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Carl Spitzweg


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Franz Carl Spitzweg (auch: Karl Spitzweg; * 5. Februar 1808 in Unterpfaffenhofen; † 23. September 1885 in München) war ein deutscher Maler. Im Kulturbetrieb des 19. Jahrhunderts nahm er eine Außenseiterposition ein.

Leben

Kindheit und Jugend

Carl Spitzweg wurde am 5. Februar 1808 in Unterpfaffenhofen, heute einem Ortsteil der Stadt Germering, geboren. Seine Mutter – Franziska Spitzweg (geb. Schmutzer) – gehörte als Tochter eines reichen Früchtegroßhändlers dem Großbürgertum Münchens an. Carls Vater – Simon Spitzweg – stammte aus dem Dorf Unterpfaffenhofen nahe der Stadt Fürstenfeldbruck im heutigen Landkreis Fürstenfeldbruck (in Oberbayern), wo seine Familie zu Reichtum gekommen war. Er war ein gebildeter Materialwarenhändler, der in München auch durch seine politische Tätigkeit zu Achtung und Ansehen gelangte.

Carl Spitzweg hatte zwei Brüder, deren Berufe ebenso vom Vater vorbestimmt waren wie sein eigener. Der Älteste, Simon, sollte das Geschäft übernehmen, Carl sollte Apotheker und der Jüngste, Eduard, Arzt werden. In München genoss Carl eine wohlbehütete Jugend, doch 1819 verlor er als Elfjähriger seine Mutter. Der Vater heiratete noch im selben Jahr die Schwester seiner verstorbenen Frau, Maria Kreszenz.

Ab 1819 besuchte er die Studienanstalt München und durchlief die zwei lateinischen Vorbereitungsklassen und die zwei Progymnasialklassen mit wechselndem Erfolg; das eigentliche Gymnasium, das heutige Wilhelmsgymnasium München, verließ er jedoch 1824 nach der zweiten (von vier) Gymnasialklassen.[1]

Ausbildung

Obwohl sich sein künstlerisches Talent schon früh ankündigte (erste Zeichnung aus dem Jahre 1823), war Carl Spitzweg folgsam und begann im Jahre 1825 seine Lehrzeit unter dem Principal Franz Pettenkofer in der Königlich-Bayrischen Hofapotheke in München. Am 1. Dezember 1828, in Carls letztem Lehrjahr, starb sein Vater.

1829 arbeitete er in der Löwenapotheke der Stadt Straubing, wo er ein Jahr zusammen mit Theaterleuten und Malern verlebte. In diesem Jahr starb der älteste Bruder als Kaufmann im ägyptischen Alexandria.

Carl Spitzweg begann 1830 mit dem Studium der Pharmazie, Botanik und Chemie an der Münchner Universität, das er 1832 mit Auszeichnung abschloss. Er war nun als praktischer Apotheker zugelassen und arbeitete als solcher u. a. auch in der Stadtapotheke in Erding. 1833 brach Spitzweg seine Apotheker-Laufbahn ab. Während eines Kuraufenthaltes in Bad Sulz (Peißenberg) nach einer Krankheit fasste er den Entschluss, sich hauptberuflich der Malerei zu widmen.[2] Die Entscheidung wurde dadurch erleichtert, dass er zu dieser Zeit seinen Erbanteil zugewiesen bekam.

1835 wurde er Mitglied des Münchner Kunstvereins. Carl Spitzweg hat nie eine Akademie besucht, er war ein Autodidakt. Es folgten Reisen nach Dalmatien (1839), nach Venedig (1850) und mit dem Landschaftsmaler Eduard Schleich nach Paris, London (zur ersten Weltausstellung) sowie auf dem Rückweg nach Antwerpen (1851), nach Frankfurt am Main und Heidelberg.

Seit 1844 war er Mitarbeiter der Fliegenden Blätter, die er mit zahlreichen humoristischen Zeichnungen versah.

Kurz nach dem Tod seines jüngeren Bruders starb Carl Spitzweg am 23. September 1885 im Alter von 77 Jahren an einem Schlaganfall, man fand ihn zurückgelehnt in seinem Stuhl in seiner Münchner Wohnung. In München wurde er auch begraben. Die Grabstätte von Spitzweg befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Gräberfeld 5 – Reihe 17 – Platz 10/11) . Der Grabstein symbolisiert eine Apothekerflasche. Es ist ein Ersatz für den nicht mehr vorhandenen Originalgrabstein.

Werk

Bilder

Carl Spitzweg schuf über 1500 Bilder und Zeichnungen. Ab 1824 begann er mit Ölfarben zu malen. Zu Lebzeiten konnte Spitzweg etwa vierhundert Gemälde verkaufen. Bewunderer und Käufer fand er vor allem in der zu neuer Kaufkraft gelangten Bürgerschaft, wenngleich die Popularität, die Spitzwegs Malerei heute genießt, erst nach dem Zweiten Weltkrieg einsetzte.

Sein Malstil gehört der Spätromantik an. Anfangs war Spitzweg noch der biedermeierlichen Richtung verbunden, später lockerte sich seine Malweise auf, dem Impressionismus sehr nahe. Bereits während seiner Jugend zeichnete Spitzweg viel; auch während seiner Arbeit in der Apotheke zeichnete er die Köpfe der wirklichen und eingebildeten Kranken, Jungen und Alten, sowie die Originale der Kleinstadt Straubing. An diesem idyllischen Städtchen gefiel Spitzweg besonders das malerische Kleinstadtbild mit den engen Gassen und zierlichen Erkern, die Türmchen, Brunnen und Steinfiguren. Immer wieder kommen diese Motive in seinen Bildern vor.

Spitzweg stellte Menschen in ihrem zeitbedingten bürgerlichen Milieu dar. Er schildert auf kleinformatigen Bildern das biedermeierliche Kleinbürgertum, die kauzigen Sonderlinge und romantische Begebenheiten. Zwar stellte er menschliche Schwächen dar, jedoch nicht das Verruchte oder das Gemeine; alles Derbe war Spitzweg fremd. Der arme Poet – das bekannteste und beliebteste Bild Spitzwegs überhaupt – stammt aus dem Jahre 1839. In dem Bild Der Kaktusliebhaber zeigt Spitzweg den Büromenschen vor seiner Lieblingspflanze, dem Kaktus. Erwähnenswert sind in diesem Zusammenhang auch Gemälde wie Beim Antiquar, Schildwache am Tor, Der Sterndeuter, Der Alchimist, Der Bücherwurm, Ein Besuch, Abschied oder Der Bettelmusikant.

Durch die Freundschaft mit dem Landschaftsmaler Eduard Schleich, mit dem er viele Reisen unternahm, rückte die Landschaft stärker in sein Bewusstsein. Mit Natur- und Farbsinn malte er grandiose Bergmassive und deren freie Weite, romantische Waldwinkel, die grüne Hochebene mit Wald, Wiese und Erntefeld – zumeist bei schönem Wetter; er stellte lieber das Licht dar. Als Beispiele lassen sich Am Ammersee, Heuernte im Gebirge und Fahrendes Volk nennen.

Spitzweg hatte einen ausgeprägten Farbensinn. Durch die Apothekerausbildung gewann er chemische und technische Erfahrung bei der Herstellung seiner Farben. Er verwendete ein einmaliges, hell leuchtendes Blau, das man bei keinem anderen Maler wiederfindet. Er verstand es auch, dauerhafte Farben zu produzieren. Von seinen weiten Reisen brachte Spitzweg eine reiche Sammlung von Skizzen mit nach Hause, die er im Atelier in seine Gemälde einfügte.

Pointenbilder

Spitzweg entwickelte als seine Spezialität das witzige, manchmal ironische Pointenbild, das sich später oft zur Idylle wandelte. Die drei beliebtesten Spitzweg-Bilder sind

  • Der arme Poet: Darstellung malerischer Armut
  • Der Bücherwurm: Darstellung eines Büchergelehrten
  • Der abgefangene Liebesbrief: Darstellung einer romantischen Alltagsszene
  • Es war einmal (Der strickende Vorposten): Ein unbeschäftiger Vorposten in Friedenszeiten (Das Sujet kommt auf zwei Bildern vor)

Wo ist der Pass?

Spitzweg machte sich über viele Gepflogenheiten seiner Zeit lustig. Auch die Obrigkeit versieht er mit gutmütigem Spott, so in dem Bild, in dem ein Polizist fahrende Musikanten nach ihrem Pass fragt. Da der Polizist fränkischen Dialekt spricht, versteht einer der Musikanten „Bass“ und deutet auf das Musikinstrument.

Jagdunglück

Ein Sonntagsjäger aus der Stadt ist über Baumwurzeln gestolpert und den Hang hinuntergerutscht. Er hängt mit verrutschter Perücke hilflos am Riemen seiner Jagdtasche und hält verkrampft seine Büchse fest. Spitzweg hat dieses Malheur schadenfroh ausgemalt, indem er die vor Schrecken geweiteten Augen, die nach Halt suchende rechte Hand und die über dem Bauch gespannte Hose zeigt.

Disputierende Mönche / Streitende Einsiedler

Spitzweg zeigt mit diesem Bild, dass es auch unter Mönchen sehr menschlich zugeht, indem er zwei streitende Einsiedler in einer höhlenartigen Schlucht darstellt. Es geht um Schriftauslegung. Der eine Mönch pocht auf eine Textstelle, während ihm der andere den Vogel zeigt. Außerdem liegt noch ein Knüppel bereit.

Der Porträtmaler

Links folgt ein Mann mit weißer Schürze devot dem Blick seines Meisters. Dieser ist zurückgetreten, um das von ihm gemalte Porträt zu prüfen. Er steht stolz vor seinem Bild, dessen Staffelei den Bildraum in zwei Hälften teilt. Rechts thront das Modell auf einem Podest. Auffällig ist, dass das Modell eine spanische Tracht des 17. Jahrhunderts trägt. Das wirft die Frage auf, ob Porträts der flämischen Maler Frans Hals, Anthonis van Dyck oder Rembrandt als Vorbild dienten. Vom Fensterbrett aus schaut ein Vogel neugierig zu.

Idyllen und Landschaftsbilder

Vom Jahr 1859 bis zu seinem Tod beschäftigte sich Spitzweg viel mit „kleinen Landschaften“, die er oft auf den Brettchen seiner Zigarrenkisten malte. Mit zunehmendem Alter überzeichnete Spitzweg seine Figuren weniger karikaturhaft, sondern betonte immer öfter das Idyllische.

Liebhabereien

Spitzweg charakterisierte gerne Menschen mit ihren Liebhabereien. Auf dem Bild Der Kaktusfreund betrachtet ein alter, Pfeife rauchender Herr im Hausrock seinen Kaktus, der eine Blüte hervorgebracht hat. Lange musste er darauf warten und freut sich jetzt still darüber. Spitzweg entwirft hier einen friedlichen Ort, an dem sich Natur und Mensch harmonisch zusammenfinden.

Beim Kaktusliebhaber zeigt der dicke Kaktus eine rote Blüte. Ein Schreiber mit Glatze, rötlicher Knubbelnase und hochgeschlossenen Rock beugt sich dem Kaktus entgegen, der sich ihm seinerseits zuneigt.

Der Schmetterlingsjäger zeigt noch einmal Spitzwegs ironische Ader. Mit starker Brille und einem zu kleinen Kescher steht der Hobbybiologe ziemlich hilflos mitten in einem tropisch anmutenden Wald, während zwei riesige blaue Schmetterlinge im Vordergrund frei herumgaukeln. Der Bildbetrachter sieht sie, der weiter entfernte unbeholfene Schmetterlingssammler nicht.

Im Dachstübchen hält eine Szene fest, in der ein lehrerhaft aussehender Mann die Gelegenheit, seine Fensterblumen zu gießen, nutzt, um eine junge Nachbarin bei einer Hausarbeit am offenen Fenster zu beobachten, was sie mit einem Blick erwidert.

Der Geologe zeigt einen Erdwissenschaftler bei der Geländearbeit, ein Handstück beobachtend.

Idyllen

Seit den 1860er Jahren beschäftigte sich Spitzweg intensiv mit Nachtbildern und schuf die Werke wie Das Ständchen im Mondlicht oder Der eingeschlafene Nachtwächter.

Der Blasturm in Schwandorf erzählt keine Geschichte, sondern ist eine Naturstudie. Vor dem Sternenhimmel ragt der alte Turm auf, aus dessen oberem Fenster Licht scheint.

Exotisches

Auf einer Reise zur Weltausstellung in London bekam Spitzweg einen kleinen Einblick in die Lebensweise fremder Völker, die er gleich in Bilder umsetzte.

Das Leben der Juden setzte er ohne Vorurteile um. Das Bild In der Synagoge wurde durch Spitzwegs Besuch der „Alt-Neu-Synagoge“ in Prag angeregt. Anders als bei den Disputierenden Mönchen, die am hellen Tag streiten, liegt die Synagoge in einem mystischen Dunkel, in dem sich fromme Juden zum Studium der heiligen Schriften versammelt haben.

Illustrationen

Carl Spitzweg sammelte Rezepte, die er oft mit Zeichnungen oder Collagen versah. Für seine Nichte Nina Spitzweg fertigte er eine Reihe von illustrierten Kochrezepten an, die nach seinen Angaben aus mindestens fünf Kochbüchern stammten. Zur „Marmelade aus Erdbeeren“ bemerkte er: Hier gilt dasselbe wie bei der Bereitung von Kirschenmarmelade. Siehe diese.[3]

Gedichte

Weniger bekannt ist, dass Spitzweg auch als Dichter tätig war. Es sind auch etliche seiner Briefe veröffentlicht. Er selbst beschrieb diese zweite Passion in mehreren Gedichten.

Ich als Dichter

Wenn ich den Tag schon opfre doch
Rein nur Vergnügens Sachen,
So will ich wenigst’ abends noch
Ein klein Plaisir mir machen.

Ich bitt’, du mußt nur hier von all’n
Auf jeden Schmerz verzichten;
Am Täge nämlich tu ich mal’n,
Und abends tu ich dichten. [...][4]

Als Spitzweg im Jahre 1865 den bayerischen Michaelsorden erhielt, verfasste er gleich darüber ein Spottgedicht:

Die Orden

Wenn einer einen Orden kriegt,
Bei uns ist’s so der Brauch,
Sagt jeder grad zu ihm ins G’sicht:
"Verdient hätt‘ ich ihn auch!"
Wahrhaft erfreulich ist dies schon,
Es gibt ein treues Bild!
Wie hoch muß stehen die Nation,
Wo jeder sich so fühlt![4]

Liste der Bilder (Auswahl)

Bild Titel Jahr Größe / Material Ausstellung / Sammlung / Besitzer / Anmerkungen
Selbstporträt 1832 9,5 × 9,5 cm, Zeichnung auf Papier Privatsammlung
Der arme Poet 1839 38 × 45 cm, Öl auf Leinwand Neue Pinakothek, München, Schenkung des Neffen
Der Schmetterlingsjäger 1840 31 × 25 cm, Öl auf Holz Museum Wiesbaden
Der verbotene Weg ca.1840 38,3 × 31,2 cm
Sonntagsspaziergang 1841 53,2 × 41,3 cm, Öl auf Holz Museum Carolino Augusteum, Salzburg
Der Sonntagsjäger um 1845 40 x 33 cm, Öl auf Leinwand Staatsgalerie Stuttgart
Engländer in der Campagna um 1845 40 x 50 cm, Aquarell Alte Nationalgalerie, Berlin
Gnom, Eisenbahn betrachtend um 1848 24,0 cm × 14,7 cm, Öl auf Holz Privatsammlung in Franken
Der Maler auf einer Waldlichtung, unter einem Schirm liegend um 1850 49,5 × 30,2 cm, Öl auf Leinwand Privatbesitz
Der Bücherwurm um 1850 49,5 × 26,8 cm, Öl auf Leinwand Museum Georg Schäfer, Schweinfurt
Straße in Venedig um 1850 31,5 x 16 cm, Öl auf Holz Alte Nationalgalerie, Berlin
Der Abschied 1855 cm, Öl auf Leinwand Museum
Badende Nymphe um 1855 54 cm x 40 cm, Öl auf Leinwand Privatsammlung in Dortmund
Ein Besuch um 1855 21,9 × 26,8 cm, Öl auf Karton Museum Georg Schäfer, Schweinfurt
Türken in einem Kaffeehaus um 1855 52 × 41 cm, Öl auf Leinwand Schack-Galerie, München
Ein Solo (Detail) 1855 43 × 46 cm, Öl auf Leinwand Privatsammlung
Auf der Bastei um 1856 21 × 49 cm, Öl auf Leinwand Privatsammlung
Der Kaktusfreund um 1856 54,3 × 32,2 cm, Öl auf Leinwand Museum Georg Schäfer, Schweinfurt
Spanisches Ständchen um 1856 67,8 × 53,4 cm, Öl auf Leinwand Schack-Galerie, München
Justitia oder Die Gerechtigkeit wacht um 1857 49 × 27 cm, Öl auf Leinwand
Der Briefbote im Rosenthal um 1858 73,5 × 46,5 cm, Öl auf Leinwand Universitätsmuseum, Marburg
Zeitungsleser im Hausgärtchen um 1845/1858 21,3 x 15,5 cm, Öl auf Holz Museum Pflanzgalerie Kaiserslautern
Aschermittwoch um 1855/1860 21 x 14 cm, Öl auf Leinwand Staatsgalerie Stuttgart
Der Herr Pfarrer als Kakteenfreund um 1856 29 x 18 cm, Öl auf Pappe Alte Nationalgalerie, Berlin
Mäherinnen im Gebirge um 1858 48 × 26,5 cm, Öl auf Leinwand Privatsammlung in Bayern
Österreichischer Wachtposten (Österreichisches Zollhaus) 1859 40 x 20 cm, Öl auf Leinwand Alte Nationalgalerie, Berlin
Landschaft am Ammersee um 1860 15,7 × 32 cm, Öl auf Holz Privatbesitz
Der ewige Hochzeiter um 1860 48 x 27,5 cm, Öl auf Leinwand Villa Hügel, Essen
Der abgefangene Liebesbrief um 1860 54,2 × 32,3 cm, Öl auf Leinwand Museum Georg Schäfer, Schweinfurt
Institutsspaziergang um 1860 31,9 × 53,8 cm, Öl auf Leinwand Neue Pinakothek, München
Der strickende Vorposten um 1860 21.7 × 39.6 cm, Öl auf Leinwand Museum Georg Schäfer, Schweinfurt, Werksverzeichnis 795
Ein Einsiedler, Violine spielend um 1862 31 × 54 cm, Öl auf Leinwand Schack-Galerie, München
Ein Hypochonder um 1865 54 x 31 cm, Öl auf Leinwand Neue Pinakothek, München
Alte Schänke am Starnberger See 1865 32 x 54 cm, Öl auf Leinwand Alte Nationalgalerie, Berlin
Die Dachstube um 1865/70 30 × 23 cm, Öl auf Karton Wittelsbacher Ausgleichsfonds, München
Bayerische Gebirgslandschaft um 1870 64,6 × 78,7 cm, Öl auf Leinwand Neue Pinakothek, München
Alter Mönch vor der Klause um 1870 19,3 x 30,7 cm, Öl auf Leinwand Museum Georg Schäfer, Schweinfurt
Gähnender Mönch (Meditation) um 1870 54.5 × 32.5 cm, Öl auf Leinwand Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud

(WRM Dep. 0283) Leihgabe der Bundesrepublik Deutschland seit 1966

Lesender Klausner um 1870-79 24 x 16 cm, Öl auf Holz Alte Nationalgalerie, Berlin
Der eingeschlafene Nachtwächter um 1875 29 × 19 cm, Öl auf Holz Kurpfälzisches Museum, Heidelberg
Der Hexenmeister (auch Zauberer und Drache) um 1875 29,8 × 21,9 cm, Öl auf Leinwand Museum Georg Schäfer, Schweinfurt; eine fast identische Ausführung in größerem Format (47,1 × 26,2 cm) befindet sich in der Kunstsammlung Rudolf August Oetker GmbH, Bielefeld
Die Post um 1880 33 × 22 cm, Öl auf Karton Villa Hügel, Essen
Kunst und Wissenschaft um 1880 56,5 × 35 cm, Öl auf Leinwand Privatsammlung
Päpstliche Zollwache um 1880 37,5 × 30 cm, Öl auf Holz Städtische Galerie im Lenbachhaus, München
Ankunft in Seeshaupt um 1880 68,9 x 49,8 cm, Öl auf Leinwand Museum Georg Schäfer, Schweinfurt
Drachensteigen um 1880/1885 38 x 12 cm, Öl auf Karton Alte Nationalgalerie, Berlin

  • Die Karawane (um 1860; Öl; 21,5 x 39,5 cm; Stadtmuseum Radolfzell)
  • Pierrot und Columbine, auch Stelldichein (um 1875)
  • Der Antiquar, auch Der Bücherantiquar (um 1880), in Privatbesitz.
  • Antiquar und zwei Mädchen (um 1855, nicht im Werksverzeichnis, Schweiz, Privatbesitz)
  • Auf der Alm (1880).
  • Der Husar
  • Der Kommandant
  • Meditation
  • Nur Gedanken sind zollfrei
  • Die Serenade
  • Der Mineraloge Pforzheim Galerie
  • Die Jugendfreunde um 1855, München, Städtische Galerie im Lenbachaus, Werksvereichniss 996
  • Flötenkonzert im Waldesinneren, Bonn, Bundespräsidialamt, Werksverzeichnis 1069
  • Auf der Bastei (Friedenszeit, Gähnender Wachtposten), Kunsthalle Mannheim, Werksverzeichnis 789
  • Gähnende Schildwache (auf der Bastei), München, Privatbesitz, nicht im Werksverzeichnis
  • Wachtposten, Braunschweig Städtisches Museum, Werksverzeichnis 793
  • Der Kaktusliebhaber, Museum Schäfer Schweinfurt, Werksverzeichnis 899
  • Der Klapperstorch, um 1885, Privatbesitz, Werksverzeichnis 500
  • Friede im Lande, um 1850/60 München, Privatbesitz, nicht im Werksverzeichnis
  • Zeitungsleser im Garten (Politikus im Gärtchen beim Kaffee), Privatbesitz, Werksverzeichnis 887
  • Der Geistliche Rat bei der Morgenlektüre, 1847, Hannover, Privatbesitz.
  • Die Lektüre, um 1878/80 Privatbesitz, nicht im Werksverzeichnis
  • Fischender Mönch mit Kindern, um 1855/60 Privatbesitz, nicht im Werksverzeichnis
  • Mädchen im Gebirge, Canada, Cape Georges, Sammlung Ott, nicht identisch mit Werksverzeichnis 320
  • Päbstliche Zollwache, München Lehnbachhaus, Werksverzeichnis 624

Ehrungen und Rezeption

In seiner Geburtsstadt Germering-Unterpfaffenhofen ist das Carl-Spitzweg-Gymnasium nach ihm benannt, in München die Carl-Spitzweg-Realschule. Mehrere Straßen und Wege in Deutschland tragen seinen Namen, so in Bergheim, Frankenthal (Pfalz), Goslar, Heidenheim an der Brenz, Leinfelden-Echterdingen, Pulheim, Schweinfurt, Stendal, Walldorf und Wesseling. 1938 wurde die Spitzweggasse in Wien-Hietzing nach ihm benannt. Aus Anlass seomes 200. Geburtstages gab Deutschland am 7. Februar 2008 eine Sonderbriefmarke sowie eine 10-Euro-Silbergedenkmünze (Auflage 1.760.000 Stück) mit dem Motiv „Der arme Poet“ heraus.[5]

Max Barta, der Rübezahl vom Wartberg, war im 20. Jahrhundert als Kopist von Carl Spitzwegs Werken tätig. Das kleine Hofkonzert, ein musikalisches Lustspiel in drei Akten, schildert die Welt Carl Spitzwegs. Es stammt von Edmund Nick (Musik) sowie Paul Verhoeven und Toni Impekoven (Libretto). Das Werk besteht aus zehn Bildern, die Carl Spitzweg nachempfunden sind. Auch „der arme Poet“ kommt als Figur darin vor.

Literatur

  • Sigrid Bertuleit, Hans Joachim Neyer (Hrsg.): Carl Spitzweg (1808–1885) und Wilhelm Busch (1832–1908). Zwei Künstlerjubiläen. Katalog zur Ausstellung in der Sammlung Georg Schäfer, Schweinfurt 2008 und im Wilhelm-Busch-Museum, Hannover 2009. Seemann, Leipzig 2008, ISBN 978-3-86502-193-9.
  • Max von Boehn: Carl Spitzweg. Bielefeld, Leipzig 1920.
  • Richard Braungart, (Einleitung): Spitzwegs Bürgerlicher Humor mit Briefen und Anekdoten des Künstlers. Hugo Schmidt, München 1922.
  • Johannes Glötzner: „… und abends tu ich dichten“ – zum 199. Geburtstag von Carl Spitzweg. Edition Enhuber, München 2007, ISBN 978-3-936431-13-1.
  • Hyacinth HollandSpitzweg, Carl. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 35, Duncker & Humblot, Leipzig 1893, S. 226–230.
  • Jens Christian Jensen: Carl Spitzweg. Gemälde und Zeichnungen im Museum Georg Schäfer, Schweinfurt. Prestel, München 2007, ISBN 978-3-7913-3747-0.
  • Jens Christian Jensen: Carl Spitzweg. Zwischen Resignation und Zeitkritik (= DuMont-Kunst-Taschenbücher. Bd. 26). DuMont Schauberg, Köln 1975, ISBN 3-7701-0815-9.
  • Kristiane Müller, Eberhard Urban: Carl Spitzweg – Beliebte und unbekannte Bilder nebst Zeichnungen und Studien ergänzt durch Gedichte und Briefe, Zeugnisse und Dokumente. Unipart, 1995, ISBN 3-8122-3410-6.
  • Guenther Roennefahrt: Carl Spitzweg. Beschreibendes Verzeichnis seiner Gemälde, Ölstudien und Aquarelle. Bruckmann, München 1960 (Digitalisat: urn:nbn:de:bsz:16-diglit-289698 ).
  • Herbert W. Rott: Spitzweg, Franz Carl. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 24, Duncker & Humblot, Berlin 2010, ISBN 978-3-428-11205-0, S. 725–727 (Digitalisat ).
  • Wilhelm Rudeck (Hrsg.): Spießbürger und Käuze zum Lachen. Bilder und Wort von Carl Spitzweg. Leipzig 1913.
  • Lisa Schirmer: Carl Spitzweg. E. A. Seemann, Leipzig 1998, ISBN 3-363-00515-6.
  • Hans W. Schmidt: Carl Spitzweg, Illustrierte Bibliographie. Isensee, Oldenburg 2008, ISBN 978-3-89995-538-5.
  • Eugen Spitzweg (Hrsg.): Die Spitzweg-Mappe: hervorragende Gemälde des Meisters in Kupferdruck-Reproduktion. Mit einem Vorwort von Friedrich Pecht. München 1887.
  • Hermann Uhde-Bernays: Carl Spitzweg. Des Meisters Leben und Werk; seine Bedeutung in der Geschichte der Muenchener Kunst. Delphin, München 1913 (erste kunsthistorische Monographie zu Spitzweg, die zur Grundlage seiner breiten Anerkennung wurde).
  • Siegfried Wichmann, Christa Habrich: Carl Spitzweg, der Maler und Apotheker. Natur und Naturwissenschaft in seinem Werk. Zur Ausstellung im Deutschen Medizinhistorischen Museum Ingolstadt. Belser, Stuttgart 2003, ISBN 3-7630-2445-X.
  • Siegfried Wichmann: Carl Spitzweg – Verzeichnis der Werke. Gemälde und Aquarelle. Belser, Stuttgart 2002, ISBN 3-7630-2395-X.
  • Siegfried Wichmann: Carl Spitzweg – Reisen und Wandern in Europa und der Glückliche Winkel. Belser, Stuttgart 2002, ISBN 3-7630-2396-8.
  • Birgit Poppe: Spitzweg und seine Zeit. Seemann Henschel, Leipzig 2015, ISBN 978-3-86502-346-9.

Weblinks

 Commons: Carl Spitzweg  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikiquote: Carl Spitzweg – Zitate
 Wikisource: Carl Spitzweg – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. Jahres-Bericht von der königlichen Studienanstalt zu München. Band 1824. München 1824, S. 27. (auch vorherige und folgender)
  2. Max Biller: Peißenberger Heimatlexikon. 2., erw. Auflage. 1984, S. 53.
  3. Gerhard Tötschinger: Wünschen zu speisen? Ein kulinarischer Streifzug durch die Länder der Österreichischen Monarchie. Amalthea Verlag, 1996, ISBN 3-85002-384-2, S. 139.
  4. 4,0 4,1 Müller / Urban: „Carl Spitzweg
  5. Bundesgesetzblatt Jahrgang 2008 Teil I Nr. 3, ausgegeben zu Bonn am 25. Januar 2008.


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