Bodenschätze besitzt, beschränkt sich der Transport von Gütern auf land- und forstwirtschaftliche Produkte sowie auf den Eigenbedarf der Bahngesellschaft. Für einen Transit zwischen den Häfen fehlt ebenfalls das Transportvolumen, was schon allein an der Tatsache erkennbar ist, dass die Gleise der Bahn nur in Ajaccio bis an die Kaimauern reichten, in Bastia wurde die Gleisverbindung zum neuen Hafen bereits Anfang der 1980er Jahre, im Zuge des Bahnhofneubaus, abgebaut. Daneben gibt es auch Spezialfahrzeuge wie beispielsweise Wassertankwagen zur Bekämpfung der auf der Insel immer wieder aufflackernden Waldbrände.

Zukunft

Nachdem bis 2010 nahezu das komplette Streckennetz saniert und dabei Gleise und Signaltechnik erneuert und die Hauptstrecke auf Tempo 100 ertüchtigt wurde, sollte die gefahrene Kilometerleistung von 850.000 Kilometern im Jahr verdoppelt werden. Die bis dahin auf der Hauptstrecke verkehrenden Triebwagen sollten vollständig durch den neuen AMG800 abgelöst und die Fahrzeit zwischen Bastia und Ajaccio auf 2:45h verkürzt werden. Die alten Triebwagen sollten dabei auf der Zweigstrecke nach Calvi eingesetzt werden.[9][10] Allerdings wurde 2010 bei Wartungen des AMG800 festgestellt, dass dessen Bremsen Probleme mit starkem Verschleiß hatten, weshalb alle AMG800-Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen wurden. Da zu diesem Zeitpunkt aber bereits viele der alten Fahrzeuge nicht mehr einsatzfähig waren, standen 2011 nicht genügend Fahrzeuge zur Verfügung, um den bisherigen Fahrplan aufrechtzuerhalten. Teilweise fand Schienenersatzverkehr mit Bussen statt, teilweise entfielen Fahrten aber auch ersatzlos.[11] Seit Sommer 2012 standen wieder insgesamt 8 AMG800 zur Verfügung.[12]

Weiter gibt es Überlegungen, die ehemalige Strecke entlang der Ostküste zumindest teilweise bis Padulella-Moriani zu reaktivieren und in den Vorortverkehr von Bastia zu integrieren. Eine über Padulella-Moriani hinausgehende Reaktivierung ist allerdings unwahrscheinlich.

Zusammenfassung

Im Gegensatz zu den Bahnen des europäischen Festland zeichnet sich der Betrieb der CFC durch einige Besonderheiten aus, die sich in erster Linie aus der Insellage von Korsika ergeben. Das Unternehmen hat keine Möglichkeit einer gemeinsamen Nutzung von Infrastrukturen mit anderen Eisenbahnen und ist daher gezwungen, diese selbst bereitzustellen. Dies äußert sich in erster Linie in der Notwendigkeit einer eigenen großen Werkstatt für alle anfallenden Reparaturarbeiten und auch in der Tatsache, dass teilweise sehr alte Fahrzeuge auf den Strecken unterwegs sind, die dem Betrieb in gewisser Weise den Anstrich einer Museumsbahn geben.

Andererseits sind die gefahrenen Geschwindigkeiten auf allen Streckenabschnitten überraschend hoch, auf den neu ausgebauten Gleisen beispielsweise in der Nähe von Ajaccio erreichen die Triebwagen eine Geschwindigkeit von bis zu 90 km/h. Hinzu kommen enge Kurven und tiefe Schluchten an den Streckenrändern; die Fahrt auf der CFC gilt bei vielen Touristen als ein Abenteuer.

Weblinks

 Commons: Chemins de fer de la Corse  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Moune Poli (Hrsg.): La corse en train. Guide du train malin. Editions MédiaTerra, Bastia 1998, 2000, ISBN 2-9509210-5-1.
  • Pascal Bejui (Hrsg.): Les Chemins de Fer de la Corse. Ed. La Régordane, Chanac 2001, ISBN 2-906984-39-6.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 LokMagazin 7/2016, S. 106
  2. LokMagazin 7/2016, S. 108
  3. LokMagazin 7/2016, S. 109
  4. Locomotive Diesel Brissonneau et Lotz BB 401 mit Foto, abgerufen am 17. Juli 2016
  5. Locomotive Diesel BB 402 mit Foto
  6. LokMagazin 7/2016, S. 107
  7. Locotracteur « le Corse » , abgerufen am 17. Juli 2016
  8. Les Horaires (Memento vom 10. Februar 2010 im Internet Archive)
  9. http://www.corsicabus.org/Train_services.html
  10. http://www.bahn-journalisten.ch/PDF/Berichte/2009/09-01-22-ERI.pdf
  11. http://www.corsematin.com/article/corse/ajaccio-pas-damg-en-circulation-cet-ete
  12. Autorails AMG 800, retour vers le futur 27. November 2011

Kategorien: Société nationale des chemins de fer français | Bahngesellschaft (Frankreich) | Verkehr (Korsika) | Wirtschaft (Korsika) | Spurweite 1000 mm

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Chemins de fer de la Corse (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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