Cap Anamur/Deutsche Not-Ärzte - LinkFang.de





Cap Anamur/Deutsche Not-Ärzte


Cap Anamur Deutsche Not-Ärzte e.V.
Rechtsform Eingetragener Verein
Gründung 1979
Gründer Rupert Neudeck, Christel Neudeck
Sitz Köln, Deutschland EW =)

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Aktionsraum weltweit
Schwerpunkt medizinische Nothilfe, Bildung, Bau
Methode Hilfe zur Selbsthilfe
Budget 4.681.854.77 Mio. Euro (Stand: 2015)
Angestellte 5
Motto Radikale Humanität
Website www.cap-anamur.org

Cap Anamur/Deutsche Not-Ärzte e. V. ist eine humanitäre Hilfsorganisation. Der Verein leistet medizinische Versorgung Hilfebedürftiger in verschiedenen Region und Krisenherden. Im Zentrum der Projekte steht zudem die Weiterbildung des medizinischen Personals vor Ort sowie Baumaßnahmen zur Instandsetzung medizinischer Einrichtungen oder Schulen. Sie entstand aus dem Hilfskomitee Ein Schiff für Vietnam, das 1979 durch die Rettung tausender vietnamesischer Flüchtlinge, der so genannten Boatpeople, mit der zum Hospitalschiff umgebauten Cap Anamur weltweit bekannt wurde.

Organisation

Struktur

Im Fokus stehen die medizinische Versorgung Hilfsbedürftiger, die Weiterbildung des lokalen Personals und die Bau und Instandsetzung von medizinischen Einrichtungen und Schulen. Das Konzept von Cap Anamur stellt auf nachhaltig wirksame Hilfe in Krisenregionen ab (Hilfe zur Selbsthilfe). Die einheimische Bevölkerung wird weitgehend in die Einsätze einbezogen. Nach Verlassen der deutschen Mitarbeiter werden die Projekte von den ortsansässigen Kollegen selbst weitergeführt. Im Juli 2016 war Cap Anamur in über 60 Ländern vertreten. Die aktuellen Projekte (siehe unten) finden in acht Ländern statt, die Cap Anamur mit rund 30 Krankenhäusern und Gesundheitsstationen mit Personal, technischen Geräten und Medikamenten unterstützt. Diese liegen in Afrika, im Nahen Osten und in Asien.

Grundsätze

  • Wir helfen Menschen in Not möglichst schnell, unbürokratisch und flexibel. Wir fühlen uns dem Grundsatz der radikalen Humanität verpflichtet.
  • Uns ist bewusst, dass wir mit unserer Arbeit Anteil am Schicksal von Menschen nehmen. Mit unserer Arbeit erfüllen und erwecken wir Erwartungen. Unsere Arbeit in den Projekten ist eine Arbeit auf Zeit.
  • Wir stimmen unsere Aktivitäten eng mit den Bedürftigen und den lokalen Autoritäten ab und arbeiten streng bedarfsorientiert.
  • Wir verfolgen das Ziel, die Eigeninitiative der Menschen und Organisationen vor Ort zu stärken und zur Selbsthilfe überzuleiten.
  • Wir helfen notleidenden Menschen – ungeachtet ihrer ethnischen, religiösen und politischen Zugehörigkeit.
  • Wir tragen dazu bei, die lokale Infrastruktur zu verbessern, indem wir zukunftsorientierte Ausbildungsprogramme entwickeln und dabei berufserfahrene Mitarbeiter einsetzen.
  • Ein Hilfsprojekt endet für uns nicht nach der operativen Phase. Auch danach schauen wir hin und bemühen uns aktiv um eine nachhaltige Qualitätssicherung.
  • Wir sind offen für Ideen und Innovationen der Menschen vor Ort. Wir verstehen uns als Lernende – auch in dem, was wir geben.
  • Uns ist bewusst, dass wir Veränderungen anstoßen und uns dabei selbst verändern. Niemand geht aus einem Projekt so heraus, wie er hineingegangen ist.
  • Wir arbeiten mit Nichtregierungsorganisationen zusammen, die unsere Grundsätze teilen.
  • Bei jeder Sofort- oder Nothilfe behalten wir im Auge, wie sich daraus eine Entwicklungszusammenarbeit ergeben kann.
  • Politisch unabhängig zu sein bedeutet nicht, unpolitisch zu sein. Unser Engagement für Verfolgte und Unterdrückte bringt uns zwangsläufig in Konflikt mit den Verfolgern und Unterdrückern. Politische Aufmerksamkeit ist eine Grundvoraussetzung für unsere Arbeit, denn nur mit ihre Hilfe lassen sich Gefahrensituationen vermeiden.
  • Wir entscheiden selbst über Ort, Dauer und Umfang unserer Einsätze. Daher ist die Unabhängigkeit sowohl von öffentlichen Finanzmitteln, als auch von wirtschaftlichem Sponsoring eine zentrale Voraussetzung für unsere Arbeit.
  • Eine sorgfältige Verwendung unserer Mittel sowie Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit und unseren Spendern sind für uns essenziell.
  • Gute Arbeit und sparsames Wirtschaften sind für uns die beste Öffentlichkeitsarbeit.

Finanzierung

Cap Anamur finanziert seine Einsätze fast ausschließlich aus privaten Spenden. Dadurch bleibt die Organisation unabhängig von politischen, ökonomischen und religiösen Interessen, hat einen geringeren bürokratischen Aufwand und kann schneller agieren. Nur während der Ebola-Epidemie 2014 beantragten sie einmalig eine Projektunterstützung der GIZ (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit ) für den Bau einer Ebola-Isolierstation. 2015 betrugen die Gesamteinnahmen laut Webseite 4.363.087.18 Millionen Euro. Über 90% der Spendengelder geht in Form von Verbrauchsmitteln und Baumaterial an die Projekte. Die fünf Mitarbeiter in Köln und alle entsandten Mediziner und Techniker arbeiten hauptamtlich.

Verein

„Cap Anamur/Deutsche Not-Ärzte e.V.“ ist ein beim Amtsgericht Köln eingetragener gemeinnütziger Verein. Nachdem sich Rupert Neudeck aus dem Vereinsvorstand zurückgezogen hatte, wurde im Dezember 2002 Elias Bierdel neuer Vorsitzender, der 2004 wegen einer politisch umstrittenen Rettungsaktion in Italien nicht wiedergewählt wurde. Im Oktober 2004 wurde er von Edith Fischnaller als Vorsitzende des Vereins abgelöst. Seit September 2012 wird dieses Amt von dem Essener Kinderarzt Dr. Werner Strahl ausgeübt. Seit 2004 ist Bernd Göken der Geschäftsführer. Mitglieder im Förderkreis des Vereins sind, bzw. waren u. a. Alfred Biolek, Bruno Ganz, Norbert Blüm, Helmut Schmidt und Peter Scholl-Latour. Die Organisation besitzt das DZI Spenden-Siegel.[1] „Cap Anamur/Deutsche Not-Ärzte e.V.“ ist Unterzeichner der Initiative Transparente Zivilgesellschaft. Diese stuft die Mittelverwendung von Cap Anamur als „niedrig “ ein.

Gründung

Der gemeinnützige Verein entstand 1979 aus dem Hilfskomitee Ein Schiff für Vietnam. Als 1975 Vietnam unter kommunistischer Herrschaft wiedervereinigt wurde, wurden Menschen, die zuvor die Republik Vietnam unterstützt hatten, in sogenannte „Neue Ökonomische Zonen“ (Umerziehungslager) geschickt. 2,5 Million Menschen wurden eingesperrt. Die Flucht in Nachbarländer Laos, Kambodscha oder China war aus politischer Sicht keine Option, weswegen 1,6 Millionen Vietnamesen versuchten über das Südchinesische Meer ins Ausland zu fliehen. Jedoch fanden 250.000 Vietnamesen wegen des schlechten Zustandes der Boote, Piratenangriffe, Monsun-Winden, sowie Nahrungs- und Wasserknappheit den Tod. Rupert und Christel Neudeck und einige ihrer Freunde, darunter der Schriftsteller Heinrich Böll, charterten das Frachtschiff „Cap Anamur“, welches sie mit Hilfe einer nationalen Spendenaktion zu einem Hospitalschiff umfunktionierten. Am 13. August 1979 kam die Cap Anamur mit einem Team aus freiwilligen Helfern und Technikern im Südchinesischen Meer an. Bis 1982 wurden 9.500 Flüchtlinge gerettet und über 35.000 an Bord medizinisch versorgt. Der Aktionskreis wurde relativ zeitgleich von dem regional begrenzten Einsatz auf dauerhafte, internationale Projekte ausgeweitet.

Einsatzländer

Afghanistan

Im Juni 2009 hat Cap Anamur ein Ausbildungs-Projekt begonnen: In Herat werden junge Frauen aus ländlichen Regionen zu Hebammen und Krankenschwestern ausgebildet. Alle Teilnehmerinnen haben sich verpflichtet, nach ihrer zweijährigen Ausbildung zurück in ihre Heimatdörfer zu kehren, um dort zu arbeiten. Zudem errichtet Cap Anamur Krankenhäuser in ländlichen Regionen.

Bangladesch

Cap Anamur unterstützt mit lokalen NGO's verschiedene Krankenhäuser im Norden des Landes mit Medikamenten und Material. Schwerpunkt liegt auf Frauen- und Kindermedizin, sowie Schulen für geistig- und körperlich behinderte Kinder.

Nepal

Seit dem Erdbeben vom 29. April 2015 ist Cap Anamur bei der Erstversorgung und beim Wiederaufbau in der Region bei Katmandu. Im Frühjahr 2016 wurde eine erdbebensichere Schule mit Brunnen in Judeegaun fertiggestellt, welche zuvor komplett durch das Erdbeben zerstört wurde. Die Bauarbeiten für eine weitere Schule in dem Dorf Chandeni beginnen.

Sierra Leone

In Freetown betreuten Sozialarbeiter das Straßenkinderprojekt, Pikin Paddy , welche sich dafür einsetzen, Kinder in Familien zu vermitteln und ihnen den Schulbesuch zu ermöglichen. Zudem unterstützen sie seit 2015 das Hospital in Makeni mit Baumaßnahmen, medizinischen Equipment sowie Personal und Schulung.

Sudan

Seit 1997 versorgt Cap Anamur die Menschen in den Nuba-Bergen medizinisch. Neben dem Krankenhaus in Lwere, unterhält Cap Anamur ein Versorgungsnetz aus fünf Gesundheitsposten (Health Posts). Zudem fährt ein mobiles Krankenhaus regelmäßig in die Bergregion um die schutzsuchenden Menschen medizinisch zu versorgen.

Syrien

In Syrien beherbergen gewöhnliche Wohngebäude improvisierte Gesundheitseinrichtungen, welche von Cap Anamur mit Medikamenten sowie Verbrauchsmaterial beliefern werden. Ebenso übernimmt Cap Anamur die Gehälter für das Krankenhauspersonal.

Uganda

Das Krankenhaus in Lwala wird weiterhin medizinisch und technisch unterstützt. Die medizinische Einrichtung ist die einzige in einem Umkreis von 60 Kilometern.

Ukraine

Seit Juli 2015 engagiert sich Cap Anamur in der Region Luhansk-Oblast in zwei Krankenhäusern. Die Hospitäler von Svetlodarsk und Myroniwka liegen zwischen Luhansk und Donezk, direkt an der sogenannten Zero Frontline. Neben der Auszahlung von Gehältern für die Krankenhausmitarbeiter liefern sie die benötigten Medikamente und Materialien. Zudem haben sie rund hundert zerschossenen Fensterscheiben erneuert.

Zentralafrikanische Republik

Seit 2015 unterhält Cap Amnamur ein Krankenhaus in Bossembélé, 150 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Bangui. Auch die beiden Dörfer Bouali und Yaloké, die in einem Umkreis von knapp 80 km um Bossembélé liegen, werden unterstützt. Cap Anamur hat zunächst den Bedarf an Verbrauchsgütern, Medizin und Lebensmitteln gedeckt. Dann haben Mediziner, Techniker und Logistiker die Gesundheitsversorgung vor Ort wieder aufgebaut und diese gesichert.

Weblinks

 Commons: Cap Anamur / Deutsche Not-Ärzte  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Kategorie:Cap Anamur – in den Nachrichten

Einzelnachweise

  1. Liste aller Spenden-Siegel Organisationen (A-Z). Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen, abgerufen am 11. Oktober 2014.

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Cap Anamur/Deutsche Not-Ärzte (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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