Calcit- und Aragonit-Kompensationstiefe - LinkFang.de





Calcit- und Aragonit-Kompensationstiefe


Die Calcit- und Aragonit-Kompensationstiefe bezeichnet eine Tiefenlinie im Meer, unterhalb derer sich Kalk in Form von Calcit und Aragonit vollständig auflöst. Ursache ist die Zunahme der Kohlendioxidkonzentration im Wasser mit zunehmender Meerestiefe. Für Calcit liegt diese Linie zwischen 3.500 und 5.000 m, für Aragonit zwischen 3.000 und 3.500 m.

Die Anlösung beginnt bereits unterhalb der Lysokline, die etwa 300 bis 800 m oberhalb der Calcit-Kompensationslinie liegt.

Hintergrund

Sowohl Binnengewässer als auch die Meere weisen in der Regel einen Gradienten mit der Tiefe zunehmender Konzentration an gelöstem Kohlenstoffdioxid auf. In den Meeren ist dieser Gradient andauernd, während er in Binnengewässern mit dem Wechsel der Jahreszeiten entsteht und verschwindet (siehe Ökosystem See). Seine Ursache ist biogen, d.h. durch die Lebensvorgänge verursacht. Nahe der Oberfläche wird Kohlendioxid durch die Photosynthese von Algen als Biomasse gebunden und auf die Nahrungskette verteilt. So kann der organisch gebundene Kohlenstoff als Partikelregen in die tieferen Wasserschichten absinken. Dort wird diese Biomasse in der Regel bakteriell wieder zerstört und zu Kohlendioxid veratmet. So kommt es allmählich in der Tiefe zu einer CO2-Anreicherung und somit zu dem genannten Gradienten.

Bei einer entsprechend hohen CO2-Konzentration reagiert nun alles Calciumcarbonat gemäß folgender Gleichung zu gelöstem Calciumhydrogencarbonat:

[math]\mathrm{CaCO_3 + CO_2 + H_2O \ \rightleftharpoons \ Ca^{2+} (aq) + 2 \ HCO_3^- (aq)}[/math]

Auch die Temperatur und Verweildauer, bedingt durch eine unterschiedliche Wasserdurchmischung, beeinflussen die Reaktion. Entsprechend unterschiedlich ist die Lage der beiden Kompensationtiefen in den Ozeanen. Des Weiteren veränderte sich die Tiefenlage im Verlauf der Erdgeschichte.

Calcit-Kompensationstiefe

Als Calcit-Kompensationstiefe (CCD, von engl. „calcite compensation depth“) bezeichnet man diejenige Meerestiefe, ab der sämtliches Calcit im Wasser gelöst ist. Die CCD schwankt zwischen 3.500 und 5.000 m Meerestiefe. Oberhalb dieser Tiefe liegt also eine gesättigte Lösung an Calciumcarbonat (Kalk) vor, zusätzlicher Kalk wird ausgefällt und lagert sich am Meeresboden ab. Unterhalb der CCD findet man folglich auch keine Kalkablagerungen mehr sondern nur noch kalkfreie Sedimente auf Silikatbasis. Vorrangig sind hier der rote Tiefseeton sowie Sedimente aus wasserarmem Siliciumdioxid (Opal) zu nennen. Letztere entstehen aus den Gehäusen von Kleinstlebewesen wie Kieselalgen oder Strahlentierchen (Radiolarienschlamm).

Aragonit-Kompensationstiefe

Aragonit ist leichter in Wasser löslich als Calcit. Entsprechend kann bereits in einer geringeren Wassertiefe kein Aragonit mehr ausfallen und dadurch als Sedimentgestein in Frage kommen. Analog kann man nun eine Aragonit-Kompensationstiefe (ACD, von engl. „aragonite compensation depth“) feststellen, die, abgesehen von der Löslichkeit, den gleichen Gesetzmäßigkeiten wie die Calcit-Kompensationstiefe folgt. Sie ist zwischen 3.000 und 3.500 m Tiefe anzusiedeln.

Weblinks


Kategorien: Keine Kategorien vorhanden!

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Calcit- und Aragonit-Kompensationstiefe (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.