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Chaos Communication Congress


Der Chaos Communication Congress ist ein mehrtägiges, in Deutschland stattfindendes Treffen der internationalen Hackerszene, das vom Chaos Computer Club (CCC) ausgerichtet und organisiert wird. Der Kongress widmet sich in zahlreichen Vorträgen und Workshops technischen und gesellschaftspolitischen Themen. 2015 haben mehr als 13.000 Menschen am Congress teilgenommen [1].

Der Kongress findet einmal im Jahr statt, von der Gründung 1984 an bis 2004 vom 27. bis zum 29. Dezember, seit 2005 vom 27. bis zum 30. Dezember.

Geschichte

Nachdem der Kongress, der seit 1984 im Eidelstedter Bürgerhaus in Hamburg stattfand, für diesen Ort zu groß geworden war, zog er 1998 nach Berlin ins Haus am Köllnischen Park, wo er von mehr als 4.000 Teilnehmern besucht wurde. Von 2003 bis 2011 fand der Kongress im Berliner Congress Center am Alexanderplatz statt. 2012 wurde er ins Congress Centrum Hamburg (CCH) verlegt.[2] Im Dezember 2013 besuchten ihn über 9.000 Teilnehmer. Das gesteigerte Interesse wurde der Globalen Überwachungs- und Spionageaffäre und den Veröffentlichungen Edward Snowdens zugerechnet.[3]

Der Kongress bemüht sich um möglichst niedrige Eintrittspreise – vor allem, um Jugendlichen die Teilnahme zu ermöglichen. 2011 kostete ein Ticket für die gesamte Kongressdauer 80 Euro, für Jugendliche unter 18 Jahren 25 Euro.[4] Ein großer Teil der Referenten rekrutiert sich aus der Szene selbst, und die organisatorische Arbeit vor Ort wird von freiwilligen Helfern geleistet, die im CCC-Jargon als Engel bezeichnet werden.

Teil des Kongresses ist das Hackcenter, ein großes Areal, in dem zirka 600 Leute mit ihrer Technik auf dem Kongress präsent sind. Das Hackcenter und die anderen Bereiche der Veranstaltung sind über eine breitbandige Anbindung mit dem Internet verbunden. Der CCC legt aber Wert auf die Feststellung, dass es sich beim Hackcenter nicht um eine LAN-Party handelt, sondern um ein „Hands-On“-Labor zum gemeinsamen Erforschen und Austesten von Netzwerktechnologie. Mit dem Umzug ins Congress Centrum Hamburg im Jahr 2012 wurde das Hackcenter um so genannte „Assemblies“ erweitert, abgegrenzte Bereiche außerhalb der Vortragssäle, die verschiedenen sozialen Gruppierungen und Projekten als Präsentationsfläche dienen konnten.[5]

Von 1997 bis 2004 wurde während des Kongresses gleichzeitig auch die Deutsche Meisterschaft im Lockpicking ausgetragen.

Das Streaming der Vorträge wurde die letzten Jahre von der Forschungsgemeinschaft elektronische Medien e.V. (FeM) umgesetzt. Durch die hohe Nachfrage kam es, dass 2007 und 2008 die 1-Gbit/s-Anbindung der TU Ilmenau zu 99 Prozent ausgelastet war.[6] Beim Wechsel des Chaos Communication Congress nach Hamburg (29C3), konnten die Rechnerressourcen und Bandbreite anderer Studentennetzwerke in Deutschland genutzt werden.[7] Außerdem erhielt man Unterstützung aus dem CCC-Umfeld. Im Jahr darauf wurde innerhalb des CCC das Video Operation Center (VOC) ins Leben gerufen, welches unterstützt wurde.[8] Seit dem 31C3 hat das VOC die Leitung übernommen und wird von FeM, sowie der ags - TU Braunschweig unterstützt.[9]

Vorfälle im Umfeld des 26C3

Im Rahmen des Chaos Communication Congress 2009 verschafften sich Unbekannte vermutlich illegal Zugang zu internen Daten der Singlebörse Ma-flirt.de, zudem wurden öffentlich zugängliche Profilfotos von der Singlebörse Harzflirt.de heruntergeladen. Zu diesen Daten wurden Download-Links im Kongress-Wiki des CCC erstellt. Passwörter wurden dort direkt veröffentlicht. Ein älterer Hack der Kundendatenbanken des Bekleidungshändlers Thor Steinar wurde ebenfalls bekanntgemacht. Zu den veröffentlichten Daten gehörten Profilnamen, Passwörter, E-Mail-Adressen, Ortsangaben, Wohnadressen, Fotos und Umsatzzahlen. Zwei der Seiten stehen im Ruf, von Mitgliedern der rechten Szene frequentiert zu werden, die anderen nicht. Der Verein wollte zu den Datenschutzverletzungen keine Stellungnahme geben.[10] Kongressteilnehmer distanzierten sich jedoch von dem Vorfall. Er stehe im Widerspruch zur Hackerethik.[11][12][13]

Kongress-Mottos und Veranstaltungsorte 1984 bis heute

Der Chaos Communication Congress steht nahezu jedes Jahr unter einem Motto, meist in Bezug auf wichtige Themen des zurückliegenden oder kommenden Jahres.

Nr. Jahr Motto Besucher Veranstaltungsort
1 1984 CCC’84 nach Orion’64 Eidelstedter Bürgerhaus in Hamburg
2 1985 Du Darfst
3 1986 Damit Sie auch morgen noch kraftvoll zubyten können
4 1987 Offene Netze – Jetzt!
5 1988 ich glaub’ es hackt
6 1989 Offene Grenzen: Cocomed zuhauf
7 1990 ohne Motto
8 1991 Per Anhalter durch die Netze
9 1992 Es liegt was in der Luft
10 1993 Ten years after Orwell
11 1994 Internet im Kinderzimmer – Big business is watching you?! Bikini-Haus in Berlin
12 1995 Pretty Good Piracy – verdaten und verkauft Eidelstedter Bürgerhaus in Hamburg
13 1996 Der futurologische Congress – Leben nach der Internetdepression
14 1997 Nichts ist wahr. Alles ist erlaubt.
15 1998 All Rights Reversed Haus am Köllnischen Park in Berlin
16 1999 ohne Motto
17 2000 Explicit Lyrics
18 2001 Hacking Is Not A Crime
19 2002 Out Of Order 03.000[14]
20 2003 Not A Number 02.500[15] Berliner Congress Center
21 2004 The Usual Suspects 03.500[16]
22 2005 Private Investigations 03.000[17]
23 2006 Who can you trust? 04.200[18]
24 2007 Volldampf voraus! 04.013[19]
25 2008 Nothing To Hide! 04.200[20]
26 2009 Here Be Dragons 09.000 (inkl. Streaming)[20]
27 2010 We come in peace 04.000[21]
28 2011 Behind enemy lines 03.000[22]
29 2012 Not My Department 06.500[23] Congress Center Hamburg
30 2013 ohne Motto 09.000[24]
31 2014 A New Dawn[25] 12.000[26]
32 2015 Gated Communities[27] 13.000 (begrenzt durch Raumkapazität)[28]

Seit dem Chaos Communication Congress 1999 hat sich eine abkürzende Schreibweise eingebürgert. Anstatt 16. Chaos Communication Congress wurde der Begriff 16C3 verwendet. Die offizielle Schreibweise des Chaos Communication Congress 2004 lautet somit „21C3: The Usual Suspects“ 21. Chaos Communication Congress. Der 20. Kongress 2003 hingegen bildete mit dem Kürzel NaN eine zum Motto passende Bezeichnung.

Bildergalerie

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.heise.de/newsticker/meldung/32C3-Hackertreffen-mit-13-000-Teilnehmern-von-DDoS-Angriffen-geplagt-3057151.html
  2. CCC Event Weblog: Why did you move the CCCongress to Hamburg (of all places)? 8. August 2012, abgerufen am 4. Oktober 2012.
  3. Stefan Krempl: 30C3: Snowden-Effekt beschert Hackertreffen Besucherrekord. In: Heise Online. 31. Dezember 2013, abgerufen am 3. November 2015.
  4. CCC: Tickets – 28C3. In: Eventseite zum 28C3. 2011, abgerufen am 4. Oktober 2012.
  5. CCC Event Blog: Assemblies. Abgerufen am 15. Januar 2013.
  6. Andreas Dommaschk: FeM auf dem 25. Chaos Communication Congress II. Forschungsgemeinschaft elektronische Medien e. V., 30. Dezember 2008, abgerufen am 27. September 2010.
  7. Forschungsgemeinschaft elektronische Medien e. V.: Rechenschaftsbericht 2012. 9. Januar 2013, S. S. 9–10, abgerufen am 21. Dezember 2015.
  8. Forschungsgemeinschaft elektronische Medien e. V.: Rechenschaftsbericht 2013. 19. Januar 2014, S. S. 9–10, abgerufen am 21. Dezember 2015.
  9. Forschungsgemeinschaft elektronische Medien e. V.: Rechenschaftsbericht 2014. 13. Januar 2015, S. S. 7–8, abgerufen am 21. Dezember 2015.
  10. Stefan Krempl: 26C3: Hacker verbrauchen Rekord-Bandbreite. In: Heise Online. 31. Dezember 2009, abgerufen am 3. November 2015.
  11. Stefan Krempl: 26C3: Flirtbörse der rechten Szene gehackt. In: Heise Online. 29. Dezember 2009, abgerufen am 31. Dezember 2009.
  12. Christian Klaß: Rechte Flirtbörse und NPD-Webseiten gehackt. Nutzerdaten von Hackern zum Download veröffentlicht. In: golem.de. 30. Dezember 2009, abgerufen am 31. Dezember 2009.
  13. Luise Strothmann: Hacker outen Thor Steinar Fans. In: taz. 2. Januar 2010, abgerufen am 2. November 2015.
  14. Stefan Krempl: 19C3: Funkstille am „Abuse“-Telefon. In: Heise Online. 31. Dezember 2002, abgerufen am 2. November 2015.
  15. Till Meyer: Datenmißbrauch verhindern. In: Junge Welt. 31. Dezember 2003, abgerufen am 3. November 2015.
  16. Stefan Krempl: 21C3: Hackertreffen endet mit Besucherrekord. In: Heise Online. 31. Dezember 2004, abgerufen am 2. November 2015.
  17. Stefan Krempl: 22C3: Abschied der Hacker vom Robin-Hood-Heroismus. In: Heise Online. 31. Dezember 2005, abgerufen am 2. November 2015.
  18. Stefan Krempl: 23C3: Hackertreffen schließt mit neuem Besucherrekord. In: Heise Online. 31. Dezember 2006, abgerufen am 2. November 2015.
  19. Stefan Krempl: 24C3: Mehr Aktivismus 2008. In: Heise Online. 31. Dezember 2007, abgerufen am 2. November 2015.
  20. 20,0 20,1 26C3: Besucher- und Bandbreiten-Rekord 2009 – WinFuture.de
  21. Falk Hedemann: 27C3: Hacker kritisieren Angriffe auf Paypal, Mastercard & Co. In: t3n. 28. Dezember 2010, abgerufen am 2. November 2015.
  22. Jakob Steinschaden: Unter Hackern: Es brodelt im Untergrund. futurezone, 30. Dezember 2011, abgerufen am 14. Januar 2015 (deutsch).
  23. Stefan Krempl: 29C3: CCC sieht Umzug ins Hamburger Kongresszentrum als vollen Erfolg. Heise online, 31. Dezember 2012, abgerufen am 6. Januar 2015 (deutsch).
  24. Stefan Krempl: 30C3: Snowden-Effekt beschert Hackertreffen Besucherrekord. Heise online, 31. Dezember 2013, abgerufen am 15. April 2015.
  25. Hakan Tanriverdi: Grund zur guten Laune. In: Süddeutsche Zeitung. 27. Dezember 2014, abgerufen am 27. Dezember 2014.
  26. Ute Welty: Hacker-Kongress 31C3: Mit Sachverstand gegen Überwachung. Deutschlandradio Kultur, 30. Dezember 2014, abgerufen am 6. Januar 2015 (deutsch).
  27. 32C3: Gated Communities. CCC Event Weblog, 4. November 2015, abgerufen am 4. November 2015.
  28. http://www.heise.de/newsticker/meldung/32C3-Hackertreffen-mit-13-000-Teilnehmern-von-DDoS-Angriffen-geplagt-3057151.html

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Chaos Communication Congress (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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