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Challenge Roth


Challenge Roth bzw. „DATEV Challenge Roth[1][2] (bis 2009 „Quelle Challenge Roth“) ist seit 2002 der Name des weltweit größten Wettkampfs auf der Triathlon-Langdistanz im mittelfränkischen Roth. Mit 3.400 Einzelstartern und 1.950 Staffelteilnehmern aus über 60 Nationen sowie laut Angaben der Polizei 260.000 Zuschauern an der Strecke wurde die Veranstaltung von 2011 an fünfmal in Folge als Deutschlands „Rennen des Jahres“ geehrt.[3] Der Triathlon über 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und einem Marathonlauf über 42,2 km zählt zu den traditionsreichsten und bestbesetzten europäischen Veranstaltungen über diese Distanz und gehörte als erster Wettkampf zur Challenge Family Weltserie.

Geschichte

Organisation

Die Geschichte des Challenge Roth reicht zurück bis ins Jahr 1984, als Detlef Kühnel, 1982 und 1983 einer der ersten europäischen Teilnehmer des Ironman Hawaii, am 22. September 1984 mit der von ihm gegründeten Triathlonabteilung des TSV Roth den Franken-Triathlon mit 83 Teilnehmern organisierte.[4] Von Beginn an war Herbert Walchshöfer, stellvertretender Geschäftsführer der Congress- und Tourismuszentrale Nürnberg, für Presse, Marketing sowie Moderation im Zielbereich verantwortlich.[5] Aus dem Franken-Triathlon wurden 1985 die erste Bayerische Meisterschaft, 1986 Deutsche Meisterschaften mit Scott Tinley und Dirk Aschmoneit an der Spitze und 1987 Europameisterschaften. Kühnel schloss einen Vertrag mit Valerie Silk, der ihm ermöglichte, ihr Markenzeichen „Ironman“ exklusiv in Europa zu nutzen. Der Ironman Europe entwickelte sich zur mit Abstand größten europäischen Triathlonveranstaltung, die zeitweise fast zehn Stunden live im Fernsehen gezeigt wurde. 4.000 Anmeldungen für 2.700 Startplätze gingen 1998, als Meldeformulare noch per Post versandt wurden, bei Kühnel ein.[6] Die Polizei zählte regelmäßig eine sechsstellige Zuschauerzahl entlang der Strecke, die internationale Starterfelder mit u.a. Mark Allen, Peter Reid, Ken Glah, Luc Van Lierde sowie Paula Newby-Fraser, Heather Fuhr, Lori Bowden und Jan Wanklyn anfeuerten.

Eine Reduzierung des Teilnehmerfeldes, einen Massenstart statt der traditionellen Startgruppen sowie höhere Gebühren für die – längst nicht mehr europaweit exklusive – Nutzung seines Markenzeichens Ironman im Veranstaltungsnamen forderte dessen Rechteinhaber 2001.[7] Kühnel und Walchshöfer benannten daraufhin die Veranstaltung 2002 in Challenge Roth um, wobei z.B. Streckenführung und Hauptsponsoren Quelle und Post AG, insbesondere aber die mehreren tausend freiwilligen Helfer und das Zuschaueraufkommen an der Strecke unverändert blieben. Wesentliche Neuerung war die Ergänzung der Teilnahmeoption als Staffel, wobei sich drei Personen die drei Disziplinen aufteilen. Die Hauptverantwortung in der Organisation des Wettkampfes, über den die Frankfurter Allgemeine Zeitung titelte „Triathlon in Roth ist wie Tennis in Wimbledon“,[8] übernahm Herbert Walchshöfer. Detlef Kühnel blieb in den ersten Jahren noch im Hintergrund beteiligt und initiierte z.B. 2003 die erste Serie rund um den Challenge Roth.[9]

Im Vergleich zu den Vorjahren reduzierte sich unter dem neuen Namen zwar zunächst die Flut der Anmeldungen, das Teilnehmerfeld war aber auch schon im ersten Jahr sechs Wochen vor dem Startschuss ausgebucht.[10] Auch wenn die örtlichen Gegebenheiten die maximale Teilnehmeranzahl limitieren, wurden in den Folgejahren regelmäßig Möglichkeiten zu deren Optimierung gesucht und wahrgenommen. Trotzdem sank die Zeit, bis alle verfügbaren Startplätze vergeben waren, fortlaufend. Für 2012 war die Online-Anmeldung erstmals nach weniger als 24 Stunden geschlossen.[11] Eine erhebliche Anzahl der Teilnehmer melden sich gleich am Tag nach dem Wettkampf persönlich vor Ort für das Folgejahr an, der Ansturm führt zu mehreren hundert Meter langen Warteschlangen. 2015 waren die verbliebenen Startplätze innerhalb von 70 Sekunden im Internet vergeben.[12] Das Kontingent für deutsche Triathleten ist auf 60 % der Startplätze limitiert. Die Nationen mit dem nach Deutschland größten Starterfeld waren 2015 Großbritannien, Frankreich, Australien, die USA und Spanien, die zusammen auf rund 750 Teilnehmer kamen.[3] Entsprechend finden die Wettkampfbesprechungen vor der Veranstaltung in spanisch, französisch, englisch und deutsch statt. 2016 werden erstmals 470 Startplätze für den Challenge Roth innerhalb der Wettkämpfe der Challenge Family Serie an Athleten, die sich z.B. in sozialen Netzwerken, Charity-Projekten o.ä. als Botschafter der Challenge Family engagieren, vergeben. Da die Wettkämpfe in der Serie überwiegend außerhalb Deutschlands stattfinden, ist hiervon in erster Linie das internationale Startplatzkontingent betroffen.[13]

2015 waren am Challenge Roth rund 6.000 freiwillige Helfer ergänzt durch 300 Polizeibeamte, 600 Helfer aus 24 Feuerwachen und 390 Rettungssanitäter beteiligt. 65 Wettkampfrichter wachten über die Einhaltung des Regelwerks der Deutschen Triathlon Union. Die Polizei zählte insgesamt 260.000 Zuschauer entlang der Strecke, weitere 7,3 Millionen Zuschauer in Deutschland ermittelte ein Marktforschungsunternehmen bei den TV-Berichten, die sich in der Summe auf 21:41 Stunden Sendezeit addierten. 250 akkreditierte Journalisten schrieben Artikel, die in 359 Zeitungen und Zeitschriften erschienen.[3]

Von 2003 bis 2010 sowie von 2013 bis 2015 wurden im Rahmen des Challenge Roth die Deutschen Triathlon-Meister auf der Langdistanz ermittelt. Für 2012 vergab die European Triathlon Union (ETU) die Ausrichtung der Europameisterschaften an den Challenge Roth,[14] die seither bei wechselnden europäischen Veranstaltungen der Challenge Family Serie stattfinden.

Einen besonders emotionalen Moment gab es beim Challenge Roth 2007, als beim traditionellen Feuerwerk zum Zielschluss Herbert Walchshöfer auf einem Rollstuhl in das Stadion gerollt wurde.[15] Walchshöfer hatte 2005 aufgrund eines Lungenleidens eine Transplantation erhalten und starb im Herbst 2007 mit 58 Jahren.[16] 2008 trugen die Teilnehmer des Challenge Roth schwarze Armbinden mit der Aufschrift „Herbert Danke“ beim Zieleinlauf.[17] Walchshöfers Frau Alice sowie seine Kinder Felix und Kathrin übernahmen die Organisation der Veranstaltung, die sie mit weltweit rund vierzig weiteren Wettkämpfen unter dem Challenge-Logo zu einer der größten Triathlonserien ausbauten.

2011, 2012,[18] 2013,[19] 2014[20][21] und erneut 2015[22] wurde der Challenge Roth jeweils bei der Sailfish Night of the Year mit dem Triathlon Award als Deutschlands „Rennen des Jahres“, das die Leser der Zeitschrift Triathlon wählen, ausgezeichnet.

Sportliche Höhepunkte

2003 ging das Herzschlagfinale zwischen Lothar Leder und dem Kurzdistanz-Weltmeister von 1997, Chris McCormack, in die Geschichte ein: während François Chabaud und Bryan Rhodes mit technischen Defekten auf dem Rad kämpften, lieferten sich Leder und McCormack über acht Stunden ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Auf den letzten vierhundert Metern suchte Leder schließlich die Entscheidung und gewann in einem Sprint-Finish mit drei Sekunden Vorsprung.[23] Dieser Zieleinlauf war neben dem von Pauli Kiuru und Ken Glah beim Ironman New Zealand 1989 die bisher knappste Entscheidung im Langdistanz-Triathlon. Leder, der bereits 1996 in Roth als weltweit erster Triathlet die magische Acht-Stunden-Marke auf der Ironman-Distanz unterboten hatte,[24] gewann damit zum vierten Mal in Folge und zum fünften Mal insgesamt in Roth. Eine Stunde später komplettierte seine Frau Nicole als schnellste Frau den Erfolg.[25]

2007 jährte sich der Streckenrekord von Luc van Lierde mit 7:50:27 Stunden zum zehnten Mal. Selbstbewusst hatte Chris McCormack vor seinem fünften Start in Roth Ambitionen auf die ausgeschriebene Prämie von 100.000 US$ für ein Unterbieten dieses Rekordes angemeldet.[26] Bis zur abschließenden Disziplin lag er – verfolgt von Thomas Hellriegel – auch auf Kurs, ließ dann aber durch die hohen Temperaturen bedingt einige Minuten liegen und kam bei seinem vierten Sieg in Folge in Roth mit persönlicher Bestzeit von 7:54:23 Stunden ins Ziel.[27]

Eine Stunde später gab es bei dem Jubiläum „20 Jahre Langdistanz in Roth“, zu dem sogar ein Glückwunsch-Telegramm der Bundeskanzlerin einging, dann doch noch eine Überraschung: Die bis dahin weitgehend unbekannte Yvonne van Vlerken gewann bei ihrem ersten Start in Roth in 8:51:53 Stunden – nur eine Minute über der 1994 auf dem gleichen Kurs von Paula Newby-Fraser aufgestellten Weltbestzeit. 2008 liefert van Vlerken dann nicht mehr ganz so überraschend die Schlagzeile des Tages: Nach 8:45:48 Stunden unterbot sie die 14 Jahre alte Bestmarke. Angetrieben wurde sie dabei von Erika Csomor, die in 8:47:05 Stunden ebenfalls deutlich unter Newby-Frasers Bestmarke blieb.[28]

Ein Jahr hielt diese neue Weltbestzeit – dann kam 2009 Chrissie Wellington. Die amtierende Weltmeisterin sowie bis dahin zweifache Siegerin des Ironman Hawaii unterbot in 8:31:59 Stunden van Vlerkens Bestzeit gleich um fast 14 Minuten. Rebekah Keat komplettierte in 8.39.24 Stunden die Sensation. Dazu gewann Michael Göhner in der viertschnellsten jemals in Roth gelaufenen Zeit (7:55:53).[29]

2010 war Chrissie Wellington erneut am Start und konnte in 8:19:13 Stunden nicht nur zum zweiten Mal in Roth siegen, sondern auch ihre eigene Bestzeit aus dem Vorjahr nochmals um über zwölf Minuten unterbieten. Nur sechs Männer liefen an diesem Tag vor ihr ein. Die Zweitplatzierte Rebekah Keat lief mit fast 33 Minuten Distanz in 8:52:10 Stunden ein, vier Jahre zuvor wäre dies noch die zweitschnellste jemals von einer Triathletin weltweit erreichte Zeit gewesen. Bei den Männern verfehlte Rasmus Henning bei seinem Sieg in 7:52:36 Stunden die Bestmarke von 1997 nur um gut zwei Minuten. Auf Platz zwei lief Sebastian Kienle ein, der zuvor die elf Jahre alte Bestzeit von Jürgen Zäck auf der Radstrecke unterbieten konnte.[30]

2011 gab es zum zehnjährigen Jubiläum der Marke Challenge gleich zwei neue Rekorde: Andreas Raelert siegte bei seiner Roth-Premiere mit einer Fabelzeit von 7:41:33 Stunden fast neun Minuten schneller als van Lierde 1997,[31] und Chrissie Wellington gewann bei ihrem dritten Start in Roth zum dritten Mal in neuer Weltbestzeit. Sie konnte ihre Zeit aus dem Vorjahr in 8:18:13 Stunden nochmals um exakt eine Minute unterbieten. Julia Gajer gelang gleichzeitig die schnellste Zeit, mit der jemals eine Triathletin bei einem Langdistanz-Debüt ins Ziel kam.[32]

2012 fanden erstmals in Roth und zum dritten Mal in Deutschland (nach dem Jümme-Triathlon 1995 und dem Allgäu Triathlon 2004) offizielle Triathlon-Europameisterschaften auf der Langdistanz statt. Europameister wurden Rachel Joyce und Timo Bracht, der hinter James Cunnama Zweiter in der Gesamtwertung wurde.

Auch wenn sich 2014 beim dreißigsten Geburtstag des Triathlon in Roth an der Spitze ein Topfeld mit der Siegerin Mirinda Carfrae (8:38:53 Stunden) vor Rachel Joyce, Caroline Steffen, Yvonne van Vlerken und Julia Gajer sowie Timo Bracht (7:56:00 Stunden), Nils Frommhold, Eneko Llanos, Luke McKenzie, Pete Jacobs, James Cunnama und Dirk Bockel maß,[33][34] galt das Publikumsinteresse diesmal auch dem Mittelfeld: „Ironnun“ Sister Madonna Buder startete erstmals in Roth, und Veranstalter Felix Walchshöfer machte ein Versprechen an seinen Vater wahr, einmal selbst in Roth zu starten. Als kleiner Junge hatte Walchshöfer zu der Gruppe Kinder gehört, die die Top-Stars mit Luftballons über die Ziellinie begleiteten. Diesmal wurde er bei seiner Zielankunft selbst von Nicole und Lothar Leder, Jürgen Zäck, Belinda Granger und Andreas Niedrig die letzten zweihundert Meter bis zur Finishline geführt.[35]

2015 unterbot Andrew Starykowicz die vier Jahre zuvor von Andreas Raelert aufgestellte Bestzeit auf der Radstrecke um 2½ Minuten, ging aber trotzdem nicht als erster auf die Laufstrecke: Wenige Sekunden vor ihm war bereits Nils Frommhold vom Rad gestiegen, der schließlich mit der drittschnellsten Zeit in der Geschichte des Triathlon in Roth gewann.[36]

Im Februar 2016 kündigte Olympiasieger Jan Frodeno, amtierender Sieger des Ironman Hawaii, an, 2016 beim Challenge Roth zu starten und die 2011 von Andreas Raelert aufgestellte Weltbestzeit anzugreifen[37][38], was ihm mit 7:35:39 auch erfolgreich gelang. Neben Frodeno standen Vorjahressieger Nils Frommhold, Dirk Bockel, Jan Raphael, Per Bittner, Tyler Butterfield, Cyril Viennot und Thomas Hellriegel auf der Starterliste. Bei den Frauen gehörten neben den drei Besten des Vorjahres, Yvonne van Vlerken, Carrie Lester und Anja Beranek, auch Meredith Kessler, Mary Beth Ellis und Michelle Vesterby zu den Favoriten.[39]

Am 9. Juli 2017 wird es zu einer Terminkollision kommen, da mit dem Challenge Roth und dem Ironman Germany die beiden größten Langdistanz-Rennen in Deutschland am selben Tag stattfinden sollen.

Streckenverlauf

  • Die Schwimmstrecke über 3,8 km befindet sich in der Scheitelhaltung des Main-Donau-Kanal, der während dem Challenge Roth für einige Stunden für den Schifffahrtsverkehr gesperrt wird. Start ist an der Kanallände Hilpoltstein auf der Heuberg gegenüberliegenden Kanalseite, die Strecke führt zunächst ca. 1,5 km in südöstlicher Richtung zu einem Wendepunkt kurz vor der Brücke zwischen Hilpoltstein und Altenhofen, dann zurück unter der Brücke zwischen Hilpoltstein und Rothsee hindurch zu einem zweiten Wendepunkt und wieder zum Start.
Da die Schwimmer durch das Kanalufer sowie die zahlreichen großen Bojen in der Kanalmitte eine leichtere Orientierung als bei den meisten anderen Triathlonwettkämpfen haben, gilt die Schwimmstrecke als ausgesprochen schnell. Zudem ist auch in einer Hitzephase die Wassertemperatur im Vorfeld über die Schleusen regulierbar, so dass es beim Challenge Roth noch nie ein temperaturbedingtes Verbot von Neoprenanzügen gab.
Der Start erfolgt in zwanzig Startgruppen, wobei zuerst die Top-50 Männer und Top-20 Frauen zusammen mit den Teilnehmern ab 65 Jahre starten. In zwei weiteren Startgruppen folgen die Frauen, in Startgruppe 4 Athleten, die bei ihrer Anmeldung eine Zielzeit von unter 9 Stunden angegeben haben. Die weiteren Startgruppen gehen im Abstand von jeweils fünf Minuten ins Wasser. In den Startgruppen 18 bis 20 starten die Staffelstarter zweieinhalb Stunden hinter den Top-Athleten. Große Ansammlungen von Zuschauern befinden sich entlang von Schwimmausstieg und Wechselzone sowie auf der Kanalbrücke zwischen Hilpoltstein und Rothsee und am Kanal entlang bei Heuberg.
  • Die Radstrecke über 180 km (zwei Runden à 86 km plus 8 km) erstreckt sich über eine abwechslungsreiche Landschaft im südlichen Landkreis Roth. Am Rothsee vorbei und durch waldreiches Gebiet über Eckersmühlen und das mittelalterliche Heideck führt die Strecke den Selingstädter Berg hinauf. Ins Tal der Thalach hinein können die Höhenmeter über Thalmässing wieder in Geschwindigkeit umgesetzt werden, bis als südlichster Punkt das noch mit einer vollständigen Stadtmauer umgebene Greding erreicht wird. Am Kalvarienberg in Greding sind rund 10 % Steigung auf 1,5 km zu bezwingen. Über mehrere Serpentinen führt die Strecke hinab nach Obermässing, weiter über Karm, Weinsfeld, Eysölden, Steindl, Tiefenbach und den Kränzleinsberg wieder nach Hilpoltstein. Nach einer Schleife über Pierheim und Mörlach kommen die Athleten erneut nach Hilpoltstein, um sich an der ersten Wechselzone vorbei auf die zweite Runde zu begeben. Bei der dritten Durchfahrt von Eckersmühlen biegt die Strecke ab nach Roth zur zweiten Wechselzone am Ortseingang.
Neben fünf Verpflegungsstellen gibt es entlang der Strecke an mehreren Stellen Radservice (bei 25 km/110 km, bei 50 km/135 km sowie bei 0 km/85 km/170 km). Insgesamt verfügt die hügelige Radstrecke über ca. 1.200 Höhenmeter und gilt als besonders schnell, da sich kurze steile Anstiege mit langgezogenen Gefällstrecken abwechseln.
Stimmungsnester befinden sich in jedem der oben genannten zu Orte, durch die die Strecke führt. Absolute Höhepunkte sind u.a. die Biermeile in Eckersmühlen, wo über mehrere hundert Meter Biertische entlang der Radstrecke stehen, die „200 m von Thalmässing“, der „Berg der Leiden“ am Kalvarienberg in Greding und der Kränzleinsberg kurz vor Hilpoltstein. Am Solarer Berg in Hilpoltstein stehen die Zuschauer auf rund 2 km so dicht gedrängt in mehreren Reihen, dass den Athleten nur ein lenkerbreiter Spalt für die Bewältigung des Anstiegs bleibt.
  • Die Laufstrecke über 42,195 km führt zunächst zur Lände Roth und von dort flach am Main-Donau-Kanal entlang bis zum ersten Wendepunkt in Schwand, zurück am Kanal entlang bis Haimpfarrich, durch Eckersmühlen über den Main-Donau-Kanal bis zum zweiten Wendepunkt im Wald zwischen Kanal und Eichelburg. Von der Lände Roth laufen die Athleten zunächst noch durch die Altstadt von Roth mit einer Runde über den Marktplatz um die barocke Brunnensäule des Markgrafenbrunnens sowie entlang der Fachwerkhäuser am Kugelbühlplatz, bis es schließlich in den Stadtpark zur Finishline im Triathlonstadion geht.
Große Stimmungsnester befinden sich u.a. an der Lände Roth sowie in Schwand, Haimpfarrich, Eckersmühlen und der Rother Altstadt.

Sportlicher Vergleich

Bei jedem Triathlon hängen die Zeiten der Athleten neben dem Streckenprofil auch von Faktoren wie Tagesform, klimatischen Bedingungen, der Konkurrenz am Wettkampftag sowie der Motivation durch die Zuschauer zusammen. Der Challenge Roth verfügt nicht nur über eine der schnellsten Strecken unter allen Triathlonveranstaltungen über die Langdistanz, sein Teilnehmerfeld zählt auch regelmäßig zu den bestbesetzten in Europa. Verglichen mit dem Ironman Germany in Frankfurt und dem Ironman Austria in Klagenfurt lagen in den letzten zehn Jahren die Siegerzeiten im Gesamteinlauf in Roth rund 6½ bzw. 5½ Minuten unter denen in Hessen bzw. Kärnten. Die Leistungsdichte der Veranstaltungen ist mit leichten Vorteilen für den Challenge Roth vergleichbar. Nach Angaben des Veranstalters startet rund ein Drittel der Teilnehmer beim Challenge Roth wegen der Aussicht auf eine persönliche Bestzeit.[17]

Zeiten der Sieger und Leistungsdichte

Challenge Roth[40] Ironman Germany Frankfurt[41] Ironman Austria Klagenfurt[42]
Anzahl einlaufender Finisher hinter dem Sieger innerhalb von
Sieger < 30 min < 60 min Sieger < 30 min < 60 min Sieger < 30 min < 60 min
2016 7:35:39 4 11 7:52:43 8:04:18
2015 7:51:28 8 26 7:49:48 6 10 7:48:45 4 10
2014 7:56:00 7 21 7:55:14 6 22 8:07:59 8 28
2013 7:52:01 6 31 7:59:58 14 47 8:07:59 9 35
2012 7:59:59 13 38 8:03:31 7 29 8:11:31 7 25
2011 7:41:33 2 23 8:13:50 12 35 7:45:58 4 22
2010 7:52:36 7 23 8:05:15 7 21 7:52:05 4 24
2009 7:55:53 14 56 7:59:15 7 31 8:01:38 9 23
2008 8:09:34 12 52 7:59:55 11 24 8:06:11 11 47
2007 7:54:23 7 25 8:09:15 9 35 8:06:41 7 25
2006 8:09:15 7 37 8:13:39 8 26 8:07:59 10 31
Median 7:55:08 7 28,5 8:01:45 7,5 27,5 8:00:45 7,5 25

Einzelleistungen

In den folgenden Tabellen sind die Finisherzeiten von Profi-Triathleten, die im Laufe ihrer Karriere neben dem Challenge Roth auch beim Ironman Germany (Frankfurt am Main) und/oder beim Ironman Austria (Klagenfurt) teilnahmen, aufgelistet. Hervorgehoben ist die jeweils schnellere Zeit, fett die derzeitige Weltbestzeit.

Männer

Athlet Challenge Roth Ironman Germany Ironman Austria
Deutschland Jan Frodeno 7:35:39 2016 7:49:48 2015
Deutschland Faris Al-Sultan 7:58:05 2004 8:13:50 2011 8:11:31 2012
Deutschland Per Bittner 8:04:29 2015 8:53:44 2011
Deutschland Timo Bracht 7:56:31 2015 7:59:16 2009
Deutschland Christian Brader 8:31:30 2015 8:51:09 2007 8:35:41 2013
Neuseeland Cameron Brown 8:10:05 2012 8:13:39 2006
Sudafrika James Cunnama 8:04:13 2013 8:14:18 2009
Deutschland Markus Fachbach 8:12:13 2013 8:19:29 2008 8:20:43 2010
Deutschland Michael Göhner 7:55:53 2009 8:11:50 2007 8:42:42 2012
Australien Pete Jacobs 8:09:18 2007 9:33:23 2013
Deutschland Sebastian Kienle 7:57:06 2011 7:52:43 2016
Spanien Eneko Llanos 8:06:06 2007 7:59:58 2013 8:15:11 2006
Australien Chris McCormack 7:54:23 2007 7:59:55 2008
Australien Luke McKenzie 8:37:33 2014 8:26:51 2011
Deutschland Andreas Raelert 7:41:33 2011 8:03:29 2009 7:59:51 2013
Danemark Torbjørn Sindballe 8:16:02 2008 8:33:40 2006
Deutschland Normann Stadler 8:03:43 2009 8:20:59 2005
Deutschland Maik Twelsiek 8:17:03 2007 8:24:03 2008 8:11:36 2013
Tschechien Petr Vabroušek 8:26:26 2013 8:21:31 2007 8:21:30 2001
Frankreich Patrick Vernay 8:03:46 2009 8:32:59 2011

Frauen

Athletin Challenge Roth Ironman Germany Ironman Austria
Schweiz Daniela Ryf 8:22:04 2016 8:51:00 2015
Deutschland Anja Beranek 8:55:19 2015 9:05:41 2012
Deutschland Nicole Best 9:31:02 2009 10:16:57 2005 9:32:03 2008
Vereinigte Staaten Hillary Biscay 9:24:19 2008 9:35:43 2006
Ungarn Erika Csomor 8:59:42 2009 9:05:42 2014
Neuseeland Gina Crawford 8:57:18 2008 8:58:06 2014
Deutschland Julia Gajer 8:57:02 2012 9:01:58 2015
Deutschland Beate Görtz 9:13:26 2012 9:18:57 2011
Deutschland Mareen Hufe 9:44:32 2010 9:12:24 2013
Deutschland Celia Kuch 9:47:13 2011 9:50:10 2014
Deutschland Wenke Kujala 9:25:19 2012 9:24:05 2008 9:53:06 2003
Neuseeland Joanna Lawn 9:09:00 2013 9:36:12 2010
Deutschland Nicole Leder 9:15:01 2004 9:05:17 2009
Sudafrika Lucie Reed 9:26:20 2012 9:07:24 2009 9:13:46 2011
Deutschland Diana Riesler 9:13:16 2014 9:27:37 2010 8:53:34 2011
Deutschland Heidi Sessner 9:37:02 2003 9:49:19 2005
Schweiz Caroline Steffen 8:48:42 2014 8:52:33 2012
Deutschland Sonja Tajsich 8:49:47 2012 9:14:14 2011 8:59:45 2009
Niederlande Yvonne van Vlerken 8:50:53 2015 9:02:19 2009
Vereinigtes Konigreich Chrissie Wellington 8:18:13 2011 8:51:25 2008

Siegerliste

Männer Frauen
Datum/Jahr Erster Platz Zweiter Platz Dritter Platz
09. Juli 2017
17. Juli 2016 Deutschland Jan Frodeno Vereinigtes Konigreich Joe Skipper Deutschland Nils Frommhold
12. Juli 2015 Deutschland Nils Frommhold Deutschland Timo Bracht Australien David Dellow
20. Juli 2014 Deutschland Timo Bracht Deutschland Nils Frommhold Spanien Eneko Llanos
14. Juli 2013 Luxemburg Dirk Bockel Sudafrika James Cunnama Deutschland Timo Bracht
08. Juli 2012 Sudafrika James Cunnama Deutschland Timo Bracht Schweiz Mike Aigroz
10. Juli 2011 Deutschland Andreas Raelert Deutschland Sebastian Kienle Neuseeland Keegan Williams
18. Juli 2010 Danemark Rasmus Henning Deutschland Sebastian Kienle Spanien Eneko Llanos
12. Juli 2009 Deutschland Michael Göhner Australien Pete Jacobs Neuseeland Richard Ussher
13. Juli 2008 Frankreich Patrick Vernay Australien Pete Jacobs Danemark Torbjørn Sindballe
24. Juni 2007 Australien Chris McCormack -4- Spanien Eneko Llanos Australien Pete Jacobs
02. Juli 2006 Australien Chris McCormack -3- Deutschland Faris Al-Sultan Neuseeland Kieran Doe
03. Juli 2005 Australien Chris McCormack -2- Deutschland Alexander Taubert Deutschland Timo Bracht
04. Juli 2004 Australien Chris McCormack -1- Deutschland Faris Al-Sultan Deutschland Timo Bracht
06. Juli 2003 Deutschland Lothar Leder -2- Australien Chris McCormack Frankreich François Chabaud
07. Juli 2002 Deutschland Lothar Leder -1- Neuseeland Cameron Brown Deutschland Thomas Hellriegel
  Deutsche Meisterschaft Langdistanz     Europameisterschaft Langdistanz  
Jahr Erster Platz Zweiter Platz Dritter Platz
2017
2016 Schweiz Daniela Ryf Australien Carrie Lester Niederlande Yvonne van Vlerken
2015 Niederlande Yvonne van Vlerken -3- Australien Carrie Lester Deutschland Anja Beranek
2014 Australien Mirinda Carfrae Vereinigtes Konigreich Rachel Joyce Schweiz Caroline Steffen
2013 Schweiz Caroline Steffen Niederlande Yvonne van Vlerken Deutschland Julia Gajer
2012 Vereinigtes Konigreich Rachel Joyce Deutschland Sonja Tajsich Deutschland Julia Gajer
2011 Vereinigtes Konigreich Chrissie Wellington -3- Deutschland Julia Wagner Australien Rebekah Keat
2010 Vereinigtes Konigreich Chrissie Wellington -2- Australien Rebekah Keat Tschechien Tereza Macel
2009 Vereinigtes Konigreich Chrissie Wellington -1- Australien Rebekah Keat Vereinigtes Konigreich Catriona Morrison
2008 Niederlande Yvonne van Vlerken -2- Ungarn Erika Csomor Neuseeland Gina Ferguson
2007 Niederlande Yvonne van Vlerken -1- Neuseeland Joanna Lawn Australien Belinda Granger
2006 Neuseeland Joanna Lawn Australien Belinda Granger Kanada Karen Holloway
2005 Australien Belinda Granger Deutschland Nicole Leder Deutschland Ute Mückel
2004 Deutschland Nicole Leder -2- Australien Belinda Granger Deutschland Ute Mückel
2003 Deutschland Nicole Leder -1- Deutschland Heike Funk Ungarn Erika Csomor
2002 Deutschland Nina Kraft Ungarn Erika Csomor Deutschland Nicole Leder

Für die Sieger der Veranstaltungen vor 2002 siehe Ironman Europe.

Rekorde

Streckenrekorde in Roth

Deutschland Jan Frodeno 7:35:39 h (2016, Weltbestzeit)
Vereinigtes Konigreich Chrissie Wellington 8:18:13 h (2011, Weltbestzeit)

Disziplinrekorde in Roth

Schwimmen Radfahren Laufen
Deutschland Michael Prüfert 0:43:35 h (1997) Deutschland Jan Frodeno 4:08:07 h (2016) Belgien Luc Van Lierde 2:36:49 h (1997)
Deutschland Janina-Kristin Götz 0:47:24 h (2009) Vereinigtes Konigreich Chrissie Wellington 4:36:33 h (2010) Vereinigtes Konigreich Chrissie Wellington 2:44:35 h (2011)

Weblinks

 Commons: Challenge Roth  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Datev wird neuer Sponsor des Challenge Roth . In: Nürnberger Zeitung. 15. Februar 2013.
  2. DATEV wird Titelsponsor des Challenge Roth . Team Challenge GmbH. 15. Februar 2013.
  3. 3,0 3,1 3,2 Pressemappe Challenge Roth 2016 . Team Challenge GmbH. 19. November 2015.
  4. Gottfried Oliwa, Axel Müller: 30 Jahre Triathlon in Roth – Gänsehaut und Leidenschaft (TV-Beitrag in der Mediathek) In: Bayerisches Fernsehen. 11. Juli 2015.: „Vom Franken-Triathlon zur Weltmarke – 30 Jahre nach dem ersten Rennen am 22. September 1984 ist die Entwicklung bis hin zum „Challenge“ in Roth eine beispiellose Erfolgsgeschichte geworden.“
  5. Markus Kaiser: Der „Wunscherfüller“ der Medien sieht die Rennen nie . In: Nürnberger Nachrichten. 4. Juli 2012.
  6. Ergebnisheft Ironman Europe 1998 . Freizeit und Sport Promotions GmbH.
  7. Steffen Gerth: Die Hessen kommen - alles zu spät für Roth? . In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 9. Juli 2001.
  8. Ralf Weitbrecht: Triathlon in Roth ist wie Tennis in Wimbledon . In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 14. Juli 1991. (Faksimile im Ergebnisheft des Ironman Europe 1991)
  9. Markus Kaiser: „Ich war ein sportlicher Tausendsassa“ . In: Nürnberger Zeitung. 2. Juli 2003.
  10. Quelle Challenge Roth mit über 2000 Athleten ausgebucht . In: tri2b.com. 23. Mai 2002.
  11. 11. Challenge Roth in neuer Rekordzeit ausgebucht . In: tri2b.com. 19. Juli 2011.
  12. André Ammer: Challenge Roth 2015 nach 70 Sekunden ausverkauft . In: Nürnberger Zeitung. 29. Juli 2014.
  13. Jan Sägert: 470 Startplätze für Enthusiasten . In: tri-mag.de. 23. April 2015.
  14. Oliver Kubanek: Lang- und Mitteldistanz-EM 2012 in Roth und in Kraichgau . In: Deutsche Triathlon Union. 22. Februar 2012.
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  16. Trauer um Herbert Walchshöfer . In: tri-mag.de. 27. Oktober 2007.
  17. 17,0 17,1 Harald Eggebrecht: Felix Walchshöfer: 2008 war das emotionalste Jahr für mich . In: tri2b.com. 21. April 2011.
  18. Jens Sägert: triathlon-Awards 2012 an Haug, Kienle und die Challenge Roth . In: tri-mag.de. 26. November 2012.
  19. Die beliebtesten Sportler und Rennen des Jahres . In: tri-mag.de. 2. Dezember 2013.
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  34. Liz Hichens: Timo Bracht, Mirinda Carfrae Victorious At Challenge Roth (englisch) In: triathlon.competitor.com. 20. Juli 2014.
  35. So schön können Schmerzen sein. Team Challenge GmbH, 21. Juli 2014, abgerufen am 21. Juli 2014.
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  37. Triathlon: Ironman-Weltmeister Frodeno startet in Roth . In: Handelsblatt. 10. Februar 2016.
  38. Nils Flieshardt: Frodeno startet in Roth . In: tri-mag.de. 10. Februar 2016.
  39. Lennart Klocke: Frodeno will den Weltrekord . In: tri-mag.de. 19. April 2016.
  40. Starter und Ergebnislisten Ironman Europe und Challenge Roth . Team Challenge GmbH.
  41. Ergebnisse Ironman Germany seit 2002 . WTC.
  42. Ergebnisse Ironman Austria seit 2005 . WTC.

Kategorien: Challenge-Wettbewerb | Sportveranstaltung in Bayern | Sport (Landkreis Roth) | Roth

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Challenge Roth (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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