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1-Butanol

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der chemischen Substanz 1-Butanol; für die gesamte Stoffgruppe siehe Butanole.
Strukturformel
Keine Zeichnung vorhanden
Allgemeines
Name 1-Butanol
Andere Namen
  • n-Butanol
  • Butan-1-ol
  • Propylcarbinol
  • Propylmethanol
  • Butylalkohol
  • Butylhydroxid
Summenformel C4H10O
CAS-Nummer 71-36-3
PubChem 263
Kurzbeschreibung

farblose Flüssigkeit mit ethanolartigem Geruch[1]

Eigenschaften
Molare Masse 74,12 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

0,81 g·cm−3 (20 °C)[1]

Schmelzpunkt

−89 °C[1]

Siedepunkt

118 °C[1]

Dampfdruck

6,67 hPa (20 °C)[1]

Löslichkeit

beliebig mischbar mit organischen Lösungsmitteln, mäßig löslich in Wasser (7,9 g in 100 g Wasser bei 20 °C)[2]

Brechungsindex

1,3988 (20 °C)[3]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [4]
H- und P-Sätze H: 226​‐​302​‐​318​‐​315​‐​335​‐​336
P: 210​‐​280​‐​302+352​‐​304+340​‐​305+351+338​‐​313 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [5] aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [6]
R- und S-Sätze R: 10​‐​22​‐​37/38​‐​41​‐​67
S: (2)​‐​7/9​‐​13​‐​26​‐​37/39​‐​46Vorlage:S-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze
MAK
  • DFG: 100 ml·m−3 bzw. 310 mg·m−3[1]
  • Schweiz: 50 ml·m−3 bzw. 150 mg·m−3[7]
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

1-Butanol (auch n-Butanol oder nach IUPAC Butan-1-ol) ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Alkanole. Der primäre Alkohol leitet sich vom aliphatischen Kohlenwasserstoff n-Butan ab.

Vorkommen

1-Butanol kommt von Natur aus in vielen Nahrungsmitteln vor und entsteht beim mikrobiologischen Abbau von Kohlenhydraten. Es entsteht auch im Zuge des Abbaus von Kohlenhydraten bei der Herstellung alkoholischer Getränke. Nachgewiesen wurde dieser Alkohol außerdem in Früchten wie Melonen und Äpfeln sowie verschiedenen Nahrungsmitteln wie Käse, erhitzter Milch und gekochtem Reis sowie bei der Popcornbereitung, aber auch in der Muttermilch. Ältere quantitative Angaben aus den 1960er-Jahren über den Höchstgehalt von 1-Butanol in Lebensmitteln belaufen sich auf Werte von 12 mg/l in Getränken, 7 mg/kg in Speiseeis und 32 mg/kg in Backwaren.[8]

Gewinnung und Darstellung

1-Butanol lässt sich auf mehreren Wegen herstellen. Industriell bedeutend ist die Hydroformylierung von Propen mit anschließender Hydrierung eines entstehenden Reaktionsproduktes (Butanal)[8]:

Propen reagiert mit Kohlenstoffmonoxid und Wasserstoff zu Butanal und 2-Methylpropanal.

Das entstandene Butanal reagiert mit Wasserstoff weiter zu 1-Butanol.

Eine andere Möglichkeit besteht in der Fermentation von Zucker und Stärke mithilfe von Clostridium acetobutylicum. Solches biologisch hergestelltes 1-Butanol wird auch als Biobutanol bezeichnet.[8]

Eigenschaften

Physikalische Eigenschaften

1-Butanol ist eine farblose Flüssigkeit mit charakteristischem Geruch, der als „weinartig“ beschrieben wird, aber auch als „herb fuselähnlich mit Bananenaroma“ sowie als „süßlich ranzig“.[8] Man kann 1-Butanol mit allen gebräuchlichen Lösungsmitteln, wie zum Beispiel Ether, Glycol, Alkoholen, Ketonen und Aldehyden beliebig mischen. In Wasser ist 1-Butanol jedoch nur begrenzt lösbar.[9] Wasser löst sich in 1-Butanol etwas besser (ca. 20 Gewichts-%).[10]

Chemische Eigenschaften

Mögliche Reaktionen des 1-Butanols sind die Veresterung zu einem Ester, die Dehydrierung zu einem Aldehyd oder die Kondensation zu einem Ether:

Veresterung zu einem Ester:

1-Butanol und Propansäure reagieren unter Säurekatalyse (bspw. mit Schwefelsäure) zu Propionsäurebutylester und Wasser.

Dehydrierung zu einem Aldehyd:

1-Butanol reagiert unter Wasserstoffabspaltung zu Butanal.

Kondensation zu einem Ether:

1-Butanol reagiert unter Säurekatalyse (bspw. mit Salzsäure) zu Di-n-butylether und Wasser.

Verwendung

Man verwendet 1-Butanol als Lösungsmittel bei der Herstellung von Lacken. Es verhindert das Weißanlaufen beim Trocknen der Lacke in feuchter Umgebung. Des Weiteren verwendet man 1-Butanol als Ausgangsstoff bei der Herstellung von Ethern und Estern (wie etwa Butylacetat und Glykolbutylethern und -estern sowie von Phthalaten und Acrylaten), die ihrerseits wieder als Lösungsmittel oder auch als Weichmacher dienen. Als Lösungsmittel für Farbstoffe, Zusatz in Polituren und Reinigungsmitteln, Komponente in Kraftstoffen, Laufmittel für die Dünnschicht- und Papierchromatographie, Extraktionsmittel bei der Gewinnung von Arzneistoffen oder als Ausgangsstoff für die Herstellung von Flotationschemikalien kann 1-Butanol auch verwendet werden.[11] Außerdem wird 1-Butanol zusammen mit den anderen Butanolen als Biokraftstoff der dritten Generation angesehen.[12] 1-Butanol findet darüber hinaus als Referenzmaterial in der Olfaktometrie Anwendung:[13] 123 µg 1-Butanol, wenn dieses in 1 m3 Neutralluft unter Normbedingungen verdampft wird, entsprechen einer Europäischen Geruchseinheit.[14] Außerdem dient 1-Butanol selbst als Lösungsmittel, vor allem in Farben, Lacken, Harzen und Farbentfernern sowie manchen Kosmetika und wird in der Oberflächenveredelung von Kleidung eingesetzt.[8]

Sicherheitshinweise

1-Butanol gilt als entzündliche Flüssigkeit. Oberhalb des Flammpunktes können sich entzündliche Dampf-Luft-Gemische bilden. Die Verbindung hat einen Flammpunkt bei 35 °C.[15] Der Explosionsbereich liegt zwischen 1,7 Vol.‑% (52 g/m3) als untere Explosionsgrenze (UEG) und 11,3 Vol.‑% (350 g/m3) als obere Explosionsgrenze (OEG).[1][15] Der maximale Explosionsdruck liegt bei 8,4 bar.[15] Die Zündtemperatur beträgt 325 °C.[15] Der Stoff fällt somit in die Temperaturklasse T2.

1-Butanol kann beim Einatmen und Verschlucken gesundheitsschädlich wirken: Nieren- und Leberschädigungen, Schwindel, Kopfschmerzen, Benommenheit bis hin zur Bewusstlosigkeit und Hirnfunktionsstörungen können auftreten. Weiterhin kann es Atemwege, Verdauungswege, Augen und Haut reizen. Man sollte 1-Butanol deshalb nicht in die Hände von Kindern gelangen lassen.

Die Metabolisierung von 1-Butanol erfolgt tierexperimentellen und In-vitro-Daten zufolge in erster Linie durch Oxidation mittels Alkoholdehydrogenase (ADH) über Butanal und Butansäure in der Leber, in geringerem Maße auch durch hepatische Cytochrom-P450-Monoxygenasen, deren Aktivität durch Ethanol induzierbar ist. Eine Glucuronidierung oder Sulfatierung von 1-Butanol erfolgt nur in untergeordnetem Maß.[8]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 Eintrag zu 1-Butanol in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 1. Februar 2016 (JavaScript erforderlich).
  2. K. Rauscher, J. Voigt, I. Wilke, K.-Th. Wilke: Chemische Tabellen und Rechentafeln für die analytische Praxis, Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, 7. Auflage, 1982.
  3. David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press/Taylor and Francis, Boca Raton, FL, Physical Constants of Organic Compounds, S. 3-74.
  4. Eintrag aus der CLP-Verordnung zu CAS-Nr. 71-36-3 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA (JavaScript erforderlich).
  5. Für Stoffe ist seit dem 1. Dezember 2012, für Gemische seit dem 1. Juni 2015 nur noch die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung gültig. Die EU-Gefahrstoffkennzeichnung ist daher nur noch auf Gebinden zulässig, welche vor diesen Daten in Verkehr gebracht wurden.
  6. Eintrag aus der CLP-Verordnung zu CAS-Nr. 71-36-3 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA (JavaScript erforderlich).
  7. Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA): Grenzwerte am Arbeitsplatz 2015 – MAK-Werte, BAT-Werte, Grenzwerte für physikalische Einwirkungen , abgerufen am 2. November 2015.
  8. 8,0 8,1 8,2 8,3 8,4 8,5 Umweltbundesamt: Richtwerte für 1-Butanol in der Innenraumluft. In: Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz. 57, 2014, S. 733, doi:10.1007/s00103-014-1972-x .
  9. Datenblatt der BASF
  10. William Andrew: OSHA regulated hazardous substances: health, toxicity, economic, and technological data, S. 273 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  11. Eintrag zu Butanole . In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 12. November 2014.
  12. Jens Lubbadeh: Sprit aus Stroh: Mit Superhefe Treibstoff brauen. In: Spiegel Online; 18. August 2008.
  13. A. Ph. van Harreveld, Paul Heeres: Quality control and optimization of dynamic olfactometry using n-Butanol as a standard reference odorant. Staub – Reinhaltung der Luft, Band 55 (1995) 2, S. 45–50.
  14. DIN EN 13725:2003-07 Luftbeschaffenheit; Bestimmung der Geruchsstoffkonzentration mit dynamischer Olfaktometrie; Deutsche Fassung EN 13725:2003. Beuth Verlag, Berlin, S. 7.
  15. 15,0 15,1 15,2 15,3 E. Brandes, W. Möller: Sicherheitstechnische Kenngrößen - Band 1: Brennbare Flüssigkeiten und Gase, Wirtschaftsverlag NW – Verlag für neue Wissenschaft GmbH, Bremerhaven 2003.

Weblinks

 Commons: 1-Butanol  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: 1-Butanol – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/1-Butanol (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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