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Charles James Fox


Charles James Fox (* 24. Januar 1749 in Westminster; † 13. September 1806) war ein britischer Staatsmann und Redner.

Leben und Wirken

Fox war der Sohn von Henry Fox, Staatssekretär Georgs II. und von diesem 1763 zum Baron Holland erhoben. Nachdem er die Schulen in Westminster und Eton und die Universität in Oxford besucht hatte, bereiste er den Kontinent. 1768 wurde er durch väterliche Vermittlung als Vertreter des Fleckens Midhurst Mitglied des Parlaments, wo er anfangs das Ministerium Frederick North unterstützte und sich durch seine rednerische Begabung so hervortat, dass er 1770 zum Lord der Admiralität und 1772 zum Schatzkanzler befördert wurde.

Vor allem durch seine Opposition gegen das Gesetz über Heiraten in der königlichen Familie 1772 und seine Anträge zur Bestrafung eines Pressvergehens fiel er beim König in Ungnade. Im Jahr 1774 wurde er aus der Regierung entlassen, worauf er sich mit den Führern der oppositionellen Whigs, Edmund Burke und Camden verbündete. Zunächst griff er vor allem die Amerikapolitik der Regierung an, indem er das Selbstbesteuerungsrecht der Kolonien verteidigte und für einen Frieden mit den rebellierenden Kolonien eintrat.

1780 wurde Fox für Westminster erneut ins Unterhaus gewählt. Bei Norths Rücktritt 1782 wurde er Mitglied der neuen Regierung Rockingham-Shelburne als der erste britische Außenminister und schlug die sofortige Anerkennung der amerikanischen Unabhängigkeit vor, legte jedoch nach dem Tod Rockinghams infolge von Differenzen mit Shelburne sein Amt nieder, worauf der König den jungen William Pitt zu seiner rechten Hand machte. Zwischen beiden begann ein erbitterter Kampf, der 1783 den Sturz des Ministeriums Shelburne-Pitt herbeiführte, während Fox mit North als Staatssekretär in die vom Herzog von Portland gebildete Koalitionsregierung eintrat, die den Frieden mit Amerika schloss.

Schon nach neun Monaten stürzte auch diese Regierung, in der Fox und nicht der Premierminister die beherrschende Gestalt war. Das von Fox eingebrachte Gesetz, das die Missbräuche der Ostindischen Kompanie beenden und die Verwaltung der ostindischen Kolonien in die Hände der Regierung bringen sollte, wurde zwar im Unterhaus angenommen, von den Lords aber auf Druck des Königs verworfen.

Sofort entließ der König die Regierung und stellte Pitt an die Spitze des neuen Kabinetts. Fox wurde für Westminster erneut gewählt und wurde einer der Führer der Opposition. Er bekämpfte die Regierung bei dem Prozess des ostindischen Statthalters Warren Hastings, schlug 1787 die Abschaffung der Sklaverei vor und machte bei den ersten Anzeichen der Geisteskrankheit des Königs die Rechte des Prinzen von Wales auf die Regentschaft geltend, während Pitt die Entscheidung über die Regentschaft dem Parlament vorbehalten wissen wollte.[1]

Die Französische Revolution befürwortete Fox, wodurch er sich mit Burke und dem größten Teil seiner anderen politischen Freunde überwarf. Nachdem er von 1792 bis 1797 anfangs an der Spitze einer kleinen Opposition, zuletzt fast ganz allein vergebens die kriegerische Politik der Regierung gegen das revolutionäre Frankreich und ihre Repressivmaßregeln in England bekämpft hatte, zog er sich 1797 auf seinen Landsitz St. Ann’s Hill bei Chertsey zurück. Dort widmete er sich der Landwirtschaft und literarischen Beschäftigungen.

Nach dem Frieden von Amiens 1802 machte er eine Reise nach Frankreich. Nach seiner Rückkehr gelang ihm zwar durch die Vereinigung der Whigs der Sturz der Kabinetts Addington, das einen neuen Krieg mit Frankreich plante, doch widersetzte sich der König seinem Eintritt in die Regierung, den diesmal selbst Pitt vorschlug. Fox wurde erneut exponierter Vertreter der Opposition, bis Pitts Tod im Januar 1806 den König zwang, sich ein Kabinett Grenville gefallen zu lassen, in dem Fox zum dritten Mal Staatssekretär wurde.

Er riet zu einer Verständigung mit Napoleon. Als der französische Kaiser dazu nicht bereit war, befürwortete Fox eine Fortsetzung des Kriegs. Doch starb er schon am 13. September 1806 an der Bauchwassersucht.

Fox gilt als einer der bedeutendsten Redner des englischen Parlamentarismus. Als Privatmann hatte er wegen seiner Spielsucht unter Vermögensproblemen zu leiden.

In seiner unvollendeten History of the early part of the reign of James II. (Lond. 1808; deutsch von Soltau, Hamb. 1810) verteidigte er die Revolution von 1688. Seine Speeches in the house of Commons erschienen in London 1815 (6 Bde.), in Auswahl 1847.

Im Jahr 1816 wurde ihm auf dem Bloomsbury Square in London eine Bildsäule und 1818 ein Denkmal in der Westminster Abbey errichtet.

Verfilmungen

Literatur

  • Eintrag in der Classic Encyclopedia (Memento vom 23. Januar 2013 im Internet Archive) (englisch)
  • Walpole: Recollections of the life of Fox (London, 1806)
  • Russell, John: Memorials and correspondence of Charles Fox (London, 1853-57, 4 Bde.)
  • Russell, John: Life and times of Fox (London, 1859-67, 3 Bde.)
  • Rae, Wilkes, Sheridan: Fox, the opposition under George III. (London, 1874)
  • Trevelyan: Early history of Charles James Fox (London, 1880)

Fußnoten

  1. John Holland Rose: Der jüngere Pitt. Rinn, München, 2. Aufl. 1948, S. 93–96.

Weblinks

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