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Carboloading


Carboloading (auch: Carbohydrat(e)loading) ist ein Konzept der Zuführung von kohlenhydratreicher Nahrung vor einer großen Ausdauerbelastung des menschlichen Körpers.

Ausdauersport

Im Sport ist Carboloading bei Athleten in Ausdauersportarten eine häufig angewandte Strategie, um den Aufbau der Glykogenspeicher in den Muskeln zu gewährleisten. Viele Sportler nehmen daher am Abend vor dem Wettkampf große Mengen an Kohlenhydraten zu sich. Diese Maßnahme ist in Sportlerkreisen auch unter der Bezeichnung Pastaparty bekannt.

Präoperatives Carboloading

Ein vergleichbares Konzept wird ebenfalls vor (größeren) chirurgischen Eingriffen diskutiert, da diese gleichfalls eine weit reichende Belastung des Körpers (Ausdauerbelastung) darstellen. Es stellt keine Routineanwendung in der Anästhesie dar.[1]

Das übliche Vorgehen vor einem operativen Eingriff ist eine sechsstündige Karenz für feste Nahrung (Nüchternheit). Dadurch soll eine perioperative Aspiration vermieden werden. Bei Einnahme klarer Flüssigkeiten kann aber von einer vollständigen Magenpassage innerhalb von zwei Stunden ausgegangen werden.[2]

Ein Carboloading-Getränk muss energiereich, teilchen-, fett- und milchfrei sowie, wegen einer möglichen Lactoseintoleranz des Patienten, lactosefrei sein. Es wird 90 bis 120 Minuten vor der Narkoseeinleitung gegeben. Eine relevante Beeinflussung des Magen-pH-Wertes soll nicht stattfinden.

Als Vorteile der präoperativen Nährstoffzufuhr werden eine reduzierte perioperative metabolische Stressreaktion sowie postoperative periphere Insulinresistenz und ein subjektiv gesteigerter Patientenkomfort angegeben. Durch Carboloading kommt es zu einer Erhöhung des Insulin-Wertes sowie Hemmung der Lipolyse, die Konzentration von freien Fettsäuren im Blut ist niedriger. Es ist kein negativer Einfluss des präoperativen Carboloadings auf postoperative Übelkeit oder Erbrechen (PONV) bekannt. Unumgänglich ist die engmaschige Blutzuckerüberwachung intra– und perioperativ.[3]

Einzelnachweise

  1. E. Søreide, L. I. Eriksson, G. Hirlekar, H. Eriksson, S. W. Henneberg, R. Sandin, J Raeder; (Task Force on Scandinavian Pre-operative Fasting Guidelines, Clinical Practice Committee Scandinavian Society of Anaesthesiology and Intensive Care Medicine): Pre-operative fasting guidelines: an update. In: Acta Anaesthesiol Scand. 49(8), 2005, S. 1041–1047. Review. PMID 16095440 .
  2. [No authors listed]: Practice guidelines for preoperative fasting and the use of pharmacologic agents to reduce the risk of pulmonary aspiration: application to healthy patients undergoing elective procedures: a report by the American Society of Anesthesiologist Task Force on Preoperative Fasting. In: Anesthesiology. 90(3), 1999, S. 896–905. PMID 10078693 .
  3. M. G. Henriksen, I. Hessov, F. Dela, H. V. Hansen, V. Haraldsted, S. A. Rodt: Effects of preoperative oral carbohydrates and peptides on postoperative endocrine response, mobilization, nutrition and muscle function in abdominal surgery. In: Acta Anaesthesiol Scand. 47(2), 2003, S. 191–199. PMID 12631049 .

Quellen

  • O. Ljungqvist u. a.: Modulation of post-operative insulin resistance by pre-operative carbohydrate loading. In: Proc-Nutr-Soc. 61(3), 2002, S. 329–336.
  • M. W. Wichmann u. a.: Präoperative Nüchternheit. In: CHAZ. 4. Jahrgang, 9. Heft, 2003.
  • ESPEN: Guidelines on parenteral and enteral nutrition: surgery.
  • AKE: Empfehlungen für die parenterale und enterale Ernährungstherapie des Erwachsenen (Version 2004)
  • M. G. Henriksen u. a.: Effects of preoperative oral carbohydrates and peptides on postoperative endocrine response, mobilization, nutrition and musle function in abdominal surgery. In: Acta Anaesthesiol. Scand. 47, 2003, S. 191–199.
  • E. J. O´Mullane: Vomiting and regurgitation during anaesthesia. In: The Lancet. 263(6824), 1954, S. 1209–1212. doi:10.1016/S0140-6736(54)92444-7
  • C. D. Spies u. a.: Präoperative Nahrungskarenz. In: Anaesthesist. 52, 2003, S. 1039–1045.
  • E. Rant: Präoperatives „Carbo-Peptide-Loading“. In: Aktuel Ernahrungsmed. 32, 2007. doi:10.1055/s-2007-983418
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