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C-base


Der Begriff c-base bezeichnet sowohl den Verein c-base e. V. in Berlin, die von diesem unterhaltenen Vereinsräume als auch eine laut dessen Gründungsmythos unter Berlin-Mitte liegende abgestürzte Raumstation gleichen Namens. Ursprünglich als ein „erweitertes Wohnzimmer“ der 17 Gründungsmitglieder am 12. August 1995 gegründet, versteht sich die c-base mittlerweile als ein Dreh- und Angelpunkt der Berliner Hackerszene und wird international als eine der Keimzellen der Hackerspaces angesehen.[1][2]

Verein

Der c-base e. V. ist ein gemeinnütziger Verein, der von seinen zahlenden Mitgliedern sowie Spenden und anderen Einnahmen unterhalten wird. Direkte Zuwendungen aus öffentlichen Mitteln erhält der Verein nicht. Der Vereinszweck laut Satzung[3] ist die Fortbildung in den Bereichen Hardware, Software und Netzwerke, was durch Schulungen, Vorträge, Workshops und kulturelle Veranstaltungen verschiedener Natur erreicht wird. Die Teilnahme an diesen ist meist auch Nichtmitgliedern gestattet und nur selten kostenpflichtig. Eine Vereinsmitgliedschaft ist volljährigen natürlichen sowie juristischen Personen möglich.

Vereinsmotto

Über das Motto „be future compatible!“ fordert die c-base (unter anderem) den Blick auf die Zukunft sowie die Ausrichtung des Denkens und Handelns zugunsten einer positiven solchen.

Vereinsräume

Die etwas über 700 Quadratmeter großen Vereinsräume im Berliner Stadtteil Mitte wurden durch Rekonstruktionsarbeiten dem Aussehen einer Raumstation beständig näher gebracht und bieten Veranstaltungsräume für die Vereinsmitglieder und für andere Initiativen. Die Räume stehen als Hackerspace prinzipiell allen Gruppen für Treffen oder Veranstaltungen offen, die sich mit den Zielen der c-base identifizieren können. Die c-base sieht sich als Raumstation, als ein Ort, der der Kreativität der Community Raum gibt.

Vergangenes

Die c-base war Drehort für die Tatort-Folge 430 Tödliches Labyrinth (Erstausstrahlung am 12. Dezember 1999 in der ARD), die vom Tod eines jungen Hackers handelte, der vom Dach des Berliner Forum Hotels – heute Park Inn – gestürzt war. Auch eine Szene der Tatortfolge Tod einer Heuschrecke (Erstausstrahlung am 16. März 2008 in der ARD) wurde in den Räumen des c-base e. V. gedreht. Weiterhin wurden Szenen für die achte Folge der zweiten Staffel "Lasko, die Faust Gottes" in den Räumen des c-base e.V. gedreht.

Zum Jahreswechsel 2002/03 wurde hier das Projekt BerlinBackBone mit dem Ziel gegründet, in Berlin einen freien, öffentlichen Zugang zum Internet über Freifunknetze bereitzustellen.

Am 10. September 2006 fand hier die Gründungsversammlung der Piratenpartei Deutschland statt.[4]

Vom 14. bis 16. September 2006 wurde in Berlin die vierte Ausgabe der Wizards of OS, einer internationalen Konferenz zu den Themen freie Software und freies Wissen, erstmals in Zusammenarbeit mit dem c-base e. V. veranstaltet.

Während der Demonstrationen unter dem Motto Freiheit statt Angst war bisher regelmäßig Radio 1984 in den Räumen der c-base stationiert,[5] um live über die Protestaktionen zu berichten.

Von 2003 bis Mitte 2010 veranstaltete die c-base ein wöchentliches Musikertreffen, die sogenannte Cosmic Open Stage, bei der bekannte und unbekannte Musiker auftraten oder Jam-Sessions veranstalteten.

Das Metalab bezog seine Inspiration von der c-base.[6]

Regelmäßige Nutzer

Verschiedene Stammtische treffen sich auf der c-base, so beispielsweise ein 3D-Stammtisch, freifunk.net, Ubuntu Berlin, AK Vorrat, android , Drupal-User-Group und andere. Ab 2004 wurden in den Clubräumen der c-base regelmäßige Treffen der Berliner Wikipedia-Community abgehalten. 2012 kam der monatlich stattfindende "Netzpolitische Abend" der Digitalen Gesellschaft hinzu.

Einmal jährlich bietet die @c-terra eine Übersicht der in der c-base versammelten Disziplinen und Interessen.

Weiteres

Darüber hinaus findet eine Vielzahl unterschiedlicher (teils externer) Veranstaltungen (Präsentationen, Theateraufführungen, Musikdarbietungen, Kunstausstellungen) in den Vereinsräumen statt, angefangen von Lounges zum Chaos Communication Congress, Veranstaltungen von Ubuntu Berlin über regelmäßige Begleitveranstaltungen zur transmediale[7][8][9], dem c-base Cup[10], bis hin zum Mozilla Add-on-Workshop,[11] dem Maemo Summit 2008[12] und der Beteiligung am OpenMoon Projekt.[13]

Raumstation als Gründungsmythos

Ein wichtiger Bestandteil des Vereinslebens ist sein Gründungsmythos. Hiernach lägen unter dem Stadtzentrum von Berlin die Trümmer einer vor Milliarden von Jahren abgestürzten Raumstation, deren Antenne in Gestalt des Berliner Fernsehturms aus dem Boden rage.[14][15]

Auch wenn der Verein dies nicht erwartet, kommunizieren seine Mitglieder, als wäre dieser Mythos Realität – dies ist auf den Vereinswebseiten separat dokumentiert.[16]

Geschichte der „Raumstation“

Die Raumstation c-base sei nach „Erkenntnissen“ der Vereinsmitglieder einst in ein Zeitloch geraten und aufgrund der schlagartig veränderten Bedingungen aus einer fernen Zukunft auf die Erde abgestürzt. An Bord hätten sich eine Reihe hochtechnischer Entwicklungen und noch nicht erforschte Lebensformen befunden.

Im heutigen Berlin sind angeblich zahlreiche „Belege“ für die Existenz der Raumstation zu finden. Vor allem die Antenne der Station, die heute als Fernsehturm genutzt werde, sei seit ihrer Enttarnung durch Wissenschaftler der DDR und der Sowjetunion weithin sichtbar im Stadtbild Berlins. Andere Orte, wie die beim Absturz abgesprengte „Multimodulstation“ (derzeit der aktuelle Ort des Vereins), unterliegen gerade erst einer ausgiebigen „Erforschung“.

Das aktuelle Wissen um die c-base ist im sogenannten Allmanach niedergeschrieben, der bislang nur in gedruckter Form vorliegt. Die c-pedia versucht als Online-Enzyklopädie das angesammelte „Wissen“ auch im Internet verfügbar zu machen, steht aber derzeit noch am Anfang. Daneben wird auch die „Rekonstruktion von Artefakten der c-base“ vorangetrieben.

Struktur der „Raumstation“

Die c-base ist ein aus sieben konzentrischen Ringen aufgebautes System. Die Ringe können gegeneinander verschoben werden und sind daher als einzelne Module mit genau umrissenen Aufgabenbereichen zu verstehen. Die Ringe heißen (von innen nach außen): core, com, culture, creactiv, cience, carbon und clamp.

Der innerste Ring ist core, das Energiezentrum der Station, gespeist aus dem Möbiusband-Generator, der die c-base einst mit einem unendlichen Vorrat an Energie versorgt habe. Genau an seinem Ort ist heute c-beam, der Zentralcomputer der c-base, aktiv.

Der zweite Ring com habe den Raumflughafen, Hangars und Kommunikationseinrichtungen, darunter auch das interstellare Kommunikationsmodul der c-base beherbergt. Er sei jüngst vom Chaos Computer Club unter dem Namen Blinkenlights enttarnt worden.

Die weiteren Ringe – culture, creactiv und cience – dienen Einrichtungen der kulturellen und kreativen Aktivitäten sowie der wissenschaftlichen Forschung. Im cience-Ring befindet sich zudem das Arboretum. Der carbon-Ring beherberge die Unterkünfte der kohlenstoffbasierten Lebensformen der Station, und der Außenring clamp bilde schließlich die stabilisierende Außenringkonstruktion der „Raumstation“.

Sprachliche Besonderheiten

Die Station pflegt traditionell eine eigene schriftliche Form der deutschen Sprache, genannt c-lang[17] (gesprochen wie „Slang“).

Nach c-lang wird die Raumstation immer mit Kleinbuchstaben und einem Bindestrich geschrieben: c-base

Andere Aktivitäten

Die c-base ist seit einigen Jahren extern auf den Veranstaltungen des Chaos Computer Club – wie dem Chaos Communication Congress und dem Chaos Communication Camp – meist im Rahmen des Tracks Art & Beauty vertreten. Mitglieder der c-base waren Teilnehmer des Weltkindertages 2003 und führten dort den jungen Besuchern Robotertechnik und 3D-Design vor.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Linux Magazin: 25c3: Hackerspaces – Treffpunkte für Hacker als neue Bewegung (29. Dezember 2008)
  2. Golem: Hackerspaces – eine Idee erobert die Welt (27. Dezember 2008)
  3. Satzung c-base e. V. (8. Februar 2009)
  4. Piratenpartei Deutschland: Gründung (Memento vom 28. Dezember 2010 im Internet Archive) (10. September 2006)
  5. Radio 1984: On Air (10. Oktober 2008)
  6. Metalab Wien: Inspiration (24. April 2006)
  7. Universität der Künste Berlin: Reality Check
  8. Transmediale: Snow Play
  9. Dorkbot
  10. A MAZE. Festival: Tennisfreunde Berlin
  11. Mozilla: MAOW: Mozilla Add-on-Workshop 2009
  12. Maemo: Maemo Summit 2008
  13. c-base Open Moon
  14. c-base: Fundhistorie
  15. c-base: Sieben Ringe
  16. Webseiten der c-base
  17. c-lang

Kategorien: Science-Fiction | Veranstaltungsstätte in Berlin | Freifunk

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/C-base (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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