CVJM-Gesamtverband in Deutschland - LinkFang.de





CVJM-Gesamtverband in Deutschland


CVJM-Gesamtverband in Deutschland e. V.
Rechtsform Eingetragener Verein
Gründung 1882
Ort Kassel
Generalsekretär z.Z. unbesetzt
Vorstand Karl-Heinz Stengel
Geschäftsführer Rainer Heid
Mitglieder Dachverband, insg. rd. 330.000
Website www.cvjm.de

Der CVJM-Gesamtverband in Deutschland e. V. ist der deutsche Dachverband von dreizehn föderal eigenständigen christlichen Jugendverbänden, die unter den folgenden Bezeichnungen auftreten: Christlicher Verein Junger Menschen, Evangelisches Jugendwerk (ejw) und Christliches Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD). Er ist der größte ökumenische christliche Jugendverband in Deutschland mit größtenteils evangelischer Mehrheit und Prägung. Schwerpunkt der Mitgliedsverbände ist die örtliche Jugendarbeit in den 2200 Vereinen, Jugendwerken und Jugenddörfern.

Organisation

Struktur

Der Verein hat seinen Sitz in Kassel. Er wird von Mitgliederversammlung, Hauptausschuss und Vorstand geleitet. Generalsekretär des Gesamtverbandes ist Roland Werner.[1]

Einrichtungen

In Kassel unterhält der CVJM zwei Ausbildungsstätten für CVJM-Sekretäre und Jugendreferenten, das CVJM-Kolleg und die CVJM-Hochschule.

Mitgliedschaften in weiteren Verbänden

Nationale Verbände

Der CVJM-Gesamtverband ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e. V. (aej) und der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste der Evangelischen Kirche in Deutschland. Er ist der Zusammenschluss von 13 selbständigen Mitgliedsverbänden, deren Zusammenarbeit er fördert.

Zusätzlich ist der CVJM mit 35 anderen, bundesweiten, Verbänden Mitglied im bka e. V., dem Bundesverband Kulturarbeit in der evangelischen Jugend e. V.. Die Verbände sichern in ihrer Breite und mit Hilfe ihrer fachlichen Kompetenz die Vielfalt und Qualität der Jugendkulturarbeit im Bundesverband Kulturarbeit in der evangelischen Jugend e. V. und können nicht zuletzt durch den Verbund im bka e. V. bundesweit wirksam werden.

CVJM-Weltbund

Die ökumenischen Christlichen Vereine junger Menschen sind im CVJM-Weltbund (engl. „World Alliance of YMCAs“) zusammengeschlossen und haben weltweit in 120 Ländern 45 Millionen Mitglieder. Von 2006 bis 2010 war dessen Präsident Martin Meißner (Frankfurt am Main).

DZI Spenden-Siegel

Im Juli 2010 hat der CVJM-Gesamtverband das DZI Spenden-Siegel erhalten.[2] Zudem trägt der Verband das Spenden-Prüfzertifikat der Deutschen Evangelischen Allianz.[3]

Symbole

CVJM-Dreieck

Das vom CVJM-Gesamtverband verwendete Symbol mit Schatten ist eine leichte Abwandlung des internationalen YMCA-Symbols: ein rotes, gleichseitiges Dreieck mit horizontalem schwarzen Balken, auf dem die jeweilige Abkürzung mit weißen Großbuchstaben steht, in Deutschland also „CVJM“. Es soll daran erinnern, dass bei der gesamten CVJM-Arbeit der ganze Mensch im Vordergrund steht. Dabei steht der obere Balken für „Geist“, gestützt von den beiden Balken für „Körper“ und „Seele“. Es wurde Ende des 19. Jahrhunderts von Luther Gulick (physician) entworfen und erstmals 1890/91 vom YMCA in Springfield offiziell verwendet. Schnell entwickelte sich das Symbol zum inoffiziellen Erkennungszeichen der CVJM, andere Entwürfe stießen auf Ablehnung und wurden verworfen. Offizielles Symbol wurde Gulicks Dreieck während des Ersten Weltkrieges beim englischen CVJM, später auch vom CVJM-Weltbund. In Deutschland setzte es sich erst nach dem Zweiten Weltkrieg durch.

Jungschararbeit

In der Jungschararbeit kommt das „Ankerkreuz“ zum Einsatz. Dabei steht die weiße Farbe für Reinheit, Wahrheit und Klarheit und die blaue für Gottes Treue. Das Kreuz und der Anker stehen dabei für den sicheren Halt, den Christen bei Jesus haben. (vgl. Hebräer 6,19). Die Ringe symbolisieren die weltweite Gemeinschaft mit anderen Jungscharen, dem weltweiten CVJM, sowie der christlichen Gemeinde allgemein.

Sportarbeit

Des Weiteren findet sich noch das „Eichenkreuz“, welches bis 2006 in der gesamten CVJM-Sportarbeit verwendet wurde. Entwickelt wurde das Eichenkreuz 1921 von Johannes Tack für die gesamte Arbeit im Nationalverband der Evangelischen Jungmännerbünde. Die grünenden Blätter der Eiche sind in Deutschland vielfach als Sinnzeichen für Standhaftigkeit, Sieg und neues Leben verstanden worden, das hier durch die kreuzförmige Anordnung bewusst mit Jesus Christus oder dem Christentum in Verbindung gebracht wird. Seit 2006 hat sich die Sportarbeit des CVJM-Gesamtverbandes in „CVJM-Sport“ umbenannt und sich dadurch auch optisch von ihren anfänglichen Beziehungen zum Deutschtum losgesagt.[4]

Geschichte

Gründung

In Deutschland schlossen sich 1848 mehrere protestantische Jünglingsvereine zum ersten regionalen Verband zusammen, dem Rheinisch-Westphälischen Jünglingsbund unter Superintendent Karl Emil Krummacher als Präses, einem Vorläufer des CVJM-Westbunds. In den Folgejahren entstanden weitere regionale Zusammenschlüsse von Jünglingsvereinen mit unterschiedlichen Arbeitsschwerpunkten, die ab 1882 in Form einer Konferenz zusammenarbeiteten. Etwa gleichzeitig mit der Bildung dieser Konferenz entstand 1883 in Berlin auf Anregung Friedrich von Schlümbachs, einem in den USA ausgebildeten Prediger, der erste Verein, der sich als Christlicher Verein junger Männer bezeichnete, dessen erster Vorsitzender wurde Eberhard von Rothkirch und Andreas Graf von Bernstorff wurde sein Stellvertreter; er schloss sich dem Östlichen Jünglingsbund an. Im Gegensatz zu den Jünglingsvereinen, die als Zusammenschluss von bereits gläubigen Jugendlichen und Männern entstanden waren, war das Hauptziel des CVJM die Evangelisation von der Kirche fern stehenden Männern. Konflikte zwischen den zwei verwandten Bewegungen entstanden auch dadurch, dass der CVJM/YMCA überkonfessionell orientiert war, während die Jünglingsbünde landeskirchlich ausgerichtet waren.

Entwicklung bis 1934

Als sich 1900 die regionalen Jünglingsbünde zur Nationalvereinigung der evangelischen Jünglingsbünde zusammenschlossen, hatte sich die landeskirchliche Orientierung durchgesetzt: In § 4 der Satzung wurde festgelegt, dass die Mitgliedsverbände „auf dem Boden ihrer evangelischen Landeskirchen (stehen), und können außerhalb der Landeskirchen stehende Bündnisse nicht aufgenommen werden.“ Der neue nationale Zusammenschluss war weiterhin von starken Unterschieden in der Arbeit geprägt, die durch die Aufnahme neuer Arbeitsformen vertieft wurden. Für die einzelnen Arbeitszweige entstanden Arbeitskreise, die zum Teil später in selbständigen Verbänden außerhalb der Nationalvereinigung bzw. des Reichsverbandes umgewandelt wurden. 1919 schlossen sich die missionarisch orientierten CVJM-Gruppen in einer Arbeitsgemeinschaft zusammen, die den 1921 in Reichsverband der Evangelischen Jungmännerbünde und verwandter Bestrebungen (kurz: Jungmännerwerk) immer stärker prägte. 1921 schlossen sich die evangelischen Pfadfinder ebenfalls in Form einer Arbeitsgemeinschaft zusammen, der Christlichen Pfadfinderschaft Deutschlands, die 1931/33 zu einem selbständigen Verband wurde. Ab 1922 verbreitete sich – ausgehend vom Westbund – unter dem Namen Eichenkreuz die Sportarbeit im Gesamtverband. Bis 1933/34 wurde das Jungmännerwerk immer stärker von der CVJM-Arbeit geprägt, andere Arbeitszweige verließen den Verband oder bleiben ihm nur lose als „verwandte Bestrebung“ verbunden.

Der CVJM während des Nationalsozialismus

Die Eingliederung der evangelischen Jugendverbände in die Hitler-Jugend Anfang 1934 bildete eine wesentliche Zäsur für die Arbeit des Jungmännerwerks. Es entließ, wie fast alle anderen evangelischen Jugendverbände, alle Mitglieder unter 18 Jahren aus der Mitgliedschaft, um die Zwangsmitgliedschaft in der Hitler-Jugend zu vermeiden. An die Stelle der Vereine traten Gemeindejugendkreise ohne definierte Mitgliedschaft. Im Kirchenkampf zwischen Deutschen Christen und Bekennender Kirche positionierte sich das Jungmännerwerk nicht einheitlich. Der Westbund unter Leitung von Johannes Busch erklärte sich klar für die Bekennende Kirche, während andere Regionalvereinigungen neutral blieben oder zu den Deutschen Christen tendierten. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Arbeit des Jungmännerwerks immer stärkeren Beschränkungen unterworfen, bis sie mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs weitgehend zum Erliegen kam. Während des Krieges kamen zahlreiche in Kriegsgefangenschaft geratene deutsche Soldaten über die Kriegsgefangenenhilfe in Kontakt mit dem CVJM-Weltverband.

CVJM nach 1945

Schon kurz nach Kriegsende begannen die Arbeiten zum Neuaufbau des Jungmännerwerks. Die örtlichen Gruppen gehörten oft zu den ersten von den Besatzungsbehörden erlaubten Jugendgruppen. Schon bald wurde die Arbeit unter der Bezeichnung CVJM geführt; die Umbenennung und Neustrukturierung zum heutigen Christlichen Verein Junger Menschen dauerten aber bis in die 1970er Jahre an, als Mädchen auch offiziell die Mitgliedschaft ermöglicht wurde.

Expo 2000

Im Jahr 2000 beteiligte sich der CVJM gemeinsam mit World Vision Deutschland und der Evangelischen Allianz mit dem Projekt Pavillon der Hoffnung an der Expo 2000[5], eigener Thementag war der 31. Juli 2000.[6]

Generalsekretäre des CVJM Gesamtverbandes

Mitgliedsverbände

Nicht direkt dazu gehört der CVJM-Landesverband Württemberg e. V.[8] Dieser ist Mitglied im EJW und nur dadurch mit dem CVJM-Gesamtverband verbunden.

Zahlen

  • 2.200 CVJM, Jugendwerke und Jugenddörfer
  • 330.000 Mitglieder und regelmäßige Teilnehmer
  • 61.000 ehrenamtliche Mitarbeiter
  • 840 CVJM-Sekretäre
  • 8.500 pädagogisch-theologische Mitarbeiter im CJD

Der CVJM erreicht mit seinen Programmen, Aktionen und Freizeiten jedes Jahr über die regelmäßigen Teilnehmer hinaus fast eine Million weitere junge Menschen. (Stand 2009)

Siehe auch

Literatur

  • Bettina Joergens, Männlichkeiten. Deutsche Jungenschaft, CVJM und Naturfreundejugend in Minden, 1945-1955. Potsdam 2006, ISBN 3-935035-57-8.
  • Karl Kupisch, Der Deutsche CVJM. Aus der Geschichte der Christlichen Vereine Junger Männer Deutschlands. Pflugschar-Verlag: Kassel-Wilhelmshöhe 1958.
  • Rolf Müller, auf dass sie alle eins seien. Das Werden und Wirken der Jungmännerwerke in der DDR und des CVJM-Gesamtverbandes ab Mitte der 70er Jahre, Neukirchener Aussaat Verlag: Neukirchen-Vluyn 2011
  • Jürgen Müller-Späth, Die Anfänge des CVJM in Rheinland und Westfalen. Ein Beitrag zur Sozial- und Kirchengeschichte im 19. Jahrhundert. Schriftenreihe des Vereins für Rheinische Kirchengeschichte Bd. 90, Rheinland-Verlag: Köln 1988.
  • Ulrich Schwab, Christlicher Verein Junger Menschen (CVJM). In: Historisches Lexikon Bayerns
  • Walter Stursberg, Glauben Wagen Handeln. Eine Geschichte der CVJM-Bewegung in Deutschland, Aussaat Verlag: Wuppertal 1977, ISBN 3-7615-0259-1

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Roland Werner neuer Generalsekretär des deutschen CVJM. In: idea. 4. Juli 2010, archiviert vom Original am 7. Juli 2010, abgerufen am 7. Juli 2010.
  2. http://www.dzi.de/cd.htm
  3. Maren Kockskämper: CVJM-Gesamtverband erhält Spenden-Prüfzertifikat. Christliche Verein Junger Menschen (CVJM/YMCA), 25. August 2010, archiviert vom Original am 25. August 2010, abgerufen am 25. August 2010.
  4. Rolf Müller, auf dass sie alle eins seien. Das Werden und Wirken der Jungmännerwerke in der DDR und des CVJM-Gesamtverbandes ab Mitte der 70er Jahre, Neukirchener Aussaat Verlag: Neukirchen-Vluyn 2011, S. 276f.
  5. Wal gestrandet : Spatenstich für den „Pavillon der Hoffnung“ auf der Expo Hannover. BauNetz, 25. Juni 1999, archiviert vom Original am 13. Juli 2010, abgerufen am 13. Juli 2010.
  6. Pavillon der Hoffnung e.V. (CVJM, World Vision, Deutsche Evangelische Allianz). Exposeum e.V., archiviert vom Original am 24. Juni 2004, abgerufen am 29. Juli 2010 (deutsch).
  7. Dr. Roland Werner neuer Generalsekretär des deutschen CVJM. CVJM-Gesamtverband in Deutschland, 3. Juli 2010, archiviert vom Original am 3. Juli 2010, abgerufen am 3. Juli 2010.
  8. http://www.ejwue.de/cvjm/

Kategorien: Mitgliedsverband der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend | Christlicher Verein Junger Menschen | Verein (Kassel) | Organisation mit DZI-Spenden-Siegel | Gegründet 1882 | Christlicher Jugendverband

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/CVJM-Gesamtverband in Deutschland (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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