Charles Vane, 3. Marquess of Londonderry - LinkFang.de





Charles Vane, 3. Marquess of Londonderry


Charles William Vane, 3. Marquess of Londonderry (bis 1822 Charles William Stewart, von 1814 bis 1822 war er bekannt unter seinem Titel Lord Stewart; * 18. Mai 1778 in Dublin; † 6. März 1854 in London) war ein britischer Offizier, Politiker und Diplomat.

Familie

Charles Stewart war Sohn von Robert Stewart, erster Marquess von Londonderry und der Mutter Frances, Tochter von Charles Pratt, Earl of Camden. Sein älterer Halbbruder aus einer früheren Ehe des Vaters war der spätere britische Außenminister Castlereagh.

In erster Ehe heiratete er Catherine Bligh Tochter von John Bligh, dem 3. Earl of Darnley. Mit ihr hatte er einen Sohn. Sie starb 1812. In zweiter Ehe heiratete er Frances Anne, die Tochter von Sir Henry Vane-Tempest. Diese war Erbin großer Besitzungen. Mit der Heirat nahm er den Namen Vane an. Aus der Ehe gingen drei Söhne und vier Töchter hervor.

Sein Sohn aus erster Ehe Frederick William Robert Stewart folgte ihm als vierter Marquess von Londonderry. Der älteste Sohn aus der zweiten Ehe George Henry Robert Charles William folgte ihm als Earl Vane.

Leben

Aufstieg im Militär

Nach der Erziehung in Eton trat er 1794 in die britische Armee ein. Seine militärische Karriere wurde vor allem von seinem Onkel Lord Camden gefördert. Bereits kurze Zeit später wurde er zum Leutnant und Hauptmann ernannt. Schon ein Jahr später wurde er Major. Er diente 1794/95 während des Ersten Koalitionskrieges im Stab von Francis Rawdon-Hastings, 1. Marquess of Hastings in den Niederlanden. Danach gehörte er zur britischen Abordnung im österreichischen Hauptquartier während der Feldzüge am Rhein und der oberen Donau 1795 und 1796. Bei einem Kavalleriegefecht bei Donauwörth wurde er verwundet.

Danach war er Aide-de-camp bei seinem Onkel Lord Camden in dessen Zeit als Lordleutnant von Irland zwischen 1795 und 1798. Er wurde 1796 Major bei dem 5. Dragonern (Royal Irish). Im Jahr 1797 wurde er zum Oberstleutnant ernannt. Das Regiment wurde im irischen Aufstand von 1798 eingesetzt. Weil zahlreiche Soldaten desertierten wurde es 1799 aufgelöst. Er wurde daraufhin Oberstleutnant der 18. leichten Dragoner. Mit diesem diente er im Feldzug von 1799 in den Niederlanden. Er wurde bei einem Gefecht leicht verwundet.

Politiker und Abgeordneter

Im Jahr 1803 wurde er zum Oberst und Aide-de-camp des Königs Georg III. ernannt. In dieser Zeit begann seine politische Karriere. Er handelte dabei wenig selbstständig. Vielmehr beeinflusste die Familie und vor allem sein Halbbruder seine Positionen. Kurze Zeit später wurde er zum Unterstaatssekretär für Irland (under-secretary in Ireland) ernannt. Für Thomastown war er Mitglied des irischen Parlaments. Nach der Union Irlands wurde er an Stelle seines Onkels Alexander Abgeordneter für Derry im gesamtstaatlichen Parlament. Seine Familie sorgte dafür, dass er später den Sitz für Westminster einnehmen konnte. Parlamentsmitglied blieb er bis 1814.

Als 1805 eine Invasion Napoleons drohte, veröffentlichte er die Schrift Suggestions for the Improvement of the Force of the British Empire. Im Jahr 1807 wurde er Unterstaatssekretär in der Regierung (under-secretary of war) beim Secretary of State for War and the Colonies, während sein Bruder, mit dem er eng zusammen arbeitete, Außenminister war.

Stewart gab sein Staatsamt zeitweise 1808 auf, um eine Husarenbrigade in Portugal zu kommandieren. Die Truppe schützte im Krieg auf der iberischen Halbinsel die übrige Armee beim Vormarsch in Richtung Madrid und Salamanca und später deckte sie den Rückzug. Im weiteren Verlauf der Kämpfe zeichnete er sich mehrfach aus.

Zu Beginn des Jahres 1809 kehrte er nach London in sein früheres Amt zurück. Er erhielt zusätzlich die Sinekure eines Gouverneurs von Fort Charles auf Jamaika.

Im April desselben Jahres kehrte er zur Armee auf der iberischen Halbinsel zurück, die nun unter dem Kommando von Wellington stand. Er diente diesem als Generaladjutant im Rang eines Brigadegenerals. Erneut tat er sich als Kommandeur mehrfach hervor, ehe er erkrankt nach England zurück kehren musste.

Im Februar 1810 dankten das House of Commons ihm für seine Leistungen im Krieg. Kurze Zeit später wurde er zum Generalmajor ernannt. Bereits zuvor war er wieder auf den spanischen Kriegsschauplatz zurückgekehrt und diente 1810 bis 1812 erneut als Generaladjutant. Wieder tat er sich daneben mehrfach bei Einsätzen im Feld hervor.

Weil seine frühere Fiebererkrankung wieder ausbrach, kehrte er im Februar 1812 nach England zurück. Unstimmigkeiten mit Wellington, der ihm unter anderem Intrigen vorwarf und das Kommando über eine Kavalleriedivision verweigerte, führten zum Ende der militärischen Karriere.

Im Februar 1813 wurde Stewart zum Ritter des Bathordens ernannt. Für seinen Dienst auf der iberischen Halbinsel erhielt er auch den portugiesischen Orden vom Turm und Schwert und weitere Auszeichnungen.

Diplomat

Mittlerweile war sein Bruder erneut Außenminister geworden. Stewart wurde 1813 zum Gesandten in Berlin ernannt. Er sollte vor allem die Verbindung zur preußischen und schwedischen Armee halten. Am 26. April erreichte er das Hauptquartier der Alliierten bei Dresden und unterzeichnete einen Bündnisvertrag zwischen Großbritannien, Preußen und Russland. Er war bei der Schlacht bei Großgörschen anwesend und beteiligte sich aktiv an der Schlacht bei Bautzen. Außerdem nahm er am Kavallerieangriff Gebhard Leberecht von Blücher bei Haynau, der Erstürmung von Befestigungen bei Dresden teil. Bei Kulm wurde er mehrfach verwundet. Bei der Völkerschlacht bei Leipzig kommandierte er die Reservekavallerie unter Blücher. Nach der Niederlage Napoleons schloss er ein Abkommen mit Louis-Nicolas Davout über die Rückführung von dessen Truppen nach Frankreich. Von Bernadotte, Kronprinz von Schweden, erhielt er den Orden vom Schwert, außerdem empfing er den preußischen Schwarzen und Roten Adlerorden und den russischen St.Georgsorden. Während des Feldzuges 1814 befand sich Stewart zusammen mit seinem Bruder im jeweiligen Hauptquartier der Alliierten. Er war erneut an verschiedenen militärischen Aktionen beteiligt und nahm am 31. März an der Besetzung von Paris teil.

Kurze Zeit später wurde er zum Generalleutnant befördert und zum Baron Stewart erhoben. Die Universitäten Oxford und Cambridge verliehen ihm Ehrentitel. Er wurde Mitglied des Privy Council und erhielt weitere Ehrenämter am Hof. Er wurde 1814 Botschafter in Wien und war Gesandter beim Wiener Kongress. Er unterstützte dabei seinen Bruder und später Wellington. Er machte nicht zuletzt durch verschiedene Eskapaden und übermäßigen Alkoholgenuss von sich Reden. Die Wiener nannten ihn "Lord Pumpernickel."[1] Beim erneuten Kampf gegen Napoleon 1815 begleitete er nach der Schlacht bei Waterloo die Souveräne nach Paris.

Im Jahr 1820 vertrat er Großbritannien beim Kongress von Troppau und 1821 beim Kongress von Laibach. Zusammen mit Wellington nahm er 1822 am Kongress von Verona teil.

Spätere Jahre

Nach dem Tod seines Bruders 1822 beerbte er diesen als Marquess of Londonderry. Ihm Jahr 1823 endete seine Botschaftertätigkeit in Wien. Außerdem wurde er 1823 zum Earl Vane und Viscount Seaham erhoben. Bereits 1822 hatte er den Besitz Seaham bei Durham gekauft. Diesen und seine andere Besitzungen baute er aus. Er ließ Kohlegruben anlegen, einen Hafen mit Docks und eine Eisenbahnstrecke bauen. Er ließ den Landsitz Wynyard Hall und den zugehörigen Park erbauen.

Seit 1834/35 war er für einige Zeit Botschafter in St. Petersburg. In Großbritannien machte er sich mit seinem Widerstand gegen alle Reformbemühungen zahlreiche Feinde. Er war Gegner der irischen Emanzipation, der Aufstände in Polen und Italien. Seit 1836 unternahm er Reisen nach Russland und einige Gebiete im östlichen und südlichen Europa. Zurück in England hat er sich zweimal duelliert.

Im Jahr 1837 wurde er zum General ernannt. Er war auch Mitglied des Oberhauses. Nach dem Tod Wellingtons nahm er dessen Platz im Hosenbandorden ein.

Er war Autor verschiedener Schriften.

Einzelnachweise

  1. Thierry Lentz: 1815. Der Wiener Kongress und die Neugründung Europas. München, 2014 S. 89

Schriften

  • A Narrative of the Peninsular War from 1808 to 1813, 2 vols. 4to, London, 1828.
  • A Narrative of the War in Germany and France in 1813–14, 4to, London, 1830.
  • Recollections of a Tour in the North of Europe in 1836–7, 2 vols. 8vo, London, 1838.
  • Journal of a Tour in the Southern Parts of Spain, London, 1840.
  • A Steam Voyage to Constantinople by the Rhine and Danube in 1840–1, and to Portugal, Spain, &c. in 1839, 2 vols. 8vo, London, 1842.
  • Memoir and Correspondence of Viscount Castlereagh, second Marquess of Londonderry, edited by his brother, 12 vols. 8vo, London, 1848–53.

Weblinks

Literatur

  • Ernest Marsh Lloyd: Stewart, Charles William. In: Dictionary of National Biography. Volume 54. London, 1898 S. 278–282 Eintrag auf en:WS

VorgängerAmtNachfolger
Robert StewartMarquess of Londonderry
1822–1854
Frederick Stewart


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Charles Vane, 3. Marquess of Londonderry (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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