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Charlotte Seither


Charlotte Seither (* 31. August 1965 in Landau in der Pfalz) ist eine deutsche Komponistin.

Leben

Charlotte Seither studierte Komposition, Klavier, Germanistik und Musikwissenschaft in Hannover und Berlin und wurde 1998 promoviert. Von 1987 bis 1991 war sie Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes. Als „Artist in Residence“ lebte und arbeitete sie in der Cité Internationale des Arts Paris (1999), im Palazzo Barbarigo Venedig (1993), in der Akademie Schloss Solitude (1995/2008), auf Civitella Ranieri / Italien (2012) und in der Villa Aurora Los Angeles (2000). Als erste Deutsche erhielt sie 1995 den 1. Preis im Internationalen Kompositionswettbewerb „Prager Frühling“.

2009 war Charlotte Seither als Stipendiatin des Bundeskulturministers Bernd Neumann für ein Jahr in der Deutschen Akademie Villa Massimo Rom. Als Guest Composer erhielt sie Einladungen des Goethe-Instituts in Santiago de Chile, Lissabon und Taschkent und ist eine gefragte Jurorin und Referentin auf internationalen Symposien. Sie ist Jury-Mitglied bei zahlreichen Wettbewerben (International Paderewski Composition Competition Poznan / Polen, Premio di Trieste / Italien, Deutscher Musikwettbewerb, Felix-Mendelssohn-Wettbewerb der Deutschen Musikhochschulen, Studienstiftung des deutschen Volkes, Berliner Senat, Deutscher Musikwettbewerb des Deutschen Musikrats, Ensemblia Mönchengladbach u.a.). Ihre Werke kommen in den meisten Ländern Europas, in Asien, Kanada, Südamerika und den USA zur Aufführung.

Charlotte Seither arbeitet regelmäßig mit renommierten Interpreten zusammen wie dem BBC Symphony Orchestra London, ASKO Kamerkoor Amsterdam, Neue Vocalsolisten Stuttgart, BBC Singers London, SWR Vocalensemble Stuttgart, VocaalLab Amsterdam und Ensemble Modern und ist bei zahlreichen internationalen Festivals zu Gast (Gaudeamus Amsterdam, Warschauer Generationen-Festival, Prager Frühling, Grame Lyon, Gaida-Festival Litauen, Nuova Consonanza Rom, Posener Frühling, Muzica Conteporanea Bukarest, Cantiere Internazionale Montepulciano, Voix Nouvelles Royaumont, Viitasari/Finnland, Lacma Los Angeles, IFWM-Festival Seoul u. a.).

Charlotte Seither lebt in Berlin. Sie ist mit dem Rechtswissenschaftler Hartmut Aden verheiratet.

Werkästhetik

Die Werke Charlotte Seither beschäftigen sich mit besonderen Klangphänomenen, die oftmals von mikroskopischer Struktur sind und bis ins Detail ausgearbeitet werden: „Es ist eine Art Hybris, die mich interessiert, das Surren im Ungleichen, in dem sich das gerade noch Wahrnehmbare immer weiter aufspaltet und ins Innere verzweigt. So gesehen brauche ich immer weniger Material, gelange aber zu einer immer differenzierteren Sprache. Je mehr ich auflöse, um so mehr schließt sich zusammen.“

Preise und Stipendien

  • 1988–1991: Studienstiftung des deutschen Volkes
  • 1990: Musica-Viva-Stipendium der Stadt Pforzheim
  • 1992: Niedersächsisches Nachwuchsstipendium der Ministerin für Wissenschaft und Kultur
  • 1993: Künstlerstipendium am Deutschen Studienzentrum in Venedig
  • 1994: 1. Preis im Kompositionswettbewerb des Göttinger Symphonie Orchesters
  • 1995: 1. Preis im Internationalen Kompositionswettbewerb Prager Frühling
  • 1995: Künstlerstipendium der Akademie Schloss Solitude, Stuttgart
  • 1995: Förderstipendium Wilfried-Steinbrenner-Stiftung
  • 1995/1996: Künstlerstipendium Künstlerhof Schreyahn
  • 1999: Künstlerstipendium Citè des Arts Paris
  • 1999: Franz Liszt Stipendium der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar
  • 2002: Förderpreis des Ernst von Siemens Musikpreises
  • 2003: Künstlerstipendium Schloss Weikersheim
  • 2004: 1. Preis im Internationalen Kompositionswettbewerb Ciutat de Palma (Spanien)
  • 2004: Kompositionspreis der Berliner Cappella
  • 2005: Stipendium Junge Akademie der Akademie der Künste Berlin
  • 2006: Künstlerstipendium KunstRaum Sylt
  • 2007: Zonta-Komponistinnen-Preis
  • 2009: Stipendium des Bundeskulturministers für die Deutsche Akademie Villa Massimo Rom
  • 2010: Praetorius Musikpreis des Landes Niedersachsen
  • 2012: Artist Fellow der Internationalen Künstlerresidenz Civitella Ranieri / Italien
  • 2012: Pfalzpreis für Musik
  • 2013: Stipendium des Bayrischen Ministers für Forschung und Kultur für das Internationale Künstlerhaus Villa Concordia in Bamberg
  • 2014: Artist Fellow des Internationalen Künstlerhauses Bogliasco Foundation
  • 2014: Deutscher Musikautorenpreis, Kategorie Zeitgenössische Chormusik

Werke

Bühnenwerk

  • anderes/selbst Oper (1998–2000)

Orchester- und Ensemblewerke

  • Language of Leaving für Orchester und 12 Stimmgruppen frei nach Francesco de Lemene (2012/13)
  • Fünf Stücke um den Fluss zu queren für Orchester (2012)
  • Recherche sur le fond für Orchester (2011)
  • Schatten und Klarsein. Verse für Heinrich Kleist für Sopran und Streichorchester (2010)
  • Beschriftung der Tiefe von innen für achtzehn Spieler (2010)
  • Essay on Shadow and Truth für Orchester (2007)
  • Essay on Shadow and Truth (Chapter I) für Orchester (2007)
  • Living gardens für neunzehn Spieler (2002/03)
  • Paires d'alternances für Orchester (2001)
  • L'uno dall'altro für kleines Orchester (1993)
  • objet diaphane Kammersinfonie für 13 Instrumente (1993)

Kammermusik

  • Chercher le chien für Flöte, Bassklarinette, Posaune, Violine, Viola, Violoncello und Klavier (2013/14)
  • Tre acque con ombre für Violine, Viola, Violoncello, Klarinette und Klavier (2013)
  • Seul avec des ombres für Altflöte solo (2011)
  • Equal ways of difference für Klaviertrio (2011)
  • More reasons for reality für Bassklarinette, Flöte, Violine, Violoncello und Klavier (2012)
  • Running circles für zwei Klaviere und zwei Schlagzeuge (2011)
  • Schwebender Rand mit Verzweigung für zwei Bassklarinetten (2010)
  • Waiting for T für Trompete, Posaune, Violoncello und Schlagzeug (2009)
  • Deixis für Violoncello solo (2009)
  • Cry für Violine solo (2009)
  • Far from distance für Klarinette, Violoncello und Klavier (2008)
  • Scusi für Tenorblockflöte und Klavier (2008)
  • Never real, always true für Akkordeon solo (2008)
  • Gran passo für Klavier (2006)
  • Itinéraire für Klavier (2005)
  • Inventaire de départ für Akkordeon und Elektronik (2005)
  • Unknown friends für Bassklarinette, Posaune, Klavier und Schlagzeug (2003)
  • Corps croisé für Streichquartett (2002)
  • Herzform, Krater für Akkordeon (2001)
  • Echoes, edges für Klavier (2001)
  • Himmelsspalt für Orgel (2000/01)
  • Playing both ends towards the middle für Violine und Violoncello (2000)
  • merging strain für Violoncello (1999)
  • Peser ses mots für Kontrabassblockflöte/Bassblockflöte, Bassklarinette/B-Klarinette, Klavier, Schlagzeug, Violoncello und Kontrabass (1997)
  • Coq-à-l'âne für drei Spieler mit sound producing objects (1997)
  • Alleanza d'archi für Violine, Viola und Violoncello (1996)
  • Klang und Schwebung für Klavier (1996)
  • Champlève für Violine, Violoncello und Klavier (1994)
  • Frames and fingers für drei Schlagzeuger (1992)

Vokalwerke

  • Unterschreitung des Lauts bei der Rede für Stimme solo (2013)
  • Weitere Machart von Stille für Stimme solo (2013)
  • licht und namen. Schwebung für 12 Stimmgruppen im Raum(2012/13)
  • Dreizehn Verwehungen für Stimme solo (2012)
  • Feinstaub I-IV für Stimme solo (2012)
  • Guarda in giù für 12-stimmigen Chor
  • Gehen lassen. Solo I-III für Stimme mit Handpercussion (2012)
  • The long distance from zero to one für Stimme solo (2010)
  • Haut terrain für 12-stimmigen Chor (2010)
  • Dopo domani für Stimme und Klavier (2008)
  • Passage innocent für 12 Stimmen (2006)
  • Minzmeißel. Drei kleine Stücke für Stimme und Klavier frei nach Franz Kafka (2006)
  • koy für Bass-Stimme solo (2005)
  • Der helle Rand von Furcht und Erwachen Szene für Sopran, Mezzosopran, Bariton und fünf Instrumente (2007)
  • All’aperto für 16-stimmigen Kammerchor (2004)
  • Einlass und Wiederkehr Elf Bruchstücke für Sopran und Klavier nach Franz Kafka (2004)
  • One-woman-opera für Stimme mit Handpercussion (2004)
  • Hora für 8-stimmiges Vokalensemble (2003)
  • Ricordanza für 15-stimmigen Chor a cappella (2003)
  • Dir, mir zu für Mezzosopran und Klavier (2001)
  • Seeds of noises für sechs Stimmen (2000)
  • Herzfalter für Tenor und Klavier frei nach Sonett XIX von Francesco Petrarca (2000)
  • Monad's face für Sopran, Bassklarinette und Violoncello (1997)
  • Sieben Verlautbarungen für Männerstimme und Klavier (1997)
  • Waters, earth and air I für Frauenstimme, Bassflöte, Bassklarinette, Klavier und zwei Schlagzeuger (1997)
  • Waters, earth and air II für Frauenstimme, Bassflöte, Akkordeon und Schlagzeug (1997)
  • Da mia parte für tiefe Frauenstimme nach einem Text von Giorgio Bassani (1994)
  • Liquid devices für Sopran, Flöte, zwei Schlagzeuger und Violoncello (1993)
  • Fra l'altro für Kammerchor zu zehn Stimmen (1991)

Literatur

  • Waltraud Schwab: „Ich brauch konkret gemachten Schweiß“, Interview, in: TAZ, 20. Juni 2015, S. 24 f.

Weblinks


Kategorien: Person (Landau in der Pfalz) | Deutscher Komponist | Geboren 1965 | Komponist klassischer Musik (21. Jahrhundert) | Komponist klassischer Musik (20. Jahrhundert) | Frau

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Charlotte Seither (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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